Beiträge des Monats - Oktober 2006

Bei Thömus !

Ende Jahr ist die Zeit der Rampenverkäufe und an diesem regnerischen Sonntag geht es fürs erste Mal zu Thömus, dem Schweizer Bikewunder aus Oberried. Die Organisation ist sehr gut und die Parkplätze sind zum Bersten voll. Erstaunlich, liegt doch Oberried im wahrsten Sinn des Ortes dort, wo sich Fuchs und Hase ‘Gute Nacht’ sagen. Thömus als Marketingprofi hat auch diesen Event im Griff. Das ‘wir gehören dazu’ Feeling kommt sofort auf und die vielen Gratisbons für Getränke und Essen sowie die ‘Gumpiburg’ für die Kleinen tun das ihre dazu.
Natürlich interessieren mich die neuen Bikes für 2007. Traumhaft schön, leicht und Karbon überall, sogar der DT Swiss Dämper ist aus Karbon. Erst beim Betrachten der Preise vergeht einem der Spass. Aber eben, der eine oder andere würde sicher 1000.- Aufpreis zahlen, um im exklusiven Thömus Club (oder wie die Werbung sagt, der Thömus Family) dabeizusein. Fazit: Super Event, der jedem Bikefreak empfohlen werden kann. Kommerzialisierung hin oder her, Thömus weiss wie man’s macht und deshalb wurde er wohl auch Schweizer Jungunternehmer des Jahres 2006.

Die Abendtour !

Wie erwähnt wollte ich mein Fully in den Winterschlaf schicken, aber heute war das Wetter nach Feierabend einfach zu schön. Es ist der 26. Oktober, fast wolkenlos und an der Sonne locker 20 C°. Also auf zur Abendtour ohne Ziel und Druck. Einfach nur den Abend geniessen und das Bike laufen lassen. Oft fahre ich so in der näheren Gegend herum und finde immer wieder neue Wege und interessante Orte. Nach einigen schnellen Runden auf unbekannten Pfaden im nahen Wald geht es rechts und links der Autobahn entlang. Die Sonne steht tief und das Bike zeichnet lange Schatten in die Felder.

Schliesslich lande ich leicht überhöht in Halten und siehe da: ein mittelalterlicher Wohnturm. Das sogenannte Museum Wasseramt dürfte ein Besuch wert sein. Einige Minuten später schweift der Blick zur Alpenkette im Abendrot und auf dem Nachhauseweg leuchtet die Sonne purpur über dem Horizont. Was will man mehr? Da sage noch jemand das Mittelland sei ein Nebelloch.

Fazit: Ein äusserst versöhnlicher Abschluss der Saison, denn der Nebel kommt garantiert und zwar sicher noch vor dem Zibelemärit!

Das Bikeforum !

Seit einiger Zeit suche ich interessante und gute Internetadressen zum Thema Mountainbike. Oft lässt sich im Netz ja alles finden. Doch bei den Bikeforen sind die guten Seiten sehr spärlich. Konkret habe ich nur ein deutschsprachiges Forum gefunden, das auch lebt. Es ist die Internet Bike Community. Die Site hat ein ausführliches Forum, das sehr gut gegliedert ist. Interessant trotz einer relativ kleinen aktiven Community ist das lokale Schweizer Forum. Doch die IBC bietet noch viel mehr: MTB News, Fahrradtests, Fotos, Trainingsverwaltung usw. Fazit: Beste Bikeseite die ich bisher gefunden habe.

Der Veloputz !

