Hervorgehobener Artikel

Montafon: Die Tour 25 – Alpe Nova !

Wir sind vier Tage im Montafon, genauer in St. Gallenkirch in spontanen Familien- und Wellnessferien. Irgendwie konnte ich das e-Bike meiner Frau und mein Scott trotzdem in den Kofferraum schmuggeln. Während die Eine eine grosse Wandertour machte, stiegen die Anderen in die ‚antiken‘ Sesseli der Garfreschabahn und ich und meine Frau auf die Mountainbikes. Wir überqueren auf einer knarrigen Brücke den, die oder das Ill (so heisst der Fluss) und stehen auf 837m am Start der Rampe.

Es ist die offizielle Montafoner Tour 25 – Alp Nova und der Hinweis ‚besonders e-Bike tauglich‘ hätte mich misstrauisch machen müssen. Selten ist es eine gute Idee einer Seilbahn in direkter Linie am Boden zu folgen. Ich wollte es nicht anders und kämpfe mich die mal steile, mal steilere Strasse empor. Im Mittelteil wurde sie neu gebaut, leider nicht viel weniger steil als die alte Route. Na ja, vielleicht bin ich in diesem Wellnessurlaub nicht auf Mountainbike gebürstet. Oben auf 1514m empfängt mich meine Gattin – Strom sei Dank – kaum verschwitzt.

Das Highlight dieser Tour sind sicher nicht die inexistenten Singletrails, sondern die Terrasse des Brunellawirtes. Österreichklischees in Realität: Nette Bedienung, gutes Bier, währschaftes Essen, lüpfige Musik und tolle Atmosphäre. Zeit um sich in den Liegestuhl zu legen und die Sonne zu geniessen. Weil die Wolken Gewitter ankünden, raffen wir uns auf und setzen die Tour ins Vermieltal fort. Nunmehr in tatsächlich moderater Steigung fahren wir auf einem Schotterweg bis zum Seelein unterhalb der Alpe Nova.

Wir geniessen die frische Luft der Alm und lassen die letzten Meter der Tour bis zur eigentlichen Alpe Nova (1736m) sein. Auf dem gleichen Weg fahren wir zurück nach Garfrescha und kehren erneut auf der wohligen Terrasse ein. Der Himmel wird dunkler, die Donner kommen näher und knapp kalkuliert schaffen wir die Abfahrt auf der Teerstrasse im Trockenen, bis an der Talstation der Bahn die Regenwand uns einholt.

Was nun? Die bähnlifahrenden Wanderer hätten noch den Aufstieg zum Hotel vor sich. Ich habe Erbarmen, nehme das e-Bike meiner Frau und ‚rase‘ gefühlt den Wanderweg bis zum Hotel hoch um das Auto für den Shuttledienst zu holen. Was für ein Spass – trotz Gewitterregen! So ein e-Bike könnte echt zur Droge werden. 😉 Damit endet unsere erste Tour im Montafon und ich kann rechtzeitig den Wellnessbereich des Hotels erkunden.

PS: Wie viele tendiere ich im Blog dazu nur die schönen Bildausschnitte zu zeigen. Fakt ist aber, dass das Gebiet um die Alpe Nova ein grosses Skigebiet ist und im Sommer wegen Bauarbeiten nicht nur schön anzuschauen ist – vom stundenlangen Helikopterlärm beim Brunellawirt sprechen wir mal gar nicht. 🙁

Statistik: 19.2 km, ca. 884 Höhenmeter, Fahrzeit 1:52 h

Montagsgedanken – 11!

Vor einigen Jahren hatte ich ich hier im Blog am Montag jeweils kurze Beiträge zu bikenahen und -fernen Themen geschrieben. Eigentlich ist es schade, diese Serie nicht weiterzuführen. Dann wühlen wir mal in meinen Gedanken und meinen verlorenen Bildern.

Was geschieht mit den Fahrrädern an ihrem Lebensende? Nun, im Normalfall landen sie auf dem Schrott oder manchmal in der Aare oder anderen Gewässern. Viele verenden an einem Laternenpfahl oder in einem Bahnhofveloparking – wöchentlich irgendeinem Teil mehr beraubt, bis nur noch der nackte Rahmen zurück bleibt. Doch einige wenige Räder bekommen ein zweites Leben als Kunstobjekt! In diesem Fall in Form einer Skulptur aus alten Rahmen. Was haben diese Fahrräder wohl alles erlebt? Wer hat sie alles gefahren? Welche spannenden Geschichten haben sie zu erzählen?

