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Vinschgau: Holy Hansen und Jagdhof auf der Durchreise !

Epilog: Es wird Zeit, dass ich in den nächsten Tagen unsere Mountainbikeferien des Jahres 2018 verblogge. Wir waren erstmals für eine Woche am Gardasee. Um die lange Anreise etwas angenehmer zu gestalten, fuhren wir über das Vinschgau und quartierten uns spät nachts erst im Hotel Spöl in Zernez (extrem stylische Zimmer, sehr empfehlenswert) und danach im Hotel Jagdhof in Latsch ein. Die Zusatznacht in Zernez erlaubte uns am heutigen Tag nochmals die besten Trails des Vinschgaus zu geniessen.

Also den freundlichen Check-In hinter uns gebracht und die Mountainbikes ausgeladen. Bei rund 25° C sind wir hier wieder mal Vinschgau-mässig direkt im Sommer gelandet. Die Natur und speziell die Apfelbäume sind alle im Frühlingsmodus. Auf dem Vinschgauer Radweg fahren wir von Latsch nach Göflan. Bei der Holzbrugg vor Göflan bleiben wir links der Etsch und nehmen damit gleich den ersten Singletrail mit.

Ab nun heisst es arbeiten! Von Göflan (720m) steigt es auf Strasse und Waldweg bis rauf zum Haslhof, dem Ausgangspunkt des Holy Hansen Trails. In jedem Fall würde ich vor dem Melanzhof rechts die geteerte Strasse verlassen und den Waldweg nehmen. Bin erstaunt, dass ein anderer Mountainbiker uns explizit nach dem Weg auf der Asphaltstrasse fragt. Der Waldweg hat eine angenehme Steigung, trotzdem muss man die 840 Höhenmeter mit den schlaffen Frühjahrsbeinen erst mal wegstecken.

Auf 1560m ist zum Glück Schluss, höchste Zeit weil hier noch Schnee und Eis liegen und der Boden zunehmend matschiger wird. Wir fahren auf die Wiese in Richtung Haslhof von wo man einen wunderbaren Blick ins Tal hat. Weil wir von der Alm her Lärm hören, sende ich meine Frau mit dem e-Bike über die matschige Wiese um zu schauen ob die Wirtschaft vielleicht nicht schon geöffnet hat. Hat sie nicht! Es ist nur eine aufgedrehte Gruppe bikender Mädels. 😉

Es folgt der Holy Hansen von oben bis fast ganz nach unten. Meine Frau verzichtet auf einige Passagen. Im Mittelteil hat es zwei, drei steile Stellen die, wegen einigen Absätzen, etwas ruppig sind. Unten ist der Trail dann wieder Marke ‚Kugelbahn‘ – mehrheitlich Flow pur und einfach nur ein Riesenspass!

Sobald uns der Trail auf der Teerstrasse ausspuckt halten wir uns rechts und fahren auf dieser wieder rauf in Richtung Melanzhof. Nach einigen Hundert Meter ist die Einfahrt in den Aigen Trail beschildert. Das Teil beginnt so wie der Holy Hansen aufgehört hat. Feinster Flow bis man in den Wanderweg Nr 4 mündet. Ich möchte aber nicht unterschlagen, dass meine Frau einige steile Abschnitte schieben musste.

Ab hier geht es mal flowig, mal wurzlig, mal steinig, mal auf, mal ab hinüber nach Morter, wo zum Abschluss noch einige Spitzkehren ins Tal warten. Insgesamt wohl eine der besten Singletrailabfahrten überhaupt im Vinschgau. Unser Boxenstopp hat sich bereits gelohnt.

Den Rest des Tages geniessen wir bei Wellness und ewigem Mehrgangmenu im Hotel Jagdhof. Dazu gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen – nicht billig, aber eben auch sehr, sehr viel Leistung und Freundlichkeit. Im Moment wird übrigens im grossen Stil umgebaut, ein Grund, dem Haus auch im 2019 ein Besuch abzustatten.

Nach einem ausgedehnten Frühstück packen wir unsere Sachen und machen uns auf die Weiterfahrt nach Torbole. Anstatt die Autobahn wählen wir die Route über Meran – Passo di Palade – Fondo – Rund um den Lago di Santa Giustina – Lagi di Molveno und danach via Sarche zum Gardasee.

