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Mountainbiken in der Lenzerheide !

Ich war ja schon mehrmals in der Lenzerheide und habe festgestellt, dass es hier im Blog noch keine Übersichtsseite zum ‚Bikespot Lenzerheide‘ gibt. Das hole ich nun gerne nach. Um es auf einen Punkt zu bringen: Mit der Lenzerheide kann man nichts falsch machen. Sie bietet die ganze Palette und Spielarten von Mountainbiken an, die Trails sind top und die Infrastruktur hervorragend. Hervorzuheben sind die vielen Bikehotels und die ‚Gratisnutzung‘ aller Bergbahnen ab einer Übernachtung. Die Webseite der Lenzerheide bietet alle gewünschten Infos inklusive GPS Track Downloads.

In diesem Sinne: RIDE, SLEEP, RIDE.

Bikeferien 2016

Bikewochenende 2011

Bikeferien 2007

Bikehotels

 

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Die Bikehotels in der Lenzerheide !

Der Titel dieses Beitrags verspricht etwas viel, aber ich will nur kurz meine ganz subjektive Meinung zu den bisher besuchten Bikehotels in der Lenzerheide abgeben. Betreffend Preis/Leistung fliegen alle auf hohem Schweizer (Preis-) Niveau und ein Vergleich mit den Nachbarstaaten wollen wir gar nicht wagen.

Während einem Mountainbike Weltcup kurzfristig ein Hotel zu buchen ist fast unmöglich. Trotzdem fanden wir noch ein 3-Bett Zimmer im Hotel Stätzerhorn in Parpan. Die Lage ist soweit in Ordnung – man ist per Bike in 30′ in der Lenzerheide. Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen: Einfache, ältere Zimmer; gute bürgerliche Küche; freundliche Bedienung; familienfreundlich; Mountainbiker willkommen und abschliessbarer Raum vorhanden, aber kein eigentliches Bikehotel.

Das Hotel Collina im Dorfzentrum der Lenzerheide ist dagegen ein Klassiker unter den lokalen Bikehotels. Die Zimmer sind einfach, aber in Ordnung. Für Mountainbiker gibt es das volle Servicepaket und die Wirtefamilie hilft gerne bei irgendwelchen bikespezifischen Wünschen weiter. Das Essen ist sehr gut. Toller Wäscheservice und ein extrem netter Zimmerservice! Einzig die Sauna fällt etwas ab. Fazit: Perfekt für Mountainbiker, sofern man es sich leisten kann. Preis / Leistung ist für mich gut.

Im 2011 haben wir im Berghotel Tgantieni übernachtet. Das Hotel liegt einsam auf halber Höhe zum Piz Scalottas auf 1790m und ist per Auto erreichbar. Vorteile: Das Hotel liegt direkt an den Trails, tolle Aussicht auf die Lenzerheide und man hat seine Ruhe. Nachteile: ‚Ausgang‘ ist etwas schwierig und man sollte am besten Halbpension buchen (was aber beim guten Essen kein Problem ist). Das Hotel wird übrigens vom ehemaligen Skirennfahrer Beltrametti geführt, dürfte dem einen oder anderen noch ein Begriff sein. Aus meiner Sicht ebenfalls eine Empfehlung – je nachdem was man sucht.

Aus dem Jahr 2007 noch ein Beitrag zum Hotel Dieschen.

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Die via Spluga – Viamala Wanderung !

Wir haben Bikeferien, sind auf der Lenzerheide, schauen am Morgen aus dem Fenster und ahnten es schon gestern – Der Piz Scalottas ist in Schnee gehüllt und es ist ..schkalt! Das wird heute gar nix mit Mountainbiken. Irgendwie habe ich etwas Pech mit den Sommerferien. Sei’s drum, beim Frühstück hecken wir den Plan B aus, nach Thusis und danach über die Via Spluga in die Viamala Schlucht und retour. Beim Parkplatz in Thusis empfängt uns im Gebiet Übernolla eine Brandruine. Hier standen gestern zwei Gebäude lichterloh in Flammen. Eindrücklich! In diesem Kontext steht ebenfalls die Geschichte von Thusis, das 1845 fast vollständig niederbrannte und danach auf dem Reissbrett neu aufgebaut wurde. Interessant!

