Sonntag
31. Mai 2009
@ 20:54
Was ist Mtb?
Ist irgendein Teil vom Fahrrad. Könnt ihr mir da weiterhelfen?
Immerhin, es gab fünf geduldige Beantworter.
Sonntag
31. Mai 2009
@ 20:54
Was ist Mtb?
Ist irgendein Teil vom Fahrrad. Könnt ihr mir da weiterhelfen?
Immerhin, es gab fünf geduldige Beantworter.
Samstag
30. Mai 2009
@ 21:54

Steve Potts lebt in einem Nationalpark, der Point Reyes National Seashore. So machte ich gestern noch einen kurzen Ausflug zum Point Reyes Lighthouse. Ähnlich wie in Monterey wurde der Nebel mit jeder Meile näher der Küste dichter. Beim Lighthouse konnte man kaum mehr die Hand vor den Augen sehen. Dafür war das Nebelhorn in seinem richtigen Umfeld. Die Stimmung hat mir gut gefallen und es war interessant zu hören, dass auch in Zeiten von GPS das Nebelhorn immer noch gebraucht wird.

Natürlich ist nun alles automatisiert und die alten Installationen zerfallen zusehends. Als Leuchtturm-Fan gefiel mir die Atmosphäre der rostigen Wärterhäuschen trotzdem. Spannend und anstrengend war auch die 300 stufige Treppe runter zum eigentlichen Leuchthaus, die bei Nichtnebel immer dem stürmischen Pazifikwind ausgesetzt ist. Bei guter Sicht hätte man die beinahe endlose, gerade Küste gegen Norden gesehen. Zudem scheint die Steilküste ein perfekter Punkt zu sein um migrierende Wale zu beobachten. Daraus wurde natürlich nichts.

Point Reyes hat eine alte und reiche Geschichte. Das schlecht unterhaltene Anfahrtssträsschen hat den Titel ‘Sir Francis Drake Boulevard’. Der Weltumsegler hatte hier in einer Bucht in 1579 länger geankert. Die Ankerplätze an der US Westküste sind ja an einer Hand abzählbar. Weiterhin für mich unverständlich die Tatsache, dass man erst 1769 die Einfahrt in die Bucht von San Francisco entdeckte. Übrigens, die Anfahrt nach Point Reyes über den Highway No 1 via Golden Gate Bridge verlangt solide Fahrkünste und einen guten Magen. Die Strasse ist in einem teils sehr schlechten Zustand und kringelt sich endlos um den Mt. Tamalpais und die Küste.

