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Die 29er Mountainbikes gewinnen Rennen !

Die 29er scheinen nun definitiv Europa erfasst zu haben. Das äussert sich nicht nur in der beinahe schon  hypemässigen Berichterstattung in den jüngsten Zeitschriften, sondern auch daran, dass seit kurzem die 29er auch auf dem alten Kontinent auf den Rennstrecken sichtbar erfolgreich sind. Beispiele sind die Siege von Christoph Sauser an der Trans Germany 2010 und Platt / Sahm bei der Transalp, Platt auch an der Grand Raid, alle auf 29er. Währen der Durchbruch der 29er auf gewissen Langstrecken absehbar war, sagte Thomas Frischknecht noch im Mai anlässlich des 29er Workshops der Bikedays, dass sich 29er im Cross Country Rennsport nicht durchsetzen würden. Letztes Wochenende haben nun seine Jungs 29er in Muttenz eingesetzt und prompt die Plätze 1 und 3 belegt. Der Gesinnungswandel erstaunt doch etwas. Natürlich kann man spekulieren, dass auf 26″ Rädern das gleiche Resultat erzielt worden wäre, dass der Kurs in Muttenz 29er bevorzugt und dass die Räder der Profis wenig mit Mountainbike zu tun hätten. Dass die Athleten aber 29er nur aus Marketing-Gründen einsetzen, erscheint mir eine etwas gewagte These. Ohne handfeste oder mindestens psychologische Vorteile würde wohl keiner eine solche Umstellung wagen. Ich bin gespannt wie sich die Sache weiter entwickelt. Es wird interessant sein zu beobachten auf welchen Strecken die Sportler eher 29er und auf welchen eher 26er einsetzen.

Ich meine: Die 29er werden einfach eine Auswahl mehr im schon grossen Menu der Mountainbikearten. Die Frage 29er oder 26er stellt sich deshalb so nicht!

PS: Das Sportpanorma hat eine guten Bericht zu Muttenz geliefert.

Drei Tage Mountainbiken in St. Moritz !

Es ist soweit. Obwohl dieser Blog werbefrei ist, konnte ich einer Einladung der Bergbahnen St. Moritz und der alavia gmbh nicht widerstehen und habe das Angebot für eine dreitägige Pressereise nach St. Moritz angenommen (nachdem ich es im letzten Jahr wegen meines USA Aufenthaltes ausschlagen musste). Da lasse ich mir die gute Laune nicht durch ein bisschen Regen und Temperaturen um die 10°C trüben. Ich habe mich entsprechend ausgerüstet und die kommenden Tage werden beweisen ob der Spruch ‘Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung’ die Wahrheit sagt.

Ich weiss noch nicht, ob ich täglich bloggen werde – die Tage scheinen ziemlich intensiv zu werden und ich möchte als Gegenleistung für die Einladung etwas qualitativ hochwertige Artikel verfassen. Sicher werde ich aber das eine oder andere Twittern. Übernachtet wird übrigens in der INN LODGE in Celerina.

Besonders freue ich mich auf die persönlichen Kontakte mit anderen Anwesenden (Mein Bike Blog, r2-Bike) und besonders mit Vazifar und Rotscher, deren Blogs ich ja schon länger verfolge.

Gedanken zum Mountain Bike Magazin !

Heute hatte ich den einzigen freien Abend der Woche und so genoss ich diesen bei schönstem Wetter im Tramdepot mit Blick auf die wunderbare Altstadt und den Bärenpark samt Bären und Jungtieren. Nicht fehlen durfte ein Märzen Bier, ein Bretzel und etwas MTB Lektüre in Form des Mountain Bike Magazins 08/10. Heute hatte ich Lust und Zeit die Zeitschrift nicht nur durchzublättern, sondern mir einige Gedanken dazu zu machen. Folgende Dinge sind mir aufgefallen:

1. Sprachrohr der Bikeindustrie: Dieser Vorwurf wird den Deutschen Bikemagazinen oft gemacht und trotzdem scheinen sie sich ziemlich gut zu verkaufen. Ich würde es eher anders formulieren: In typisch europäischer Eigenschaft ist die MTB Presse technophil und statistikbegeistert. Es scheint als glaube man der Excel-Tabelle aus Hunderten von Testwerten eher als dem Fahrgefühl im Praxistest. Dies ist ein fundamentaler Unterschied zur Bikepresse in der USA, die geprägt ist von Geschichten, Menschen und Gefühlen.

