Beiträge des Monats - Dezember 2006

Das GPSmap 60CSx !

Die Technikfaszination hat über die pure Vernunft gesiegt und ich habe mir heute im Veloplus ein Garmin GPSmap 60CSx gekauft. Als Konsequenz werde ich hier in Zukunft etwas mehr zum Thema GPS und Outdooraktivitäten mit speziellem Fokus auf Mountainbike bloggen. Als erste Massnahme habe ich den neuen Label ‘gps’ im Blog ergänzt. Zuerst einmal ein ausführlicher Bericht über Kauf, Kosten und Lieferumfang des Gerätes. Die Preisspanne der Geräte ist im Internet relativ klein. Die Internetversender können das Gerät ca. 100.- billiger als im Laden anbieten. Ich habe mich aber für Beratung und die sofortige Verfügbarkeit entschieden und ging in den Veloplus. Da ich genau wusste was ich wollte, hielt sich die mögliche Beratung vor Ort in Grenzen.

Der Lieferumfang besteht aus dem GPS Gerät, einer Handschlaufe, einem Gürtelclip, einem USB Kabel zur Verbindung mit dem PC, einer 64 MB MicroSD Speicherkarte und der Software namens Trip & Waypoint Manager. Dazu gibt es diverse Handbücher und Kurzinformationen in Deutsch und Englisch. Zusätzlich wurde im Bundle die Karte Topo Schweiz mitgeliefert.

Mit dieser Ausrüstung kommt man nicht weit und es ist mindestens noch folgendes Zubehör fällig. Eine 1GB MicroSD Speicherkarte, die Garmin Velohalterung, ein Zusatzadapter für grössere Lenker, 1 Pack NiMH Akku-Batterien und ein entsprechendes Schnellladegerät. Nicht vorrätig war eine Schutzhülle, die ich mir später zulegen werde.

Damit sind wir bei folgenden Kosten: GPSmap 60CSx inkl Topo Schweiz (Fr. 1174.-); Lenkerhalter (Fr. 27.-); Lenkeradapter (Fr. 17.-); 1GB MicroSD Karte (Fr. 45.-); 4 Batterien AA (Fr. 26.90); Schnellladegerät (Fr. 84.-). Das macht Total Fr. 1373.90! Das ist eine schöne Stange Geld und ich hoffe nur dass mich das Gerät entsprechend überzeugen wird. Dafür gäbe es beispielsweise ein SCOTT Reflex 20 Hardtail!

Der erste Eindruck wenn man das Gerät in der Hand hält, ist seine Grösse und seine robuste Bauart. Die Abmessungen sind mit 15.5cm x 6.1cm x 3.3cm doch grösser als erwartet und wecken Erinnerungen an das Nokia 2110. Das Gewicht schlägt mit 213g auf die Waage, womit die Messlatte für das nächste Biketuning gegeben ist. Die Verarbeitung scheint auf den ersten Blick sehr gut und das Farbdisplay ist hervorragend. Nach dem ersten Einschalten findet das Gerät sofort mehrere Satelliten und nach einigen Minuten wird eine Genauigkeit von +/- 8m im geschlossenen Wohnzimmer angezeigt – beeindruckend!

Nach etwa einer Stunde habe ich mich durch sämtliche Menüs durchgedrückt. Die Benutzerführung ist einfach und das Ganze dürfte Outdoortauglich sein. Die Softwareinstallation auf dem PC verläuft problemlos, das Freischalten der Karten und das Runterladen der ersten Updates braucht aber eine schnelle Internetverbindung und etwas PC Know-How.

Fazit: Der erste Eindruck ist hervorragend (etwas anderes würde ich bei diesem Kaufpreis auch kaum zugeben), die Freude riesengross und der Link zwischen meinen zwei Hobbies, Computer und Radfahren damit definitiv gemacht!

Das Buch ‘Bike-Tagestouren’ !

Zu Weihnachten habe ich das zweite Buch des AT Verlages zum Thema Bike erhalten. Es nennt sich ‘Die schönsten Bike-Tagestouren in der Schweiz’ (ISBN 3-03800-247-5) und beschreibt auf 128 Seiten fünfzig Touren, gegliedert in 7 Regionen.