Ich wollte schon immer mal die Viamala zu Fuss besuchen. Heute fährt man mit dem Auto im Tunnel durch und sieht kaum etwas von jenem geschichtsträchtigen Ort, der während Jahrhunderten DIE Schlüsselstelle im alpenquerenden Süd-Nord Handel war. Der Einstieg in die Wanderung ist heftig. Nach der Überquerung des Hinterrheins steigen wir in mehr oder weniger direkter Linie zum Felssporn mit der Burg Hohen Rätien auf. Mein Sohn legt dabei ein knackiges Tempo vor. 😉

Etwas unterhalb des Gipfels mündet der Wanderweg in die historische Route, die hoch über dem Fluss die Schlucht umgeht. Für die Besichtigung der Burganlage ist nach dem Selbstzahler Prinzip ein Obolus von 5 CHF zu entrichten. Etwas teuer und unüblich, denk ich mir. Die Burganlage ist aber erstens in Privatbesitz und zweitens sehr schön hergerichtet.

Der Panoramablick vom Bergfried ins Domleschg ist super und in der anderen Richtung sehen wir den weiteren Wegverlauf links und rechts des Rheins. Wer schwindelfrei ist, kann sich an den Abgrund wagen und einen Blick runter auf Thusis riskieren. Fühlt sich basejumpmässig an!

Es folgt ein toller Wanderweg, immer hart dem Abgrund entlang, auf der sogenannten Via Spluga, der uralten Verbindung zwischen Thusis und Chiavenna. Höhepunkt dieses Abschnittes ist sicher der Traversiner Steg, welcher mit 56m Spannweite das gleichnamige Tobel überquert. Das Bikeverbotsschild ist übrigens insofern überflüssig, als der Weg definitiv nicht zum Befahren geeignet ist.

Immer tiefer geht es in die Schlucht rein, bis uns der Wanderweg am Besucher-‚Bunker‘ der Viamala Schlucht ausspuckt. Der Eintritt kostet 6 CHF und wir freuen uns erst einmal auf ein Kaffee auf der architektonisch eher speziellen Terrasse. Danach geht es viele Treppen runter in die Schlucht.

Die Schlucht selber ist nun nicht die Schlucht der Schlüchte, aber durchaus sehenswert, speziell weil sie sehr gut beschildert ist und viele interessante Dinge beschrieben werden. So tobte hier früher der Rhein bei Hochwasser fast auf Strassenhöhe durch die Schlucht – heute unvorstellbar!

Nicht verpassen sollte man einen kleinen Abstecher zu den historischen Brücken von 1739 und 1935. Die Verkehrswege stehen in der Viamala definitiv im Zentrum und an einer Felswand sind noch die Spuren einer mittelalterlichen oder eventuell noch älteren Galerie erkennbar. Die A13 umfährt die Stelle heute 300m weiter innen im Berg.

Der Rückweg erwandern wir auf der linken Talseite durch das verlorene Loch zurück nach Thusis. In der Alten Post von Rongellen kehren wir erst ein. Sehr freundliche Bedienung und sehr historisches Setting, sag ich da – empfehlenswert!

Zwischen Rongellen und Thusis führt der Weg auf der alten Kommerzialstrasse durch das sogenannte verlorene Loch. Die Stimmung auf der Strasse ist einzigartig. Eine relativ moderne Strasse wird hier dem Verfall preisgegeben. Eindrücklich zu sehen was passiert, wenn es keinen Unterhalt mehr gibt und wie gewalttätig die Natur in den Bergen ist.

Fazit: Eine tolle Wanderung durch die Viamala mit einem Highlight nach dem anderen. Auf den verlinkten Webseiten findet sich sehr viel Informationsmaterial, wie wir es uns aus Graubünden gewohnt sind. So füge ich hier nur noch die Statistiken der beiden Routen aus dem Viamala Wanderprospekt bei.

Hinweg: Route A / Thusis – Veia Traversina – Besucherzentrum, 7km, +640 / – 470hm, 3h10′
Rückweg: Route B / Besucherzentrum – Verlorenes Loch – Thusis, 5km, -500 / +330m, 2h20′

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Regenbiken nach Churwalden !

Die Kaltfront hat uns gnadenlos eingeholt und den sonnigen Bikeferien von Vater und Sohn ein Ende gesetzt. Gestern kein Biken, heute kein Biken? Wir lungern etwas nach dem Frühstück rum und schauen immer wieder hoffnungsvoll gegen die Berge. Weil wir ja keine Schlaffis sind, versuchen wir es mit einem kleinen Loop nach Churwalden. Also rüber zum Heidsee und mit der Bahn rauf zur Station Scharmoin.

