Die Tour zum Fort de l’Ecluse !

Pont de Chancy - RhônePont de Chancy

Erneut ein toller Tag und erneut eine Gelegenheit um eine Feierabendrunde im Genfer Hinterland zu fahren. Schon seit Jahren wollte ich mal das mächtige Fort besuchen, das die Rhoneklus vor Bellegarde bewacht. Auf der Route de Chancy geht es auf schnellstem Weg ans Westende der Schweiz und bei Chancy über die 110 Jahre alte Rhonebrücke. Entlang der Strasse fahre ich leicht ansteigend bis ins französische Dorf Pougny.

Aufstieg zum FortAusblicke nach Genf

Mitten im Dorf führt ein alter Weg direkt die Bergflanke hoch in Richtung Fort de l’Ecluse, meinem Tourenziel. Leider entsprechen die Höhenkurven der Open Street Map keineswegs der Realität und so muss ich das Bike einige steile Stufen hinauf tragen. Immer wieder sind Abschnitte fahrbar und je näher das Fort kommt, umso spektakulärer sind die Ausblicke in die Klus, zur Rhone und zurück in die Schweiz. Auf einer Lichtung ragen dornige Brombeeren in den verwachsenen Trail und ehe ich mich versehe habe ich blutige Unterarme – Man(n) ist ja hart im Nehmen. 😉

Fort l'Ecluse supérieur 1Fort l'Ecluse supérieur 2Fort l'Ecluse supérieur 3Panorama zum Montagne Vuache

Der Trail spukt mich direkt vor dem ‚Burggraben‘ des Fort de l’Ecluse aus. Das Fort ist zweiteilig gebaut, ein oberer und ein unteres. Das Fort stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert, wurde aber immer weiter bis in 19. Jh ausgebaut und ist sowohl architektonisch, als auch von der Lage her sehr eindrücklich. Die möglichen Gegner waren übrigens die Savoyer und nicht die Genfer. Leider gibt es im oberen Teil kein Zugang. Interessant sind die vielen Verteidigungsgräben, die aus dem massiven Jurakalk gehauen wurden. Die Aussicht hinüber zum Montagne de Vuache ist genial.

Hirschkäfer 2Hirschkäfer 1

Aber nicht nur der weite Blick lädt zum Staunen ein, ebenfalls der Makroblick. In einer Felswand sitzt ein riesiger Hirschkäfer. So ein voll ausgewachsenes Exemplar habe ich noch nie gesehen. Wirklich eindrücklich! Mit einem Blick auf die Eisenbahnbrücke über die Rhone verabschiede ich mich und fahre auf einem kleinen Zugangssträsschen runter zum Fort inférieur.

Blick vom Fort l'Ecluse supérieurFort l'Ecluse supérieur

Bei der Abfahrt wird die Gesamtanlage etwas besser sichtbar – von der anderen Talseite wäre der Blick noch besser. Ober- und Unterfort sind im Berg miteinander über eine unterirdische Treppe verbunden. Das Unterfort ist vollständig renoviert und glänzt wie neu. Hier ist das Besucherzentrum und ein Museum.

Fort l'Ecluse inférieur - Genfer TorFort l'Ecluse inférieur

Interessant, wie die verschiedenen Schiessscharten die strategischen Punkte der Klus im ‚Schussfeld‘ haben. Interessant ebenfalls, dass bis 1938 sämtlicher Verkehr Genf – Lyon mitten durch das Fort führte, bevor ein Umfahrungstunnel gegraben wurde.

Fort l'Ecluse inférieur - EisenbahnblickRhône in der Klus

Die Rhone zwängt sich sehr eng durch die Schlucht und wir wohl ziemlich tief sein. Zu meiner Freude gibt es einen (ruppigen) Wanderweg der Rhone entlang zurück nach Pougny. Einzig die Mücken wollen mich im Feuchtgebiet nahe der Schweizer Grenze auffressen. So pushe ich den kleinen Berg hoch als wäre ich auf der Flucht, mit dem Resultat, dass der Puls ins tiefste Rot steigt.

Barrage de VerboisBarrage de Verbois - Staudamm

Auf bekannten Wegen fahre ich dem französischen Rhoneufer entlang bis zur Barrage de Verbois und danach meistens via Feldwege und Singletrails zurück in die Stadt, gerade noch rechtzeitig zum heutigen EURO’16 Halbfinal. Eine weiter, aber sehr lohnenswerter abendlicher Ausflug mit dem Mountainbike!

