VexLaax14 (Day 7): SAC Corno-Gries – Passo del Sole – Disentis ! (Teil 2/2)

Alpe di PioraTalkessel Cadagno - so grün!

Ich bin das erste Mal in der Region des Lago Ritom und habe bisher nur Gutes in Berichten im Internet gelesen. Besonders fällt mir die grüne Landschaft auf – alles ist extrem saftig, kein Wunder angesichts des feuchten Sommers in diesem Jahr. Vom Ritomsee (1781m) geht es leicht steigend auf einer Naturstrasse bis zum Lago Cadagno, der wunderbar in einem kleinen Talkessel eingebettet ist.

BergblumenBlick zurück bei CarorescioPanoramabild mit Blick nach Motti

Immer weiter hinauf, vorbei an der riesigen, neu renovierten SAC Hütte Cadagno, führt der Weg hinauf zur Alpe Carorescio (2172m). Es ist alles gut fahrbar und ich komme langsam aber stetig vorwärts. Mental bin ich im Gegensatz zur ersten Tourhälfte wieder ‚gut drauf‘ und dank dem gestrigen Ruhetag habe ich erstaunlich ‚gute Beine‘. Von der Alp sieht man hinauf nach Motti, dem nächsten Zwischenziel.

Hier gehts zum Val TermineFast geschafft - Verzweigung Motti

Der folgende Anstieg hat einige Schotterabschnitte, die ich kurz schieben muss. Schliesslich stehe ich an der Verzweigung beim Punkt 2254 und muss nun entscheiden, ob ich via Passo dell’Uomo oder via Passo del Sole zum Lucomagno fahren will. Die Wolken sprechen für die kurze Version, aber im Internet las ich, dass der Trail durchs Val Termine eher den Charakter eines Bachbettes hat. Also los in Richtung Passo del Sole.

Panorama Passo del SolePasso del SoleUnd runter gehts - Passo del Sole

Weit ist es nicht mehr. Zuerst geht es ein wenig runter bis die steile Rampe hinauf zum Pass kommt. Die letzten Höhenmeter muss ich schieben und stehe schliesslich auf dem 2376m hohen Übergang. Es windet ziemlich stark und ich lege mich mit angezogener Windjacke ins Gras und geniesse das Panorama und die tibetische Stimmung der im Wind flatternden Gebetsfahnen.

Flowtrails beim Lago dei CanaliEtwas schwieriger - Rondadöira

Ich bin neugierig auf die Abfahrt, die auf der Singletrailmap schwarz als ’schwer‘ eingezeichnet ist. Tatsächlich sind die ersten Meter wegen vielen Steinpatten schwierig und ich schiebe kurz. Der folgende Mittelteil ist Trailspass pur in einer genialen Landschaft. Im unteren Teil ändert sich der Charakter erneut und bei einigen ausgefahrenen schottrigen Abschnitten laufe ich zur Sicherheit. Insgesamt fahrbar und im Gegensatz zum ‚roten‘ Trail heute morgen im Bedrettotal ist die Abfahrt vom Passo del Sole aus meiner Sicht nicht ’schwarz‘.

Blick zum Pass bei Campo SolarioLukmanierpassPanorama Lai da Sontga Maria

Wunderbar öffnet sich das breite Vale Santa und man hat das Gefühl auf den Lukmanierpass runterzufahren. Im Hospezi Sta Maria kehre ich ein und esse etwas Süsses. Das Dessert ist ausgezeichnet und ich frage nach einem Zimmer – leider ausgebucht. So geht es weiter in Richtung Graubünden. Leider scheint es keine Alternative zur Passstrasse in der dunklen Galerie zu geben. Ich versuche es trotzdem und nehme den Weg über das Galeriedach. Das wäre eigentlich Top, würde man den Weg ein wenig ausbauen. So muss man halb kletternd den Weg aufs Dach finden und danach alle 100m einen Wasserkanal überwinden. Die Aussicht auf den Stausee ist grandios und so kann ich trotz den Hindernissen den Weg ‚oben durch‘ nur empfehlen.

Blick zum StaumauertrailBlick vom Lukmanier ins Val Medel

Bei der Staumauer gibt es eine Alternative zur Passstrasse. Auf der anderen Seite zirkelt ein Zick-Zack Trail ins Tal runter. Aus der Ferne sieht er übrigens einfacher zu fahren aus als er tatsächlich ist. Ich kämpfe mit glitschigen Felsplatten und sumpfigem Untergrund, komme aber zum Glück wohlbehalten im Talgrund an.

Lukmanierstausee - StaumauerblickLukmanierstausee - Staumauerblick

Als Staumauerfan dürfen natürlich Staumauerfotos aus allen Blickwinkeln nicht fehlen. Unheimlich und eindrücklich so unterhalb der Mauer zu stehen, im Wissen, wieviel Wasser dahinter ist. Doch die Zeit drängt, nach Disentis runter sind es noch einige Kilometer.

Brücke über die FrodaAbfahrt durchs Val Medel

Vor mir liegt das relativ unberührte Val Medel. Auf der alten Strasse geht es fernab des Verkehrs das Tal runter und auf der Schotterstrasse gebe ich so richtig Gas. Das Tal scheint kein Ende zu nehmen und auch ohne Singletrails habe ich ein Grinsen im Gesicht. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Passstrasse wechsle ich bei Acla definitiv auf die linke Talseite und geniesse die abwechslungsreiche Strecke und die tollen Aussichten.

Northshore Trail entlang dem Rein da MedelAlte Strasse bei Muots

Entlang des Weges hat es immer wieder Schautafeln, welche die Geschichte der uralten Weiler und Kapellen erklären. Im untersten Teil muss nochmals auf die Hauptstrasse ausweichen. Die Umfahrung mit vielen Höhenmetern wollte ich mir nicht mehr zumuten. Kein Spass neben Lastwagen über eine Baustelle durch die Schlucht zu fahren.  Zum Tourschluss kämpfe ich mich noch bis Disentis rauf.

Panoramabild bei Platta

Im Dorf angekommen werfe ich das Smartphone an und finde mit dem Hotel Cucagna eine gute Unterkunft. Das Zimmer ist relativ klein, das Frühstück in Ordnung, freundliche Bedienung aber insgesamt nichts Spezielles. Mit 85 CHF stimmt Preis – Leistung. Zur Feier dieser Monsteretappe ass ich das Nachtessen im Hotel Alpsu – Hervorragende Capuns vom ‚Weltmeister‘ und eine noch bessere Heusuppe – empfehlenswert!

Kirche Cali und Blick nach CuragliaDas Ziel in Sicht - Disentis

Das untenstehende Höhenprofil kann ich einfach zusammenfassen: Erster Teil so la la; besonders die ‚Abfahrt‘ nach Airolo hatte ich nicht wirklich als solche wahrgenommen. Zweiter Teil: Einfach nur Top!

Statistik: 77.9 km, ca. 1776 Höhenmeter, 3697 Hm Abfahrt, Fahrzeit 7:33 h

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