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Der Schönenbode – Loppertrail – Loop !

Wer hier in Luzern Feierabendrunden drehen will muss sich mental jeweils auf 1000 Höhenmeter Aufstieg einstellen. So war es auch gestern, als ich auf dem Asphaltsträsschen in relativ angenehmer Steigung zum Restaurant Schwendelberg und danach weiter zum Aussichtspunkt Schönebode fuhr. Ich bzw. der Track auf dem GPS hatte aber noch mehr vor.

Auf einem ziemlich steilen Schottersträsschen ging es in Richtung Fränkmünt zum Ziel der dortigen Rodelbahn, welche unter dem Namen Fräkgaudi vermarktet wird. Kaum angekommen verschwand die Sonne hinter dem Grat der Fräkmüntegg. Es folgte eine (für mich) ziemlich steile Abfahrt hinunter nach Rengg. Leider hat es im oberen Teil ziemlich viel lockeres Kies, im mittleren Teil grobe, verblockte Schotterfelder und im unteren Teil sehr steile Wiesenpassagen. So richtig Spass hatte ich mit dem Ti29-40 nicht.

Bei der alten und malerischen Kappelle bei Rengg begann der zweite Teil der Tour, die Abfahrt über den Loppertrail. Doch dieser will zuerst mit einem kleinen Aufstieg zum historischen Renggpass verdient werden – Mountainbike tragen war angesagt. Der Renggpass ist ein uralter Übergang von Luzern ins Sarnental und Richtung Brünig.

Der Loppertrail bietet in erster Priorität tiefe Einblicke runter zum Alpnachersee und die umliegenden Berge. Der Weg selber macht einen bautechnisch interessanten Eindruck und muss früher einiges breiter gewesen sein. Gebaut wurde er 1926 für militärische Bedürfnisse. Heute ist er ein ziemlich steiniger Singletrail mit meist fahrbarem Gefälle bzw.  Steigung. Der obere Teil fand ich nicht so genial, zu steinig und die Spitzkehren hatten für meinen Geschmack auch schon zu viele Spuren und Schäden von Mountainbikern.

Der untere Teil machte dann aber kräftig Spass und bei genügender Fahrtechnik lassen sich prickelnde Spitzkehren mit tiefen Blicken fahren, ohne dass es wirklich allzu gefährlich wird. Mit rauchenden Bremsen kam ich im Abendlicht am Alpnachersee an. Die Rückfahrt erfolgt auf gut ausgebauten Radwegen und natürlich auch über die Pontonbrücke, die das Lopper-Felssturzgebiet temporär umschifft. Nicht schlecht für eine Feierabendrunde…

Fazit: Der Umweg auf die Fräkmünt lohnt sich nicht, die Abfahrt bietet zu wenig. Die Aussicht im Aufstieg nach Schönebode ist jederzeit eine Tour wert. Der Loppertrail macht speziell im unteren Teil Spass, ist jedoch ein wenig überbewertet und lebt wohl besonders von der Aussicht. Wer nicht eine sehr gute Fahrtechnik hat, steigt öfters ab.

Statistik: 35.8 km, ca. 1204 Höhenmeter, Fahrzeit 3:23 h

Der Fräkmüntegg Wurzeltrail – Loop !

Heute war ich wieder mal mit dem 29er Hardtail unterwegs und die Umstellung war riesig. Die zwei Kilo Unterschied zum Fully sind massiv spürbar… genau richtig für die heutige Feierabend Tour. Ich arbeite seit meiner Rückkehr aus der USA in Luzern und so gibt es wohl in Zukunft mehr Beiträge zu den Bergen der Region. Am Nächsten liegt der Pilatus mit der Krienseregg und der Fräkmünt. Schon vor drei Jahren hatte ich mal ein grösseres Abenteuer hier erlebt.

Heute hatte es keinen Schnee und meine Planung ging perfekt auf. Gegend Abend verschwanden die letzten Regenwolken und die Sonne trocknete die Strassen ab. Wer die Trails hier erkunden will muss zuerst mal 1000m rauffahren. Die Pilatus Gondelbahn nimmt keine Mountainbikes mit und so muss man im Aufstieg oft etwas neidisch auf die Personen in den Gondeln blicken. Heute Abend waren zum Glück nicht mehr viele unterwegs und nach der Bergbahnfahrerei im Engadin war ich froh wieder selber den Berg raufzufahren.

