Die grenzwertige Biketour 2016 !

Rafrüti -Stallkaffee im Hinderarni

Als überzeugter Schönwetterbiker war der letzte Sonntag wieder mal eine Herausforderung. Markus hat erneut zur grenzwertigen Biketour ins Emmental nach Langnau eingeladen. Ohne ein motivierendes Telefon hätte ich mich im Bett umgedreht und die Sonne in Solothurn genossen. Aber nein, ich stehe um 0530 Uhr auf und fahre nach Langnau um den Tag im Regen mit einigen anderen Verrückten zu verbringen. Wir fahren via Lüderenalp nach Hinderarni und geniessen im Stall fröstelnd ein Kaffee. Hinüber nach Ahorn wird das Wetter zunehmend schlechter und so kehren wir patschnass im Restaurant Ahorn ein.

Panorama SchiltHike a Bike nach AhornRast und Schutz vor dem Regen bei Punkt 1099

Es folgt die bei trockenem Wetter tolle Route über die Fritzefluh, heute war sie etwas mühsamer, aber immer noch spassig. Die Rückfahrt nach Langnau war dann nur noch ‚grusig nass‘ und der Fotoapparat blieb im Trockenen. Zum Schluss gab es ein feines Grillieren bei Markus (Besten Dank!).

Langsam wird die Grenzwertige zur Institution und es macht jedes Jahr Freude bekannte Gesichter zu sehen. In diesem Sinne wird die Tour im 2017 sicher wieder auf irgendeine Art ‚grenzwertig‘ werden.

Statistik: 60.3 km, ca. 1513 Höhenmeter, Fahrzeit 4:57 h

Die AUTHENTICA !

Kapuzinerkloster SolothurnOrte der Stille

Schon seit ihrem ersten Auftritt hier in Solothurn besuche ich jeweils die AUTHENTICA Ausstellung. Ich finde das Konzept super – lokale Produkte aus den Bereichen Handwerk und Nahrungsmittel in einer wunderbaren Umgebung vom Produzenten dem Kunden präsentiert. Mit den Jahren sind dabei die Aussteller in den Hintergrund gerückt und ich geniesse es einfach im alten Kapuzinerkloster durch die Gemäuer und den Garten zu spazieren.

Frozen Joghurt im KlostergartenAuthentica 16 - Buechibärger Bier

So ist das Probieren im Vordergrund und ich nehme nicht mehr das dicke Portemonnaie mit. Denn billig sind die Produkte nicht, dafür stimmt die Qualität und hinter jedem Bissen ist eine Entstehungsgeschichte – Slow Food eben. In diesem Jahr war die Ausstellung etwas abgespeckt und das Verpflegungszelt fehlte. Als Alternative gab es ein tolles Frozen Joghurt und ein anschliessenes Buechibärger Bier im hüfthohen Gras des Klostergartens.

Authentica 13 - FleischplatteAuthentica 13 - Schoggi

Wer noch nie da war – empfehlenswert!

Mountainbiken im Aostatal: Übersicht !

Gipfelpanorama Aostatal

Zum Abschluss meiner Beitragsserie zu unserem Pfingstwochenende im Aostatal, hier ein Hintergrundbericht. Zuerst zur Übersicht der Beiträge:

Nebel auf dem Grossen Sankt-BernhardHotel Restaurant Du Crêt - Bourg-Saint-PierreTunnelportal Grosser Sankt Bernhard

Die Anfahrt machten wir bereits am Freitagabend, um den ersten Tag bereits produktiv auf den Trails verbringen zu können. Dazu buchte ich sehr günstig ein Zimmer im Hotel Restaurant du Crêt, der wohl letzten Übernachtungsmöglichkeit vor dem Tunnel des Grossen Sankt-Bernhards. Der Wirt erwartete uns auch noch spät am Abend und Zimmer und Frühstück waren einfach, aber gut. Am nächsten Tag fuhren wir dann durch den Tunnel und mussten wohl oder übel die 45 CHF für Hin- und Rückfahrt bezahlen. Alternativen gibt es keine solange die Passstrasse noch geschlossen ist.

Grand Hôtel Billia - Saint-VincentZimmeraussicht Grand Hôtel Billia - Saint-VincentPanorama Saint-Vincent mit Hotel Billia

Die Auswahl der Unterkunft bedurfte einer kleinen partnerschaftliche Diskussion zwischen Ehemann und Ehefrau und wer die Oberhand behielt dürfte bei diesen Bildern klar sein. Statt in ein günstiges Bikehotel irgendwo im Talgrund an der Hauptstrasse, stiegen wir im 5* Grand-Hotel Billia in Saint-Vincent ab. Zum Glück bezahlten wir auf Booking.com den gefühlten halben Preis der anderen Gäste. Das Haus ist vollständig neu renoviert und bietet viel Luxus in ehrwürdigen Gebäuden mit Stil. Wer aber mit verdreckten Bikeklamotten und -ausrüstung durch die Lobby läuft, fühlt sich definitiv im falschen Hotel. Egal, wir profitierten vom grossen Wellnessbereich und dem ausgiebigen Frühstücksbuffet. Empfehlen kann ich das Haus trotzdem nicht wirklich, die Gäste, welche im Casino nebenan ihr Geld verspielen, sind nicht meine Wellenlänge.