Nebelhölle bei ScharmoinAusblick bei Bühl

Meine Güte, Sichtweite beinahe Null. Trotzdem fahren wir in Richtung Alp Scharmoin. Der Trail ist kaum zu sehen und nur dank GPS finden wir Weg und Ziel. Zusätzlich beschlägt die Brille und nach wenigen Minuten ist alles feucht, kalt und dreckig. Erst als wir auf ca 1500m wieder unter die Nebeldecke kommen, können wir etwas weiter ins Tal sehen. Da vergeht die Lust auf mehr Kilometer, umso mehr als nun noch Regen einsetzt.

Abfahrt nach Churwalden10 Grad im Hochsommer

Wir fahren ab ins Tal und steigen gleich in den Lift zur Alp Stätz. Wenigstens macht der Downhill nach Lenzerheide gleich viel Spass wie gestern. So sind wir am Mittag bei 10°C durchfroren wieder im Hotel und wie sich später herausstellen wird, war es das mit den Bikeferien. Wahrscheinlich habe ich mir ebenfalls während dieser Tour die Erkältung geholt, die mir anschliessend etwas die Bikewoche in den Dolomiten versaut. Egal – war trotzdem ein Erlebnis.

 

Statistik: 23 km, ca. 290 Höhenmeter, Fahrzeit 1:21 h, 1397 Höhenmeter abwärts

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Der Schlechtwettertag im Mineralbad – Spa Samedan !

Das Wetter ist richtig mies und deshalb eine gute Gelegenheit für einen aktiven Ruhetag. Wir schauen uns länger im Internet um, was man den so machen könnte, aber in Lenzerheide selber sind die Angebote begrenzt. So entscheiden wir uns für eine Wellness-Pässefahrt ins Engadin. Via Bergün geht es über den Albulapass bis nach Samedan. Das Ziel ist das Mineralbad & Spa Samedan.

Samedan DorfkernMineralbad und Spa Samedan

Das Bad ist mitten in den Dorfkern gebaut und architektonisch sehr sehenswert. Von aussen wirkt das an die Kirche angebaute Gebäude unauffällig, im Innern gibt es auf fünf Etagen Badespass in einzigartiger Atmosphäre. Der Slogan ‚mystisches Baderitual‘ ist nicht übertrieben und die verschiedenen Stationen sind einfach Entspannung pur. Wenn man dann im 40°C Heissbad sitzt und aus dem Fenster auf den Dorfplatz, den prasselnden Regen und die vernebelte Bergflanke schaut, ist das einfach nur toll! So kann ich das Bad uneingeschränkt weiterempfehlen, eine Wohltat für Körper und Geist.

Albulapass - PasshöheAlbulappass - Val Alvra

Entspannt und ziemlich müde verlassen wir am frühen Nachmittag das Bad und fahren via St. Moritz über den Julierpass. Dabei machen wir einen kleinen Pick-Nic Stopp auf der Alp Gülia. Auf Schautafeln können wir die Geschichte dieses Passes nachlesen und sehen danach die Rückfahrt in die Lenzerheide mit anderen Augen. Eine schöne ‚Schlechtwetterrunde‘!

Die Lötschberg Südrampe – Wellness Version !

Es ist schon einige Jahre her, dass ich die BLS Südrampe in der erweiterten Sommervariante befahren habe. Dieses Jahr will der Schnee nicht kommen und so geht es nochmals ins Wallis. Wie immer stehe ich früh auf, komme problemlos durch den Autoverlad und bin noch vor dem Sonnenaufgang auf dem Parkplatz des Brigerbades, bereit zur Abfahrt. Die Rhoneebene hat den Charme einer Tiefkühltruhe. Zusätzlich wird man wegen der A9 Baustelle im Zick-Zack über den Talboden geschickt. Bei Steg (630m) geht es in den Aufstieg nach Hohtenn (817m) und endlich zeigt sich die Sonne.

Noch liegen die letzten Nebelwolken über dem Tal und die Morgensonne spielt mit den Wolken oberhalb von Bürchen und Eischoll. Die letzten Höhenmeter hinauf zum Start der Südrampe bei der Station Hohtenn (1077m) sind rasch erzwungen und auf dem Bänkli beim Bahnhof gibt es eine erste kleine Pause. Dann geht es los auf den Wanderweg und Singletrail!

