Beiträge des Monats - September 2008

Geocachers Paradise !

Heute hatte ich Zeit um kurz auf Geocaching.com eine Suchabfrage zu den Geocaches in der Gegend um Monterey zu starten und meine diversen GPS Geräte ‘abzuspitzen’. Die Trefferquote ist beeindruckend. Interessant die Massierung der Caches in den öffentlich zugänglichen State Parks. Im Umkreis von wenigen Kilometer befinden sich über 350 Geocaches. Das freut sich meine Cacherherz! Da bleibt in Zukunft einiges zu tun, zu Fuss, zu Velo. Ein erstes Durchsehen der Cachebeschreibungen zeigt, dass noch mehr als in der Schweiz das Geocaching Auge und Verstand öffnet für die Geschichte der Region und deren schönsten Orte. Ich freue mich auf viele ‘Founds’!

Das Superbike Finale in Laguna Seca !

Wir entfliehen heute Sonntag dem feuchten Küstennebel und fahren 10 Min. ins Landesinnere nach Laguna Seca zum letzten Rennen der AMA Superbike Serie (Achtung, es gibt wie ich erst heute herausgefunden habe mehrere Superbike Meisterschaften, dies hier ist nicht die Superbike WM! Jene war 2008 auch in der USA, aber auf dem Miller Raceway). Die Rennstrecke ist schön in die karge Hügellandschaft eingebettet. Für wenige USD haben wir die Tickets erhalten, Anfahrt und Parking sind perfekt organisiert. Wir erkunden erst das Gelände und freuen uns, dass alle Tribünen und gar der VIP Turm frei zugänglich sind. Zuerst streunen wir ein wenig an den zahlreichen Ständen von Motorradherstellern und Zubehörhändler herum und begutachten unter anderem eine der Rennmaschinen von Valentino Rossi.

Auf der Start/Ziel Tribüne schauen wir uns bei strahlendem Sonnenschein und 25°C das erste Rennen des Tages an. Im US Rookies Cup jagen 14-jährige Jungs auf 50cc KTM Maschinen um den Rundkurs, Kevin Schwantz kommentiert. Nach der Mittagspause geht es mit dem Rennen der Superstock Series so richtig los. Unglaublich welchen Speed die 1000cc Motorräder an den Tag legen. Wir schauen uns dieses Rennen von einer zentralen Höhe an, wo man fast 2/3 der Strecke überblickt. Super! Leider muss das Rennen nach einem gröberen Unfall abgebrochen werden !

Von dieser Anhöhe aus zeigt sich der grosser Vorteil der Streckenführung in Laguna Seca. Innerhalb von wenigen Metern hat man das obige Panorma und gleichzeitig den Nahblick auf den ‘Korkenzieher’. Die grossen Höhenunterschiede sind das Markenzeichen von Laguna Seca. Nach einem steilen Anstieg bricht die Strasse in einer Linkskurve abrupt ab und windet sich im ‘Corkscrew’ in 5 Kurven hinunter zu Start und Ziel. Hier hat man die Rennfahrer und Maschinen als Zuschauer in Griffnähe. Einzigartiges Erlebnis!

Zum Schluss folgt das spannende Rennen der Superbike Series. Ich bin das erste Mal so hautnah an einem Motorradrennen und muss sagen, dass die Geschwindigkeiten und der Anzug der Motorräder einfach unglaublich sind. Was im Fernseher schon ziemlich gefährlich rüberkommt, ist in Natura Nervenkitzel vom Feinsten. Zudem scheint mir die Rennstrecke von Laguna Seca perfekt auf die Zuschauer zugeschnitten. Es war den ganzen Tag weder langweilig noch mühsam. Vielleicht sieht das beim Massenauflauf während des Moto GP im nächsten Juli anders aus. Wir streichen uns das Datum aber sicher mal an. Doch vorher gehts an den gleichen Ort vom 16. – 19. April 2009 ans Sea Otter Classic, DER Leistungsschau der US Mountainbike-Industrie!

Amerikanische Riten (I) !

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind für uns Europäer sowohl faszinierend anders als auch faszinierend gleich. Nach einigen Wochen hier, entdecke ich nun Dinge, die man als Tourist wohl nicht so schnell sieht. Als kleine Serie möchte ich in loser Folge von amerikanischen Eigenartigkeiten erzählen. Ich nenne sie mal Amerikanische Riten.

