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Mountainbiken im Trentino – Val Sugana !

Die Inspiration zu einer Woche Mountainbikeferien etwas abseits des Gardasees gab das Buch Dynamite Trails und die Erfahrungen im Jahr 2016 in Wolkenstein. Die Faszination für die MIlitärwege, die Geschichte des Dolomitenkrieges und die Aussicht auf steile, schottrige Aufstiege und felsige Berge wurde nicht enttäuscht. Hinzu kommen noch die beiden schönen Seen und das historisch interessante Dorf Levico Terme oder Löweneck mit altem Namen.

Die Anfahrt aus der Schweiz dauert gut und gerne sechs Stunden. Bei der Hinfahrt wählten wir die Route über den Brenner und zurück durchs Vinschau und den Ofenpass. Die letztere Variante ist etwas kurviger, dafür schöner und viel entspannter. Informationen für den Aufenthalt bietet die gut sortierte Webseite vom Val Sugana / Lagorai inklusive Tourenvorschläge und GPS Tracks zum Download. Der Tourismusverband gibt ebenfalls eine Bikekarte heraus, die vor Ort in den Hotels erhältlich ist.

Die Bikeregion selber ist eher nichts für Anfänger, sofern man den Talgrund verlässt. Die Wege sind steil, schottrig und manchmal etwas ausgesetzt – aber für juraerprobte Schweizer kein echtes Problem. Wer auf den Radwegen und Strässchen bleibt oder die Höhenmeter mit dem E-Bike zurücklegt hat sowieso keine Probleme. 😉 Untenstehend die Beiträge zur Region Trentino – Val Sugana.

Bikeferien 2017:

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Das Bike Hotel Cristallo in Levico Terme !

Erst wird die Mountainbike Region gewählt und danach das entsprechende Bike Hotel gesucht. Im Valsugana fällt die Internetsuche rasch auf das Bike Hotel Cristallo in Levico Terme. Mit einem Blick zu meiner Frau wird die etwas gehobenere Zimmerkategorie gebucht und nach einer nicht so prickelnden Anfahrt über die Brennerautobahn freuen wir uns auf das Hotel. Der erste Eindruck? Levico Terme ist ganz schön am Berg gebaut und tatsächlich darf man nach jeder Tagesrunde noch einige steile Höhenmeter zum Hotel rauf fahren. Aber wer am Berg ist, der hat Aussicht!

Der Empfang ist freundlich und auf den ersten Blick sieht man die voll ausgestattete Bike Ecke und im Hoteleingang stehen die neusten E-Bikes zur Miete. Ebenfalls fällt die frisch renovierte Lobby und der neue Gastraum auf. Alles ist mit fein riechendem Arvenholz ausgekleidet und die Ambiance würde ich mit ‚modern – gemütlich‘ bezeichnen. Dann das Zimmer im Haupthaus (Wellness Suite Levico See): Einfach nur Wow! Das grosszügige Zimmer mit Sitzecke und Tisch ist vollständig in Holz gehalten und nigelnagelneu. Der ganze Nassbereich mit eingebauter Infrarotsauna ist ein optischer Traum und wird in der Folge von mir täglich genutzt. Da brauche ich im Hotel selber keine Sauna mehr und das Schwimmbad lasse ich leider ebenfalls links liegen. Der Balkon mit dem Blick über die Dächer von Levico Terme und das Valsugana ist die Sahnehaube obenauf!

Die Infrastruktur des Hotels ist sehr gut und mir gefällt der Mix aus Wochen- und Tagesgäste. Der Begriff ‚Bike‘ ist dabei weit zu fassen, finden sich im Haus doch Mountainbiker, Radrennfahrer, Motorradfahrer und Wanderer. Die grosse Einstellhalle mit integrierter, gut sortierter Werkstatt lässt keine Wünsche offen und als Goodie kann man auf einem Fernsehkanal vom Zimmer aus das Treiben in der Einstellhalle ‚Live‘ verfolgen. 😉 Die Mountainbike-Ecke bietet Kartenmaterial und viel Bike-Literatur und wenn das nicht hilft, so gibt es noch Tipps durch die Besitzerfamilie.

Das Essen ist gut und reichlich, wobei die Speiseauswahl speziell bei der ersten Vorspeise manchmal etwas ‚kreativ‘ ist. Aber wer will bei dieser Menuauswahl schon meckern. Zur Not könnte man zudem mit dem Vorspeise- und dem Frühstücksbuffet locker den ganzen Tag über die Runde kommen. Wem das nicht reicht, für den gibt es noch ein kleines Vesperbuffet. Abstriche gibt es einzig beim Service, der noch einen Zacken Professionalität zulegen könnte – hier fehlt etwas die Kontinuität beim oft jungen Personal – aber Wille und Freundlichkeit sind vorhanden.

Fazit: Das Hotel hat mir nichts bezahlt obwohl der Bericht danach klingen mag. Ich kann (mindestens in diesem Zimmer) das Cristallo uneingeschränkt für Aktivferien empfehlen. Das Preis-Leistung Verhältnis stimmt (aus dem Blickwinkel eines Schweizers). 😉

Der letzte Tipp: Unbedingt die kleine Dachterrasse des Cristallo besuchen – Live Webcam inklusive!

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Der (erste) Ausflug zum Gardasee !

Das Wetter ist immer noch durchzogen und so nahe war ich dem Gardasee noch nie. Meine Frau ist einem Latte Macchiato auf einer Piazza ebenfalls nicht abgeneigt und so satteln wir das Auto und fahren über Trento und Vezzano in Richtung Lago. Ich bin das erste Mal hier und erstaunt über die schroffen Felswände und deren Charakter. Das erinnert mich stark an ähnliche Felsformationen in Thailand. Mitten in Garda del Riva parkieren wir beim alten Bahnhof und erkunden die Stadt.