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Statistik: 32 km, ca. 1113 Höhenmeter, Fahrzeit 03:32 h

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Elsass: Mountainbiken in Éguisheim !

In unserem Kurzurlaub im Frühjahr 2018 haben wir nicht nur (nicht zum ersten Mal) die wunderschönen alten Orte des Elsass und seine Weingebiete entdeckt, sondern ebenfalls ein vorzügliches Bikegebiet. Éguisheim ist mit seiner besonderen Altstadt und den wunderbaren schmalen Gassen definitiv etwas Spezielles. Mir gefällt der Mix aus Kultur, Geschichte und Natur. Einziger Negativpunkt: Die Preise in den Kaffees und Restaurants sind an den schönen Plätzen Preis-Leistungsmässig teilweise an der Schmerzgrenze (und das sagt ein Schweizer). 😉

Verlängertes Wochenende 2018:

Für die Recherche und Reisevorbereitung bieten sich die extrem umfangreichen und informativen Tourismus Webseite und Fahrrad-Webseite des Elsass an. Für die guten Trails musste ich trotzdem einige Juwelen auf den einschlägigen Tourenportalen zusammensuchen. Vor Ort finden sich in den Tourismusbüros und im Gelände Hinweise und Unterlagen zu MTB Touren. Kurzum: Man fühlt sich hier doch recht willkommen.

Beim Hotel hatten wir echt Glück. Wir buchten im Hotel Saint-Hubert, das sich in Gehdistanz zur Altstadt  etwas am Ortsrand in einem Wohnquartier und direkt an den Weinreben befindet. Das Hotel ist jetzt nicht irgendwelcher Topstandard und auch nicht auf Mountainbiker spezialisiert, aber die Besitzer waren extrem freundlich und hilfsbereit – echte Gastgeber. Der Hotel Slogan: „Boutique-Hôtel, familial et authentique“ wird gelebt. Das Indoor-Schwimmbad und das gute Frühstück haben den guten Gesamteindruck abgerundet. Preis-Leistung Empfehlung!

Fazit: Wir brauchen mehr Elsass – obwohl das Revier mit 1h20′ Anfahrt näher an unserem Wohnort als mancher Trail im Wallis liegt, fährt man viel zu selten in die Vogesen. To be continued…

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Elsass: Weinrebentour ob Turckheim… und Trailjagd !

Der zweite Tag unseres kurzen Elsasswochenendes sollte erneut unter dem Motto „Reben und Trails“ stehen. Der im Internet zusammengeklickte Track enttäuschte uns nicht. Die Anfahrt erfolgt über Turckheim (232m) – wiederum ein mittelalterliches Städtchen, Mauer, Tore und Türme inklusive. Da wir bei Tourende wieder hierher zurückkommen, verlassen wir den Ort über das Osttor und fahren die Reben rauf nach Boland.

Hier hat man einen schönen Blick zum Revier der gestrigen Tour rund um die Hohlandsbourg. Über wellige Reben und kleine Strässchen geht es erst nach Katzenthal. Schon aus der Ferne leuchtet der weisse Kirchturm und die Burg Wineck. Tatsächlich ist das hier die Weinecke und der GPS Track führt uns in wunderbaren Panoramaschlaufen durch die Rebberge.

Wie oft bei Internettracks ist die Fahrrichtung nicht immer ganz klar. Ich befürchte streckenweise, dass wir die Runde die falsche Richtung rum fahren. Der nächste idyllische Ort der Route ist Niedermorschwihr. Ich kürze die Abfahrt ins Dorf ab und nehme einen kurzen Singletrail entlang des Weidbachs.