Eine davon ist der morgendliche Treueschwur der Schulkinder. Täglich müssen meine Kinder in der Schule am Morgen früh sich zur Amerikanischen Flagge ausrichten und folgenden Treueschwur auf Fahne und Land aufsagen:

“I pledge allegiance to the flag of the United States of America and to the republic for which it stands, one nation under God, indivisible, with liberty and justice for all.”

“Ich gelobe Treue auf die Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika, auf die Republik, die eine Nation unter Gott ist, vereinigt durch Freiheit und Gerechtigkeit für alle.” 1

Danach folgt die Nationalhymne mit Hand auf der Brust. Persönlich finde ich dies natürlich etwas übertrieben und vielleicht könnte man es auch als Gehirnwäsche bezeichnen – insbesondere natürlich für meine Kinder, die ja nur eine bestimmte Zeit hier bleiben.

Auf der anderen Seite braucht die USA als junges Einwanderungsland starke Symbole für die nationale Einheit. Weiter sind wir hier Gäste und haben uns den wichtigsten lokalen Gepflogenheiten anzupassen, wie wir dies in der Schweiz von Ausländern ebenfalls erwarten. Zudem wäre ich froh, würde man in der Schweiz auch etwas mehr Sorge zu den Traditionen und Symbolen unseres alten Staates tragen, als dies oft der Fall ist.

Mehr interessante Informationen zur Geschichte des Pledge of Allegiance gibt es auf Wikipedia EN, DE und hier.

PS: Witzig der doppelte Rechtschreibefehler auf dem Blatt, das unsere Kinder von der Schule zum Auswendiglernen bekommen haben…

2011 Mountainbike – Weltmeisterschaft in Champéry !

Die UCI entschied gestern, die Mountainbike Weltmeisterschaften 2011 in die Schweiz, genauer  ins Wallis nach Champéry zu vergeben. Damit kann die Schweiz nach 1997 (Château-d’Oex) und 2003 (Lugano) zum dritten Mal die WM ausrichten. Die europäischen Zuschauer werden sicher zahlreich am Anlass erscheinen, muss man doch nächstes Jahr nach Australien und 2010 nach Kanada fliegen um die WM zu sehen. Champéry hat sich mit dem Weltcup im letzten Jahr sicher positiv empfohlen. Für Schweizer und Franzosen ist die ganze Region Portes-du-Soleil ja längstens als Bike-Mekka bekannt. Der OK Präsident, Stéphane Coutaz beschreibt, dass sich nun 5 Jahre harte Arbeit ausgezahlt haben.

Ich selber kenne die Gegend nur im Winter. Mich freut dieser Entscheid und es ist zu hoffen, dass dann unsere Jungs und Mädels immer noch so gut an vorderster Front mitmischen können. Ich werde mir jedenfalls Anfangs September 2011 bereits mal im Kalender anstreichen!

Die IMBA Epic Mountainbike Trails !

Die International Mountain Bicycling Association vergibt an herausragende Trails das Gütesiegel ‘Epic-Trail‘. Wer sich die Liste anschaut sieht rasch, dass es sich um eine mehrheitlich US-interne Angelegenheit handelt. Ideal für mich! Folgende neun Trails kommen auf meine To-Do Liste weil sie noch knapp im Rahmen eines Wochenendausfluges ;-) (Distanzangabe und Fahrzeit ab Monterey, CA) erreichbar sind.

Für weitere Infos und Links einfach auf die grünen Fahrräder auf der Karte klicken.

Mountainbiken in der USA ?

Mountainbiken kommt ja bekanntlich aus der USA und nicht weit von meinem jetzigen Standort entfernt, nördlich von San Francisco hat das Ganze begonnen. Nach einigen Wochen (noch ohne Bike) und etwas Recherche in Foren und auf Webseiten beginne ich mich aber langsam zu fragen, wo man den hier eigentlich Mountainbiken kann.

Grundsätzlich ist die USA in Sachen Fahrrad ein Entwicklungsland. Die Strassen sind generell weder für Fussgänger noch für Velofahrer konzipiert. Deshalb gelten Fahrradstreifen in Innenstädten bereits als grosse Errungenschaft und einige Kilometer spurgetrennter Radstreifen wird als einzigartiger, touristischer Biketrail vermarktet.