Schon auf den ersten Metern weiss ich wieder wieso die Südrampe ein Klassiker, nicht nur für Wanderer, ist: Singletrails wechseln mit Schiebepassagen, flowige Abschnitte folgen kniffligen Passagen, dazu das tolle Panorama und immer begleitet von einem bahntechnischen Jahrhundertbauwerk.

Die Kilometer bis zum Chrüterbeizli bei Rarnerchumma sind die pure Abwechslung. Die Südrampe ist kein Flowtrail runter nach Brig, aber die Schiebe- und Tragepassagen sind nie zu lang und es folgt immer wieder ein kurzes versöhnliches Stück Traumtrail. Keine Ahnung, wieso ich so lange nicht mehr auf der Südrampe war. Einfach nur toll!

Beim (geschlossenen) Chrüterbeizli nehme ich die Abkürzung über die Bietschbachviadukt und verzichte auf den Weg über die Naturbrücke und den Ritzubode. Auf dem alten Trasse der Baubahn durchquere ich einige Tunnels, bis ich am eindrücklichen Stahlviadukt über den Bietschbach stehe. Hier muss das Mountainbike etwa 7m eine enge Stahltreppe raufgetragen werden damit man das Tal über die Eisenbahnbrücke queren kann. Der Erlebniswert der Variante ‚Viadukt‘ ist damit mindestens so hoch wie die Variante Naturbrücke.

Der Trail folgt ab Talausgang der wunderbar restaurierten Suone Manera bis nach Sefistei. Entlang des ganzen Südrampen Wanderweges stehen unzählige Stelen mit Infotafeln, welche Wissenwertes zur Entstehung der Bahnlinie und zur Umgebung liefern. Es lohnt sich bei den Tafeln kurz inne zu halten und die Texte zu lesen. Noch ein Felsriegel und man steht in Ausserberg, der wohl grössten Ortschaft auf der Südrampe.

Die klassische Bikeroute steigt nun rauf zur Niewärchsuone und führt dann durch den selbigen Stollen ins Baltschiedertal. Ich bleibe heute auf dem Wanderweg, der oberhalb der Bahnlinie zum Punkt 925 führt. Der Weg ist verblockt und auf dem ersten Abschnitt muss das Bike getragen werden. Doch auch hier entschädigt bald wieder ein genialer kurzer Singletrail für die Anstrengung.

Beim Viadukt über den Baltschiederbach folgt der Weg erneut der alten Baubahn. Eindrücklich, was hier in den Fels geschlagen wurde damit man Zugang zur eigentlichen Brückenbaustelle erhielt. Beim Eggerberg trifft man wieder auf die Bahnlinie, welche erneut mit einem Tunnel ‚abgekürzt‘ hat.

Der Blick zurück zeigt nochmals die leicht abfallende Eisenbahnlinie der Lötschberg Südrampe im Sonnenschein. Die Trails duften in der Mittagssonne bereits wieder nach Frühling statt nach Winter. Weiter geht es der Bahnlinie entlang, manchmal so nahe, dass der breite Lenker mit den Fahrleitungsmasten in Konflikt kommt. Oberhalb von Brigerbad steht schliesslich ein unübersehbares Bikeverbotsschild auf dem Trail. Ich respektiere das (obwohl heute die Wanderer an einer Hand abzuzählen waren) und fahre auf einem äusserst steilen alten Karrweg runter ins Dorf und weiter bis zum Parkplatz des Autos.

Nun folgt im Brigerbad, welches neuerdings auch im Winter geöffnet hat, der richtige Wellness Teil meiner heutigen Tour. Sowohl die Saunaanlage, wie der Thermalbereich sind schön eingerichtet und ich genoss das heisse Wasser. So muss eine Mountainbiketour im Winter enden!

Oben die Strecke in der Variante ‚Winter‘. Aber Achtung: Ist der Winter wirklich da, sollte man sich vorgängig gut über den Streckenzustand schlau machen. Lawinen und Rüfen können den Weg oft länger unterbrechen und viele Stellen sind zu ausgesetzt um ein Risiko einzugehen. Unterstehend der offizielle Wanderweg.

Fazit: Immer wieder eine wunderbare Mountainbike Tour mit extrem hohem Erlebniswert. Es gibt noch einige weitere Varianten zu erkunden und ich hoffe ich kehre etwas schneller zurück als das letzte Mal.