Es geht nun relativ steil die Reben rauf bis zum Hügelzug des Heidenkopfs. Der (umgekehrte) Track folgt der Krete bis in den Höhenkurort Trois-Épis. Wie erwähnt, entpuppt sich der Kretenweg als wurzliger Downhilltrail und als noch Mountainbike-Ritter den Trail runterdonnern hat meine Frau genug. Kurz vor einer Ehekrise breche ich das Experiment ab und suche auf dem winzigen Display meines GPS auf der OSM Map Alternativrouten. 😉

Auf der anderen Bergseite finden wir sie und fahren teilweise auf dem ehemaligen Trassee der Colmar – Trois-Épis Bahn den Berg hoch. Anstatt die Strasse zu nehmen, biegen wir auf einen Wanderweg ab, der in immer fahrbarer Steigung bis in den Kurort führt. Der Trail ist wie gemacht für den Uphill, besonders für das e-Bike meiner Frau. Damit ich auch noch meinen Spass habe, entscheide ich denselben Weg wieder runter zu fahren.

Trois-Épis (660m) hat seine Glanzzeiten definitiv hinter sich. Wo sich früher die reichen Kurgäste tummelten, besuchen nun Familien ihre Angehörigen im Pflegeheim. Trotzdem weht noch etwas altes Flair durch den Ort. Meine Frau hat genug von Trails und macht es sich auf der Terrasse der Bäckerei gemütlich.  Ich mache noch eine Zusatzschlaufe auf 100% Singletrails.

Am alten Bahnhof vorbei geht es auf dem Sentier Louise, dem Meierhofweg und dem Erlenbrunnweg alles leicht aufwärts, einen Flowtrail runter zum Zimmerbach ausgenommen, rund um den Grand Hohneck herum. Die Höhenmeter auf Singletrail nagen an meiner Kondition und die letzten Meter rauf zum Croix de Wihr (890m) muss ich gar einige Meter schieben. Vor dem Denkmal, welches den Diables Rouges, den Soldaten des 152. Infanterieregimentes gedenkt, die hier am 19. August 1914 eine Schlacht gefochten hatten, mache ich kurz Rast.

Teils auf Trails, teils auf Forststrassen mit herrlich weichem und griffigen Waldboden fahre ich zurück nach Trois-Épis. Der GPS Track lässt selbst den Singletrail des Vitaparcours nicht aus. Besonders fällt der Frühlingsduft des Waldes auf. Vielleicht liegt es an den Baumarten oder vielleicht war ich einfach schon lange nicht mehr richtig im Wald. Rechtzeitig zum Dessert bin ich wieder zurück bei meiner Frau.

Der Downhill runter nach Turckheim ist dann im oberen Teil ein flüssiger Highspeed-Singletrail der Extraklasse. Danach folgen noch einige steile Schotterabschnitte – alles fahrbar, ebenfalls für meine Frau. Vollgepumpt mit Adrenalin kommen wir in Turckheim an und rollen inmitten der schönen Altstadt gemütlich aus.

Fazit: Eine tolle Tour mit hoher Traildichte und vielen Mountainbiker im Gelände. Wie gestern scheint auch das heutige Revier um Turckheim noch viele Singletrails zu bieten und lädt zum Erkunden ein. Speziell gefällt mir der flowige Untergrund, meistens weicher Waldboden mit einigen Wurzeln und Steinen. Dazu immer wieder Panoramablicke in die Rheinebene und zum Schwarzwald. Top!

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Statistik: 46.3 km, ca. 1098 Höhenmeter, Fahrzeit 04:15 h

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Elsass: Trails, Burgen und das Val de Munster !

Der Tag startet mit einem währschaften Frühstück in unserem Hotel. Mit genügend Beurre Demi-Sel auf Baguette, Munster Kass und Müesli im Bauch sind wir bereit für die heutige Tour. Diese kombiniert einen Burgen-Singletrail Loop mit dem Radweg durch das Munstertal. Wir verlassen Éguisheim (220m) in Richtung Rebberge und der drei markanten Burgtürme der ‚Les Trois Châteaux‘.

Durch die Reben geht es hoch ins Dorf Husseren-les-Châteaux. Auf der ‚Route des Cinque Châteaux‚ kämpfen wir uns den Berg rauf. Die letzten Meter zu den Burgen (580m) führt ein steiler, aber fahrbarer Wanderweg. Quasi ‚von hinten‘ nähern wir uns den drei mächtigen Burgen an. Zum Glück hat meine Frau ein Schloss dabei um unsere zwei Bikes im Wald zu sichern.