Kirche Saint-VincentGassen Saint-Vincent

Dafür war die Lage in Saint-Vincent sehr gut (Distanz von Solothurn – Gute 3h). Das Dorf bietet Charme und eine schöne Fussgängerzone mit zahlreichen Restaurants und Geschäften. Da kann man sich an einem Regentag verweilen. Zudem war es ein guter Ausgangspunkt für Biketouren, ohne dass man erst nochmals einige Höhenmeter aus dem Talgrund zurücklegen muss. Soviel für den Moment. Gerne ergänze ich den Beitrag, wenn wir das Aostatal wieder mal besuchen.

Aostatal: Castello di Fénis !

Castello di Fénis - AussenansichtCastello di Fénis - Eingang

Neben Natur und Sport musste noch etwas Kultur in unser Pfingstwochenende im Aostatal. So besuchten wir am Pfingstmontag und Abreisetag eine der zahlreichen Burgen und Schlösser, die Burg Fénis im gleichnamigen Ort östlich von Aosta. Die Burg macht einen richtig mittelalterlichen Eindruck und wurde ziemlich ‚frei‘ restauriert.

Castello di Fénis - DrachentöterCastello di Fénis - Modell

Fünf EUR kostet der Eintritt, gute Führung auf Italienisch und Französisch inklusive. Die Führung war sehr interessant und die Burg hat einen ziemlich speziellen Grundriss und eigenen Charakter. Speziell gefällt der Innenhof und die zahlreichen Fresken – besonders die Drachentöter-Freske. 😉 Besuch empfehlenswert!

Castello di Fénis - RittersaalCastello di Fénis - Erker

Nach diesem kulturellen Update geht die Fahrt via Grossem Sankt Bernhard Tunnel, einem feinen italienischen Mittagessen und Autobahn zurück nach Hause. Fazit: Manchmal muss man solche Kurztripps einfach tun – in jedem Fall besser, als im Regen in der Deutschschweiz auf der Coach zu liegen.

Aostatal: Valtournenche via Chamois !

Wasserfall Höhenweg Saint-VincentKehrstrasse bei Châtillon

Pfingstsonntag – die Sonne weckt uns im Schlosszimmer und das Frühstücksbuffet stärkt die Muskeln. Ein Tag für eine Bilderbuchtour. Ich suchte mir auf der Karte das Valtournenche aus. Das Tal führt in Süd – Nord Richtung aus dem Aostatal und schliesst mit dem Monte Cervino ab, bei uns besser als Matterhorn bekannt. Die Idee ist es, auf der rechten Talflanke, immer Höhe haltend, so weit zu fahren, bis das Matterhorn in voller Pracht vor mir liegt.

Blick ins ValtournencheÜberwucherte Ru Gagneur

Der erste Abschnitt führt auf einem malerischen Höhenweg von Saint-Vincent (575m) nach Westen, durch die Reben die Talflanke hinauf, hinein ins Valtournenche auf einem unbefahrenen Strässchen. Entlang der Suone ‚Ru Gagneur‘ fahre ich bis zum Talgrund, wo auf einem kurzen Abschnitt eine Galerie der Hauptstrasse zu überwinden ist. Danach zweigt ein Schotterweg ab und man fährt entlang des Flusses Marmore nach Grand-Moulin (1020m) beim Dorf Antey-Saint-André. Der Supermercato hat zum Glück geöffnet und so kann ich etwas Proviant einkaufen. Gleichzeitig sieht man am Talende die wunderbare mächtige Flanke des Matterhorns.

Blick nach La MagdeleineAusblick vom Dorfplatz La MagdeleinePanorama ob La Magdeleine

Fertig lustig – die nächsten Kilometer geht es auf einer mehr oder weniger steilen Strasse rund 7.5 km den Berg rauf. Die Distanz ist präzis alle 100m am Strassenrand markiert. Beim Lago di Lod lohnt es sich eine kurze Pause zu machen. Das Zwischenziel – La Magdeleine – ruft bereits am Gegenhang. Etwas später stehe ich schliesslich in diesem Bergdorf (1642m) und mache beim Dorfbrunnen Mittagsrast – wunderbares Panorama inklusive.

Blick zurück zum Lago di LodWeg Gran Balconata...

