Winterloop nach Grenchen !

Der Nebel löst sich an diesem Wochenende auf und die Temperaturen steigen auf Positivwerte. So steigt die Motivation etwas für die Januarstatistik zu tun und ich steige für eine kleinere Tour auf das Mountainbike. Die Route ist einfach – dem Jurasüdfuss entlang auf der Höhe der unteren Waldgrenze bis nach Grenchen und danach über die Ebene bzw entlang der Bahnlinie retour nach Solothurn.

Mir gefällt die Stimmung an diesen Wintertagen. Die Sonne steht den ganzen Tag tief am Himmel und die Landschaft ist in ein fahles, kaltes Weiss gehüllt. Auf einem Bänkli ob Selzach geniesse ich die Wärme aus der Thermoskanne und das uralte Biberli, welches ich im Rucksack gefunden habe, passt hervorragend dazu. 😉

Auf den Wegen liegt meist fester Schnee und zum Glück ist die Oberfläche angetaut. Trotzdem gilt es vorsichtig und nicht zu schnell zu fahren. Die Konzentration strengt an, wie auch die Passagen in teilweise tieferem Schnee. Ich komme nicht um einige Schiebestrecken herum. Ein negativer Effekt der Temperaturen ist das Spritzwasser – salziger Matsch legt sich über Gesicht, Rucksack, Hosen und Bike.

Zurück geht es entlang Eisenbahnlinie und Aare nach Solothurn. Am Aaremürli tummeln sich in der Abendsonne bereits wieder Hunderte – nun ja, nach einigen Wochen Nebel kann man das den Solothurnern nicht verübeln.

Statistik: 29.8 km, ca. 367 Höhenmeter, Fahrzeit 1:58 h

Winterwanderung in die Verenaschlucht !

Wieder mal so richtig Winter im Flachland und in Solothurn hat es zwischen 15cm und 20cm Neuschnee gegeben. Ein perfekter Tag für eine Sonntagswanderung durch die verschneite Verenaschlucht. Wir laufen erst durchs Quartier zum Wald und danach weiter auf die Terrasse des Wengisteins. Leider gibt es keine Aussicht mehr auf die Stadt, aber der winterliche Zauberwald genügt heute vollauf.

Mit bereits etwas kühlen Fingern machen wir einen kurzen Halt im Restaurant Kreuzen. Am Stammtisch verbringen wir bei spontanen und interessanten Gesprächen länger als gedacht. Schliesslich wagen wir uns wieder in die Kälte und laufen runter zur Einsiedelei, vorbei an schönen und weniger schönen Schneemännern.

Der Weg die Verenaschlucht runter ist ein Wintermärchen. Auf dem rutschigen Weg ist aber Vorsicht angebracht. Schade nur, dass es noch zu wenig kalt ist. Schnee hat es genug, aber es fehlt mir das Eis an den Talwänden und entlang des Baches. Egal – eine tolle Winterwanderung in unserem ‚Hintergarten‘.

Going West 2017 !

Weiterhin arbeite ich während der Woche im schönen Genf und entfliehe mindestens teilweise dem Solothurner Nebel. Heute gab es leider auch am Ende der Schweiz eine Nebeldecke bei unangenehmen zwei Grad. Man(n) hat gute Vorsätze und ich fahre vor der Schneefallperiode noch eine Standardrunde zum Jahresbeginn. Auf der Route de Chancy gegen Westen, über die Rhônebrücke nach Frankreich und entlang des nördlichen Rhôneufers zurück in die Stadt. Die ersten Kilometer im 2017 sind geschafft. Möge es ein gutes Bikejahr geben!

Statistik: 37.2 km, ca. 384 Höhenmeter, Fahrzeit 2:02 h, 2°C

Follow Up am 16.01.2017

Ein Woche später habe ich die Tour bei mittlerweile winterlichen Verhältnissen gleich nochmals gefahren. Das Training und die guten Vorsätze rufen! 😉 Wegen dem Untergrund blieb ich auf dem Hin- wie Rückweg auf Asphalt und wählte als Wendepunkt den Kreisel in Chancy. Bei einer extrem steifen Brise von weit über 30 km/h war die Rückfahrt anschliessend ein Kampf gegen die Elemente und ich hatte kaum einmal mehr als 15 km/h auf dem Tacho.