Dies sind die Folgenden:

  1. Nordwestscheiz: Belchenflue, Hohe Winde, Blauen, Weissenstein, Aarau – Olten
  2. Zentralschweiz: Napf, Eigental, Gottschalkenberg, Sarnen
  3. Ostschweiz: Toggenburg, Lachengrat, Walensee, St. Anton, Rheintal, Malbun
  4. Graubünden: Flims, Sedrun, Prättigau, Älplihorn, Hörnli, Lenzerheide – Arosa, Bergün, Landwassertal, Savognin, Val S-charl, Val d’Uina, Ofenpass, Münstertal, Berninapass
  5. Tessin: Giro di Piora, Lukmanier, Cimetta, Val Colla, Monte Lema, Monte Brè, Monte Arbostora
  6. Berner Oberland und Wallis: Blueme, Grimmialp, Staad, Bachalpsee, Kleine Scheidegg, Alpentower, Gemmipass, Leukerbad, Nax
  7. Romandie: Chasseron, Chasseral, Doubs, Creux du Van, Mont Salève

Natürlich ist die Auswahl selektiv und nicht alle Regionen der Schweiz sind gleichstark vertreten. Trotzdem dürften die Bike-Klassiker der Schweiz mehrheitlich dabeisein. Die Autoren: Jürg Buschor, Thomas Giger, Simon Joller, Laurens van Rooijen sind in der Schweizer Bikeszene bestens bekannt und wer regelmässig die Ride liest, dem werden die einen oder anderen Touren bekannt vorkommen. Entsprechend richten sich die Routen weniger an Mountainbike-Anfänger. Jede Tour ist auf einer Doppelseite beschrieben mit ansprechenden, aktuellen Fotos. Auf der zweiten Seite sind jeweils ein Höhenprofil und eine stilistische Landeskarte sowie weitere nützliche Informationen zur Tour zu finden.

Getestet habe ich bisher die Route ‘Weissenstein‘. Landschaftlich wie biketechnisch bietet sie wirklich alles, um in ein solches Buch aufgenommen zu werden. Bei der Planung habe ich schmerzlich die GPS-Daten oder mindestens eine genaue Karte oder eine detaillierte Routenbeschreibung vermisst. Während der Tour hat sich zudem herausgestellt, dass der Beschrieb zwar schön und interessant ist, einige Hinweise zu kritischen Stellen (technisch, kartentechnisch, Umfahrungsmöglichkeiten usw.) aber wichtiger wären. So wäre ich sicher nicht auf diesem unsäglichen Weg (siehe Bild) gelandet, bei dem ich die Autoren mehrmals ins Pfefferland oder Sonstwohin wünschte.

Fazit: Das schöne Buch ist rasch durchgelesen, süffig geschrieben und macht grosse Lust auf die Tagestouren. Bei der eigentlichen Planung fehlen dann leider einige Details. Speziell die Karten sind zu schematisch. Der Preis von 46.- ist relativ happig, der Verarbeitungsqualität des Buches aber angemessen.

Die Ankehubel – Bözingenberg Tour !

Heute war es endlich soweit. Die guten Vorsätze wurden vorgezogen und trotz mindestens 5cm Raureif bei uns zu Hause breche ich auf zur ‘Weissenstein’ Tour wie sie in diesem Buch beschrieben ist. Mit Schneeknistern unter den Rädern fahre ich ab Gerlafingen (449m) der Emme entlang bis nach Attiswil. Auf ca. 640m quere ich wunderbar der Nebelgrenze entlang via Rumisberg hinüber nach Wolfisberg. Die Stimmung morgens früh mit Nebel zur rechten Seite und blauem Himmel zur linken inmitten einer weissen Raureif-Landschaft ist märchenhaft.

Ab Wolfisberg (670m) beginnt dann der Aufstieg auf die erste Jurakette via Blaumatt, am Ankehubel vorbei zur Hinteregg (1079m). Jeder Hof hier oben ist auch ein Restaurant und eine ähnliche Tour wurde hier als Tour de l’Auberge (21 Bergrestaurants) beschrieben. Ich verzichtete die Schwängimatt noch anzuhängen, da ich keine Informationen über die Befahrbarkeit des Trails Schwängimatt – Höllchöpfli habe. Weiter geht es zur vorderen Schmidenmatt (1013m) und zum verdienten warmen Kaffee. Die Sonne wärmt Geist und Seele und so bike ich frohgemut über flache Wege zur hinteren Schmidenmatt, hinauf zum Hofbergli (1065m) und dann über einen ersten technischen Singletrail zum Balmberg (1078m). Der Blick über das Nebelmeer und die Alpen ist fantastisch. Via Schofgraben, der auf der kühlen sonnenabgewandten Seite liegt, geht es weiter zum Kurhaus Weissenstein (1284m).