Im leichten Nieselregen zieht es uns erst an die Strandpromenade und der erste Eindruck ist trotz grauem Himmel nicht schlecht – See, ockerfarbene Palazzi, Mittelmeerambiance, Italianità, eine vor Geschichte triefende Altstadt und im Hintergrund eindrückliche Felswände. Im Vergleich zum beschaulichen Valsugana drückt der Touristenbusiness jedoch voll durch.

Wir schlendern durch die Altstadt und lassen Riva del Garda auf uns wirken. Eine ausgedehnte Einkehr in einem Strassenkaffee auf der Piazza Catena mit People Watching und einem Aperol Spritz darf nicht fehlen und schliesst den kurzen Besuch ab. Es könnte mir hier tatsächlich gefallen, wenn vielleicht auch nicht direkt in der Stadt.

Bei der Rückfahrt in Richtung Torbole staune ich über die vielen Bikeshops und die zahlreichen Mountainbiker. Aber dass der Gardasee ja DAS deutsche Mountainbikemekka ist, muss ich hier niemandem erzählen. Wahrend des Tages habe ich aufmerksam die diversen Bikekarten studiert und In jedem Fall machen die angrenzenden Berge durchaus Lust auf die eine oder andere Tour. Aber irgendwie bin ich trotzdem lieber in der (geografischen) zweiten Reihe und nicht mitten im Trubel.

In der zweiten Reihe sind definitiv die Bergketten und -täler, welche wir bei der Rückfahrt ins Valsugana durchfahren. Via Rovereto fahren wir durchs faszinierende Terragnolo, über den Pass bei Serrada und danach via Folgaria und Carbonare zurück ins Hotel. In dieser Landschaft, einmal wild, einmal touristisch mit Skigebieten, dürfte noch mancher Trail und Militärpfad versteckt sein.

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Die Val di Sella – MTB Tour 244 !

Wir haben an diesem Tag mit mittelprächtigem Wetter Lust auf eine lockere Tour und wählen die Tour 244 durch das Val di Sella. Das Tal ist durch einen Hügelzug seitwärts vom Valsugana abgetrennt und lässt sich so schön in einer Kreisrunde um- und erfahren. Wie immer täuschen die Höhenverhältnisse und so kommen am Abend über 800 Hm zusammen.

Die Anfahrt von Levico Terme erfolgt über den top ausgebauten Valsugana Radweg. Meistens der Brenta entlang spulen wir in der Ebene die Kilometer ab, vorbei an den Dörfern Novaledo und Roncegno Terme. Der Radweg zieht ebenfalls die meist älteren, aber durchtrainierten, italienischen Radrennfahrer an, welche uns in hohem Tempo überholen und wohl erst in Venedig wieder bremsen. 😉

Apropos Bremsen – Kurz vor dem malerischen Ort Borgo Valsugana schleift bei meinem Vorderrad Metall auf Metall und so gibt es auf dem Dorfplatz einen improvisierten Bremsbelagwechsel. Genau am richtigen Standort um die schöne Panoramakarte des Val di Sella und die Fortführung der Route zu studieren. Nach etwas Wartezeit kommt meine Frau von ihrer Ortserkundung zurück und wir nehmen den langen Anstieg von der Brücke über die Brenta (380m) bis zum fast 1000m hoch gelegenen Ende des Val di Sella in Angriff.

Anstatt auf der ausgeschilderten Route folgen wir auf der linken Talseite einer kaum befahrenen Nebenstrasse ins Tal – sehr empfehlenswert. Bei Le Prae vernichte ich über langgezogene Serpentinen  Höhenmetern, während meine Frau auf dem E-Bike mitleidig (so hoffe ich doch) nach unten schaut. Nach dieser ersten Anstrengung wird die Strasse etwas flacher und führt kurvig durch einen schönen Wald, immer unterhalb der mächtigen Felstürme der Sieben Gemeinden. Im erstbesten geöffneten Albergo, dem Ristorante Al Cipriani, kehren wir für eine Erfrischung ein.

Wieder auf der Talstrasse bleiben wir auf dieser und verzichten auf den Abzweiger in die Höhe der linken Talflanke gemäss Originalroute. Doch das Talsträsschen hat es ebenfalls in sich – das ganze Val di Sella entpuppt sich als eine einzige grosse Naturkunstinstallation. Links und rechts des Weges stehen wunderbare Skulpturen geformt aus noch lebenden oder toten Pflanzen. Sie sind Teil des Artenature Wanderweges, welcher das Tal hinauf führt.

Während das Tal generell etwas einsam ist, wechselt die Szenerie am Talende schlagartig. Mehrere Busse aus halb Italien laden Schulklassen von Kindern aus und wir sind echt erstaunt. Des Rätsels Lösung – Der Natur-Kunstpark Artesella mit seinen fantastischen Naturinstallationen. Wir verzichten trotzdem auf den Besuch und begnügen uns mit einem Kaffee und einem kleinen Imbiss in den wunderbaren Naturarkaden des Restaurants des Parks.

Die Abfahrt zurück nach Braco ins Valsugana hat es in sich, steil und schottrig, leider ohne grossen Trailanteil. Dafür ist die Natur wildromantisch und die Schlucht kann bei Unwettern wohl ziemlich ungemütlich werden. Weit oben thront das Fort auf der Cima Vezzena und zieht bei jedem Halt unsere Blicke an – unglaublich, dass wir vor zwei Tagen dort mit unseren Mountainbikes standen. Der Weg zurück ins Hotel ist nur noch ein Ausfahren.