Der Aufstieg verlief erstaunlicherweise ziemlich entspannt, trotz den ruppigen Abschnitten im obersten Teil. Auf der Fräkmüntegg genoss ich einmal mehr die schöne Aussicht. Danach folgte ich einem GPS-Track aus dem Internet. Dabei musste ich das Garmin GPSmap 60CSx etwas improvisiert am Lenker befestigen, weil ich die Halterung vergessen hatte. Natürlich überlebte die Konstruktion den Downhill nicht. ;-)

Die anschliessende Abfahrt lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Wurzelhölle. Kilometerlang fährt bzw. läuft man über ein Gewirr aus glitschigen Wurzeln. Leider war das unter diesen Verhältnissen für mich nur sehr selten fahrbar. Zudem sind die Reifen auf dem Ti29-40 wohl nur für kalifornischen Wetter gedacht. Etwas fluchend kämpfte ich mich so talwärts. Entschädigt wurde ich mit grandiosen Blicken auf den abendlichen Vierwaldstättersee.

Zeitweise war der Weg etwas besser im Schuss und man konnte zufahren. Speziell die schnellen Abschnitte quer über grüne Wiesen haben mir gefallen. Gegen Ende gab es dann nochmals steile Schotterpassagen durch den sogenannten Schlund nach Horw. So kann ich diese Route leider nicht empfehlen, aber mein GPS hat noch viel Trails für weitere Feierabendrunden am Pilatus.

Statistik: 29.5 km, ca. 1068 Höhenmeter, Fahrzeit 3:03 h

Engadin – St. Moritz: Chillout-Biken im Stazerwald !

Nach den zwei anstrengenden Tagen war heute Chillout-Mountainbiken im Stazerwald angesagt. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass ich ohne Bahnunterstützung bei der schnellen Gruppe keine Chance hätte. So war es denn auch und nach dem ersten Aufstieg liess ich die Pro’s ziehen. ;-) Der erste Loop zum Fullun Hügel entpuppte sich nicht nur als ziemlich technischer Singletrail auf nassen Wurzeln, sondern bot auch einige exponierte Stellen und dafür erneut schöne Blicke hinüber nach St. Moritz.

Trotz des Regens hängte ich noch einen Anstieg rauf zur Stazeralp an und genoss die, trotz Sonntag, leeren Alpwiesen. Doch das Mittagessen rief und so traf sich die ganze Gruppe ein letztes Mal zum feinen Essen im Restorant Lej Staz. Obwohl einige schon nach Hause fahren wollten, einigten wir uns noch auf eine kleine Runde ‘um den Morteratschgletscher zu sehen’. Natürlich wurde die kleine Runde etwas länger. Beim Morteratschtal angekommen beschloss die starke Gruppe noch eine Extratour einzulegen.

Die Folge war ein kleiner, steiler, technischer Loop entlang der Bernina. Während ich mich die Rampe raufkämpfte, überholte mich Nino Schurter im Schnellzugstempo. Nicht nur wir, sondern auch die richtigen Bikeprofis schätzen die Trails im Engadin! In strömendem Regen fuhren wir auf einem absoluten Traum-Singletrail der rechten Talflanke entlang zurück nach Pontresina und Celerina. Damit hat mein dreitägiger Aufenthalt aufgehört wie er begonnen hat – mit Regen und Kälte, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht! Schön war’s und ich komm garantiert zurück, es gibt noch einiges zu entdecken.

Eine Übersicht und mehr Informationen zum Mountainbiken im Engadin – St. Moritz gibt es in diesem Beitrag (Link folgt).

Statistik: 37.7 km, ca. 950 Höhenmeter, Fahrzeit 2:53 h

Engadin – St. Moritz: Die Frischi Bike Safari !

Heute stand das absolute Mountainbike-Highlight der Region Engadin – St. Moritz auf dem Programm: Die Frischi Bike Safari. ich hatte bereits vieles über die Tour mit den über 5000 Hm Abfahrt gelesen und war entsprechend neugierig. Mit Hilfe der Bergbahnen und einem ausgeklügelten Programm sollten wir von früh bis spät nur Eines tun: Die Trails oberhalb von St. Moritz rocken. Es wurde nicht zu viel versprochen…

Die Frischi Bike Safari lässt sich am Besten mit einem Blick auf das Höhenprofil zusammenfassen. Wir fuhren folgende sieben ‘Berge’:

  1. Celerina (1744m) – Marguns (2277m) – Las Trais Fluors (2752m) und Abfahrt via Cristolais nach Celerina
  2. Celerina – Marguns – Las Trais Fluors und Abfahrt via Fuorcla Valletta (2858m) und Alp Munt nach Celerina
  3. Celerina – Marguns und Abfahrt nach Chantarella
  4. Chantarella (2020m) – Corviglia (2486m) und Abfahrt nach Chantarella
  5. Chantarella – Corviglia und Abfahrt zum Lift Salastrains
  6. Salastrains (2047m) – Salastrains Bergstation (2688m) und Abfahrt nach Chantarella
  7. Chantarella – Corviglia – Piz Nair (3022m) und Abfahrt nach Champfer (1799m)

Werden die statistische Unschärfen weggelassen, gibt das rund 5500m Abfahrt bzw. Aufstieg, davon ca. 5100m per Bahn! ;-)

Um halb neun fuhren wir fünf und unser Guide Till erstmals den Berg hinauf. Als Überraschung gab es oberhalb des Morgennebels einige blaue Abschnitte am Himmel – die Stimmung stieg nochmals. Es folgten gleich mal zwei Abfahrten nach Celerina mit über 1000 Höhenmetern. Damit hätte man den Tag bereits beenden können, den beide Strecken boten einfach alles was man sich als Mountainbiker wünschen kann.

Im oberen Abschnitt gab es anspruchsvolle Wege in alpinem Terrain. Dazu gehörte das Queren eines kurzen Geröllfeldes und im zweiten Loop auch eine kleine Tragestrecke hinauf zum Fuorcla Valletta. Entschädigt wurden wir mit schönen Gebirgspanoramen. Im unteren Teil gab es einige technische Leckerbissen mit vielen Spitzkehren im steilen Wald. Der Rest war nur eins… Flow Trails vom Feinsten, sowohl im steinigen wie im waldige Terrain.

Beim vielen Bahnfahren fehlte die Zeit für lange Mittagspausen. So genossen wir einen mitgebrachten Lunch auf Marguns. Kalorien sind übrigens zwingend notwendig, denn entgegen der allgemeinen Meinung gehen die Abfahrten ganz schön an die Substanz. Natürlich gab es in unserer Gruppe auch Jungs, die noch genug Kraft hatten, um die Treppen zur Corviglia Standseilbahn hinauf zu hüpfen.

Die Frischi Bike Safari lässt sich ohne Guide nur eingeschränkt fahren. Die Sesselbahn Las Trais Fluors wird nur Mittwochs betrieben. Wer auch noch auf den Piz Nair will oder die Sesselbahn Salastrains nutzt, der kommt um eine gebuchte Tour mit Engadin Mountain Bike Tours nicht herum. Angesichts des Erlebniswertes und weil die Strecke auch mit GPS Tracks nicht einfach nachzufahren ist, kann ich eine gebuchte Tour für 95 CHF uneingeschränkt empfehlen.

Nach weiteren Abfahrten waren wir bereit für den Piz Nair. Mit der Gondelbahn fuhren wir auf über 3000m. Bei Nebel und Kälte wollten wir nicht auf dem Gipfel bleiben und suchten die Fallinie. Erstaunlich einfach ging es auf feinem Schotter runter zum Lej Suvretta. Hier konnten wir  zwischen einer technischen Abfahrt nach Champfer oder der Tourenvariante des Suvretta Loops nach Bever wählen. Natürlich entschieden wir uns für die erste Variante und genossen auf den letzten 1000m runter nochmals das ganze Fahrtechnikspektrum. Unten im Tal angekommen, fuhren wir via St. Moritz und den Bobbahntrail zurück nach Celerina.

Fazit: Die Frischi Bike Safari muss jeder gute Mountainbiker einfach mal gemacht haben. Die Eindrücke welche man am Abend an der Hotelbar mit den Mitfahrern teilen kann sind sehr intensiv und unvergesslich. Natürlich braucht die Tour gutes Material und einiges an Fahrtechnik. Für einen guten Hobbyfahrer (oder einen schlechten mit etwas mehr Mut ;-) ) ist die Tour durchaus machbar und zudem kann man je nach Geschwindigkeit die eine oder andere Bahnfahrt zufügen oder streichen. Eines hat die Frischi Bike Safari geschafft – meine Vorbehalte gegenüber dem ‘Bähnlifahren’ zu zerstreuen. ;-)

Statistik: 52.7 km (plus 21km mit der Bergbahn), ca. 5558 Höhenmeter Abfahrt, 329m Aufwärts (plus 5124m mit der Bahn), Fahrzeit 5:41 h

Eine Übersicht und mehr Informationen zum Mountainbiken im Engadin – St. Moritz gibt es in diesem Beitrag (Link folgt).