Letztes Highlight des Nationalparks ist die San Andreas Falte. Die Halbinsel liegt auf der Pazifischen Platte und ist, deutlich sichtbar, mit einem tiefen Einschnitt von der amerikanischen Platte abgetrennt. Der Highway No 1 verläuft quasi genau auf der Grenze. Ziemlich eindrücklich wenn man sich vorstellt, dass sich die Halbinsel jährlich mit 5cm nach Norden bewegt. Wenig erstaunlich deshalb, dass die Insel beim grossen Erdbeben von 1906 ganze 6m nach Norden sprang. Steve ist ein mutiger Mensch…
Freitag
29. Mai 2009
@ 23:01
Wie versprochen gibt es heute etwas mehr Infos. Ich habe mir bei Steve Potts einen Rahmen bestellt. Es gab hier in der USA ja noch einiges mehr an Auswahl: Kent Eriksen, Merlin, Jeff Jones, Black Sheep Bikes, Lynskey, oder Moots, um nur einige zu nennen. Für Steve Potts haben folgende Gründe gesprochen:
So fuhr ich heute morgen von Monterey via Golden Gate Bridge ins Marin County, am Geburtsort des Mountainbikes, dem Mount Tamalpais vorbei nach Point Reyes. Steve erwartete mich bereits vor seinem Haus, das gleichzeitig seine Werkstatt ist. Nach einem kurzen Beschnuppern ging es dann ans Eingemachte. Wir diskutierten über meinen Fahrstil, meine Vorlieben und meine Wünsche. Mit Kennerblick schätzte er mal meine Abmessungen, die nach dem Nachmessen auf den Inch genau stimmten. Er erklärte, dass er es schätzt die Kunden persönlich zu sehen, damit er sich ein Bild von der Person und seinem Fitnessstand machen kann. Per Mail sei es oft schwierig auf spezifische Probleme einzugehen. Fragen nach Rücken-, Hand-, Knie- und Sitzproblemen gehörten deshalb klar dazu. Geduldig beantwortete er auch meine Frageliste, die ich mir zurechtgelegt hatte.
Jede zweite Frage artete in eine Werkstatt- und Werkzeugbesichtigung sowie einen Exkurs in Metallbau aus. Faszinierend! Er erklärte mir die verschiedenen Arten von Titan, die er für das Bike verwendet, zeigte mir alle Rohre, erklärte das Verfahren um den Rahmen zu satinieren, philosophierte über die Vorteile von 29er, diskutierte Vor- und Nachteile eines 1 Mann Betriebes, erklärte wie er an den Sitzstreben mm einsparte um grössere Reifendurchmesser zu ermöglichen usw. Faszinierend war auch das Hauptarbeitsgerät zu sehen, in dem er den Rahmen einspannt und schweisst.
Nach zwei Stunden war ich zufrieden und Steve hatte die notwendigen Daten. Es gibt ein 29er, massgeschneidert auf meinen Fahrstil und meine Grösse, ausgelegt für 100mm Federgabel und mit klassischen Breezer Ausfallenden, jedoch mit auswechselbarem Schaltauge. Was ich nicht sah, war ein fertiger Rahmen, weil er immer in Paketen eine handvoll Rahmen produziert – Rennräder, SilkTi’s oder eben 29er MTB. Den letzten fertigen Rahmen hat er übrigens gestern einem Alex in die Schweiz geschickt. Glückwunsch! Aber egal, ich habe volles Vertrauen in den Mann.
Fazit: Steve Potts ist wohl einer der sympathischsten Menschen die ich seit längerem getroffen habe. Sein Fachwissen ist beeindruckend und ich habe genau was ich will. Ein Titan-Hardtail mit Herz, eigenhändig gebaut nur für mich von einem Meister des Fachs. Das ist einfach was ganz anderes als von einer Firma mit anonymen Mitarbeitern. Jetzt warte ich noch die genauen Daten ab und dann kann ich langsam über das Zubehör nachdenken. Die Anzahlung ist geleistet und der Rahmen selber braucht ca. 3 – 4 Monate. Da bleibt nur noch Steve bei meinem Rahmen eine ruhige Hand zu wünschen.
PS: Fotos gibt es keine, das wäre etwa so wie wenn ich Bilder meines Wohnzimmers ins Internet stellen würde…
Mittwoch
27. Mai 2009
@ 13:42
Im Gegensatz zur Schweiz, laufen mir hier in der USA permanent Produkte über den Weg, die einen Bezug zum Fahrrad herstellen. Jüngstes Beispiel sind Spielwürfel, die unter dem Label ‘Bicycle’ verkauft werden. Ich habe keine Ahnung wo da der Zusammenhang sein soll und kann mir auch nicht vorstellen, dass bei uns eine Spielwürfelmarke ‘Fahrrad’ heisst. Trotzdem scheint die Marke hier sehr bekannt zu sein.
Nebst dem Cycles Gladiator Wein, ist auch die Biermarke New Belgium Brewery mit der Marke Fat Tire ziemlich präsent. Da werden nicht nur Bikeanlässe gesponsert, sondern auch ein eigenes Biketeam unterhalten, die Tour de Fat organisiert und im Shop gibt es Bikebekleidung. Bier gehört im übrigen hier definitiv zur Bikekultur. Kein lokaler Ride ohne ein anschliessendes Bier, das mangels Gartenrestaurants oft gleich aus den mitgebrachten Sixpacks getrunken wird.
Ich suche mal weiter nach Bicycles…
Update 11.06.2009: Eine Übersicht von Bike-Bieren gibt es beim Bicycles Mag!
Dienstag
26. Mai 2009
@ 13:30
Es gibt ja einige Dinge, die man bei einem Kalifornien Aufenthalt gesehen haben muss. Eines davon ist ein Bär. Auf der gestrigen Rückfahrt vom Lake Tahoe haben wir einen Schwarzbären gesehen. Dies nicht etwa während dem Mountainbiken durch den Wald, sondern entlang der Ausfallstrasse von South Lake Tahoe, ca. 100m von der Strasse entfernt. Rasch habe ich das Auto gewendet, um einen besseren Blick erhaschen zu können. Gemächlich marschierte Meister Petz durch den Wald. Obwohl nicht mit einem Grizzly zu vergleichen, sind die Dinger ziemlich gross und der Bär war nur etwa 500m vom Powerline Trail entfernt, den wir am Sonntag mit den Kindern abgefahren sind. Ich möchte eigentlich nicht mit dem Mountainbike mit Speed um die Kurve fahren und dann vor so einem Bären stehen. Da helfen dann die Broschüren ‘Bear Problems‘ und ‘Verhaltensanweisungen bei Bären‘ sowie der gute Ratschlag DON’T PANIC auch nicht mehr viel.
Das war der richtige Abschluss unseres Memorial Day Weekends am Lake Tahoe!
Sonntag
24. Mai 2009
@ 22:13