Fazit: Das Val di Sella ist verstecktes Kleinod und definitiv ein Besuch wert. Wenn die Zeit reicht sollte man den schönen Kunstwanderweg und die Ausstellung Artesella mitnehmen. Mit dem Bike ist der Wanderweg aber Off-limits. Schöne Tour – wenig Trail – viel Natur-Kunst!

Statistik: 39.1 km, ca. 836 Höhenmeter, Fahrzeit 3:16 h

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Die Cima Panarotta – MTB Tour 252 !

Nach der gestrigen ‚Königsetappe‘ ist heute eine lockere Tour aus dem lokalen Angebot geplant (Tour delle Pozze – Nr 252). Die 880 Höhenmeter Aufstieg von Levico Terme nach Compet spare ich mir und  nehme das Auto. Der Entscheid ist gut, da die breite, befahrene Strasse auf den Berg kein Mountainbiker-Spass ist. Noch besser fährt man gleich hoch zum Parkplatz des Gleitschirmstartplatzes bei Vetriolo auf 1480m. Ich fahre mit meiner Frau eine Zusatzschleife via die Strada dei Sori und geniessen erst später die tolle Aussicht ins Valsugana.

Vetriolo Terme ist leider richtig deprimierend. Sowohl das Thermalbad, wie die grossen schönen Badehotels stehen nur noch in Ruinen oder sehen mindestens danach aus. Eigentlich jammerschade, weil die Lage gar nicht so schlecht wäre. Wir folgen der ausgeschilderten Tour 252, welche rasch in einem unfahrbaren Karrweg mündet. Bike schieben ist angesagt und bei meiner Frau sinkt die Stimmung bereits am Morgen auf den Nullpunk. So darf ich das 20plus Kilogramm e-Bike durch den Wald schleppen. MIt dieser Tour wird Tourismus Valsugana keinen Preis gewinnen – das ist bereits jetzt klar!

Die Tour führt weiter durch die Cinque Valli von Rifugio zu Rifugio. Leider ist hier Mitte Mai noch alles geschlossen – dafür sind die Wiesen saftig und man hat immer wieder eine schöne Aussicht auf das Plateau. Ebenfalls immer wieder gib es ruppige Anstiege, ob wegen den müden Beinen von gestern oder weil sie wirklich steil sind, ist nicht so klar. Nach einem erneuten Schiebestück müssen wir erst mal eine Runde rasten.

Zum Tourhöhepunkt nach la Bassa (1833m) führt ein kurzweiliger Wiesentrail. Auch heute geht es nicht ohne die Erinnerung an den ersten Weltkrieg. Die Front durchs Valsugana setzt sich hier unterhalb des Monte Panarotta fort und die ehemaligen Befestigungen und die Schützengrabenlinien sind überdeutlich im Gelände sichtbar. Wir verweilen wegen dem strammen Wind nicht lange und nehmen die Abfahrt durch den Wald nach Vetriolo unter die Stollenreifen.

Leider ist die Abfahrt nichts Spezielles, die Singletrail-Schiebepassagen der ersten Tourhälfte fehlen nun und die Höhenmeter werden auf Schotter vernichtet. VIelleicht könnte man die Tour in die umgekehrte Richtung fahren? Beim Albergo Aurora in Compet lassen wir die Runde bei Bier und Speckplättli ausklingen. Ich überzeuge meine Frau das Auto ins Tal zu fahren und hoffe auf eine 880 Hm Singlerailabfahrt runter nach Levico Terme.

Das erweist sich als Wunschtraum, die Realität ist steilster grobschottriger Bremsenkillermist – nicht empfehlenswert. Zum Glück bin ich am Morgen nicht mit dem Mountainbike nach Compet raufgefahren, ich hätte mich am Abend mächtig geärgert. Wenigstens bin ich fast gleichzeitig wie meine Frau wieder im Hotel.

Fazit: Keine Tour die man gefahren sein muss und ebenfalls keine Tour, welche sich speziell für e-Bikes eignet. Überhaupt erstaunlich, dass es sich bei dieser Runde um eine Tour der offiziellen Mountainbikekarte handelt. Wer später im Jahr vor Ort ist und Lust auf eine Rifugiotour hat, dem kann sie jedoch empfohlen werden.

Statistik: 33.8 km, ca. 987 Höhenmeter, Fahrzeit 3:26 h, 1822 Höhenmeter Abfahrt

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Die Panoramatour Cima Vezzena !

Die Weltkriegsfront zwischen Italien und dem Kaiserreich verlief mitten durch das Valsugana, genauer gesagt quer zum Tal. Das taktische Prinzip im Stellungskrieg war einfach: ‚Wer Höhe hat, der hat!‘. Entsprechend wurden armierte Forts an die höchsten Stellen gebaut und deren Versorgung mit abenteuerlichen, von Feindbeschuss geschützten Militärwegen und Seilbahnen sichergestellt. Das sieht man besonders gut am Fort Cima Vezzena, welches auf 1908m Höhe über dem Tal thront und dem Kaiserjägerweg, welcher die Felswand in abenteuerlichen Schleifen überwindet (siehe erstes Bild mit der Strasse im Vordergrund und dem Fort auf der Bergspitze im Hintergrund).