Engadin – St. Moritz: Der Corviglia Trail Park !

Bei feuchtfröhlichem Wetter trafen wir uns heute früh auf dem Parkplatz der Gondelbahn Celerina – Marguns. Während die bloggenden Kollegen Rotscher und Vazifar bereits mit vollem Einsatz Fotos schossen, deckten sich die anderen beim Shop von Engadin Mountainbike Tours mit passenden Miet-Mountainbikes ein. Hier lernten wir die zwei Bike-Guides, Till und Sarah, kennen, welche uns in den nächsten Tagen die schönsten Trails zeigen, unsere Fahrtechnik verbessern und uns aus vielen Pannen helfen würden.

Gleich zum Start profitierten wir von den Bergbahnen Engadin – St. Moritz und liessen unsere Mountainbikes nach Marguns auf 2276m transportieren. Alle Bahnen sind bestens mit speziellen Gondeln oder markierten Abteilen für den Transport von Mountainbikes ausgerüstet. Die Gruppe wurde in zwei Leistungsgruppen eingeteilt und einmal mehr durfte bzw. musste ich in der ‘starken’ Gruppe mitfahren. Beim ersten giftigen Anstieg trennte sich bereits die Spreu vom Weizen (sprich die Gruppe von mir ;-) ) und ich kämpfte mit der Höhe und dem kleinsten Gang. So ein Kaltstart ist sicher einer der Nachteile des Bahnfahrens und eine kleine Aufwärmstrecke wäre wohl besser gewesen.

Dafür ist man per Bahn sofort im alpinen Gelände, welches bei diesen rauen Wetterbedingungen einen ganz speziellen, wie beispielsweise am Bergsee Lej Alv beinahe mystischen Reiz hat. Zum Einstieg fuhren wir gleich den sehr flowigen Olympia Trail runter zur Talstation der Corviglia Standseilbahn – und gleich wieder rauf – und zurück nach Marguns zum Mittagessen. Den Spass und die Freude über den gelungenen Auftakt konnte man unserer Gruppe an den Gesichtern ablesen.

Auf Marguns, in der Pizzeria Chadafö, gab es stärkende  lokale Gerichte wie Bünder Gerstensuppe, Pizzoccheri und natürlich eine Engadinger Nusstorte zum Schluss. Trotz einsetzendem Regen freuten wir uns auf die erneute Abfahrt zur Corviglia Bahn, diesmal mit rassigen Passagen auf Schotterstrassen und schönen Waldtrails im unteren Teil. Das Highlight des Tages stand uns aber noch bevor, der Panoramatrail hoch über der Engadiner Seenlandschaft.

Von der Corviglia Bergstation fuhren wir auf einem technischen Trail (mit wunderbaren Ausblicken ins Tal – jedenfalls bei schönerem Wetter ;-) ) bis zur Alp Suvretta und weiter nach Silvaplana. Dabei wurde es nie langweilig – es galt groben Schotter, den Riss meiner Kette, tiefe Kuhfladen, schmale Planken, nasse Bergbäche und verblockte Abschnitte zu überwinden. Trotzdem ist die Strecke fast durchgängig fahrbar und ein ideales Fahrtechnik-Training. Zufrieden fuhren wir schliesslich via St. Moritz zurück nach Celerina.

Fazit: Der Corviglia Trail Park ist kein Bikepark und auch keine Downhill-Destination. Es ist ein Mountainbike-Wegnetz, das spannende Wege für jeden Anspruch bietet. Ein Vorteil sind sicher die drei Bahnen welche die Mountainbiker rasch wieder nach oben transportieren und es so ermöglichen, das ganze Wegnetz an ein bis drei Tagen zu erkunden. Zudem gibt es im Corviglia Gebiet nur wenige Wanderer und das Wegnetz wurde wo möglich zwischen den beiden Nutzergruppen entflochten. Die Corviglia ist ideal für Mountainbiker, die in einer wunderbaren Umgebung an ihrer Fahrtechnik feilen wollen und gerne mal mehrere flowige Abfahrten an einem Tag geniessen möchten ohne von gepanzerten Downhillern gestresst zu werden… Und wer doch lieber längere Touren mag, für den gibt es den schönen und fahrtechnisch einfachen Suvretta Loop.