Statistik: 45.6 km, ca. 959 Höhenmeter, Fahrzeit 4:14 h

Der Sonnenaufgang auf der Hasenmatt !

Drei Wochen im Nebel – ich habe es satt. Statt am Nachmittag mitsamt den sonnenhungrigen Massen auf den Jura zu fahren, gibt es heute die Morgenvariante. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es einen Drive & Hike gibt und nicht ein Bike & Hike. Ziel ist der Punkt 1292 unterhalb der Hasenmatt. In der irrigen Annahme, dass die Sonne um 08:15 Uhr aufgeht, stresse ich mit Stirnlampe auf den höchsten Solothurner Berg, die Hasenmatt (1445m).

Gut eingepackt setze ich mich am Gipfelkreuz hin und geniesse die Aussicht. Noch ist es stockdunkel und die Lichter der Städte und Dörfer leuchten geisterhaft durch die Nebeldecke. In der Ferne die Silhouette der Berner Alpen. Gegen Westen guckt der Frienisberg aus dem Nebel und das rote Licht des Bantiger Turms blinkt im ruhigen Takt. Es folgt die blaue Stunde, welche sich mit dem Fotoapparat nicht wirklich einfangen lässt – Naturerlebnis pur!

In der Dämmerung dämmert es mir, dass ich mich um eine Stunde verschätzt hatte und die Sonne erst um 09:15 aufgeht. Also eine Stunde länger warten – langsam aber sicher schnappt sich die Morgenkälte eine Kleiderschicht nach der anderen. Zum Glück habe ich eine Thermosflasche mit heissem Kaffee dabei und ein Frühstücksbrot. Irgendwann schafft es die Sonne über den Alpenkamm und taucht die Hasenmatt in magisches Licht. Traumhaft!

Oben nochmals die Szene im Panorama – Zeitraffer. Morgenfotos sind nicht so einfach, wie die Panoramabilder zeigen. Ich müsste die Fotos manuell mit konstanter Belichtung aufnehmen, damit es keine Stufen im Bild gibt. Während die ersten Wanderer ebenfalls den Gipfel erreichen, mache ich mich auf den kurzen Abstieg.

Auf der Fahrt runter nach Lommiswil muss ich bei der Nebelgrenze noch kurz aussteigen. Der Wald ist märchenhaft von einer wunderbaren weissen Frostkruste überzogen. Ein kleines Paradies für den Makromodus meiner Kamera. So ‚aufgetankt‘ stürze ich mich wieder für eine weitere Arbeitswoche in den Nebel!

Die La Tourche Tour – 1. Versuch !

Morgenstimmung Raststätte GruyèreRastplatz Montreux - Morgenstimmung 02Rastplatz Montreux - Morgenstimmung 01

Es ist Herbst im Wallis und so zieht es mich für eine Tour in den schönsten Bikekanton. Ich fahre sehr früh weg und profitiere von leeren Autobahnen und einer wunderbaren Morgenstimmung, die ich erst auf der Raststätte Greyerzerland und dann auf dem Rastplatz Montreux einfangen muss. Parkiert wird beim Thermalbad Lavey-les-Bain (417m) und das Tourenziel heisst La Tourche (2198m). Eigentlich hätte ich mir beim Blick auf die Höhenmeter so meine Gedanken machen müssen.

Kurvenmassaker - EslexDent du Midi - Immer im Blick

Die Einrollphase entlang der Rhone war kurz. Schon bald beginnt der Aufstieg nach Morcles. Netterweise sind sämtliche Kurven mit einem schönen Nummerschild versehen, im ganzen 29 Stück. Langsam aber stetig schraube ich mich an der schattigen Talseite den Berg hinauf. Der Anstieg ist kurzweilig, das nächste Ziel immer die nächste Kurve, der Countdown motiviert!

Trail bei La SasseKurvenmassaker - Morcles

Mit jedem Meter strahlt der Dent du Midi vor stahlblauem Himmel etwas weisser in die Morgensonne  und der kühle Talgrund ist immer weiter entfernt. Beim Punkt 998 verlasse ich die Strasse und nehme ein Variante über ein älteres Strassenstück. Wie immer im Wallis lässt sich links und rechts uralte Wegbaukunst bewundern. Ein Wanderweg, mit Schiebepassage, führt zurück zur eigentlichen Strasse und endlich ist die Kurve Nummer 1 und das Dorf Morcles (1160m) erreicht. Auf einem sonnigen Bänkli geniesse ich die erste wohlverdiente Pause.