Wir fahren von unserem Hotel in Levico Terme via Talboden (440m) bis zur anderen Talseite zum Einstieg des 1910 gebauten Kaiserjägerweges. Die Strasse ist sowohl panorama- wie bautechnisch ein Genuss und entsprechend gemütlich fahren wir hoch. Na ja, bei meiner Frau ist dank e-Bike die Definition von ‚gemütlich‘ etwas rasanter. Ich räche mich auf halber Höhe, indem wir ein Stück der alten Strasse nehmen. Der Weg ist in solch einem schlechten Zustand, dass meine Frau das schwere e-Bike über den groben Schotter tragen muss. 😉 Spass beiseite, der alte Abschnitt lohnt sich in keinem Fall!

Ich bewältige den Anstieg ausserordentlich gut – die Kaiserjäger bauten die Strasse nicht zu steil und die vielen Kurven und Tunnel machen das Ganze sehr abwechslungsreich. Trotzdem ist der Wasservorrat langsam leer und ich könnte eine Erfrischung vertragen. Auf der Anhöhe sieht das Albergo Montevere seeehr geschlossen aus und auch das Hotel Vezzena beim gleichnamigen Pass ist geschlossen. Zum Glück hat dazwischen bei der Talstation des Skiliftes das Ristorante Rivetta geöffnet.

Gestärkt fahren wir erst bis zum Passo Vezzena (1440m) und danach in Nordrichtung auf einer für den Verkehr gesperrten Militärstrasse bis zum Forte di Busa Verle. Das Werk wurde von der italienischen Artillerie in Schutt und Asche geschossen. Die Strasse verläuft hier auf der ehemaligen Frontlinie. Ich kürze auf einem Singletrail querfeld – das durch Granattrichter und Schützengräben zernarbte Gelände dient heute als spassige Trailwiese. Nun ja – trotzdem irgendwie beklemmend.

Nach einem Waldstück, das den Pflückverbotsschildern nach wohl nur so von Steinpilzen wimmelt, biegen wir links auf die Werkstrasse zum Posten Vezzena ein. Ich stelle mich auf längere Schiebepassagen ein, aber nein, die nachschubgerechte Strasse ist bis auf wenige Ausnahmen und mit etwas Fahrtechnik (Schotter) bis zum Gipfelgrat fahrbar. Erst für die letzten Meter lassen wir die Mountainbikes stehen und erkunden zu Fuss die Cima Vezzena (1908m).

Wir sind ziemlich stolz, den Aufstieg geschafft zu haben und selbst meine Frau ist überrascht, dass die Batterie ihres e-Bikes diesen souverän wegsteckte. Etwas frustrierend für das Fitnessgefühl war einzig ein jüngeres Ehepaar, welches mit dem Babyanhänger (ohne Motor) die gleiche Tour fuhr. 😉 Der Gipfel ist aktuell eine Baustelle, weil die fragilen und freistehenden Überreste des Beobachtungspostens gesichert werden. Die Aussicht in alle Himmelsrichtungen und speziell runter ins Valsugana ist episch!

Wir lassen die Szenerie noch länger wirken und erkunden die mächtige Feste von allen Seiten. Danach fahren wir auf dem gleichen Weg wieder ab bis nach Montevere. Wir wollen im Ristorante Rivetta noch etwas Essen und werden mit hervorragenden Pennette al Arrabbiata verwöhnt, ‚al dente‘ wie sie nur in Italien sein können! Die Originaltour bietet übrigens noch eine Abfahrt auf der direkteren Linie. Mit einer guten Vorausahnung (Treppen, ausgesetzte Trails) sende ich meine Frau auf die Kaiserjägerstrasse zurück ins Hotel und nehme den zweiten Abschnitt der Tour alleine unter die Räder.

Ein wunderbarer frühlingshafter hellgrüner Waldweg führt über die Hochebene zum Weiler Bertoldi. Weniger erwarte ich die leichten Anstiege, welche sich nach all den Höhenmetern in meinen Oberschenkeln spürbar bemerkbar machen. Vor Virti, unweit des ehemaligen Hauptquartiers der k.u.k Armee, biegen wir auf einen Abschnitt  des Sentiero della Pace ein. Im ersten Teil finden sich interessante Kunstwerke im Wald, welche die tragische Geschichte thematisieren. Die Strecke ist teilweise ein Abschnitt der berühmten 100 km dei Forti.

Bei der Anrissstelle eines Felssturzbandes beginnt der Singletrail runter ins Tal. Die ersten Meter sind etwas anspruchsvoll und ausgesetzt. Danach folgen einige steile Treppen, die nur tragend zu bewältigen sind. Der Lohn für den Einstieg ist eine Abfahrt der Superlative. Der Trail auf dem Wanderweg 225 ist immer leicht ausgesetzt, aber nie schwierig. Ein Genuss! PS: Der ein Stockwerk darunter liegende Sentiero 291 ist übrigens nicht (mehr) fahrbar und scheint nur mit Klettersteigausrüstung bewältigbar.

Ob dem Panoramablick fällt es schwer sich auf das Vorderrad zu konzentrieren. Zum Glück hat es Rastplätze, die einfach nur nach Pause schreien. Zum Gesamterlebnis trägt noch bei, dass ich auf dem Weg trotz tollem Wetter völlig alleine unterwegs bin. Lassen wir das untenstehende Bild zeigen, was Worte nur schwierig beschreiben können. Der Rest der Abfahrt im unteren Teil ist Schotter High-Speed Flow.

Fazit: Episch historische Tour mit einem knackigen Aufstieg, den verdienten Panoramablicken sowie einer etwas ausgesetzten, aber genialen Singletrailabfahrt ins Valsugana. Alternativ zum Kaiserjägerweg könnte man den Sentiero della Pace Trail auch via Valle und Carbonare anfahren.