Nach dem hinteren Weissenstein steigt der Weg steil in Richtung Hasenmatte. Bevor der kurze aber knackige Singletrail beginnt, gilt es noch einige Meter das Bike eine Treppe raufzutragen. Dass diese heute vereist war, machte das Unterfangen nicht einfacher. Auf 1315m verzichte ich darauf das Bike weiter auf die Hasenmatte raufzutragen und fahre direkt zum Althüsli (1317m). Damit ist dieses Blogversprechen auch eingelöst. Als ich so richtig in der Stimmung war die Tour als Traumtour zu bezeichnen, kommt der Rückschlag.Der empfohlene Weg via die Krete über die Stall- und Wandfluhe scheint mir bei diesen Wetterbedingungen als zu riskant. Der Einstieg zum Singletrail ist ein einziges Schneefeld. Also nehme ich den Weg via Stallberg, das Tobel runter und dann auf einem Wanderweg rauf auf den Oberen Grenchenberg. Haken dabei, der Wanderweg war erstens eher ein ausgewaschener Bach und zweitens steil wie die Hölle und drittens wohl im kältesten Loch der ganzen Jurakette. Es sind dies die Momente, in denen man sich und alle anderen verflucht und verzweifelt feststellt, dass es kein Mobiltelefonempfang gibt.

Bereits die Runterfahrt ins Tobel auf einem völlig vereisten, schneebedeckten Schotterweg war eine echte Herausforderung. Wenn man mit voller Konzentration in einer 20cm breiten, nicht vereisten Reifenspur fährt, bekommt das Wort Singletrail eine ganz neue Bedeutung. Nach dieser Abfahrt brauche ich im nächsten Frühjahr kein Techniktraining mehr! Mit Ach und Krach, nach 30 Minuten Bike raufstossen, ziehen, tragen, reissen, weichen Knien und einer Wut im Bauch, schaffe ich es bis auf die Anhöhe und kehre im Oberen Grenchenberg (1348m) ein.

Auf der Terrasse mit einem riesigen Älplerkaffee und einer grossen warmen Suppe für Fr. 4.50, wechselt die Stimmung sofort wieder. Trotzdem, dieser Weg ist auch im Sommer wirklich keinem zu empfehlen. Wer sich den Kretenweg nicht zutraut, sollte die Strecke via Schauenburg – Brüggli – Bettlachberg umfahren. Frisch gestärkt geht es zum Unteren Grenchenberg und dann über Strassen und Waldwege mit Schuss bis nach Vauffelin (707m). Hier beginnt die letzte Strapaze des Tages denn die 50 km Up- and Down machen sich langsam bemerkbar. Der Weg steigt 230m auf den Bözingenberg. Als i-Tüpfli der Tour führt ein technischer Singletrail runter nach Biel – Bözingen (438m).

Fazit: Die Tour verlangt einiges ab und sieht auf der Karte einfacher aus als sie ist. Speziell der Teil zwischen Hasenmatte und Oberer Grenchenberg ist anspruchsvoll. Wer das Ganze aber nicht im Winter macht, erhält eine fantastische Tour mit super Aussicht über das Mittelland und die Alpen. Bei Hochnebel hat die Route ihren ganz speziellen Reiz. Die vielen Einkehrmöglichkeiten und die zahlreichen Ausstiegsvarianten machen die Tour sehr flexibel. Unbedingt einmal nachfahren, besser aber nicht am 29. Dezember ;-)

Statistik: 65 km, ca. 1500 Höhenmeter, Fahrzeit min. 5 h (bei Schnee und Eis etwas länger…)

Update 04.11.07: Der Abschnitt Hasenmatt – Grenchenberg umfährt man am Besten via Schauenburg – Brüggli – Bettlachberg und Unterer Grenchenberg. Die Beschreibung gibt es hier

Die Hasenmatt zum Zweiten !

Dieses Jahr bin ich bereits zum zweiten Mal auf der Hasenmatt, dem höchsten Punkt im Kanton Solothurn. Beweggrund war nach den Feierlichkeiten im Nebelland mal wieder mit der Familie die Sonne zu geniessen. Deshalb ohne Bike, dafür mit Cervelats und Feuerzeug im Gepäck. Wie zu erwarten, war die Aussicht auf das Nebelmeer fantastisch, die Temperaturen angenehm und die ‘brätlete’ Cervelats vorzüglich.