Nach zwei Tagen Ego-Biken durfte ich heute einen kleinen Familientag einlegen. Die Kinder haben schöne Specialized Bikes gemietet und wir machten uns auf eine kleine Runde. Zuerst fuhren wir zur Stateline, die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada, markiert mit den hohen Casinobauten auf der Nevada Seite. Am Nevada Beach machten wir eine kleine Pause und meine Tochter wagte sich gar ins eiskalte Wasser. Der Rest der Familie suchte im groben Sand erfolglos nach Gold.

Nach dem Mittagessen – ich kann den ‘Bad Ass Burger’ im Brewery’s empfehlen – hängten wir noch den Powerline Trail an. Die Strecke ist ein lustiges auf und ab und speziell die “Waschbretter” haben meinem Sohn viel Spass gemacht. Zurück fuhren wir via den Railroad Grade Trail und dann auf dem Bikestreifen der Pioneer Strasse zurück ins Hotel. So ein Tag mit Frau und Kind war der richtige Abschluss dieser drei Mountainbike Tage am Lake Tahoe.

Wer Infos zu den Biketrails sucht, dem kann ich die Seite ‘About Lake Tahoe‘ empfehlen. Zudem lohnt sich der Kauf einer Trailkarte in einem der lokalen Bikeshops. Wenn es die Zeit zulässt kehre ich gerne nochmals zurück um den zur Zeit noch schneebedeckten Tahoe Rim Trail fahren zu können.
Statistik: 39.1 km, ca. 648 Höhenmeter, Fahrzeit 03:58 h
Samstag
23. Mai 2009
@ 22:09

Heute war etwas weniger Aussicht dafür mehr Spass angesagt. Am Schluss gab es deutlich über 30km Singletrack und dies auf die Amerikanische Art – sprich endlos Flow und ein Anlieger nach dem anderen. Ich startete oberhalb von South Lake Tahoe am Trailhead des Powerline Trails. Der Weg ist die perfekte Einstimmung für den Tag und in einem welligen Auf und Ab kann man sich mit dem sandigen Untergrund bekannt machen.

Beim High Meadow Trailhead beginnt dann die Arbeit. Ein kleines Teersträsschen führt ziemlich rabiat den Berg empor. Heute geht es jedoch deutlich besser als gestern. Schon bald habe ich den fahrbaren Teil (und die Bike-Shuttles) hinter mir gelassen und fahre weiter in Richtung Armstrong Pass. Schon bald bin ich wieder alleine unterwegs und mit zunehmender Höhe gibt es häufiger kleine Schneeflecken. Auf 2500m Höhe oder 8200ft zwingt mich der Schnee zur Umkehr.

Ich bin nicht traurig, die feinsten Singletracks vom Lake Tahoe liegen vor mir. Es beginnt mit dem etwas technischen Armstrong Pass Trail. Im Vergleich zu den Alpen sind die wenigen Felsstufen jedoch ein Klacks. So richtig spannend wird es dann mit dem Armstrong Connector Trail. Wer nicht aufpasst und die Chicken Line verpasst, läuft Gefahr plötzlich vor einem hohen Drop zu stehen. Der Trail bietet übrigens den einzigen erwähnenswerten Ausblick von heute.

Danach folgt das Sahnestück und wegen den Shuttles auch die Gravity-Fraktion. Egal, der Corral und Sidewinder Trail sind der Hammer. Ein feinster Singletrail schlängelt sich durch den Wald und es gibt keine Kurve ohne perfekte Anlieger. Am Ende des Sidewinders ist mir fast schwindlig vor lauter High-Speed-Anliegerkurven. Flow vom Feinsten. Zurück geht es via den Railroad Grade Trail und danach wieder auf den Powerline Trail.