Statistik: 53.4 km, ca. 1840 Höhenmeter, Fahrzeit 5:31 h

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Der Ausflug nach Trient !

Bereits am zweiten Tag unserer Ferien im Val Sugana lassen wir die Mountainbikes im Hotelkeller und fahren ins 30 Minuten entfernte Trient, dem Hauptort des Trentino. Der Ausflug ist ein Ehekompromiss, meine Frau erwartet zu Recht vom Urlaub mehr als steinige und staubige Trails und so ist der eine oder andere Shopping- und Verwöhntag immer eingeplant. Wir parkieren in der Nähe des Bahnhofes und erkunden die Altstadt zu Fuss.

Rasch landen wir auf dem wunderbaren Piazza del Duomo. Im besten Kaffee am Platz trinke ich einen perfekten Caffe Freddo und geniesse den am frühen Morgen wenig belebten Platz. An solchen Orten kann ich gut  und gerne einige Stunden verweilen um die mittelalterliche Szenerie und die modernen Menschen zu beobachten. Etwas später erkunde ich den Rest der Stadt währenddessen meine Frau die italienischen Modegeschäfte plündert. 😉

Viel mehr gibt es nicht zu erzählen, ausser dass der Dom zur Zeit von Innen leider nicht viel hergibt, da er umfangreich renoviert wird. Trient bzw Trento ist in jedem Fall einen halbtägigen, mit Museumsbesuch ganztägigen, Besuch wert. Wer sich vorgängig mit einer Geschichtslektüre einstimmt, profitiert danach doppelt und sieht die Stadt nochmals mit ganz anderen Augen. Der Ausflug hat Spass gemacht und morgen sind wir somit fit für die Königsetappe dieser Mountainbikewoche!

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Die Forts am Lago di Levico !

Wir sind gut in Levico Terme angekommen und starten unsere Mountainbike Woche mit einer Genusstour rund um die beiden Seen am Eingang des Valsugana, dem Lago di Levico und dem Lago di Coldonazzo. Immer dabei in dieser Region sind die militärhistorischen Zeugen, heute das Forte Colle delle Benne und das Forte di Tenna. Wir verlassen Levico Terme in Richtung Westen und steigen sofort auf einer alter Militärstrasse den Hügel empor.

Nur wenige Höhenmeter reichen um den Blick auf die beiden Seen freizugeben, die tiefblau, eingerahmt von grünen Hügeln den Taleingang beherrschen. Der Sommer ist hier in Italien deutlich früher im Saft als bei uns zu Hause. Das Forte Colle delle Benne wurde 1882 von Österreich-Ungarn gebaut und schützte die Strasse in Richtung Trient. Feindzugewandt sind diese Festungswerke jeweils extrem abgeflacht um keinen Angriffspunkt für die Geschosse zu bieten.

Wir parken die Mountainbikes auf dem vordersten Festungswall und schauen uns das Bauwerk von aussen an. Auf einen Museumsbesuch haben wir am Morgen früh noch keine Lust. Während meine Frau auf dem gleichen Weg zurück an den Lidostrand von Levico Terme fährt, benütze ich einen kurzen, aber spassigen Singletrail mit Serpentinen durch den Wald.

Unten am See führt ein wunderbarer Uferweg den ganzen Lago di Levico entlang bis nach Fornaselle. Leider gibt es ein explizites Bikeverbot auf dieser Strecke und tatsächlich macht dies an einem schönen Sonntag wie dem heutigen Sinn. Trotzdem fahren und schieben wir an den Ausflüglern vorbei – zu schön ist der Seeuferweg und zu stark befahren ist die alternative Hauptstrasse hangwärts. Auf der anderen Seeseite ist BIken wieder legal, der Weg mindestens so toll und die Wanderer nehmen deutlich ab.

Beim Forte Tenna, das auf dem Hügel zwischen den beiden Seen liegt, hat man einen wunderbaren Blick auf Levico Terme. Das Fort selber ist heute nicht zugänglich und durch ein massives Eisengitter (das Foto täuscht) abgesperrt.  Es folgt ein wunderbarer Weg der Krete entlang zum Colle di Tenna und der Kapelle San Valentino. Der Wanderweg ist ideal um sich an den lokalen Untergrund zu gewöhnen – für jurageschädigte Kalksteintrailfahrer ist das aber kein Problem. 😉

Man sollte sich übrigens durch den gesperrten Weg nicht beirren lassen – sonst verpasst man den tollen Höhenweg auf halber Hügelhöhe entlang des Lago di Caldonazzo. Zwischen Reben und Obstbäumen fahren wir via Tenna, Ischia und Pozza bis runter an den See bei San Cristoforo. Hier ist wieder die Hölle los und die Suche nach einem kleinen Imbiss schlägt leider fehl.

Während meine Frau eine Toilette und etwas Essbares sucht, mache ich am steinigen Strand von San Cristoforo die verdiente Pause und lege mich ins Gras. Das schöne Wetter und das spezielle Licht animiert zu einem kleinen Fotoshooting ‚See mit Mountainbike‘!

Nach etwas Suchen finden wir den richtigen Zugang zum Valsugana Radweg, der teilweise aufwändig entlang der Hauptstrasse gebaut wurde. Im Genussradlermodus fahren wir alles dem See entlang bis nach Caldonazzo. Meine Frau hat leider immer noch nichts gegessen und in der Ferne künden sich dunkle Wolken an. Ich mahne zur Eile, was die Stimmung nicht hebt – mit leerem Magen fährt es sich nur halb so gut.