Für die Tatsache, dass die ganze Anlage bereits um 1466 zerstört wurde, sind die drei Türme in gutem Zustand. Die Ruinen lassen sich mindestens teilweise ‚beklettern‘, wobei herabfallende Steine wohl ein Problem zu sein scheinen. Mir gefällt die Anlage, sendet sie doch auch nach über 1000 Jahren noch ein selbstbewusstes Signal in die Ebene. Ab hier sieht man bereits unser nächstes Ziel, die Hohlandsbourg.

Wir fahren weiter und es wartet ein erstes Trailfeuerwerk! Der GPS Track aus dem Internet ist ein Glücksgriff. Ich wundere mich erst über die zwei Kringel im Track. Beide Runden sind tolle Singletrails mit vollem Flowfaktor im lichten Wald. Dafür nimmt man gerne einige ’sinnlose‘ Höhenmeter in Kauf. Wenn in den Vogesen alle Trails so sind, dann muss ich unbedingt mehr hierher fahren.

Das nächste Ziel ist die Hohlandsbourg (639m), eine extrem mächtige Anlage hoch über Colmar. Der Eintrittspreis lohnt sich in verschiedener Hinsicht. Ein modernes Museum zeigt die reiche und lange Geschichte der Anlage auf. Der Gründer, Rudolf von Habsburg, ist für uns Schweizer ja kein Unbekannter. Wir trinken etwas im Burgkaffee und bewandern die Anlage. Mir gefällt wie man einerseits die historische Bausubstanz bewahrt, andererseits einen modernen ‚Kultur‘-Ort aus der Burg gemacht hat.

Die Aussicht von der massiven Bewehrungsmauer aus ist fantastisch. Erneut sieht man vom Grand Ballon der Vogesen, über Strassbourg und Colmar zum Feldberg im Schwarzwald und weiter über das Sundgau nach Basel und zum Jura. Eindrücklich!

Es folgt das zweite Trailhighlight des Tages: Die Abfahrt von der Burg runter nach Wintzenheim auf 275m. Mindestens ab der Hälfte wurde der Singletrail speziell für Mountainbiker angelegt und ist einfach nur der Hammer. Der Parkplatz bei der Landwirtschaftsschule Pflixbourg zeigt, dass es wohl noch mehr Abfahrten durch den Wald gibt und dass hier gerne auch mit Shuttles hoch zum Parkplatz der Hohlandsbourg gefahren wird.

Wir nehmen den zweiten Teil der Tour in Angriff – durch das Munstertal bis in die namensgebende Ortschaft Munster. Das Tal zieht sich in die Länge, ist aber auf einem wunderbar ausgebauten Radweg leicht zu befahren. In Munster schauen wir uns um, bevor wir beim Dorfplatz erneut einen Flammkuchen essen, natürlich mit dem berühmten Munster Käse.

Die Beine sind nun etwas müde und meine Frau sorgt sich um den Akku. Ein klares Zeichen, dass die Tour etwas länger dauert. 😉 Wir verzichten auf Höhenmeter und fahren auf dem gleichen Weg zurück und dann in einem Bogen via Wintzenheim und Wettolsheim über die letzten Hügel und Reben bis vor die Hintertüre unseres Hotels.

Fazit: Ich bin überrascht und leicht begeistert welche Singletrailqualität es hier in den Vogesen gibt. Für mich als Burgenfan gibt es keine bessere Kombination!

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Statistik: 50.6 km, ca. 991 Höhenmeter, Fahrzeit 04:04 h

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Elsass: Die Winzertour um Éguisheim !

Die ersten warmen Tage des Jahres mit Temperaturen um die 20° sind für dieses Wochenende angekündigt. Ich nehme heute spontan frei und fahre mit meiner Frau in einen Kurzbikefrühlingsurlaub ins Elsass. Wir haben uns in Éguisheim in der Nähe von Colmar einquartiert. Für die Anfahrt nehmen wir uns Zeit und wählen die Route über die Transjuranne nach Belfort und anschliessend via die Elsässer Weinstrasse zu unserem Hotel. Kurz eingecheckt und mit den Mountainbikes 100m zum Dorfplatz ins Restaurant. Der Flammkuchen mit Munster Käse ist schon mal Spitze!