Dent du Midi - Ein MusterbergDent du Midi - Schön !Panorama Martinaux

Ab dem Dorfausgang bestimmt das Militär die Szenerie. Der Weg führt entlang des Waffenplatzes Dailly und überall sieht man Zeugen der alten Festungswerke, welche bis in den kalten Krieg das Engnis von St. Maurice bewachten. Die Strasse ist steil und wird gefühlt immer steiler. Beim Skilift Prabeneu (1485m) wechselt Asphalt auf Schotter und ist muss öfters Pausen einlegen.

Les Martinaux - Blick ins LavauxLa Tourche - Heute unerreichbar

Auf den nächsten 150 Höhenmetern kommt leider der Hammermann. Ich kriege Krämpfe in beiden Oberschenkeln und schaffe es gerade noch knapp zur Hütte Les Martinaux (1668m). Der Ort eignet sich für eine ausgedehnte Pause und ein mitgebrachtes Mittagessen mit perfektem Ausblick ins Chablais. Ich hoffe mich wieder zu erholen. Die Hütte La Tourche ist im Blickfeld, es trennen mich trotzdem noch 500 Höhenmeter davon. Das schaffe ich heute nicht mehr. Das fehlende Training in diesem Jahr fordert seinen Tribut. Etwas frustriert gebe ich auf und suche eine Alternativroute.

MilitärwegMilitärweg Tunnel

Auf der Karte quert ein Fahrweg den Talkessel der L’Avançon. Ich fahre wieder abwärts nach La Forcle bis zum Punkt 1395. Der Schotterweg scheint definitiv militärischen Ursprungs und ist teilweise abenteuerlich in die Talflanke geschlagen. Nicht schlecht, denke ich mir. Mit lockerem Biken ist aber nichts, der Weg ist steil und schottrig. Sobald ich etwas Druck geben will, zwickt es im Oberschenkel. So fahre ich mit ‚Minimaldruck‘ den Berg hoch.

Militärweg - BrückeMilitärweg - nicht immer fahrbarWaffenplatz DaillyMilitärspuren

Bei 1662m ist der Tourhöhepunkt schliesslich erreicht und es geht etwas flacher der Felswand entlang. Rechts des Weges sieht man auf Dailly und bis zum Lac Léman. Links des Weges beweisen alte schwere Türen den militärischen Hintergrund des Weges.

Alp l'Au d'ArbignonAbfahrt nach Collonges - Steil!

Bei der Alp L’Au d’Arbignon (1649m) treffe ich wieder auf die ursprüngliche Route. Bevor ich mich in Tal stürze geniesse ich angelehnt am warmen Stein der Alphütte die Herbstsonne und die absolute Ruhe der Bergwelt. Zu dieser Jahreszeit ist man hier sehr alleine. Die Tour folgt nun einem typischen alten Walliser Bergweg, der in beinahe direkter Falllinie 1200m runter zum Talgrund führt.

Abfahrt nach Collonges - Impressionen 01Abfahrt nach Collonges - Impressionen 02Abfahrt nach Collonges - Impressionen 03

Die ersten Meter sind für mich viel zu steil und wenig fahrbar. So schiebe ich das Bike Meter um Meter ins Tal. Irgendwann wird der Weg etwas weniger verblockt und ich stelle den Sattel auf die tiefste Position und mit etwas Mut gelingt die Abfahrt immer besser. Der Downhill bleibt aber bis zum Schluss eine technische Herausforderung und öfters muss ich anhalten und die Bremsen kühlen lassen – Zeit um den goldenen Herbstwald zu geniessen.

Alter Weg bei La TaillaBlick von Collognes nach Dorénaz

Bei Collognes ist mit den ersten Reben der Talgrund schliesslich erreicht. Die Abfahrt hat Körner gekostet und so zwicken meine Oberschenkel sogar noch bei der Rückfahrt in Richtung St. Maurice. Ich bleibe auf der Hauptstrasse und zapfe die letzten Reserven ab.

Fazit: Das Wallis braucht Kondition. Im Moment bin ich zu wenig fit für fast 2000 Höhenmeter Aufstieg auf steilsten Wegen am Stück. Die Tour braucht einiges an Fitness und Fahrtechnik. Trotzdem reizt die Herausforderung. Ich war nicht das letzte Mal in dieser Ecke des Wallis.