Obwohl die Sonne Ende Oktober wärmer scheint als in anderen Jahren, gilt es frühzeitig an den Winter zu denken – Zeit für einen Velogrossputz. Ziel ist es das Fully einzumotten und das Hardtail für die Winterausflüge fitzumachen. Zuerst werden die Bikes in der Autowaschanlage mit Hochdruck abgespritzt und trocknen einen Tag. Danach geht es mit Seifenwasser und Bike Cleaner an das Eingemachte. Erstmalig habe ich auch einen neu erstandenen Kettenreiniger eingesetzt. Das Resultat ist sehr gut. Zum Schluss wird alles auf Schäden und lose Schrauben kontrolliert, geölt und gefettet. Als i-Tüpfelchen noch den Rahmen poliert und fertig ist das Werk und fertig bin auch ich!
Der Versuch neue Biketeile zu montieren scheiterte grandios, ist doch die Klingel im Durchmesser für den Lenker zu gross und die Satteltasche im Durchmesser für das Sattelrohr zu klein! Also den Velocomputer auch gleich vom Lenker an den Vorbau umplaziert und nebenbei meiner Frau einen alten Velocomputer ans Bike geschraubt. Nach einem erneuten Gang zu Veloplus habe ich nun die grosse Satteltasche namens Moritz erstanden und siehe da, es geht und sieht gar nicht schlecht aus.

Die Motorradprüfung !

Geschafft! Nach etwas mehr als einem Jahr habe ich heute die Motorradprüfung erfüllt. Die Töffkleider gehen nun erst mal in den Winterschlaf und ich habe wieder etwas mehr Zeit für das MTB. Die Prüfung war im Übrigen halb so schlimm wie gedacht. Speziell die Prüfungsfahrt von Riedholz auf Nebenwegen in die MFK war kein Problem, kenne ich diese Strecke doch sehr gut von diversen Bike-Ausflügen. Dafür war der Parcour (Langsamfahren, Slalomfahren, Acht-Fahren) ein echter Challenge für die Nerven. Aber die richtige Prüfungseinstellung hat den Erfolg gebracht. Danke an Alle die mich unterstützt haben.

Der Lötschental Loop !

Damit ich die Nebelobergrenze sicher überschreite, geht es heute zum Biken ins Lötschental. Nach erfolgloser Tourensuche im Internet und vergeblichem Kaufversuch der Walliskarte von Singletrail, muss ich die Tour handstricken. Also gehts in Hergottsfrühe los und mit dem ersten Zug samt Bike durch den Lötschberg.

Start in Goppenstein (1191m) und alles der Asphaltstrasse (die kaum befahren ist) entlang nach Blatten (1540m) und weiter bis Gletscherstaffel (1771m). Ist der Weg zum Langgletscher fahrbar? Wahrscheinlich nicht, aber das ´Wie weit kann ich im Tal nach hinten fahren – Fieber´ hat mich gepackt. 2h und etliche Tragepassagen später bin ich klüger. Auf der Seite Grundsee ist der Weg noch eher fahrbar. Wahrscheinlich würde man es bis zur Anenhütte schaffen, aber Spass macht das nicht. Egal, der innere Sauhund ist überwältigt und auf 2108m bin ich am Gletscher. Bei Temperaturen um 0-4°C ist es trotz vier Kleiderschichten langsam an der Zeit etwas Warmes zu trinken. Retour geht es via den Guggisee. Das Lötschental tauchte nun ins wunderbare Licht der Morgensonne und während dem ganzen Tag leuchteten die Sträucher, Büsche und Lärchen von rostbraun bis goldgelb.

Nach einer Stärkung im Hotel Fafleralp (1787m) geht es über den Höhenweg bis zur Tellistafel (1865m). Der Weg ist bis hier wunderbar fahrbar und genügend breit um Wanderer zu kreuzen. Da die Wandermassen weiter zunehmen, vernichte ich Höhenmeter mit einer Abfahrt nach Wyssried, um dann auf dem Wanderweg bis zur Aphaltstrasse zu queren und zur Weritzalp raufzufahren. Der Weiler thront auf 2099m über dem Tal mit einem fantastischen Blick zur Lötschenlücke und dem Bietsch- sowie Breithorn. Höhe behaltend, geht es rüber auf einem schönen Weg zur Lauchernalp (2104m) wo man in Berggasthof Lauchernalp freundlich bedient wird. Mit neuen Kalorien in den Beinen fahre ich auf einem Trail runter zur Hockenalp (2048m) und weiter zur Kummenalp (2086m).