Statistik: 30.4 km, ca. 242 Höhenmeter, Fahrzeit 1:34 h, 2°C

Die Lötschberg Südrampe – Wellness Version !

Es ist schon einige Jahre her, dass ich die BLS Südrampe in der erweiterten Sommervariante befahren habe. Dieses Jahr will der Schnee nicht kommen und so geht es nochmals ins Wallis. Wie immer stehe ich früh auf, komme problemlos durch den Autoverlad und bin noch vor dem Sonnenaufgang auf dem Parkplatz des Brigerbades, bereit zur Abfahrt. Die Rhoneebene hat den Charme einer Tiefkühltruhe. Zusätzlich wird man wegen der A9 Baustelle im Zick-Zack über den Talboden geschickt. Bei Steg (630m) geht es in den Aufstieg nach Hohtenn (817m) und endlich zeigt sich die Sonne.

Noch liegen die letzten Nebelwolken über dem Tal und die Morgensonne spielt mit den Wolken oberhalb von Bürchen und Eischoll. Die letzten Höhenmeter hinauf zum Start der Südrampe bei der Station Hohtenn (1077m) sind rasch erzwungen und auf dem Bänkli beim Bahnhof gibt es eine erste kleine Pause. Dann geht es los auf den Wanderweg und Singletrail!

Schon auf den ersten Metern weiss ich wieder wieso die Südrampe ein Klassiker, nicht nur für Wanderer, ist: Singletrails wechseln mit Schiebepassagen, flowige Abschnitte folgen kniffligen Passagen, dazu das tolle Panorama und immer begleitet von einem bahntechnischen Jahrhundertbauwerk.

Die Kilometer bis zum Chrüterbeizli bei Rarnerchumma sind die pure Abwechslung. Die Südrampe ist kein Flowtrail runter nach Brig, aber die Schiebe- und Tragepassagen sind nie zu lang und es folgt immer wieder ein kurzes versöhnliches Stück Traumtrail. Keine Ahnung, wieso ich so lange nicht mehr auf der Südrampe war. Einfach nur toll!

Beim (geschlossenen) Chrüterbeizli nehme ich die Abkürzung über die Bietschbachviadukt und verzichte auf den Weg über die Naturbrücke und den Ritzubode. Auf dem alten Trasse der Baubahn durchquere ich einige Tunnels, bis ich am eindrücklichen Stahlviadukt über den Bietschbach stehe. Hier muss das Mountainbike etwa 7m eine enge Stahltreppe raufgetragen werden damit man das Tal über die Eisenbahnbrücke queren kann. Der Erlebniswert der Variante ‚Viadukt‘ ist damit mindestens so hoch wie die Variante Naturbrücke.

Der Trail folgt ab Talausgang der wunderbar restaurierten Suone Manera bis nach Sefistei. Entlang des ganzen Südrampen Wanderweges stehen unzählige Stelen mit Infotafeln, welche Wissenwertes zur Entstehung der Bahnlinie und zur Umgebung liefern. Es lohnt sich bei den Tafeln kurz inne zu halten und die Texte zu lesen. Noch ein Felsriegel und man steht in Ausserberg, der wohl grössten Ortschaft auf der Südrampe.

Die klassische Bikeroute steigt nun rauf zur Niewärchsuone und führt dann durch den selbigen Stollen ins Baltschiedertal. Ich bleibe heute auf dem Wanderweg, der oberhalb der Bahnlinie zum Punkt 925 führt. Der Weg ist verblockt und auf dem ersten Abschnitt muss das Bike getragen werden. Doch auch hier entschädigt bald wieder ein genialer kurzer Singletrail für die Anstrengung.

Beim Viadukt über den Baltschiederbach folgt der Weg erneut der alten Baubahn. Eindrücklich, was hier in den Fels geschlagen wurde damit man Zugang zur eigentlichen Brückenbaustelle erhielt. Beim Eggerberg trifft man wieder auf die Bahnlinie, welche erneut mit einem Tunnel ‚abgekürzt‘ hat.