Leider ist das Talende noch weit entfernt und ich muss ‚eine Ecke‘ weiter fahren. Der Weg nach Chamois ist ein echtes ‚Schmackerl‘. Ein breiter Suonenweg verläuft leicht steigend der Bergflanke entlang und gibt immer wieder die Aussicht auf das Valtourneche und die mächtigen Berge frei. Der Name des Weges auf der Karte: Gran Balconata del Cervino – wahrlich!

... del CervinoDorfplatz Chamois

Vorbei am Weiler ‚Suisse‘ geht es bis ins nächste Bergdorf – Chamois (1820m). Hier führt eine Gondelbahn rauf und entsprechend ‚lebendig‘ ist es. Die Tour nagt an meinen Beinen und die Zeit rückt immer weiter vor. So bleibt keine Zeit für eine Einkehr ins Restaurant. Ich will ja das Matterhorn sehen und dazu muss ich rauf ins Skigebiet.

Hochtalpanorama bei Foresus

Der Aufstieg via Alp Forésus ist zunehmend steiler und beschwerlich. Die Höhe und die bereits gefahrenen Höhenmeter fordern ihren Tribut. Immer wieder muss ich schieben und kurze Atempausen einlegen. Zeit um die famose Landschaft zu geniessen, die irgendwo zwischen Winter und Frühling schwankt. Beim Falinére Sessellift quere ich das erste Altschneefeld der Skipiste.

Panorama Valtournenche mit MatterhornMatterhornrücken - CervinoEnzian auf 2279m

Endlich stehe ich auf dem Col Cheneil (2279m) inmitten von Enzians und altem Schnee. Zu Fuss geht es noch wenige Meter rauf zum Aussichtspunkt auf 2300m. Unter mir liegt das Tal und die Gemeinde Valtournenche, gegenüber sind die Viertausender Dent d’Hérens und das mittlerweile in Wolken verhüllte Matterhorn. Im Sommer könnte man nun die Tour fortsetzen – Heute ist hier Schluss, weil ich Lust auf Abfahrt habe und weil der Nordhang noch viel Schnee hat.

Panorama Altiporto Chamois

Ähnlich wie gestern verzichte ich auf eine ungewisse direkte Abfahrt ins Tal und geniesse dafür die ‚bekannten‘ 25 km und 2000 Höhenmeter Downhill nach Saint-Vincent. Einige Trailexperimente dürfen natürlich nicht fehlen. So nehme ist zuerst die Direttissima entlang der Torrente Chamois. Dabei muss ich noch den eindrücklich abschüssigen Höhenflugplatz von Chamois bestaunen. Da würde ich gerne mal Flugzeuge starten und landen sehen. Wer mehr sehen will – einfach bei Youtube nach ‚Altiporto Chamois‘ suchen.

Sentiero 6 nach PromiodWiesentrail nach PormiodSentiero 6 - Grobes Pflaster

Ab La Magdeleine gehe ich mutig ein Experiment ein – die direkte Abfahrt auf unbekannten Wanderwegen nach Saint-Vincent via den Weiler Promiod und den Sentiero 6. Der erste Abschnitt ist noch eine Waldstrasse, danach folgt ein alter Wiesenweg bis nach Promiod. Das ist nur ein Vorgeschmack auf was nun die nächsten 700 Höhenmeter folgt. Ein uralter Karrweg, der sich steil, teilweise in Serpentinen, die Bergflanke runter windet.

sentiero62Abfahrt Sentiero 6 - Talausgang

Auf den Fotos sieht es harmloses aus als es ist. Der Weg ist durchaus steil und die Pflästerung ist nur an wenigen Stellen noch schön. Der Rest ist eine grobe Stein- und Schotterorgie. Irgendwie bin ich heute aber sehr gut drauf und ich fahre fast alles runter. Das sind diese Tage, an denen die Sturzangst irgendwie weg ist und das Vertrauen in das Fully, die Haftung der Reifen und die Federung mit jedem Meter steigt und der Bremsfinger statt verkrampft locker bleibt. Für mich war diese Abfahrt ein echter Volltreffer – aber wie gesagt, wem es eine Spur zu schwer ist, der schiebt die ganze Strecke abwärts.

Zurück in Richtung Saint-VincentGestrüpptrail nach Barmusse

Adrenalingeladen biege ich gleich in einen völlig überwucherten, flachen Singletrail nach Barmusse ein. Wegen dem hohen Gras und den teils sehr schmalen Abschnitten, verlangt der Weg nochmals volle Konzentration – im Sommer ist hier wohl völliger Blindflug angesagt, wenn das Gras nicht gemäht wird. Das ist der würdige Abschluss für diese nicht unharte Frühlingstour zum letzten Schnee. Der Ausflug ins Val Aosta hat sich gelohnt und ich bin wohl nicht zum letzten Mal in dieser Region.

Statistik: 50.8 km, ca. 1979 Höhenmeter, Fahrzeit 5:53 h