Der erste Teil des Wanderweges ist fahrbar und macht Spass, danach wird der Weg aber ausgesetzt und wer keinen Mut oder zuwenig Fahrtechnik hat, muss hier absteigen und stossen. Wegen einem Tobel und von denen gibt es hier viele, gibt es aber fast keine Alternative, es sei den man will mehrere Hundert Meter ins Tal fahren und wieder rauf. Von der Kummenalp geht es auf einem rassigen und ausgesetzten Kiesweg zur Restialp (2098m). Zur Abwechslung einmal alles fahrbar.

Der folgende Abschnitt zur Faldumalp (2037m) geht dann in die Knochen und den Geist. Erstens ist das Meiste nicht fahrbar und zweites gibt es Passagen, die schon zu Fuss nichts für schwache Nerven sind. Mit dem Bike nicht zu empfehlen. Die Aussicht auf der Faldumalp entschädigt gleich wieder für die Mühen. Nach den vielen Tragpassagen verzichte ich darauf wie ursprünglich geplant nach Jeizinen weiterzufahren, solange ich nichts über die Fahrbarkeit der Weges weiss. Interessant wäre es auch zu erfahren, ob man dann via Ober Fäsilalpu wieder zurückfahren könnte. Nach dieser Website sollte es möglich sein! So sause ich also via Ferden auf Schotter mehr als 800 Höhenmeter hinunter ins Tal nach Goppenstein, bis die Bremsfinger fast abfallen. Schliesslich im völlig überfüllten Zug durch den Tunnel und ab nach Hause.

Fazit: Das Lötschental bietet traumhafte Aussichten und Natur, speziell in den Weilern auf über 2000m. Leider sind diese biketechnisch via Höhenweg nicht fahrbar verbunden. Die vielen Wanderer kommen erschwerend dazu. Eigentlich sollte das Potential für kilometerlange Singletrails vorhanden sein, aber so richtig habe ich sie nicht gefunden. Ich bin gespannt, welche Wege auf der Singletrailmap Wallis als fahrbar markiert sind. Später dazu mal mehr.

Statistik: 48 km, 1600 Höhenmeter, Fahr und Schiebezeit 6:15 h

Die Dinosaurierspuren !

Auf der Tour namens Feierabend-Quicky kommt man oberhalb von Im Holz an einer Kiesgrube vorbei. Nicht verpassen sollte man hier die berühmten Dinosaurierspuren. Vor 145 Millionen Jahren habe hier Brachiosaurier ihre Fussspuren im Schlamm hinterlassen. Die bis zu 1m grossen Abdrücke zeigen eindrücklich die Grösse dieser Tiere. Auf diversen Schautafeln wird die Entstehungsgeschichte der Abdrücke erläutert. Die Kiesgrube eignet sich gut als Familienausflug und natürlich gibt es bei einem guten Auge auch allerhand Versteinerungen (Schnecken, Muscheln usw.) zu sehen. Eine Broschüre gibts hier.

Der Feierabend-Quicky !

Auf der Singletrail Map Solothurn gibt es den sogenannten Feierabend-Quicky Loop (Originalname) mit 20km und 420 Höhenmeter. Nachdem ich die Strecke bereits zweimal gefahren bin, beide male bei schlechtem Wetter bzw. im Winter, wollte ich es nun Heute bei wunderbarem Herbstwetter ausprobieren. Also auf der Hausstrecke bis nach Solothurn und dann rauf nach Im Holz und weiter zu den Dinosaurierspuren. Der Anstieg ist sanft und führt mehrheitlich über kiesige Forstwege.

Ohne grösseren Höhenmeterverlust geht es dann alles der Weissensteinflanke entlang ostwärts, ein Stück auf der Weissensteinstrasse und bei der ersten Spitzkehre unter der Gondelbahn geradeaus. Beim Wegende folgt dann der knackige Singletrail runter nach Rüttenen. Nachdem die ersten Serpetinen geschafft sind, kann man es sausen lassen. In Rüttenen geht es über den Hügel und auf Singletrails runter nach St. Niklaus und ab nach Hause. Fazit: Eine kurze Tour um Solothurn mit einem schönen Aufstieg, der im Vergleich zur eher kurzen und steilen Abfahrt aber relativ lange dauert. Die Abfahrt ist nach meinen Geschmack eher mittelmass.

Höhenprofil und Karte gibt es hier.