Die Ebene zwischen Caldonazzo und Levico Terme ist dicht bepflanzt mit Obstplantagen und der Radweg führt mitten durch. Wir drücken aufs Gas, weil uns die schwarzen Wolken immer mehr im Genick sitzen, Blitz und Donner inklusive. Während ich mich den steilen Anstieg durch Levico Terme ins Hotel kämpfe, hat meine Frau den Turbo Modus des e-Bikes genutzt und sitzt bereits auf der Hotelterrasse vor einem Bier. Kaum habe ich das Bike abgestellt, regnet es aus Kübeln – genau richtig, um diese schöne Einsteigertour bei einem Bier ausklingen zu lassen.

Statistik: 36.9 km, ca. 766 Höhenmeter, Fahrzeit 3:17

Die Blueme und der Niesenblick !

10 Wochen nicht mehr auf dem Mountainbike! Was soll ich sagen? Irgendwie hatte ich keine Lust und das hängt doch sehr mit der aktuellen beruflichen Belastung zusammen. Dazu kam noch eine zweiwöchige Erkältung. Wahrscheinlich muss ich wieder zu den alten Zeiten mit Trainingsplan und Winterpokal zurückkehren, damit ich mich für einige Runden aufraffen kann. Entsprechend habe ich den genialen Herbst verpasst. Am heutigen Tag wollte ich vor dem Wintereinbruch trotzdem noch Spuren von Indian Summer Feeling mitnehmen.

Wir verbringen ein Wochenende mit Freunden im Hotel Niesenblick in Oberhofen am Thunersee. Nach einem kurzen Blick auf die Karte muss ich das Tourenziel nicht lange suchen. Wir fahren auf die Blueme, einem nicht unbekannten Mountainbike-Berg auf 1392m über Meer. Durch den goldenen Glesichopfwald geht es steil nach oben bis nach RIngoldswil. Wenn der Wald die Sicht freigibt hat man eine wunderbare Aussicht über den Thunersee zu den Berner Alpen und Voralpen. Nach eine Fotostopp fahren wir der Blueme in den Rücken, Sicht auf die Höhenklinik in Heiligenschwendi, bis wir beim Bruuchhubel sprichwörtlich auf die ‚Blueme Sunnsite‘ wechseln, so der Flurnamen auf der Karte.

Die letzten Meter bis zum Aussichtsturm muss ich kämpfen, es fehlen Atem und Kondition und die jungen Biker, die locker Vorbeiziehen, machen meine Gefühlslage auch nicht besser. 😉 Meine Frau ist mit dem e-Bike derweil vorgefahren. Mit etwas Schieben erreiche ich den bevölkerten Brätliplatz auf der Spitze der Blueme. Ohne den Aussichtsturm würde man übrigens mitten im Wald gar nichts sehen und am heutigen bewölkten Tag ist die Aussicht maximal bescheiden.

Ich zeige meiner Frau gerne noch die grosse Hängebrücke in Sigriswil und so fahren wir auf Schotter steil und steiler dem See entgegen, der Niesen immer im zentralen Blickfeld. Im Dorf kehren wir kurz ein und es gibt etwas zu trinken und einen herbstlichen Coup für meine Frau. An der Hängebrücke sparen wir uns die 2×8 CHF für die Überquerung und fahren dafür runter zum See.

Zum Glück, weil sonst hätten wir den Aussichtspunkt Reeftli unterhalb des Dorfes verpasst, definitiv eines der schönsten Bänkli am Thunersee. Der Niesen zieht den Blick magisch an, ist er doch ein richtig vollkommener Berg, man könnte meinen er sei ein Vulkan. Am Seeufer finde ich eine Alternative zur engen Hauptstrasse und profitiere noch von einem tollen Trail zwischen Gunten und Längenschachen.

Noch ein Wort zum Niesenblick: Ein rustikales Hotel mit einer fantastischen Terrasse und einem sehr guten Fondue Chinoise à discretion. Da gibt es dick geschnittenes Fleisch und hausgemachte, würzige Saucen, dazu eine ganze Palette von Beilagen – definitiv nicht 0815. Der gute Eindruck wird mit selbstgebrautem Bier und einer mundigen lokalen Rotwein-Assemblage  des Hauses vervollständigt. Die Zimmer sind wie das Frühstück einfach aber OK. Einzig die fehlende Schallisolierung im Traditionshaus könnte den einen oder anderen Gast stören. Daumen hoch!

So, damit habe ich die Blueme von meiner To Do Liste gestrichen – und noch was, ich habe das Mountainbiken echt vermisst!

Statistik: 22.8 km, ca. 930 Höhenmeter, Fahrzeit 2:17 h

Der Chaumont – Chasseral – Solothurn Loop !

Heute ist er fällig, der König des Juras, der 1606 Meter hohe Chasseral! Ich plane eine spezielle Tour: Mit öffentlichen Verkehrsmittel nach Neuchâtel und via Chaumont und Chasseral zurück nach Solothurn. Leider ist die Jurasüdfusslinie der SBB nicht sehr bikefreundlich, muss doch im ICE für die raren Plätze eine Reservationsgebühr bezahlt werden. Dann nehme ich einfach den Regionalzug – so die etwas naive Überlegung. Der 07:30 Uhr Zug ist leer und hat viel Platz für mein Bike, heute wieder mal das Steve Potts Ti29-40 Hardtail.