2. Wenig Emotionen: Das führt gleich zum nächsten Problem. Dem Magazin fehlt es an Emotionen, es fehlt an Ich-Journalismus, es fehlt an Meinungen, es fehlt an Bikekultur und -politik. Irgendwie schade, ich habe die ausgeflippten Berichte der US-Magazine geschätzt; da werden tragische Stories, echte Gefühle und traditionelle Bikekultur gelebt und beschrieben. Unsere Magazine lesen sich oft wie aufgemotzte technische Bedienungsanleitungen mit zugegebenermassen perfekten Bildern.

3. Systemintegration: In diesem und dem nächsten Jahr geht die Systemintegration der grossen Hersteller wie Specialized kräftig weiter. Da frage ich mich, ob ich mir das Schrauberwissen nicht zum falschen Zeitpunkt angeeignet habe. Wenn es so weiter geht, gibt es kaum noch Standards für auswechselbare Parts und in Zukunft lässt sich am Bike auch nicht mehr viel selber schrauben.

4. Peter Denk: Nachdem es etwas ruhiger wurde um Peter Denk ist nun der Wechsel von Scott zu Cannondale auch optisch an den Bikes sichtbar. Das Cannondale Jekyell scheint mir doch ziemlich in der Nähe des Scott Genius zu sein. Ich bin gespannt ob das eierlegende Wollmichsau-Bikekonzept erneut funktioniert. Der ultrakomplexe Hinterraddämpfer weckt bei mir Erinnerungen ans Genius. Da bleibt nur zu hoffen, dass ohne Profi-Boxencrew für das Setting eine normale Ausfahrt noch machbar ist.

5. Teurer: Die Bikes knacken locker die 7000 EUR Grenze und bei den getesten Karbon-Laufrädern spricht man schon mal von 2000 EUR. Da ist es nur logisch, dass mittlerweile Vollkasko-Versicherung wie beim Auto angeboten werden. Es fragt sich nur was den da versichert wird – schliesslich gibt es selten Unfälle, dafür umso mehr gebrochene Rahmen und Parts beim ‘normalen’ Gebrauch des Fahrrades.

6. Scott Scale 899: Liebe Jungs (und Mädels) von Scott. Ich lese, dass ihr eine Gewichtsgarantie auf die Rahmen gebt und alle schwereren Rahmen aussortiert. Also ich hätte da Interesse an einem ‘Ausschussrahmen’ welcher durch die Toleranz fällt und 900 Gramm wiegt. Ich würde euch den Karbonschrott kostenlos abnehmen. Natürlich hätte ich noch mehr Interesse an einem Scale 29er für 950g statt 949g. Ich könnte mit dem Zusatzgewicht gut leben. Euer Spoony… ;-)

Und sonst ? Der Bericht von der Bikeproduktion aus Taiwan ist ein Beispiel wie unkritisch und undifferenziert über die Bikeindustrie berichtet wird. Schade – diese Reportage hätte das Potential für einen guten und differenzierten Hintergrundsbericht zur Mountainbike-Produktion gehabt. Dafür haben mir die Tourenberichte aus der Schweiz und aus Ischgl gefallen. Hier gibt es wenig auszusetzen und man bekommt viele nützliche Informationen für mögliche Touren. Und dann gab es noch einen kitzekleinen Kasten zum IF Ti Deluxe 29er – ein Ti29 in der deutschen Bikepresse – nicht schlecht…

Zu heiss zum Biken… !

Ja ja, unlängst hat es wochenlang bei kühlen Temperaturen geregnet und nun jammern wir bereits wieder über die Hitze. Tatsächlich macht aber Mountainbike bei schwülen 35°C wenig Spass. Da geniesse ich lieber ein kühles Bier auf dem Balkon und schreibe zwischen den Viertelfinals einen kurzen Blogbeitrag. By the way: Gratulation an die Deutsche Elf! Zusätzlich schmerzt mein rechtes Handgelenk, 200 km Trailbiken auf dem Hardtail in 8 Tagen fordern Tribut. Ich muss schauen, dass mein Fully bald wieder flott ist… aber zum Mechen im Keller fehlt mir die Motivation, obwohl es dort unten wenigsten kühl wäre. ;-)

Das Gewicht meiner Mountainbikes !

Noch in der USA hatte ich unsere Mountainbikes kurz an die Waage gehängt. Zum ersten Mal weiss ich also was die Fahrräder genau wiegen. Man liest in den Zeitschriften ja oft über die neuen ‘Standardgewichte’ irgendwelcher Bikeklassen. In Realität zeigt dann die Waage oft ein wenig mehr an. Nun, das Ti29-40 bringt es auf 11.3 kg und ich habe mir ehrlich gesagt ein wenig weniger erhofft, speziell angesichts all der verbauten High-End Teile und der XTR Gruppe. Nicht vergessen sollte man aber, dass das Ti29-40 eben ein 29er ist und die Laufräder und Reifen schon mehr Gewicht bringen.

