VexLaax14 (Day 7): SAC Corno-Gries – Passo del Sole – Disentis ! (Teil 1/2)

Sonnenaufgang Corno-GriesSonnenaufgang SAC Hütte

Nach dem gestrigen Hüttenregentag ist die Morgensonne beim Frühstück ein tolles Signal! Der Tag wird einige Herausforderungen bieten und deshalb gibt es diese Etappe wieder in zwei Blogbeiträgen. Etwas ungewohnt geht es mit kalten Knochen gleich abwärts bevor ein toller Trail die ganze Bergflanke in Richtung Alpe San Giacomo quert.

Panorama in Richtung Nufenen

Der Blick zurück fällt auf die Nufenenpassstrasse und auf den heutigen Startpunkt, die SAC Hütte Corno-Gries. Der Blick nach Vorne schweift ins Bedrettotal und auf die rechte Bergflanke, wo ich auf Trails bis nach Airolo und weiter fahren werde. So auf Distanz sieht das vielversprechend aus – wir werden sehen…

Trail rüber nach San GiacomoVal BedrettoAlpe San Giacomo di Manie

Der erste Zwischenhalt mache ich auf der Alpe San Giacomo di Mano (2240m). Auf einer kleinen Hochebene strahlt im schönsten Weiss eine kleine Kapelle. Ich schaue hinauf zur Landesgrenze beim Passo San Giacomo und bereue es ein wenig nicht die Runde  nach Riale gemacht zu haben – aufgeschoben auf später.

Passo San GiacomoKapelle San Giacomo

Der Passübergang war früher durchaus wichtig und die Kapelle datiert noch aus dieser Zeit. Interessante Infos gibt es bei Wikipedia. Ich schaue mir den Innenraum an – himmlischer Beistand kann dem einsamen Mountainbiker auf seiner Reise schliesslich nicht schaden.

Kapelle San Giacomo - InnenKapelle San Giacomo - Altar

Im Anschluss untersuche ich näher die militärischen Anlagen auf dem Berg. Was auf den ersten Blick wie ein Berghaus aussieht, ist in Wahrheit ein Infanteriewerk mit Kaserne, Seilbahn und diversen Bunkern. Ziemlich eindrücklich die grosse Anlage.

San Giacomo - BunkerblickBunkeranlage San Giacomo

Ich muss weiter und fahre, oder ’schiebe‘, runter zur Alp im Val d’Olgia. Hier mache ich erstmals Bekanntschaft mit dem Ärgernis des Tages. Im Bedrettotal scheint man den Wanderweg grundsätzlich direkt vor den Alphütten durchzuführen. Das bedeutet, dass man immer mitten durch eine Sumpflandschaft aus Matsch und Kuhschei..e laufen muss. Dazu kommen meistens noch zwei Zäune welche zu übersteigen sind.

Val d'Olgia - interessante BachüberquerungAusblick auf das Trailmonster bei StabbiascioPanorama Pizzo Rotondo

Die folgenden Kilometer auf dem Wanderweg bis zur Schotterstrasse im Val Piana sind zum Vergessen. Ich kann kaum etwas fahren und der schmale matschige, steinige Pfad geht richtig ans Gemüt und in die Knochen. Anschliessend sind wenigstens grosse Teile fahrbar, aber viel Spass macht es trotzdem nicht. Einzig der Blick auf die Pizzo Rotondo Gruppe auf der anderen Talseite hellt die Stimmung etwas auf.

Blick hinüber zum San GottardoBlick auf Airolo

Nach weiteren Alphütten mit ‚Chüeblätterquerungen‘ bin ich froh endlich zur linken Hand die Gotthardpassstrasse zu sehen und schon bald stehe ich bei Culiscio weit oberhalb von Airolo. Das erste Fazit zu diesem Streckenabschnitt: Nicht empfehlenswert! Schade, die rechte Flanke des Bedrettotales hätte richtig Potential für einen wunderbaren Mountainbiketrail. Am Abend wird die Statistik zeigen, dass ich vom Corno-Gries bis Piotta ganze 3 1/2 Stunden Fahr- und Schiebezeit hatte.

Ritom Bahn in SichtAbfahrt Giof - Piotta

Anstelle der geplanten Abfahrt ins Tal, improvisiere ich bei Nante die weitere Route und fahre zuerst hinüber nach Giof. Dank der Karte auf meinem GPS gelingt dies gut, obwohl mir die kleinen Zwischensteigungen wegen dem schweren Mehrtagesrucksack bereits wieder in die Beine gehen. Auf der anderen Talseite sieht man zum nächsten Ziel: Der Ritom Bahn.

Eisenbahnschiene über die A2?Talstation RitombahnBergstation Ritom - Flugplatz Ambri

Auf einer bautechnisch interessanten Strasse fahre ich mit Highspeed nach Piotta (1006m) runter und weiter über den Talboden. Bei der Unterquerung der Autobahn fällt mir auf, dass hier doch tatsächlich eine Eisenbahnschiene über die Autobahn A2 zum Kraftwerk führt. Das dürfte wohl einzigartig sein. An der Talstation bleibt Zeit für eine kurze Pause bevor ich auf der steilsten Standseilbahn Europas den Berg erzwinge.

Blick die Leventina hinunterLago Ritom in Richtung Staumauer

Ein tolles Erlebnis, das den nicht ganz billigen Fahrpreis der Bahn rechtfertigt. Auf dem Weg nach oben kann ich mit dem Betreiber der Gaststätte an der Bergstation über mein Mountainbike und meine Tour fachsimpeln. Man merkt sofort – hier sind Mountainbiker durchaus willkommen. Wieder auf dem Bike vernichte ich einige Höhenmeter bis zum  Lago Ritom (1850m), der türkisfarbig in der grünen Landschaft liegt. Herrlich!

Panorama Lago Ritom

Hochmotiviert ob der schönen Landschaft und dem tollen Wetter pedale ich entlang des Stausees in Richtung Passo del Sole. Dazu mehr im Teil II.

4 Kommentare zu “VexLaax14 (Day 7): SAC Corno-Gries – Passo del Sole – Disentis ! (Teil 1/2)

  1. Pingback: VexLaax14: Übersicht ! | Spoony's Bike Blog

  2. rotscher
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    Ich bin die Strecke von der Alp San Giacomo nach Airolo noch nie gefahren. Aber ich habe bis jetzt nur Gutes davon gehört. Daher erstaunt mich dein Bericht. Von der Alp San Giacomo hast du sicher den falschen Weg genommen. Meines Wissens nehmen alle den oberen Trail und nicht jener über Val d’Olgia. Danach gibt es wohl keine grossen Alternativen. Ausser eben die Abfahrt von Culiscio direkt runter 😀
    Ich werde die Stecke hoffentlich bald auch mal abfahren. Sie steht schon lange auf meiner Liste. Dann bin mal gespannt wie es für mich wirkt.

    1. Spoony Artikelautor
      Antworten

      Hoi Rotscher, ich habe eben von dieser Strecke auch gutes gehört und deshalb war ich wohl ein wenig enttäuscht. Aber objektiv muss das nicht sein, ich hatte einen schweren Rucksack und war bereits eine Woche unterwegs. Nicht zu vergessen, war ich aus dem Wallis kommend trailverwöhnt. Vielleicht ist ja die Abfahrt nach Airolo so gut, dass man den Rest ausblendet. 😉

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