Mehr zu denken gibt mir aber das weitgehende Fehlen von (nutzbarem) öffentlichem Grund in der Nähe von Siedlungen wie beispielsweise Monterey. In der USA ist mal alles grundsätzlich privat und umgeben von einem Zaun mit unmissverständlichen Warnungen (Keep Out, Privat Property, No Trespassing). Natürlich gibt es öffentliche Parks, in denen sind die Biker aber gar nicht überall willkommen. Was bleibt sind spezielle ausgewiesene Biketrails oder Bikegebiete. Dort dürfte man entsprechend gute und geniale Singletracks befahren können. Meist werden die Trails extra für Mountainbiker gebaut, oder mindestens aktiv gepflegt. Oft muss deshalb auch für dessen Befahren bezahlt werden.

Fazit: Mit der Freiheit von zu Hause weg mal schnell im nächsten Wald eine Abendrunde zu drehen wird es hier nichts. Wer anständig Biken will, muss mit langen Anfahrten (meist mit dem Auto) rechnen, um dann in einem mehr oder weniger gesperrten Gebiet die Trails abzufahren. Ausser mich scheint das aber kein Amerikaner zu stören. Im Moment ist sowieso alles nur Spekulation meinerseits. Sobald ich mal einige Meilen hier ‘Erfahren’ habe, wird sich hoffentlich das Fragezeichen aus dem Titel dieses Beitrages verabschieden.

Das Garmin nüvi 205 im Praxistest (Teil II) !

Nach dem Teil I, hier der Teil II meines Praxistests:

3. Karte

Wichtigstes Teil jedes GPS Navigationsgerätes ist natürlich die Karte. Das nüvi bringt grundsätzlich 2 Karten mit, eine schattierte Reliefkarte für die grösseren Masstäbe und eine Strassenkarte für kleinere. Die Reliefkarte gibt eine gute Gesamtübersicht der Topographie, lässt sich aber nicht wirklich stark zoomen (1cm=8mi). Es folgt eine übersichtliche Strassenkarte mit Interstates (Rot), Highways (Gelb dick), Hauptstrassen (Gelb) und ab einem Zoomfaktor von 1cm=0.3mi auch Nebenstrassen (grau).

Wälder und Wasser sind farblich abgehoben. Alle Strassen sind gut markiert und auf meinem nüvi sind die ‘lower 48 States’ der USA vorinstalliert. Per MicroSD-Card und wohl auch per Software lassen sich weitere Garmin Karten installieren. Mich hat die Detailtreue begeistert. Jede kleine Strasse ist vorhanden. Ab einem Zoomlevel von 1cm=300ft werden alle POI mit Piktogrammen angezeigt. Alles sehr übersichtlich und sehr praktisch. Für die Fussgängernavigation ist das nüvi aber nicht geeignet. Pfade und Details wie auf den Topo Karten darf man nicht erwarten.

4. Goodies

Das nüvi bietet einige nützliche Zusatzfunktionen. In einem Untermenü kann man durch die eigenen Dateien browsen. Das nüvi scheint ca. 2 GB Speicher zu haben, davon sind bei mir noch rund 700 MB frei. Das nüvi wird per USB angeschlossen und lässt sich wie ein USB Medium ohne Treiber durchbrowsen. Es gibt eine Weltzeituhr inkl Tag / Nachtgrafik, einen Taschenrechner und einen Einheitenrechner. Der ist für uns speziell praktisch, müssen wir uns doch mit Miles und Pounds rumschlagen. Während der Fahrt lässt sich ein Statistikcockpit mit vielen Angaben einblenden (siehe rechts). Dies ist der einzige Bildschirm, wo das Display definitiv zu klein ist.

Drückt man während der Fahrt im Navigationsbildschirm aufs eigene Auto erscheint der Bildschirm rechts. Auf einen Blick ist die Position, Höhe, nächste Adresse und nächste Kreuzung sichtbar. Für Notfälle gibts gleich eine Direktnavigation zum nächsten Krankenhaus, Polizeiposten oder Tankstelle. Dies ist einer der Bildschirme, die begeistern und zeigen wie durchdacht die Benutzeroberfläche ist. Hier lässt sich auch die eigene Position für die Favoriten abspeichern.

