Der 17 Mile Drive – Bye Bye !

Es ist soweit, ich  muss mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge langsam von Kalifornien verabschieden. Heute war wieder mal ein perfekter Tag und so entschieden sich meine Frau und ich eine Abschlusstour auf dem 17 Mile Drive zu fahren. Wir haben die Runde ganz gemütlich genommen, die Natur auf uns einwirken lassen und die Eindrücke nochmals in uns aufgesogen. Wer weiss ob wir wieder jemals hierher zurückkehren. In jedem Fall dürfte es ziemlich unwahrscheinlich sein, dass ich diese Strecke nochmals mit dem Mountainbike abfahren werde.

Die bekannte Touristenstrecke hat nochmals alle ihre Highlights im besten Licht präsentiert: die schönen, alten Wälder der Monterey Pines, die herrschaftlichen Villen, das rauhe Meer, die vielen wilden Tiere, die grünen Golfplätze, die berühmte Lonely Cypress, meine Lieblingsbank auf dem höchsten Punkt der Tour und natürlich die versteckten Trail-Passagen. Auf den Fotos dieses Beitrages sind viele dieser Punkte nochmals verewigt – nicht zu vergessen die Hauptakteure, unsere beiden Mountainbikes.

Nachdem ich hier schon lange kein Panoramafoto mehr reingestellte, gibt es nochmals ein grosses Panorama vom Ghost Tree Punkt. Dieser Bereich des 17 Mile Drive ist definitiv mein Lieblingsplatz, nicht nur wegen den toten Bäumen, sondern mehr wegen dem direkten Blick auf’s Meer, wegen den anstürmenden Wellen, wegen den gut sichtbaren Walfontänen und wegen den schönen Gegenlichtaufnahmen. Der zweite Lieblingspunkt ist sicher das Bänkli auf dem Huckleberry Hill. Was gibt es besseres als nach geschafftem Aufstieg auf einem Bänkli mit Meeresblick einen Schluck aus der Trinkflasche zu nehmen?

Ein Blick in die Statistik zeigt klar, dass der 17 Mile Drive meine am meisten gefahrene Strecke in Monterey war. Ganze 43 Mal habe ich die Tour abgefahren und auch nach über 1500km entdeckt man noch Neues. Mit der Zeit fand ich nicht nur die richtige Richtung (gegen den Uhrzeigersinn), sondern auch die kleinen Umwege, welche die Strecke spannend und verkehrsarm machten. Dafür wurden aus den 17 Meilen dann auch fast 40km.

Schön war’s!

Statistik:39.2 km, ca. 465 Höhenmeter, Fahrzeit 2:32 h

Die volle Ladung 17 Mile Drive gibt es hier im Blog unter dem Stichwort 17 Mile Drive.

Mountainbike Urlaub in der Schweiz aus US Sicht !


Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah!
Johann Wolfang von Goethe

Goethe hat sicher recht mit dem bekannten Spruch. Nur weil etwas weit weg ist, muss es nicht besser sein. Die Herausforderung liegt darin das Gute in der Nähe auch zu sehen. Seit ich in der USA lebe, habe ich eine etwas klarere Optik auf das Gute in der Schweiz. Mountainbiketechnisch und landschaftlich ist unser Land definitiv ein Traum. Die Bestätigung kriegt man in amerikanischen Blogs und Magazinen. Hier beispielsweise Zitate von Pinkbike (Preview 2010, Bericht 2009) und BigMountain über das Alpenrock DH Urlaubsangebot in der Schweiz.

The trail riding in Switzerland is unparalleled globally and sets an international standard for the concept of what long descents truly are. Everywhere you look there are trails, all of which are accessible by the nation’s immense network of lifts and transportation options. The dramatic loss in elevation from the rocky peaks to the wide-open valley floors is part of what makes Switzerland a mountain biker’s paradise. Switzerland is mountain biking’s Shangri-La. Epic descents on flowy singletrack, through ancient villages, a capuccino, back on the bike, jump on the gondola and do it all over the next day.

Da bleibt nichts hinzuzufügen! Schon bald liegt dieses Gelände wieder vor meiner Haustüre. Ich freue mich auf die Rückkehr in die Schweiz (…und befürchte dass ich schon bald wieder von den sandigen Flow-Trails in Kalifornien träume). ;-)

Der trübe Sonntagsloop !