Nachdem wir uns am pittoresken Städtchen Éguisheim erstmal sattgesehen haben, wollen wir noch einige Kilometer machen. Wir folgen einem Track aus dem Internet, der uns in einer großen Acht durch die Weingebiete und Winzerdörfer südlich von Éguisheim führt. Ein Dorf ist dabei rustikaler als das andere und dazwischen liegt das weitläufige Rebgebiet.

Zuerst fahren wir auf kleinen Strassen mit grandiosen Namen (zB Rue de la 1ère Armée) runter an einen kleinen Fluss, die ‚La Lauch‘. Von hier sieht man sehr schön hoch zu den Vogesen und den Rebbergen. Die Strecke führt weiter durch die Ortschaften: Herrlisheim, Obermorschwihr, Voegtlinshoffen, Gueberschwihr, Pfaffenheim und Hattstatt. Obwohl ich mir als dialekterprobter Schweizer schwierige Buchstaben- und Lautgruppen gewöhnt bin, muss man sich mit den Elsässer Ortsbezeichnungen erst anfreunden.

Die Reben liegen noch etwas trostlos im Winterschlaf. Dafür erwacht rundherum die Natur im zarten Grün. Die Dörfer haben fast ausnahmslos den Charakter mittelalterlichen Wehrburgen mit schönen, farbig bemalten, Fachwerkhäusern. Zudem gefallen die grossen Dorfplätze wie zum Beispiel jener von Gueberschwihr (wobei es kein Parkplatz sein müsste).

Winzer zu sein scheint sich hier zu lohnen. Alle 50m hat es eine andere Kellerei, die Weine zur Degustation und zum Verkauf anbieten. Persönlich habe ich es nicht so mit dem Elsässer Wein, aber angesichts der moderaten Preise im Vergleich zu den Schweizer Weinen sind sie durchaus trinkbar und in den höheren Preisklassen gibt es echt gute Tropfen. Wie immer, vor Ort schmeckt er einfach viel besser als es später die mitgebrachten Flaschen zu Hause tun.

Ein Teil der Route führt durch die bekannte Elsässer Weinstrasse, wovon es eine Variante per Auto und eine für Fahrräder gibt. Die Strecke führt rund 134km von Marlenheim nach Thann und wäre sicher etwas für eine Mehrtagestour. Um keine Missverständnisse zu schüren, es ist eine Rad- und keine Mountainbike-Strecke.

Heute haben wir sehr gute Sicht über die ganze Rheinebene. Im Osten glitzert mit letztem Schneeweiss der Feldberg im Schwarzwald, ihm gegenüber der ebenfalls noch schneebedeckte Grand Ballon der Vogesen und in Richtung Süden schimmern die Schweizer Jurahöhen durch den Bodennebel. Über uns thronen die drei Burgen oder die drei Exen wie man sie hier nennt – unser Ziel für echte Mountainbiketouren in den nächsten Tagen.

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Statistik: 25.8 km, ca. 266 Höhenmeter, Fahrzeit 2:00 h

Das Jahr 2017 !

Richtig gelesen liebe Besucher – dieser Blog gerät immer mehr in Rückstand und so poste ich vor der Jahreszusammenfassung 2018 diejenige des Jahres 2017 solange ich noch vom ‚letzten Jahr‘ sprechen kann. 😉 Trotzdem wünsche ich schon mal allen Lesern einen guten Rutsch und ein tolles 2019 und danke für das Interesse an diesem Blog !

Januar

Das Jahr begann mit viel, viel Schnee und einer tollen Winterwanderung in der Verenaschlucht. Dank guten Neujahrsvorsätzen gelangen ebenfalls zwei winterliche Touren an meinem Arbeitsort in Genf und ein Winterloop nach Grenchen zum Monatsende.


Februar

Im Februar schaffte ich es nicht aufs Mountainbike und der Blog blieb ebenfalls ‚leer‘. Ein Muster, das sich in diesem Jahr noch wiederholen sollte. Dafür durfte ich beruflich einige schöne Momente erleben, wie beispielsweise dieses Abendpanorama hoch über dem Ägerisee.


