VexLaax14 (Day 3): St-Luc – Turtmanntal – Gärlich ! (Teil 2/2)

Blick nach TurtmannLuftseilbahn TalstationMeine Idee ist, in Turtmann (637m) mit der Seilbahn bis nach Oberems zu fahren. Die nächste Bahn fährt erst in 40 Minuten und so habe ich Zeit um im Restaurant Wasserfall ein Sandwich zu essen. Die Gondelbahn hat kaum Platz für das Bike und als noch vier ältere Wanderinnen auftauchen wird es spannend. Irgendwie quetschen wir uns alle in die Bahn und warten auf die ferngesteuerte Berfahrt.

Luftseilbahn Turtmann - Unterems - OberemsMalerischer Wasserfall bei Turtmann

Gleich zu Beginn sieht man aus der Gondel in den Kessel des Wasserfalls bei Turtmann. Das sieht doch ziemlich idyllisch aus und könnte bei richtigem Licht auch als ‚Traumwasserfall‘ sonstwo auf der Erde durchgehen. Die Gondelbahn vernichtet massig Höhenmeter und bei der Mittelstation bei Unterems steigen die Mitfahrerinnen aus. Weiter geht es hinauf bis Oberems auf 1336m. Sofort ist man wieder in einer anderen Welt.

Panorama OberemsSträsschen TurtmanntalTurtmanntal - Wegweiser

Zwischen alten Walliser Ställen hindurch steigt ein Strässchen stetig ins Tal hinein. Zuerst gebe ich auf der angenehmen Steigung ziemlich Gas, muss aber zunehmend einen Gang runterschalten. Der Weg ins Tal hinein zieht sich hin und nach endlosen Kilometern habe ich bei Pletschu (1776m) mein Zwischenzeit erreicht. Hier wäre ich vom Meidpass runter gekommen.

wfallttalTurtmanntal - Holzbrücke

Ich folge dem roten Singletrail auf der Singletrailmap talabwärts. Das Turtmanntal ist wild und relativ unberührt und so sieht auch der Weg aus. Er ist in ziemlich schlechtem Zustand und die Nässe tut das Übrige dazu. So gibt es über weite Strecken viele Schiebepassagen und ich bin langsam müde und entsprechend genervt. Wieso tue ich mir das an? Zum Glück entschädigt die Natur in Form schöner Wasserfälle und grüner Wildnis für die Strapazen.

Kapelle FollutschuggeTrail durchs Turtmanntal

Bei Follutschugge thront eine schöne Kapelle auf einem riesigen Fels. Leider habe ich keine Lust mehr für eine Besichtigung und schiebe das Bike weiter eine Steilstufe runter. Erst ab Hübschweidi beginnt der Weg Spass zu machen und ab hier ist der Trail empfehlenswert. Ich lasse es laufen und zum Schluss gibt es gar noch einen kurzen Suonenabschnitt bis auf die Strasse Unterems – Ergisch. Auf der Asphaltstrasse fahre ich wieder hoch in Richtung Ergisch (1086m).

Suone Ausgang TurtmanntalBlick auf Gampel - Steg

Das Turtmanntal hat viel Zeit und Kraft gekostet und nun stehen 800 Hm bis zur Undri Eischollalp (1868m) an. Verzweifelt suche ich auf der Karte nach einer Route, bei welcher ich ohne Höhe zu gewinnen in Richtung Bürchen queren kann. Keine Chance – die Tobel lassen sich nur untenrum oder obenrum queren. So beisse ich in den sauren Apfel und fahre los. Das wird definitiv ein Kampf und ich motiviere mich von Kurve zu Kurve und von Höhenlinie zu Höhenlinie. Zwischendurch muss ich mal ein Zimmer buchen. Gärlich ob Bürchen scheint mir ein guter Standort zu sein. Bis Embd zu kommen ist Illusion. Ein Blick auf die Statistik bestätigt meine Befürchtung – ich laufe schon länger am Limit

Alp TschorrBrandalp

Die Buchung, das Tagesziel nun greifbar, gibt mir wieder etwas Kraft. Die Schatten werden länger als ich an der Alp Tschorr vorbei und schliesslich bei der Undri Eischollalp ankomme. Nun scheint es nur noch runter zu gehen und bei der Brandalp ist das Tagessoll fast geschafft. Etwas unvorbereitet kommen dann nochmals über 100 Höhenmeter bis nach Gärlich. Der Atem geht flach, die Beine sind sowas von leer… Irgendwie schaffe ich es trotzdem bis zur Unterkunft. In der Pizzeria gibt es als Sofortmassnahme gleich eine Portion Spaghetti Carbonara als Vorspeise. Danach ging es sofort ins Bett, nicht ohne vorher noch die tägliche Wäsche gemacht zu haben. Der Schlaf war tief…

Pizzeria Mamma Mia Grälich

Übernachtet habe ich in der Pizzeria Mamma Mia, Bürchen – Gärlich, 95 CHF inkl Frühstück. Die Zimmer sind neu und am Abend gab es tolle Pasta und eine Pizza zum Nachtessen. Die Pizzeria ist natürlich kein Bikehotel, ich konnte das Rad in den Skiraum stellen.

Reminder: Die Ergischsuone habe ich ausgelassen. Einerseits ist dies kein Terrain für Mountainbikes und andererseits hatte ich keine Lust mein Bike bei diesen feuchten Verhältnissen über einen handtuchschmalen Weg hoch über dem Abgrund zu schieben. Ich glaube ich werde diese Suone mal als Wanderung planen. Mit der Seilbahn nach Oberems und dann via Hübschweidi nach Ergisch – runter per Postauto.

Statistik: 78.3 km, ca. 2175 Höhenmeter, 3295 Hm Abfahrt, Fahrzeit 7:15 h

3 Kommentare zu “VexLaax14 (Day 3): St-Luc – Turtmanntal – Gärlich ! (Teil 2/2)

  1. sven
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    schade dass das wetter nicht mitspielt und chapeau, dass du es trotzdem durchziehst. ich pussy hätte wohl schon längst abgebrochen.
    liesst sich richtig abenteurlich, wie du den weg on-the-fly immer wieder den gegebenheiten anpassen musst.

  2. rotscher
    Antworten

    Da du den Maidpass ausgelassen hast, hat sich die Schlaufe ins Turtmanntal wohl nicht gelohnt 😉 Diese hätte ich ausgelassen und dafür bei Ergisch einen schöneren Aufstieg gewählt und zwischen Eischoll und Unterbäch ein paar super Trails eingebaut. Aber klar, du kennst die Gegend natürlich nicht. Und so auf die Schnelle geht das nicht. Schade, dass du in dieser tollen Region nicht vom Walliser Wetter verwöhnt worden bist 😎

    1. Spoony Artikelautor
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      Hoi Rotscher
      Ich habe schon gesehen, dass die Gegend noch einige Trails bietet und ebenfalls viele Suonen. Aber ehrlich gesagt war ich ab Eischoll ziemlich platt und wollte nur noch auf dem schnellsten Weg nach Bürchen. Wenn ich mal wieder dort bin, melde ich mich – du bist dort ja DER ‚local‘. 😉

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