Die letzten Tage waren ziemlich stressig. Die Rückkehr in die Schweiz rückt näher. Das bedeutet sehr viel Arbeit: Abschlussarbeiten im Beruf, Planung der Rückreise, Erstellen von Inventar- und Zolllisten, Separieren des Hausrates, Verkauf von Hausrat, Verabschiedungen und noch vieles mehr. So war ich froh wenigstens heute Nachmittag noch schnell aufs Mountainbike zu kommen. Trotz wirklich miesem Wetter reichte es für einen feuchten Loop über den 17 Mile Drive bis nach Carmel. Dort war es etwa gleich trostlos wie auf unserer Seite der Halbinsel. Na ja, wenigstens war es erfrischend…

Statistik:47.8 km, ca. 620 Höhenmeter, Fahrzeit 2:18 h

Projekt Ti29-40: Crankbrothers candy 2ti Pedale !

Die Crankbrothers candy 2ti Pedale sind nicht ganz das Flaggschiff des bekannten Herstellers, aber trotzdem eine Augenweide. Um ehrlich zu sein, habe ich sie nur gekauft weil sie weiss sind.  :roll: Das wird aber sicher nicht lange so bleiben. :cry:   Im Gegensatz zum teureren Modell candy 4ti sind beim 2ti nur 2 Teile aus Titanium. Für die teurere Version darf man dann nur noch 85kg sein! Da hört bei mir der Leichtbau auf und deshalb sind die 2ti genau richtig. Eine Titaniumachse könnte übrigens bei Bedarf nachgerüstet werden.

Aus praktischen Gründen – bin ja kein Rennfahrer – mussten es Pedale mit einer gewissen Auflagefläche sein. Die eggbeater sehen gut aus, sind aber nicht wirklich praktisch. Wie alles von Crankbrothers ist das Design wunderschön und ähnlich wie bei Apple beginnt die Freude schon bei der Verpackung. Die Cleats sind natürlich nicht kompatibel mit dem Shimano System und ich muss noch schauen wie in Zukunft das ‘Schuhmanagement’ sein soll. Die Montage  scheint unproblematisch, das Teil wird mit 36Nm am Kurbelarm festgeschraubt.

Statistik: 272g, Gekauft bei Competitive Cyclist

Projekt Ti29-40: Chris King Tretlagerschalen !

Nach den Titanschrauben geht es gleich weiter mit der Sparte ‘Luxus am Mountainbike’. Die Chris King Tretlager sind sicher nicht etwas was man braucht. Speziell nicht wenn als Alternative ein Paar Shimano XTR Tretlagerschalen vorhanden sind. Gewichtsersparnis gibt es nicht, die Original XTR Schalen von Shimano sind mindestens 10g leichter. Aber man gönnt sich ja sonst nichts – und es sind Kings – und sie sind rot!

Als Zubehör gibt es ein Tool um die Lager regelmässig abschmieren zu können. Damit sollte eine lange Lebensdauer gewährleistet sein.

Bei der Montage ist zu beachten, dass rechts ein Linksgewinde und links ein Rechtsgewinde ist. Drehmoment ist 40Nm. Je nach Breite des Kurbelgehäuses sind Distanzringe einzusetzen. Für die XTR Kurbel und meinem Rahmen mit einer Breite von 68mm, ist dies ein Distanzring links und zwei Ringe rechts (siehe Foto oben links).

Statistik: 100g , Gekauft bei Competitive Cyclist

Aufbau eines Mountainbikes: Erste Erfahrungen !

Seit nunmehr zwei Wochen bin ich in der Freizeit mit dem Aufbau meines Projektes Ti29-40 beschäftigt und ich kann erste Erfahrungen als Möchtegern-Fahrradmechaniker bekannt geben. Heute war ein besonders intensiver Schraubertag, der Regen vor der Tür lässt auch keine anderen Tätigkeiten zu. Eigentlich sollte es für’s Schrauben Winterpokalpunke geben, ich schwitze jedenfalls viel. ;-) Die ersten Lehren sind klar. Wer als Anfänger so etwas machen will braucht Zeit, viel Zeit. Jedes Teil ist auszupacken, anzuschauen, die Mechanik zu verstehen, die Anleitungen durchzulesen, im Internet nach verständlicheren Anleitungen zu suchen, das Werkzeug zu beschaffen und bereitzulegen, und..und..und… Zweitens braucht man Ordnung und noch viel besser eine voll ausgerüstete Werkstatt. Ansonsten geht man ruck-zuck im Chaos unter.