Der Regio nimmt sich Zeit und kommt um 08:07 Uhr in Biel an. Mit direktem Anschluss ist hier nichts zu machen, der nächste Regionalzug nach St-Blaise am Neuenburgersee fährt um 08:52 Uhr. Ich trete hinter dem Bieler Bahnhof auf der Suche nach einem Kaffee ins Freie und flüchte gleich wieder vor einer Regenwolke ins Bahnhofsgebäude. Irgendwie hatte ich eine andere Wetterprognose in Erinnerung. Nach einem Kaffee und etwas Rumspielen mit der Kamera fährt der Zug los und kommt um 09:17 in St-Blaise an. Kosten bisher – 23 CHF. Ich sattle das Mountainbike und fahre die kurze Strecke nach La Coudre zur Talstation des Funiculaire de Chaumont.

Die nächste Abfahrt: 10:15 Uhr! Also nochmals eine Stunde warten! Langsam bin ich leicht säuerlich und wünsche die öffentlichen Verkehrsmittel wieder mal ins Pfefferland. Für 11.50 CHF fährt das sympathische Bähnli schliesslich doch noch die rund 580 Hm zum Chaumont hinauf. Blicke auf den Neuenburgersee gibt es übrigens nur während der Fahrt – auf dem Berg angekommen müsste man dazu den kostenpflichtigen Aussichtsturm besteigen, ich verzichte und will endlich meine Mountainbiketour starten!

Zuerst bleibe ich auf dem kleinen Fahrsträsschen, welches entlang der sanften Krete zum Grand Chaumont führt. Beim Hof La Dame weicht der Weg den ersten Trails über die grünen Jurawiesen. Nach einem kleinen Anstieg sehe ich erstmals die markante Antenne des Chasserals in der Ferne. Bis dorthin folgt der Track nun einer fast lückenlosen Reihe von sogenannten Métairie’s – Bauernhöfe bzw Sennereien.

Spannend sind die Namen der Höfe: Métairie d’Aarberg oder Métairie de Frienisberg. Tatsächlich war beispielsweise die erstgenannte seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Bürger von Aarberg, welche hier oben ihr Vieh sömmerten. Erstaunlich, liegt Aarberg nicht wirklich in der Nähe. Ich freue mich ob der schönen Natur und den bewaldeten Weisen. Fahrtechnisch und konditionell wird einiges gefordert, die von Kühen zerstampften, teils sumpfigen Trails sind alles andere als flowig.

Entsprechend will der Aufstieg zum Col de Chasseral auf 1502m erkämpft werden. Sobald man über den Pass fährt, entschädigt der grandiose Blick ins Mittelland schlagartig die Aufstiegsmühen. Entsprechend locker radeln sich die letzten Kilometer bis zur Antenne rauf. Einzig der bissige Wind, der immer über den Chasseral bläst, ist unangenehm und für die Jahreszeit kühl.

An diesem Brückentag vor dem Nationalfeiertag ist hier viel los und so flüchte ich zur Antenne in etwas ruhigere Gefilde für eine Mittagspause mit selbstgemachten Sandwiches. Leider sieht man die Alpen in den dunstigen Wolken nicht, aber die drei Seen des Mittellandes geben genügend Panoramavorlage. Einmal mehr beeindrucken die Dimensionen der Antennenanlage auf dem Chasseral, kein Wunder ist diese aus der halben Schweiz sichtbar.

Ich habe keine Lust auf zu knackige Trails und verzichte auf den Gratweg, welcher direkt ab der Antenne weiterführt. Plan B ist die Abfahrt über die Vacherie de Nods zur Métairie du Milieu de Bienne. Der Wiesentrail ist leider ein riesiges Gerumpel und ich bin mir etwas reuig das Fully zu Hause gelassen zu haben. Dazu fliehe ich nun stetig vor der nahenden Gewitterwolke und fahre leicht gehetzt via Place Centrale in Richtung Nordosten. Bei der Cabanne du Jura bleibt keine Zeit um die frisch renovierten Trockenmauern zu bewundern – die Regenwolke ist über mir und ich ziehe die Regenjacke an – nur um sie einen Kilometer später wieder auszuziehen. 🙁

Trotzdem ist der Boden nun nass und der lange Singletrail der Krete entlang bis nach Les Roches wird richtig anspruchsvoll. Die schmalen Reifen des Hardtails verlangen auf dem schmierigen Jurakalk vollste Konzentration und das eine oder andere Mal muss ich absteigen. Bei diesen Verhältnissen verzichte ich auf die grobe Abfahrt nach Frinvillier und nehme den Umweg über die schottrige MIlitärstrasse in Richtung Orvin, welche mal etwas Unterhalt nötig hätte.

In Frinvillier quere ich im Kurventunnel die Transjurane und verzichte anschliessend auf die mögliche Bonusroute via Bözingeberg. Dafür nehme ich die alte Strasse zum Tierpark, gefolgt von einem sehr spassigen Schotterweg durch den Meinisberger Wald runter nach Pieterlen. Die Rückfahrt nach Solothurn ist dann bekanntes Terrain.

Fazit: Eine tolle Route mit komplizierter Anreise, wunderbarer Landschaft und genialer Aussicht. Das Ganze gewürzt mit herausfordernden Wiesen- und Juratrails und spannenden felsigen Partien. Das nächste Mal werde ich das Hardtail jedoch zu Hause lassen. Wer Inspiration rund um den Chasseral sucht, der findet bei Collideous unzählige Varianten!

Statistik: 70.8 km, ca. 1091 Höhenmeter, Fahrzeit 4:26 h

Montagsgedanken – 11!

Vor einigen Jahren hatte ich ich hier im Blog am Montag jeweils kurze Beiträge zu bikenahen und -fernen Themen geschrieben. Eigentlich ist es schade, diese Serie nicht weiterzuführen. Dann wühlen wir mal in meinen Gedanken und meinen verlorenen Bildern.