Gefunden anno 2013 in Burgdorf…

Der Bielersee – Egliloop !

Wir haben Ferien und bleiben in dieser Woche vorerst zu Hause. Bevor die grosse Hitze zurückkehrt, mache ich mit meiner Frau eine Velotour an der Bielersee, um gemeinsam einen guten Teller Fisch zu essen. Auf der Hinfahrt folgen wir dem Radroute 50 – Jurasüdfuss. Der Weg führt auf Asphalt und Kies abseits von Strassen durch das Aaretal von Solothurn nach Biel.

Die heissen Tage gemischt mit etwas Regen haben wohl das Wachstum befeuert. Jedenfalls wird an diesem Tag überall das erste Korn eingebracht und die Sonnenblumenfelder erstrahlen in voller Blüte. Vor dem blauen Himmel gibt das wunderschöne Fotosujet. Die Bienen scheinen ebenfalls die helle Freude an den grossen Blüten zu haben!

In Biel fahren wir entlang der renaturierten Schüss. Das ganze Gelände wurde wunderbar hergerichtet und beim Anblick des tollen Abenteuerspielplatzes möchte man nochmals Kind sein. In der gleichen Nachbarschaft steht auf dem Omega-Areal die Grossbaustelle des neuen Swatch Hauptsitzes. Die Architektur (.pdf) und die Bauarbeiten sind faszinierend und das Gebäude wird sobald es fertig ist auf meine ‚To See‘ Liste kommen. PS: Ebenfalls beeindruckend ist die Behring Baustelle in Lengnau. Im Prinzip schön, wenn in solchen Grössenordnungen investiert wird, obwohl wir damit natürlich das Land immer weiter zubauen.

Leider hat das Restaurant Räblus heute geschossen und so gehen wir in Vingelz zur Konkurrenz, dem Restaurant du Lac. Natürlich hat es auf der schönen Seeterrasse keinen Platz mehr, wir bekommen aber noch einen Tisch auf der hinteren Terrasse. Es gibt sehr gute Eglifilets aus dem See, für mich mit Salat, für meine Frau mit Pommes. Eine angemessene Belohnung für die 30 km Hinfahrt. 😉

Zurück nach Solothurn nehmen wir die etwas längere Alternativroute entlang der Aare und der Veloroute 5 – Mittelland. Es wird immer heisser und zum Glück kühlt es direkt neben dem Wasser etwas ab. Trotzdem sind wir froh über eine Erfrischung im Fischerbeizli in Grenchen. Einige Kilometer später sind wir wieder in Solothurn zu Hause – ein schöner Ferientag!

Statistik: 65.6 km, ca. 159 Höhenmeter, Fahrzeit 3:35 h

Neuer Antrieb für das Genius 710 !

Nach dem Beitrag mit dem Titel ‚Schaltwerkmassaker‚ muss nun zwingend ein Reparaturbeitrag folgen. Ob man es glaubt oder nicht, aber ich brauchte drei Anläufe um mein Bike wieder flott zu kriegen. 1. Akt: Kauf von Kette, Kassette und Schaltwerk sowie die nicht sehr billigen Ersatzteile für die Steckachse inkl Schaltauge.

Nach der Montage und der Einstellung der Schaltung herrscht Freude… bis zur ersten Testfahrt. Die neue Kette rutscht auf dem grossen Kurbelblatt gnadenlos mit schauerlichen Geräuschen durch. 2. Akt: Nun, da muss ich wohl Nachbestellen. Leider ist das Ersatzkettenblatt nicht so leicht lieferbar. Nach einigem Suchen im Netz finde ich das Teil, welches alsbald geliefert wird.