März

Vier Touren gab es im März, allesamt in der näheren Umgebung. Das Schaltwerk, welches sich ins Hinterrad frass und die folgenden monatelangen Reparaturarbeiten blieben in besonderer Erinnerung. Nicht verbloggt wurde ein wunderschöner Skitag auf der Sillerenbühl.


April

Bärlauchfoto nach Bärlauchfoto. Der Frühling kam mit Wucht und Pracht, leider etwas zu früh, erfror doch im April 2017 die halbe Obst- und Fruchternte der Schweiz. Und sonst? Viel los im Beruf, wenig hier im Blog und auf dem Sattel.


Mai

Im Mai stand das Mountainbike wieder voll im Zentrum. Die Bikeferien in Val Sugana mit den tollen militärhistorischen Singletrails, den verfallenen Forts und dem Wellness-Zimmer in Levico Therme bleiben unvergessen und haben unsere Liebe zum Trentino weiter befeuert. Da waren das Buechibärg SlowUp und eine weitere Etappe des Kantonsgrenzentour-Projektes nur noch die Kirsche auf der Torte. …übrigens, die Bikedays Solothurn waren auch noch – leider habe ich schon zwei Jahre nicht mehr darüber gebloggt.


Juni

Nur drei Touren im Juni, diese aber mit Qualität. So fuhr ich wieder 96 km am Ironbike, meinem liebsten Mountainbike Anlass. Es folgte eine Tour durch die Reben des Genfer Hinterlandes und die Krönung des Monates war die Tour auf den höchsten Berg des Juras, die Crêt de la Neige.


Juli

Vollgas im Juli! Zuerst musste ich noch das Genius 710 für die Sommertouren in der Werkstatt fitmachen. Danach ging es spontan für einige Tage ins wunderschöne Montafon – bikehassende Österreicher inklusive. 😉 Es folgte die jährliche Eglifiletessen – Mountainbiketour an den Bielersee. Das absolute Saisonhighlight war natürlich das verlängerte Wochenende in Zermatt! …und wäre das noch nicht genug, schloss eine Tour Chaumont – Chasseral – Solothurn den Monat ab. Noch schuldig bin ich übrigens ein Bericht zum Evoc Bikerucksack, den ich im Juli 2017 kaufte.


August

Vielleicht war das Jahreshighlight doch nicht Zermatt. Meine Bikewoche im Val Ferret lässt mich Zweifeln. Die Touren zum Col Ferret, Plan Monnay, Grosser Sankt Bernhard und Pierre Avoi waren mindestens so episch.


September

Die Überdosis Trails und Landschaftseindrücke der letzten beiden Monate hatten im September Spuren hinterlassen. Es hatte sich ausgebiket und ausgebloggt… Symbolisch dafür ein in jenem Monat in Genf fotografiertes Radstil(l)leben.


Oktober

Goldener Herbst? Mit drei Supertouren konnte ich im Oktober den Herbst biketechnisch trotzdem noch geniessen. Ein Wochenende in Montreux führten mich und meine Frau in die Weinterrassen des Lavaux und auf den Col de Soladier. Zum Monatsabschluss gab es noch die Tour auf die Blueme mit anschliessender Übernachtung am Thunersee. Ein Aufenthalt in Manchester – Liverpool schaffte es leider nicht in den Blog.


November

Damit war die Bikesaison leider schon zu Ende. Wie im letzten Jahr schaffte ich es im Novermber nicht mehr aufs Fahrrad. Trotz fehlender Blogposts war der Monat nicht ereignislos. Wir verbrachten ein tolles Wochenende auf dem Weissenstein – goldener Sonnenuntergang am Samstag – Schnee am Sonntag.


Dezember

Und so geht der Dezember ebenfalls ohne Beiträge und Touren ins Land. Zwei Beiträge von abenteuerlichen Winterwanderungen auf dem Weissenstein folgen vielleicht noch irgendwann. Trotz drei Monaten ohne grosse Aktivitäten war das Jahr erneut wunderbar. Mit und ohne meine Frau konnte ich viele Stunden draussen in den wunderschönen Natur geniessen. Je älter ich werde, umso mehr lebe ich nach dem Motto ‚Qualität statt Quantität‘. Das mag aus Fitnesssicht eine billige Ausrede sein, aber angesichts des Spagates zwischen Beruf und Privatleben stimmt es für mich so.