Statistik: 41.7 km, ca. 692 Höhenmeter (plus 1470m mit der Bahn), Fahrzeit 3:27 h

Eine Übersicht und mehr Informationen zum Mountainbiken im Engadin – St. Moritz gibt es in diesem Beitrag (Link folgt).

Die Grimmialp Tour !

Dieser Samstag war für eine Tagestour gebucht und ich wählte die Grimmialp Tour aus diesem Buch. Morgenstund hat Gold im Mund und so war ich bereits um 0700 Uhr in Zweisimmen bereit. Bei nur 6°C fuhr ich zum Aufwärmen entlang der Simme und des Flughafens St. Stephan nach Matten. Dort liess die erste Rampe auf einem grobschottrigen Karrweg keinen Zweifel am Anspruch und Charakter dieser Tour aufkommen.

So freute ich mich auf die ersten Sonnenstrahlen und einen Kaffee im Restaurant Alpenrose. Ich war das erste Mal im Färmeltal und es präsentierte sich im besten Licht. Die ersten 1000 Höhemmeter mussten auf einem ziemlich steilen Asphaltsträsschen abgearbeitet werden, dafür wurde das Panorama mit jedem Meter schöner. Nach einer kurzen Schiebepassage erreichte ich schliesslich die Gemmifurggi, mit 2023m der höchste Punkt der heutigen Tour!

Nach einer kurzen Rast um die Bergwelt einwirken zu lassen war ich bereit für die Abfahrt auf die Grimmialp. Der erste Teil führte quer über die Alpwiesen und zwischen den Kühen hindurch, der zweite Teil verleitete zu schnellen Fahren auf steilen Schotterwegen. Wie immer im alpinen Gelände sind die Wege keine Flow-Singletrails, aber in diesem Fall war alles fahrbar.

Auf der Grimmialp wurden Kindheitserinnerungen wach. Wir haben in der Jugend viele schöne Stunden im Diemtigtal verbracht und so war das malerische Blauseeli für mich ein kleines Stück Heimat. Die heutige Jugend erfreut sich übrigens am beliebten Grimmimutzweg. Ein Singletrail entlang der Fildrich führte runter nach Eye wo die Bäckerei im Diemtigtal den hungrigen und durstigen Mountainbiker wieder aufleben liess. Es gab Sinalco und einen herrlichen Nidlechuche.

Die Zwischenverpflegung war dringend nötig, denn die zweiten 1000 Höhenmeter standen auf dem Programm. Auf einem Alpsträsschen mit relativ angenehmer Steigung fuhr ich rauf zum Meniggrund. Erneut gab es links und rechts des Weges schöne Ausblicke (beispielsweise hinüber zum bisherigen Tourenverlauf – Bild links) und auf schroffe Felswände. Weil der Tag noch jung war, traf ich bei Untergestelen eine folgenschwere Entscheidung. Anstatt weiter via Seebergsee, Stierematt zurück nach Zweisimmen zu fahren, hatte ich mir die Umrundung des Niderhorns in den Kopf gesetzt. Das Drama nahm seinen Lauf!

Auf einem handbreiten Wanderweg querte ich die Niderhornflanke. Trotz fehlenden Höhenmetern verunmöglichten Felsen und Geröllfelder ein Fahren. Als Konsequenz musste ich das Bike ca. 35min Tragen. Damit hatte ich gerechnet. Nicht gerechnet hatte ich mit zwei weiteren Abschnitten welche nur als Kuhmatschwege zu bezeichnen sind und jedes Fortkommen schon zu Fuss extrem erschwerten. So kämpfte ich mich durch die Wiesen und nach weiteren 30min fluchen war meine Geduld zu Ende. Als das GPS durch eine weitere Kuhwiese zeigte, war angesichts von über 2100 Höhenmetern und Kuhfladen an den Schuhen ein Entscheid fällig. Übungsabbruch!

Auf einem extrem steilen Schotterweg ging es runter ins Simmental. Im unteren Teil flog mir noch bei ca. 40 km/h eine Biene oder eine Wespe ins Hosenbein. Ein kleines Tänzchen, ein öffentlicher Striptease und ein brennender Oberschenkel war die Folge. Irgendwie musste ich nun wieder zurück zum Auto und so genoss ich die Fahrt hinauf nach Zweisimmen auf der Radroute Nr. 9. Dabei traf ich noch auf eine sehr uniformierte, sehr disziplinierte Gruppe von deutschen Alpenüberquerern.