Statistik: 58.5 km, ca. 745 Höhenmeter, Fahrzeit 3:45 h

Die Biketour zum westlichsten Punkt der Schweiz !

Weizen und WolkenWeizen im Kanton Genf

Entgegen den Prognosen blieben die Gewitter heute in den französischen Alpen und so durfte ich eine kleine Feierabendrunde in Genf drehen. Entlang Rhone ging es aus der Stadt, über die Barrage de Verbois, bei La Plaine über die Grenze und danach bei Chancy wieder über die Rhone und zurück in die Schweiz. Aufgefallen sind mir die Kornfelder und die Tatsache, dass es im Kanton Genf überhaupt so weite Felder gibt. Die Temperatur war herrlich und ich bin sicher schon monatelang nicht mehr unter solchen Bedingungen Mountainbike gefahren.

Grenzstein No 1 bei der RhôneWestlichster Punkt der Schweiz

So hatte ich Zeit und Lust und machte den kleinen Abstecher zum westlichsten Punkt der Schweiz. Der befindet sich in der Mitte der Rhone etwas südlich von Chancy. Die Grenze selber ist markiert durch zahlreiche Grenzsteine aus verschiedenen Epochen und so wurden die Borne No 1 mit 1.1 bis 1.5 nummeriert. Auf der Landeskarte sind diese Grenzsteine einzeln eingezeichnet.

Wasserstandsanzeige RhôneScott und Grenzstein No 1

Das ganze Gebiet steht unter Naturschutz und ist zu dieser Jahreszeit gut überwachsen. So muss man die Grenzsteine ein wenig suchen. An der Rhone steht als Orientierungspunkt in der Nähe des westlichsten Steins eine Wasserpegel-Messstation.

Genfer WappenSavoyer WappenG wie GenèveS wie Savoie

Etwas verwirrend sind die Bezeichnungen der Steine. Vor 1860 war hier ein Dreiländereck zwischen der Republik Genf, Savoyen und Frankreich. So kommt es, dass die alten Steine mit S für Savoie und mit G für Genève bezeichnet sind, während die neuen Steine F und S eingemeisselt haben. Viel mehr gibt es nicht zu sehen, die Symbolik des Ortes muss alleine genügen.

Zurück auf der Route de Chancy

So fahre ich auf der Route de Chancy mit leichten Rückenwind zurück und geniesse den lauen Fahrtwind.
PS: Die volle Ladung Grenzsteingeschichte des Kantons Genfs gibt es in diesem .pdf Dokument nachzulesen. Erstaunlich übrigens, dass man im Prinzip permanent an der Grenze rumbastelt und kleine Landtausche gemacht werden.

Statistik: 42.2 km, ca. 389 Höhenmeter, Fahrzeit 2:18 h

Die grenzwertige Biketour 2016 !

Rafrüti -Stallkaffee im Hinderarni

Als überzeugter Schönwetterbiker war der letzte Sonntag wieder mal eine Herausforderung. Markus hat erneut zur grenzwertigen Biketour ins Emmental nach Langnau eingeladen. Ohne ein motivierendes Telefon hätte ich mich im Bett umgedreht und die Sonne in Solothurn genossen. Aber nein, ich stehe um 0530 Uhr auf und fahre nach Langnau um den Tag im Regen mit einigen anderen Verrückten zu verbringen. Wir fahren via Lüderenalp nach Hinderarni und geniessen im Stall fröstelnd ein Kaffee. Hinüber nach Ahorn wird das Wetter zunehmend schlechter und so kehren wir patschnass im Restaurant Ahorn ein.

Panorama SchiltHike a Bike nach AhornRast und Schutz vor dem Regen bei Punkt 1099

Es folgt die bei trockenem Wetter tolle Route über die Fritzefluh, heute war sie etwas mühsamer, aber immer noch spassig. Die Rückfahrt nach Langnau war dann nur noch ‚grusig nass‘ und der Fotoapparat blieb im Trockenen. Zum Schluss gab es ein feines Grillieren bei Markus (Besten Dank!).

Langsam wird die Grenzwertige zur Institution und es macht jedes Jahr Freude bekannte Gesichter zu sehen. In diesem Sinne wird die Tour im 2017 sicher wieder auf irgendeine Art ‚grenzwertig‘ werden.