Der Blick zurück zeigt nochmals die leicht abfallende Eisenbahnlinie der Lötschberg Südrampe im Sonnenschein. Die Trails duften in der Mittagssonne bereits wieder nach Frühling statt nach Winter. Weiter geht es der Bahnlinie entlang, manchmal so nahe, dass der breite Lenker mit den Fahrleitungsmasten in Konflikt kommt. Oberhalb von Brigerbad steht schliesslich ein unübersehbares Bikeverbotsschild auf dem Trail. Ich respektiere das (obwohl heute die Wanderer an einer Hand abzuzählen waren) und fahre auf einem äusserst steilen alten Karrweg runter ins Dorf und weiter bis zum Parkplatz des Autos.

Nun folgt im Brigerbad, welches neuerdings auch im Winter geöffnet hat, der richtige Wellness Teil meiner heutigen Tour. Sowohl die Saunaanlage, wie der Thermalbereich sind schön eingerichtet und ich genoss das heisse Wasser. So muss eine Mountainbiketour im Winter enden!

Oben die Strecke in der Variante ‚Winter‘. Aber Achtung: Ist der Winter wirklich da, sollte man sich vorgängig gut über den Streckenzustand schlau machen. Lawinen und Rüfen können den Weg oft länger unterbrechen und viele Stellen sind zu ausgesetzt um ein Risiko einzugehen. Unterstehend der offizielle Wanderweg.

Fazit: Immer wieder eine wunderbare Mountainbike Tour mit extrem hohem Erlebniswert. Es gibt noch einige weitere Varianten zu erkunden und ich hoffe ich kehre etwas schneller zurück als das letzte Mal.

Statistik: 45.6 km, ca. 959 Höhenmeter, Fahrzeit 4:14 h

Der Sonnenaufgang auf der Hasenmatt !

Drei Wochen im Nebel – ich habe es satt. Statt am Nachmittag mitsamt den sonnenhungrigen Massen auf den Jura zu fahren, gibt es heute die Morgenvariante. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es einen Drive & Hike gibt und nicht ein Bike & Hike. Ziel ist der Punkt 1292 unterhalb der Hasenmatt. In der irrigen Annahme, dass die Sonne um 08:15 Uhr aufgeht, stresse ich mit Stirnlampe auf den höchsten Solothurner Berg, die Hasenmatt (1445m).

Gut eingepackt setze ich mich am Gipfelkreuz hin und geniesse die Aussicht. Noch ist es stockdunkel und die Lichter der Städte und Dörfer leuchten geisterhaft durch die Nebeldecke. In der Ferne die Silhouette der Berner Alpen. Gegen Westen guckt der Frienisberg aus dem Nebel und das rote Licht des Bantiger Turms blinkt im ruhigen Takt. Es folgt die blaue Stunde, welche sich mit dem Fotoapparat nicht wirklich einfangen lässt – Naturerlebnis pur!

In der Dämmerung dämmert es mir, dass ich mich um eine Stunde verschätzt hatte und die Sonne erst um 09:15 aufgeht. Also eine Stunde länger warten – langsam aber sicher schnappt sich die Morgenkälte eine Kleiderschicht nach der anderen. Zum Glück habe ich eine Thermosflasche mit heissem Kaffee dabei und ein Frühstücksbrot. Irgendwann schafft es die Sonne über den Alpenkamm und taucht die Hasenmatt in magisches Licht. Traumhaft!

Oben nochmals die Szene im Panorama – Zeitraffer. Morgenfotos sind nicht so einfach, wie die Panoramabilder zeigen. Ich müsste die Fotos manuell mit konstanter Belichtung aufnehmen, damit es keine Stufen im Bild gibt. Während die ersten Wanderer ebenfalls den Gipfel erreichen, mache ich mich auf den kurzen Abstieg.

Auf der Fahrt runter nach Lommiswil muss ich bei der Nebelgrenze noch kurz aussteigen. Der Wald ist märchenhaft von einer wunderbaren weissen Frostkruste überzogen. Ein kleines Paradies für den Makromodus meiner Kamera. So ‚aufgetankt‘ stürze ich mich wieder für eine weitere Arbeitswoche in den Nebel!