Ich habe noch etwas Kraft in den Beinen und mache einen kleinen Loop die steile Waldstrasse in Richtung Cold Creek hinauf, um danach den gleichnamigen Trail auszukosten. Vorher quere ich noch in voller Fahrt ein Bächlein und hole mir einen Satz nasse Schuhe, nur um festzustellen, dass es auch ein kleines Holzbrücklein gehabt hätte.
In jedem Fall immer noch besser als mitten im Bach umzufallen!

Fazit: Corral und Sidewinder sind Bikepark-mässige Fun-Trails mit extrem viel Flow. Ich hatte gleichviel Spass auf den eher natürlichen Trails durch das Backcountry. Tahoe ist echt der Hammer und wer einmal die Vorderradbremse auf den sandigen Trails unter Kontrolle hat, wird puren Spass haben.
Statistik: 52.1 km, ca. 1252 Höhenmeter, Fahrzeit 03:59 h
Freitag
22. Mai 2009
@ 22:13

Nach etwas Recherche im Internet haben wir uns doch entschlossen an den Lake Tahoe zu fahren und nach dem ersten Tag wurden wir nicht enttäuscht. Mit ca. 25°C war es deutlich wärmer als in Monterey und der Schnee gibt die Mountainbike Trails im Schnellzugstempo frei. Als erstes musste ich natürlich den No. 1 Trail fahren, den Flume Trail. Ich war gespannt, gilt der Flume Trail doch als einer der absoluten Top 10 Trails, mindestens von Kalifornien (obwohl er eigentlich in Nevada ist).

Startort ist der Spooner Lake nördlich von South Lake Tahoe. Weil sich die Trails mehrheitlich in einem Nevada State Park befinden, muss man 6$ pro Fahrzeug oder 2$ pro Fahrrad bezahlen. Beim Parking befindet sich auch die Spooner Lake Company, die Bikes vermietet und einen Shuttleservice für den Flume Trail betreibt. Der Loop beginnt gleich mit einem knackigen Aufstieg zum Marlette Lake.

Schon nach wenigen Metern ist die Luft draussen. Der Waldweg ist ziemlich sandig und obwohl er mir nicht steil erscheint, keuche ich im letzten Ritzel den Berg hinauf. Was ist nur los? Ein Blick auf das GPS klärt die Lage ein wenig. Ich befinde mich auf 2150m und meine Lunge hat sich wohl zu sehr an Meereshöhe gewöhnt. Mir bleibt jedenfalls die Luft weg und so muss ich ziemlich rasch in den Radwandermodus wechseln. Auf 2500m ist dann die Anstrengung vorbei.

Runter zum Marlette Lake gibt es das letzte Schneefeld und am See geniesse ich eine kleine Rast. Der Bergsee ist ziemlich gross und wunderschön. Um zum Flume Trail zu gelangen muss man noch eine kleine Klettertour machen um zu verhindern dass man nasse Füsse bekommt. Der Wasserstand ist ziemlich hoch und der Weg einige Meter unter Wasser. Nach der einzigen Spitzkehre der Tour und nach einem kleinen Brücklein beginnt endlich der Flow des Flume Trails.

Wie der Name schon sagt, ist der Trail am besten mit einer Walliser Suone vergleichbar. Auch der Flume Trail diente früher der Wasserversorgung und schlängelt sich hoch über dem Lake Tahoe der Felsflanke entlang. Entsprechend unglaublich ist dann auch die Aussicht. Der Lake Tahoe ist schon wegen seiner Grösse eindrücklich und die umrandenden schneebedeckten Hügel machen das ganze noch besser.

Der Trail schlängelt sich zwischen runden Felsen und Bäumen dem steilen Abhang entlang. Die Aussicht ist FANTASTISCH und mir ist klar wieso der Trail so viel Presse hat. Dank der geringen Neigung und dem sandigen, perfekten Untergrund stellt sich zudem sehr viel Flow ein. Ein guter Grund um die Abfahrt am Ende des Trails und den Shuttle sausen zu lassen und stattdessen gleich mal kehrt zu machen und den Trail in die andere Richtung zurück zu fahren.
Fazit: Holy Trail Status – Fahrtechnisch einfach, jedoch sollte man auf dem ausgesetzten Weg nicht auf die falsche Seite umfallen. Konditionell problemlos wenn man mal den ersten Aufstieg geschafft hat. Aussicht – *****!
Statistik: 34.7 km, ca. 732 Höhenmeter, Fahrzeit 02:18 h