Nebst extrem vielen Ausflüglern sind einige Biker unterwegs. Der Blick schweift über die vordere Jurakette und meine Gedanken sind bereits wieder bei der nächsten Tour. Im meine Weihnachtsgeschenkbuch ist eine Tagestour entlang des Juras von Oensingen nach Biel beschrieben. Wäre genau das was man am Freitag machen könnte. Müsste bei diesem Wetter eine Super Tour geben!

Die Weihnachtsgeschenke 2006 !

Weihnachten ist vorüber, die Geschenke sind ausgepackt! Bikemässig gab es das Buch ‘Die schönsten Bike-Tagestouren in der Schweiz’ (Review folgt später, sobald ich es gelesen habe) und völlig überraschend einen grösseren Barbetrag, der sich in ein GPS verwandeln könnte. Nun bin ich etwas hin- und hergerissen, ob ich mir mein lang gehegter Wunsch eines Garmin GPSMAP 60 CSx mit Swiss Topo Karte zulegen soll. Die Echos aus dem Netz sind ja grundsätzlich positiv, trotzdem bin ich mir noch nicht so sicher wie Alltags- und Tourentauglich das Ding wirklich ist. To be continued….

Es ist Winter, wenn …

  • es schneit;
  • das Bike sauber bleibt, weil der Boden gefroren ist;
  • die Gesichtsmaske mit Atemraureif belegt ist;
  • für 10 Digicam-Bilder 2 Akkus benötigt werden;
  • die Zehen sich nur noch als Eisklumpen anfühlen;
  • beim Durchfahren einer Pfütze das Knacken von Eis zu hören ist;
  • das Wasser im Trinkbidon gefroren ist;
  • die Dusche nach der Biketour besser als Sex ist.
  • Der Eggtrail !

    Manchmal gibt es Bike-Strecken, die auf Anhieb begeistern. Es sind diese Singletrails, bei denen das Adrenalin ins Blut schiesst und die ein breites Grinsen auf dem Gesicht hinterlassen. Es sind die Trails mit dem so genannten ‘Flow’, dem Gefühl das sich einstellt wenn man auf dem Weg ’surft’. Es sind auch die Trails, die das teure Mountainbike technisch wieder einmal ausnutzen. Schliesslich sind es auch die Trails, die ein Naturerlebnis hinterlassen.

    Der Eggtrail, wie ich ihn mal nenne, hat alles das und noch etwas mehr! Wenn man in voller Fahrt vor einem quer liegenden Baum steht, hat man entweder gute Scheibenbremsen oder kann sich auf dem Bike gaaaaanz flach machen. Die Strecke ist etwa 1.3km lang, führt von der Egg (Höhe Sunneberg) westlich hinunter nach Burgdorf und ist in der Singletrailmap Napfbergland rot (anspruchsvoll) eingezeichnet. Diese Beurteilung mag im Sommer bei entsprechender Überwachsung oder bei Nässe richtig sein, im Winter bei gefrorenem Boden und ohne Schnee ist es einfach Fun pur. Der erste Teil führt rassig durch den Wald, dann dem Waldrand entlang und mündet im Highlight, einem Weg, der als kleine Schlucht durch den Sandstein nach Burgdorf runter führt. Unten angekommen möchte man gleich wieder rauf.Fazit: Muss man mal gefahren haben!

    Die Emmentaler Schaukäserei !

    Die Emmentaler Schaukäserei in Affoltern im Emmental ist einer der grösseren Attraktionen im unteren Emmental. Die Besucher können den Käsern täglich (auch Sonntags) bei der Arbeit zuschauen. Im Sommer wird sogar im Nebenhaus Käse im Kupferchessi nach alter Art hergestellt. Das Restaurant bietet nebst Käsespezialitäten ausgiebige Frühstücks und urchiges Emmentaler Essen. In der Nähe gibt es eine Bäckerei und andere Läden, die weitere lokale Produkte wie beispielsweise Würste verkaufen. Die grosse Terrasse und der Spielplatz sind im Sommer ein Hit für die Kinder.

    Wer in der Nähe ist, sollte gleich noch die Lueg mit dem Kavalleriedenkmal und der herrlichen Rundsicht besuchen. Wer nicht mit dem Bike diesen Ausflug machen möchte, kann auch mit dem Auto die vielen schmalen Nebensträsschen erkunden, die auf die Lueg führen.

    Fazit: Die Emmentaler Schaukäserei ist jederzeit ein Ausflug wert, speziell im Sommer an einem schönen, warmen Wochentag ohne zu viele Ausflügler und Bustouristen.