Fazit: Wunderbare, aber anspruchsvolle Tagestour mit schönen Panoramablicken und unbekannten Seitentälern. Leider habe ich den Seebergsee und die Abfahrt nach Zweisimmen verpasst. Lehre daraus: Kartenentscheide in Höhen von 2000m sind immer etwas risikoreich. Es hat trotz des verkorksten letzten Teils sehr viel Spass gemacht. Zufrieden bin ich auch mit meinem Fitnessstand: 70km und 2300Hm ohne nennenswerte Probleme wie Krämpfe oder ähnliches überraschen mich selber.

Statistik: 70.3 km, ca. 2332 Höhenmeter, Fahrzeit 7:00 h

Der Uettligen Loop !

Nur kurz: Heute war ich wieder mal in der Feierabendgruppe und wir fuhren nach Uettligen um den Trail runter zur Aare gleich zweimal zu fahren. Wie immer war es ziemlich spassig und ziemlich anspruchsvoll. Heute speziell, da die Sturmschäden  in den Wäldern rund um Bern doch einiges massiver waren als gedacht und wir im ersten Teil der Tour gefühlte Hundert mal über umgestürzte Bäume klettern oder Umwege quer durch den Wald fahren mussten.

Der Loop war definitiv der beste Test für mein wieder  auferstandenes Scott Genius. Nachdem ich das Fully in den letzten Tagen wieder bis zur letzten Schraube zusammensetzen konnte, war ich heute gespannt ob keine Teile abfallen würden. ;-) Es hat alles gehalten! Mehr zu meiner Totalrevision des Scott Genius in einem späteren Beitrag. Gute Nacht!

Statistik: 32 km, ca. 535 Höhenmeter, Fahrzeit 2:30 h

PS: Heute mit dabei war auch Patrick. Schön einen weiteren Bike-Blogger in ‘echt’ getroffen zu haben!

Der Belpberg – Loop !

Ich bin noch einen Tourenbericht vom letzten Donnerstag Abend schuldig. Ich wollte mal in eine neue Richtung fahren und so suchte ich im Internet eine Tour rund um und auf den Belpberg. Von Fahrten ins Berner Oberland kenne ich den abgeflachten Berg, aber mit dem Mountainbike habe ich ihn noch nie erkundet. Die Anfahrt führte entlang der Aare hinaus aus der Stadt Bern und danach über das Belpmoos und entlang der Gürbe nach Belp.

Auf Radwegen ging es weiter ins Gürbetal und schliesslich bei Heitere einen überraschend ruppigen Forstweg die Flanke des Belpberges hinauf. Schon bald zeigten sich auf der einen Seite steile und imposante Sandsteinwände und auf der anderen gab es wunderbare Blicke in Richtung Thun, Niesen und die Gantrischkette. Der Trail führte nun in einem Bogen nach Gerzensee und langsam wieder zurück nach Norden.

Leider war ich etwas unter Zeitdruck, so dass ich nicht mehr auf den Belpberg sondern nur nach Belpberg fahren konnte. Es ist schwierig auf dem Plateau einen klaren höchsten Punkt auszumachen. Bei Hohburg galt es für die Fahrt nach Belp zwischen der Diretissima oder dem Forstweg zu entscheiden. Ich wählte wieder einmal den direkten Weg und büsste sofort. Fast den ganzen steilen Treppenweg musste ich das Bike tragen…

Nach dem Überqueren der historischen Auguetbrücke ging es auf der nördlichen Aareseite zurück nach Bern. Dabei fiel mir einmal mehr die genial Lage des Muribades auf. Das wäre auch mal ein Ausflug wert.

Fazit: Der Belpberg hat wunderbare Aussichten zu liefern und es gibt einiges historisches (Ruine Chramburg, Pfaffenloch, Ruine Hohburg, Schloss Gerzensee) zu entdecken. Ich werde mit etwas mehr Zeit in der Tasche zurückkommen. Vielleicht gibt es ja dann noch einige versteckte Wege auf dem Berg zu erkunden.

Statistik: 41.8 km, ca. 566 Höhenmeter, Fahrzeit 2:34 h