Wieder einmal zum Geissfluh-Chalet !

Zwei Gründe für die heutige Tour: Erstens will ich dem inneren Schweinehund den November und Dezember nicht kampflos übergeben. Zweitens schlägt die Nebeldecke aufs Gemüt und nach dem grossen Festtagsfressen ist Bewegung keine schlechte Idee. Um über den Nebel zu kommen muss man schon etwas höher hinaus.

An solchen Tagen gibt es in der Schweiz nur drei Aggregatszustände: Unter dem Nebel, Im Nebel und Über dem Nebel. Dabei ist die Phase ‚Im Nebel‘ die unangenehmste, jedoch immer die mystischste. Ich suche mal eine neue Route und fahre den Busletenwald nördlich der Migros Langendorf an. Das macht den nun folgenden endlosen Anstieg bis zum Geissfluh Chalet (1330m) nicht kürzer oder weniger beschwerlich. Auf den letzten Metern bin ich echt am Kämpfen.

Die klare Luft, der blaue Himmel und die wärmende Sonne machen den Effort etwas erträglicher. Es folgt eine ausgedehnte Pause auf dem Bänkli vor dem Chalet. Zum Glück habe ich heissen Tee und ein Biberli mitgebracht. Die Restaurants auf dem Berg haben trotz Prachtswetter und Festttagen wieder mal fast alle geschlossen.

Vor der Rückfahrt geht es noch die Treppe zur Aussichtsplattform runter um das Panorama des Nebelmeeres und der Alpen richtig einzufangen. Es gibt wohl wirklich fast keinen besseren Ort um das Nebelmeer zu geniessen als beim Geissfluh Chalet.

Rüber zum hinteren Weissenstein geht es via den Wanderweg. Dazu gehören ebenfalls einige Meter Treppe, die etwas rutschig sind, weil sich Eis und Schnee auf der Schattenseite gehalten haben. Kaum zu glauben, aber ich bin noch nie den direkten Weg vom Schilizmätteli durch die Weissenstein Chlus nach Oberdorf gefahren.

Wie am Weissenstein nicht anders zu erwarten, entpuppt sich die Abfahrt als sehr steiles, teilweise schottriges Bremsenkillermonster. So tauche ich mit glühenden Bremsen wieder in die frostige Suppe ein. Keine Abfahrt, die man unbedingt machen muss. Unten bei der Talstation der Weissensteinbahn am Mittag schon das pure Chaos. Alle Parkplätze sind belegt und die Zufahrtsstrasse ist bereits ab Oberdorf gesperrt. Da bin ich froh schon wieder zu Hause im warmen Bad zu liegen. 😉

Statistik: 25.4 km, ca. 915 Höhenmeter, Fahrzeit 2:29 h

Zur Schauenburg !

Der Oktober ist in diesem Jahr nur einmal schön und so nutzen wir den Sonntag Nachmittag erneut für eine kleine Ausfahrt. Meine Frau hat mit der Schauenburg grosse Pläne und die Tour zeigt mir den Unterschied zwischen e-MTB FahrerInnen und MTB Fahrern wieder klar auf. Über Im Holz und die alte Schauenburgstrasse fahren wir den Berg hoch.

Gnädig wartete meine Frau in grösseren Abständen und fotografiert den ausgepumpten Ehemann. Zum Glück bin ich heute mit dem Ti29-40 unterwegs, mit dem leichten Titanhardtail geht es deutlich einfacher den Berg hoch. Beim Aussichtspunkt vor dem Tunnel machen wir einen kleinen Rast. Wir sind heute nicht die einzigen Mountainbiker, die den Berg bezwingen.

Im Restaurant Schauenburg gibt es etwas zu Trinken und was Kleines zum Zvieri. Die Sonne strahlt tief durch den herbstlichen Baum vor der Terrasse – ein schönes Fotosujet. In der Tiefe weist der milchige Schleier bereits auf den sich bildende Kältesee im Mittelland hin. Der Winter und der Nebel sind nicht mehr weit.