Statistik: 30.5 km, ca. 1620 Höhenmeter, Fahrzeit 4:21 h

PS: Hier noch zwei Links auf Biker, die etwas mehr Körner in den Beinen haben. 😉
Swiss Bike Blog
Halfmoon Biking

Der Brüggli Beizenloop !

Aufstieg durch den VorderbergUnfahrbare alter Weg zur Schauenburg

Ein schöner Tag und länger nicht mehr auf dem Bike. Es zieht mich bergwärts in Richtung Jura. Schon lange war ich nicht mehr auf Jurabeizentour und so bot sich der Loop über die Schauenburg und das obere Brüggli an. Der Aufstieg über Im Holz bis zum Punkt 1035 hat es wie immer in sich. Aber die Steigung ist mit Geduld gut machbar. Danach nehme ich wider besseres Wissens den alten Karrweg via Ruine Schauenburg hinauf zum Restaurant.

Panorama Schauenburg

Der Weg ist nicht wirklich fahrbar, weil zu steil und weil zu schottrig. So stosse ich das Bike einige Höhenmeter nach oben. Danach heisst es aufsteigen um nach dem Waldausgang lässig fahrend unter dem Blick der Zaungäste locker bis zur Terrasse zu fahren. 😉 Im Berggasthof Schauenburg gibt es ein Wurstplättli in Übergrösse.

Trail durch den WagnerbannBergrestaurant oberes BrüggliPanorama oberes Brüggli

Auf fast gleicher Höhe quert man unterhalb der Stallflue hinüber zur nächsten Geländekammer, dem Brüggli. Der Weg wird immer enger und mündet schliesslich in einen schönen Trail. Ich verzichte auf eine Einkehr im oberen bzw unteren Brüggli. Wäre es nicht schon etwas spät, könnte man die Tour nun bis zum Bettlachberg oder Grenchenberg verlängern.

Tunnel unterhalb des BrüggliZurück nach Lommiswil

Ich breche ab und fahre via die Tunnels runter zum Staatswald und nehme gleich noch einige Insidertrails mit. Retour geht es der Waldgrenze entlang via Lommiswil bis nach Solothurn. Natürlich verpasse ich zum Tourdessert nicht die Trails im Busletewald. Gfägt hetz!

Statistik: 30.5 km, ca. 1620 Höhenmeter, Fahrzeit 4:21 h

Das SlowUp Emmental 2016 !

Anfahrt über WynigenMühledorf - SlowUp Impressionen

Der letzte warme Sommersonntag führt uns spontan ans SlowUp Emmental. Ab Solothurn wird die Anfahrt etwas länger und so fahren wir rassig nach Wynigen und dann den Berg hinauf nach Schmidigen und zur Verpflegungsstation Mühleweg, um in die SlowUp Strecke einzusteigen. Meine Frau möchte bereits das Handtuch werfen und sorgt sich um den Akkustand des e-Bikes. 😉

SlowUp Emmental - Auf dem Weg nach HuttwilSlowUp Emmental - Huttwil

Die eigentliche SlowUp Strecke ist kurzweilig wie immer und sehr angenehm. Das dürfte der wärmste Emmentaler SlowUp bisher gewesen sein und so erstaunen die Menschenmassen wenig. Was aber erstaunt, sind die Mengen von e-Bikes. Wenn das so weitergeht ist man in einigen Jahren auf einem normalen Velo in der Minderheit. Wenigstens machen die elektrifizierten Räder hier im hügeligen Emmental Sinn, geht es doch bis zum Mühleweg zurück einiges bergauf.

Feine Eglisfilet mit Salat zur StärkungEmmetrail bis nach Hause

Wir stärken uns in einem kleinen Restaurant an der Strecke mit guten Eglifilets im Bierteig und dazu noch besserem Salat. Mehrheitlich bergab rollen wir via Sumiswald an die Emme. Ausser einem Zwischenstopp im Schützenhaus in Burgdorf fahren wir Nonstop entlang der Emme zurück nach Solothurn. Am Ende zählen wir über 95 km und meiner Frau bleiben 1,5 von 5 Akkustrichen. Was ebenfalls bleibt, ist ein ‚wundes Füdli‘ während 2er Tage und ziemlich Muskelkater. Ich denke das wird die längste Tour in diesem Jahr gewesen sein.

Statistik: 96.5 km, ca. 786 Höhenmeter, Fahrzeit 5:16 h