In der Gewichtsrangliste folgt das Scott Genius MC 40 mit 13 kg und das Scott Contessa FX-15 meiner Frau mit 13.3 kg.  Auf dem Trail sind die 1.7 kg Abstand zwischen dem Ti29-40 und dem Genius deutlich zu spüren, obwohl man bei Vergleichen zwischen 29er und 26er vorsichtig sein muss. Beim Genius und speziell beim Contessa gibt es also noch einiges Abspeckpotential. Sobald ich das Genius wieder zusammengesetzt habe und die Gewichte der einzelnen Teile kenne, kann ich dann auch genauere Aussagen machen, wo die Unterschiede genau verborgen liegen. Speziell beim Bike meiner Frau möchte ich schon noch das eine oder andere Gramm verlieren. Das wäre ja nichts als fair, oder?

Der erste 29er Plattfuss !

Also ein Plattfuss bei einem 29er Rad sollte sich eigentlich nicht gross von einem normalen Mountainbike-Platten unterscheiden. Heute Abend war es ein wenig anders. Kaum fünf Minuten auf der Feierabendrunde, gab es hinten einen lauten Knall und nach einer Vollbremsung fuhr ich schon auf den Felgen. Ein riesiger rostiger Nagel hatte den Reifen und den Schlauch gleich doppelt durchbohrt und auch das Felgenband nicht unbeschädigt gelassen. Nerv…  :sad:

Anstatt zu fluchen setzte ich mich mit dem Rad ans Emmeufer und atmete einige Male tief durch. Zum Glück gehe ich immer voll ausgerüstet auf die Runden. Nach 10 Minuten war der Schlauch gewechselt und der Reifen aufgepumpt. Wahrscheinlich ist der Reifen aber nicht mehr für mein Tubeless Experiment zu gebrauchen. Das ist sehr ärgerlich. Es gibt für ca. 20 CHF bei Veloplus Tubelessreifenreparaturkits, aber das lohnt sich wohl kaum.

Ansonsten war die Tour warm (min. 26°C), die Trails bereits sommerlich überwuchert, die Entlein frisch und niedlich und die Hafenbar in Solothurn gut besucht. Problematisch war erneut der extrem hohe Chitin-Anteil pro m3 Luft, welcher die Sauerstoffzufuhr stark reduzierte weil der Mund geschlossen gehalten werden wollte.  :grin: Der Verursacher der Reifenpanne wurde am Ende der Tour auch noch gefunden. Beim Ersatz der alten Balken des Fussweges über die Emmebrücke ist wohl ein Nagel auf den darunterliegenden Trail gefallen.. Pech!

Statistik: 42 km, ca. 211 Höhenmeter, Fahrzeit 2:03 h

Kurzes Sonntagsbiken !

Während sich unsere Kinder im Schwimmbad vergnügten, machten meine Frau und ich eine Sonntagstour über die Hügel nach Burgdorf. Rechtzeitig vor dem drohenden Regen brachten die Landwirte ihr Heu ein. Für uns reichte es dann der Emme entlang nicht mehr und in einem unglaublichen Wolkenbruch und mit teilweisem Hagelbeschuss fuhren wir die restlichen Kilometer nach Hause. Schön war es trotzdem, besonders weil ich wieder mal mit meiner Frau biken konnte.

Statistik: 42.9 km, ca. 280 Höhenmeter, Fahrzeit 2:33 h

Die Rahmenwäsche !

An so einem Regentag muss man fast etwas Zeit in der Werkstatt verbringen. Ich schaute mir mal den demontierten Scott Genius Rahmen an und konnte erleichtert bis auf viele Kratzer keine gröberen Schäden feststellen. Dafür gab es nach über vier Jahren mal ein Schaumbad für den geschundenen Mountainbike-Rahmen. Die Gelegenheit nutzte ich um die letzten überflüssigen Kleber zu entfernen. Erneut zeigte sich Brennsprit als starker Partner um den Restkleber los zu werden. Nun wird das Ganze noch poliert und dann geht es ans Zusammenschrauben. Vielleicht bessere ich noch einige Stellen mit schwarzem Lack aus. Wenn, dann aber nur ohne viel ‘Drüberpinseln’. Mal schaun…