Als Zwischenakt zwei Anekdoten aus der Werkstatt: Wenn ich schon das Schaltwerk ersetze, wechsle ich natürlich den Schaltzug. Also Schalthebel aufgeschraubt und Zug rausgezogen – Was war das für ein komisches Geräusch? Schei..e! Das war der im Rahmen verlegte Zug, den ich soeben ausgefädelt habe. 30 Minuten später ist der neue Zug mit Fluchen und verschiedenen gebastelten Hilfsmitteln wieder durch und aus dem Rahmen gezogen. Die Kette wollte ich mit einem 10fach Kettenschloss von SRAM schliessen. Trotz aller Gewaltanwendung liess sich das Schloss nicht von Hand einklicken. Dafür rammte ich mir beim x-ten Versuch den Kettenhalter des Multitools bis auf den Knochen in den Zeigefinger. Zeit für RTFM! Und siehe da, mit Anleitung geht alles einfacher: Kettenschloss leicht einhängen – über die Kassette drehen und dann mit Fussdruck auf das Pedal das Schloss einrasten. 😉

Also weiter: Demontage der Kurbel und der Kettenblätter. Dabei stelle ich fest, dass mein Parktool Kurbelschraubenschlüssel für die neuen Kurbelschrauben von Shimano nicht funktioniert. Irgendwie kriege ich das Kettenblatt trotzdem runter und das neue drauf. Testfahrt – funktioniert. Doch auf steilen Anstiegen rutscht bei gewissen Situation nun das kleine Kurbelblatt durch. WTF! Das kann doch nicht sein. Ich warte eine weitere Tour lang und hoffe, dass sich die neue Kette irgendwie mit dem alten Kurbelblatt verträgt – leider nicht. 3. Akt: Bestellung des kleinen Kurbelblattes inkl Kurbelblattschrauben, welche sich ohne Spezialwerkzeug anziehen lassen.

Schliesslich werden die Teile geliefert und das ganze Werkstattspiel geht erneut los: Kurbel demontieren…. Testfahrt: Es funktioniert! (mindestens bis Heute)

Lehren aus dem Schaltwerkmassaker: 1. Teste deine Kette zwei Mal pro Jahr mit der Kettenlehre und wechsle sie häufiger, bevor der gesamte Antrieb Schrott ist. 2. Lese IMMER die Anleitung und sei das Teil noch so simpel und noch so klein. 3. Kontrolliere die Kurbelblattschrauben und kaufe schon jetzt Ersatz, am besten wieder die Originalteile und den speziellen Schlüssel gleich dazu!

Gekauft bei Ski-Velo-Center: Ersatzteile Schaltauge / Steckachse 39 CHF

Gekauft bei Bikester: Kurbelblattschrauben NC-17 20 CHF; Shimano XT FC-M785 Kettenblatt 24T 14 CHF; Shimano XT CS-M771 Kassette 11-36 51 CHF; Shimano XT CM-HG95 Kette 22 CHF; Shimano XT RD-M786 Schaltwerk 74 CHF

Gekauft bei Bike-Import.ch: Shimano XT FC-M785 Kettenblatt 38T 59 CHF

Die Crankbrothers Candy 3 Pedale !

Zeit um einen kleinen Werkstattbericht vom Juli 2016 nachzuholen. An der letztjährigen grenzwertigen Tour hat sich mein rechtes Pedal plötzlich von der Achse geschoben. Mit Linksdrücken des Fusses konnte ich noch knapp nach Hause fahren. Dass ein Pedal nach zwei Jahren von der Achse fällt finde ich nicht so toll und es scheint, dass die Crankbrothers Candy 3 Pedale grundsätzlich nicht so langlebig sein sollten.

Ein Markenwechsel kommt aber nicht in Frage, Grund sind die Cleats an den Schuhen und mehrere Bikes mit dem System von Crankbrothers. Klicktechnisch bin ich nämlich mit den Pedalen weiterhin sehr zufrieden. So bestelle ich mir die 2016er Version der Teile. Die Montage ist mit der Anleitung und dem richtigen ‚Dreh‘ problemlos. Etwas problematischer sind die völlig abgefahrenen Cleats an meinen Schuhen zu wechseln, aber mir etwas Kriechöl gehen auch diese ab.

Nach einem Jahr kann ich bereits eine erste Bilanz ziehen. Die Pedale laufen gut und hoffentlich etwas länger als die Vorgänger.

Gekauft: 85 CHF bei Bikester, 317g