Die Probleme (oder besser gesagt, die Herausforderungen) lassen sich grob in drei Kategorien teilen: Dinge welche man mit Denken und Probieren lösen kann, Dinge welche man nur mit der Beschaffung von weiterem Werkzeug oder Material lösen kann, und das Schlimmste, Dinge welche man aus Unvermögen beschädigt. In der ersten Kategorie gab es das Problem, dass die schönen 2.4 Zoll Racing Ralph Reifen  knapp in den Rahmen passten, dann aber am Umwerfer blockierten. Lösung: Ich montierte mal 2.1 Zoll Hutchinson bevor ich den XTR Umwerfer in den Müll schmeisse und die Down-Swing Variante kaufe. Ein anderes Problem waren die Spacer. Ich hatte vor mir 6 Spacer von 3mm  bis 20mm, aber es war unmöglich sie so anzuorden, dass der Spalt zwischen Kappe und Gabelrohr auf 1-2mm reduziert wurde. Bevor ich das Rohr erneut absäge, warte ich mal ab wie sich der Vorbau so fährt. Auch eher in die zweite Kategorie fiel die Zughüllenproblematik. Die Shimano Zughüllen lassen sich nur mit echt gutem Werkzeug schneiden. Ein Gang zum nächsten Fahrradhändler und der Kauf eines weiteren Park Tools war die Lösung.

Trotz aller Vorsicht gibt es Anfängerfehler. Bis jetzt muss ich von drei ‘Sachbeschädigungen’ berichten. Zuerst kapierte ich das System der Steuersatz-Justierung nicht und habe dabei die eingeschlagene Kralle vermurkst. Da half nur ein Gang zum Händler, welcher mir das Ding wieder gerade einschlug. Ein Tag später montierte ich die Bremsen und liess die rot eloxierten Bremskolben zwei Tage lang am Betonboden schleifen bevor ich auf die Idee kam, dass das wohl böse Kratzer geben könnte. Ärgerlich – der (optische) Schaden hält sich zum Glück in Grenzen. Das letzte Beispiel war eine Titanschraube, welche etwa 2mm länger als die Originalschrauben war und sich so schön in die Bremsaufnahme der Gabel hinein bohrte. Deshalb heisst es für den Rest des Aufbaus ‘Holz aläänge’, damit auch alles ohne grössere Verluste über die Bühne geht.

Fazit: Es macht sehr viel Spass und die Lernkurve ist extrem hoch! Ich sag da nur, wo gehobelt wird, fallen Späne. Zudem gibt es auch Positives zu berichten. Die Bremsen bremsen, die Leitungen sind gekürzt und verlegt, die Scheiben schleifen nicht, die hintere Schaltung schaltet, das Cockpit ist fertig und die Räder drehen…

Projekt Ti29-40: Marta SL Titanschraubenset !

OK, es wird nun ein wenig dekant und manch einer hatte wohl gedacht, dass dieses Projekt schon bisher dekadent genug war. :roll: Ich habe mir noch ein Titanium-Schrauben Upgrade-Kit für die Marta SL Bremsen gekauft. Es sind dies sechs Schrauben für die Bremsscheibe, 1 Schraube für die Klemme und 2 Schrauben für den Kolben. Gewichtsmässig gewinnt man damit so ziemlich genau 10 Gramm. Und ich kann versichern, dass die 1 EUR pro Gramm Regel hier nicht stimmt. Dafür sehen die Schrauben einfach toll aus und überhaupt, sie sind aus Titan (und damit sehe ich hoffentlich nie, gar nie Rost). Was will man mehr…

…noch mehr Titanschrauben !

Gewicht: 18g, Gekauft bei Price Point

Viel Wasser !

Es regnet hier deutlich mehr als in üblichen Jahren. Das sieht man auch am prall gefüllten Speichersee von Pebble Beach. Die Golfturniere der nächsten zwei Jahre dürften damit gesichert sein. Kalifornien tut diese Regensaison sehr gut. Heute morgen war das Wetter noch perfekt und meine Frau nutzte die Gelegenheit für eine Tour. Ich mag am Sonntag nicht früh aus dem Bett und hatte dafür schon wieder Nebel und Wolken auf dem 17 Mile Drive. Viel Wasser gab es gestern auch wegen dem Tsunami-Alarm. Jeder Haushalt entlang der Küste erhielt in der Nacht ein Telefon-Warnanruf. Nun, alles lief glimpflich ab, der Tsunami war ca. 30cm hoch und wir sind 40m über Meer. Die Organisation scheint aber zu funktionieren, das ist beruhigend.

Statistik:38.8 km, ca. 476 Höhenmeter, Fahrzeit 1:51 h