Eher ein Gag ist die Möglichkeit das Aussehen des eigenen Autos während der Navigation vielfältig von Sportwagen zu Feuerwehrauto und Skater zu verändern. Diese Motive und weitere gibts zum Download in der Garmin Garage. Spassig!

5. Technische Daten und Vergleich zu anderen Geräten

Das Gerät misst ca. 8 x 7 x 2 cm, hat ein 3.5″ Touchscreen (QVGA 320 x 240) und wiegt 150g. Das 205 ist das günstigste nüvi zur Zeit und hat für mich alles was es braucht. Der Bildschirm ist im übrigen in jeder Lage sehr gut ablesbar (solange man im Auto bleibt). ;-) Garmin typisch muss man jede Zusatzfunktion mit viel Geld erkaufen. Entsprechend viele Typen nüvi gibt es in der USA und davon auch einige in Europa. Die W Versionen haben einen Widescreen, beim 205W mit 480 x 272 Auflösung. Die T Versionen kommen mit beigelieferter FM Verkehrsfunk Funktionalität. Weitere nüvis unterscheiden sich in folgenden Punkten: Installierte Karten, Mündliche Ansage der Strassennamen, Design. In höheren Preisspähren gibt es dann Spracherkennung (800er Reihe), Multimode Auto – Bike – Hike – Boat (500er Reihe) und MP3 Player, Radio und Angabe der Einspurstrecken usw. (700er Reihe). Beim Durchsehen der Spezifikationen würde ich aber dringend die xx5 Varianten empfehlen, scheinen sie doch durchwegs mehr Zusatzfunktionen zu haben und aktueller zu sein.

6. Fazit

Nun, dieser Test liest sich wie eine Werbesendung. Ich muss aber sagen, dass mich die durchdachte Benutzerführung, die gute GPS-Leistung und die Kartenqualität bei einem kleinen Preis absolut überzeugt haben. Das nüvi ist in einem für uns fremden Land zum besten Kumpel geworden, der den Alltag massiv erleichtert hat. Vor diesem Hintergrund sind die wenigen Negativpunkte (Displaygrösse, Navigation bei Fehlfahrten, Tastatur) vernachlässigbar. Zusammenfassend: Ich würde es sofort wieder kaufen. Einen Langzeittest folgt dann später einmal.

In einem dritten Teil möchte ich noch einige Zusatzfunktionen austesten:

  1. Upload und Navigation mit geografisch indizierten Bildern per Garmin Connect-Photos
  2. Updates und Upload neuer Karten per Webupdate bzw. Garmin nüMaps Guarantee
  3. Upload weiterer POI besonders solche mit Annäherungswarner per POI Uploader
  4. Möglichkeiten zur weiteren Nutzung der 700MB Speicher inkl Möglichkeit der Auswertung des vorhandenen .gpx Files und der Favoriten

Der Trainingsnotstand !

Immer wenn ich ein definitiv schlechtes Gewissen habe und kein MTB in der Nähe ist, überwinde ich mich eine Runde zu Laufen. Wie hier im Blog nachzulesen, findet dies etwa im 6 Monate Takt statt. Im Oktober werden meine Bikes in die USA geliefert und bis dann sollte ich wieder irgendein Normalgewicht an den Tag legen. Also los, Turnschuhe an und rüber an den Pazifikstrand und dann immer schön den Wellen entlang laufen. Leider stellt sich das Joggen im Sand als weniger idyllisch heraus, als man meinen mag.

Der teils tiefe Sand braucht einiges an Kraft. Ansonsten ist der menschenleere, endlose Strand ein wunderbares entspannendes Erlebnis. Einzig verwöhnte Nasen dürften wenig Freude haben. Auf dem Weg gab es allerhand zu sehen und zu riechen – tote Vögel, Tonnen von Tang, tote Fische und Krabben, tote bzw. halblebige Quallen und jede Menge lebendes Getier.

Das schlechte Gewissen ist beruhigt und die gelaufene Zeit beweist meinen Trainingsnotstand. Da bleibt nur eins: Ran an die Säcke!

Statistik: 9.1 km, 81 Höhenmeter, Rennzeit: 1:01 h