Was geschieht mit den Fahrrädern an ihrem Lebensende? Nun, im Normalfall landen sie auf dem Schrott oder manchmal in der Aare oder anderen Gewässern. Viele verenden an einem Laternenpfahl oder in einem Bahnhofveloparking – wöchentlich irgendeinem Teil mehr beraubt, bis nur noch der nackte Rahmen zurück bleibt. Doch einige wenige Räder bekommen ein zweites Leben als Kunstobjekt! In diesem Fall in Form einer Skulptur aus alten Rahmen. Was haben diese Fahrräder wohl alles erlebt? Wer hat sie alles gefahren? Welche spannenden Geschichten haben sie zu erzählen?

Gefunden anno 2013 in Burgdorf…

Mountainbiken im Montafon !

Zum Schluss meines Aufenthaltes in St. Gallenkirch im Montafon hier ein kurzer Spotcheck. Das Positive zuerst: Das Montafoner Marketing ist wirklich professionell und lässt keine Wünsche offen. Das beginnt mit einer zentralen Webseite für alle Touren inkl GPS Download und endet mit zentral organisierten Biketouren und informativen Broschüren und Karten, die in den Hotels aufliegen. Die Region selber ist schön und die vielen Seitentäler laden zu interessanten Touren in mittlere Höhen ein. Der Illradweg verbindet dabei die Routen in idealer Weise. Die Kulturlandschaft ist OK, kann sich aber nicht mit Ortsbildnern wie man sie zB im Wallis findet messen.

Familienferien 2017:

Nun zum Negativen welche das obige Bild versinnbildlicht. Das letzte Zeichen der Zivilisation zuhinterst im Vergaldner Tal ist ein dickes Bikeverbotsschild. Das ist leider sinnbildlich für den Umgang mit Mountainbikern im Montafon. Die Marketingoffensive täuscht nicht darüber hinweg, dass man auf den offiziellen Touren keine Singletrails findet und dass das Befahren ebenjener auf offene Ablehnung stösst bzw illegal ist.

Damit stellt sich für mich leider die Frage: Will ich irgendwo hin, wo man den Mountainbikern mit einem grundsätzlichen Misstrauen und Verboten begegnet oder gehe ich ins Südtirol oder in die Schweiz wo ‚Trail-Toleranz‘ gelebt wird? Da tun mir die vielen engagierten Personen, welche im Montafon das Mountainbiken pushen, fast ein wenig leid.

Das BergSPA und Hotel Zamangspitze !

Während unserem Aufenthalt im Montafon haben wir im BergSPA & Hotel Zamangspitze übernachtet. Das Hotel liegt oberhalb von St. Gallenkirch im Ortsteil Inerziggam. Die hundert Höhenmeter ab dem Dorfkern sind für Mountainbiker nach einer langen Tour ein letzter Kraftakt, dafür entschädigt die wunderbare Aussicht ins ganze Tal. Das Hotel bietet Österreich-typisch das volle Auswahlmenü von Wellness über Natur- zu Sportaktivitäten inklusive einem Basispaket für Mountainbiker. Die Kundschaft ist entsprechend bunt gemischt und während unserem Aufenthalt in der Hochsaison hatte es viele Familien mit Kindern. Wer also in Ruhe das Hallenbad geniessen will, sollte ausserhalb der Ferienwochen buchen.

Empfang und Beratung waren sehr herzlich und kompetent. Für Mountainbiker sind alle nötigen Unterlagen und (minimalen) Einrichtungen vorhanden. Es gibt täglich geführte Touren, die hotelübergreifend organisiert sind und wer mag kann e-Bikes mieten. Der Wellnessbereich mit diversen Saunen und Hallenbad ist sehr schön und gross, den eigentlichen SPA Bereich habe ich nicht genutzt. Essenstechnisch gibt es ein üppiges Frühstück und ein Viergänger (teils Buffet) zum Abendessen. Mein Favorit war der optionale Käsewagen und das Glacebuffet (für die Kinder). 🙂 Wer will kann am Mittag nochmals essen, alles in der Halbpension inklusive. Die Küche ist solide und gut, wenn es auch keine Gourmethöhenflüge gab. Würde man auf hohem Niveau meckern, gäbe es bei unserem Aufenthalt Abstriche beim Service,  es fehlte teilweise an professioneller Kontinuität. Und dann noch ein Detail: Ich möchte gerne Bier in der Grösse 0.5l! 😉

Die Zimmer sind sehr schön, relativ gross und scheinen etappenweise renoviert zu werden. Das Ambiente ist ansprechend und ein Mix aus heimelig und modern. Wir hatten ein Zimmer mit Balkon und Talblick, was sicher empfehlenswert ist, speziell weil aktuell zur Bergseite hin gebaut wird. Die Lage des Hotels ist sicher Geschmackssache, aber für uns war es ein idealer und zentraler Ausgangspunkt für diverse Aktivitäten im Montafon. Für die Anfahrt kann man aus der Schweiz ab Solothurn via Walensee und Feldkirch ca. 3 staufreie Stunden einplanen (dazu muss man nicht mal die österreichische Vignette kaufen). Im Gegensatz zum Südtirol ist die An- und Abreise schon sehr kurz und stressfrei – ein dicker Pluspunkt für das Montafon!

Zum Schluss noch das Wichtigste: Wir haben das Hotel via Tchibo Reisen gebucht und deshalb ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis erreicht. Zu berücksichtigen sind die Nebenkosten im Hotel. Die Getränke sind nicht ganz billig und man ist wegen der Lage des Hotels beinahe gezwungen im Haus zu konsumieren.

Fazit: Ich würde wieder gehen, das nächste Mal jedoch lieber in einer Nebensaison.