Statistik: 60.3 km, ca. 1513 Höhenmeter, Fahrzeit 4:57 h

Die AUTHENTICA !

Kapuzinerkloster SolothurnOrte der Stille

Schon seit ihrem ersten Auftritt hier in Solothurn besuche ich jeweils die AUTHENTICA Ausstellung. Ich finde das Konzept super – lokale Produkte aus den Bereichen Handwerk und Nahrungsmittel in einer wunderbaren Umgebung vom Produzenten dem Kunden präsentiert. Mit den Jahren sind dabei die Aussteller in den Hintergrund gerückt und ich geniesse es einfach im alten Kapuzinerkloster durch die Gemäuer und den Garten zu spazieren.

Frozen Joghurt im KlostergartenAuthentica 16 - Buechibärger Bier

So ist das Probieren im Vordergrund und ich nehme nicht mehr das dicke Portemonnaie mit. Denn billig sind die Produkte nicht, dafür stimmt die Qualität und hinter jedem Bissen ist eine Entstehungsgeschichte – Slow Food eben. In diesem Jahr war die Ausstellung etwas abgespeckt und das Verpflegungszelt fehlte. Als Alternative gab es ein tolles Frozen Joghurt und ein anschliessenes Buechibärger Bier im hüfthohen Gras des Klostergartens.

Authentica 13 - FleischplatteAuthentica 13 - Schoggi

Wer noch nie da war – empfehlenswert!

Mountainbiken im Aostatal: Übersicht !

Gipfelpanorama Aostatal

Zum Abschluss meiner Beitragsserie zu unserem Pfingstwochenende im Aostatal, hier ein Hintergrundbericht. Zuerst zur Übersicht der Beiträge:

Nebel auf dem Grossen Sankt-BernhardHotel Restaurant Du Crêt - Bourg-Saint-PierreTunnelportal Grosser Sankt Bernhard

Die Anfahrt machten wir bereits am Freitagabend, um den ersten Tag bereits produktiv auf den Trails verbringen zu können. Dazu buchte ich sehr günstig ein Zimmer im Hotel Restaurant du Crêt, der wohl letzten Übernachtungsmöglichkeit vor dem Tunnel des Grossen Sankt-Bernhards. Der Wirt erwartete uns auch noch spät am Abend und Zimmer und Frühstück waren einfach, aber gut. Am nächsten Tag fuhren wir dann durch den Tunnel und mussten wohl oder übel die 45 CHF für Hin- und Rückfahrt bezahlen. Alternativen gibt es keine solange die Passstrasse noch geschlossen ist.

Grand Hôtel Billia - Saint-VincentZimmeraussicht Grand Hôtel Billia - Saint-VincentPanorama Saint-Vincent mit Hotel Billia

Die Auswahl der Unterkunft bedurfte einer kleinen partnerschaftliche Diskussion zwischen Ehemann und Ehefrau und wer die Oberhand behielt dürfte bei diesen Bildern klar sein. Statt in ein günstiges Bikehotel irgendwo im Talgrund an der Hauptstrasse, stiegen wir im 5* Grand-Hotel Billia in Saint-Vincent ab. Zum Glück bezahlten wir auf Booking.com den gefühlten halben Preis der anderen Gäste. Das Haus ist vollständig neu renoviert und bietet viel Luxus in ehrwürdigen Gebäuden mit Stil. Wer aber mit verdreckten Bikeklamotten und -ausrüstung durch die Lobby läuft, fühlt sich definitiv im falschen Hotel. Egal, wir profitierten vom grossen Wellnessbereich und dem ausgiebigen Frühstücksbuffet. Empfehlen kann ich das Haus trotzdem nicht wirklich, die Gäste, welche im Casino nebenan ihr Geld verspielen, sind nicht meine Wellenlänge.

Kirche Saint-VincentGassen Saint-Vincent

Dafür war die Lage in Saint-Vincent sehr gut (Distanz von Solothurn – Gute 3h). Das Dorf bietet Charme und eine schöne Fussgängerzone mit zahlreichen Restaurants und Geschäften. Da kann man sich an einem Regentag verweilen. Zudem war es ein guter Ausgangspunkt für Biketouren, ohne dass man erst nochmals einige Höhenmeter aus dem Talgrund zurücklegen muss. Soviel für den Moment. Gerne ergänze ich den Beitrag, wenn wir das Aostatal wieder mal besuchen.