Statistik: 26.5 km, ca. 747 Höhenmeter, Fahrzeit 2:01 h

Die Balmfluh Tour !

Die Tour von heute ist fast zu mickrig um im Blog erwähnenswert zu sein, aber ich tue es trotzdem. Wie gestern war auch heute das Wetter einfach nur fantastisch. Durch den Rüttenenwald fuhren wir zum Galmishof, der eine farbenfrohe Auswahl an Kürbissen im Selbstkauf anbietet. Da schlägt das Herbstherz jeweils höher.

Der ganze Wald ist zugepflastert mit Schildern, welche den Wald und seinen vielfältigen Nutzen erklären. Das sind wohl noch die Überbleibsel von der Sonderschau der diesjährigen HESO zum Thema KRAFTORT Wald. Zuerst auf Schotter und danach auf relativ anspruchsvollen Trails fahren wir bis zur Burgruine Balmfluh.

Nach der gestrigen Tour hatten wir beide irgendwie keine Lust mehr auf viele Höhenmeter. Also genossen wir das Panorama und fuhren danach auf Asphalt via Rüttenen zurück nach Solothurn.

Statistik: 14 km, ca. 335 Höhenmeter, Fahrzeit 1:10 h

Der Grenchen Loop !

Tiefblauer Himmel und ein Thermometer, welches deutlich über die 20° Marke steigt – ab aufs Mountainbike zusammen mit meiner Frau. Ich erhoffe mir noch ein wenig Herbstfeeling, obwohl wir dafür teilweise zu früh und andererseits  je nach Höhenstufe schon zu spät sind. Es ist Schiessen angesagt im Schweizerland und so treffen wir im Fallerenboden auf einen gesperrten Wanderweg, den wir zum Glück querfeldein umgehen können.

Ziel ist die Höhenlinie auf ungefähr 600m, auf welcher man dem Waldrand- und  Jurasüdfuss entlang bis nach Grenchen fahren kann, das Aaretal und die Alpen immer im Blick. Von der Talstation der Weissensteinbahn in Oberdorf führt ein kurzer, knackiger Trail runter zur Bahnlinie nach Im Holz.

In Lommiswil wartet der nächste 300m Schiessstand in Betrieb, zum Glück ist die Umgehung nur einige wenige Meter lang. Wir machen immer wieder mal Pause und geniessen diesen wunderbaren Herbsttag – Entspannungsbiken ist das Motto.

Es folgen Fuchswaldtrail und die kurze Durchquerung des Lochbachgrabens. Meine Frau ist auf Entdeckertour am Waldrand und so bleibt auch Zeit für mich die Umgebung etwas genauer zu erkunden. Im nahen Feld durchbrechen weisse Champignons die trockene Erdkruste und die grossen Eichen am Waldrand hinterlassen ganze Haufen von Eicheln am Boden. Früher hätte man diese gesammelt und verfüttert.

In Rütenen ob Selzach steigt ein intensiver Duft in die Nase. Ein ganzes Feld von Hanfblüten breitet sich vor mir aus. Im Moment ist Hanf in allen Formen ja ziemlich im Trend. Meine Frau nimmt einige Büschel zum Trocknen mit, die wir rasch wieder wegwerfen weil bereits das halbe Haus nach einem Tag so stark nach Hanf riecht. 😉

In Richtung Grenchen kommen wir kaum mehr voran. Meine Frau hält an jedem Baumnussbaum und Haselstrauch und sammelt Nüsse. In der Folge haben wir noch wochenlang Nüsse von dieser Tour im Haus. Während meine Frau eher die Sammlerin ist, bin ich dann eher der ‚Esser‘. 😉

Am Flughafen Grenchen machen wir Rast. Es ist viel Betrieb und immer noch lockt der Flughafen Alt und Jung – die Faszination des Fliegens ist ungebrochen. Auf dem Aareradweg fahren wir nach dem Zvieri auf bolzengerader Strecke zurück nach Solothurn. Eine schöne Ausfahrt!

Statistik: 33 km, ca. 394 Höhenmeter, Fahrzeit 2:19 h