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Die Laufrunde in Bern !

Die heutige Laufrunde diente dem Verhindern muskulärer Dysbalancen im Rahmen einer gesamtheitlichen, polysportiven Trainingsplanung. Nee, natürlich Quatsch, ich habe schon seit längerem keinen Trainingsplan mehr. Trotzdem drehte ich in den letzten drei Wochen jeweils eine lokale Joggingrunde.  Laufen scheint wenn das allgemeine sportliche Training im Vordergrund steht einiges effizienter zu sein. Zudem lässt sich so das Verhältnis zwischen ‘Sport machen’ und ‘Sport schauen’ auf angenehme 1:2 drücken. ;-) Tatsache ist, dass ich im Sommer wenig Lust habe Biketouren des Trainings wegen zu fahren.

Die Laufrunde ist im übrigen nicht ohne und fordert mich als Nichtläufer ziemlich heftig. Zuerst geht es runter an die Aare, danach bis zum Steg vor dem Tierpark Dälhölzli und weiter durchs Marzilibad in die Matte. Ablenkung gibt es so auf der Strecke mehr als genug. Danach folgt das Schlussbukett mit der endlosen Treppe auf die Nydeggbrücke und als Dessert noch den Aargauerstalden zum Rosengarten hinauf.

Für die Mühe entschädigen touristische 1A Ausblicke auf die Berner Altstadt, den neuen Bärenpark und natürlich auf das Marzilibad. Heute waren bei heissen Temperaturen sehr viele Aareschwimmer unterwegs. Mir wurde wieder mal bewusst welche Freiheiten wir (beispielsweise im Gegensatz zur USA) geniessen. Wo kann man den sonst mit behördlichem Segen einen solchen Fluss runterschwimmen. Ich habe mir vorgenommen meine Kinder mal ins Aareschwimmen einzuführen. Für junge Berner und Bernerinnen ist das fast schon ein Initiationsritual.  Eine Mutprobe ist es in jedem Fall, denn wer den Ausstieg verpasst geht nur wenig weiter unten über die Schwelle…  :roll:

Statistik: 11.2 km, ca. 93 Höhenmeter, Laufzeit 0:50 h

PS: Ich trau der Statistik bzw. dem GPS in der Hosentasche nicht ganz, die Zeit scheint mir etwas sehr schnell zu sein. Die Strecke ist wohl eher bei 8km als bei 11km.

US Westen – 12. Etappe: Yellowstone National Park !

Norris Geyser BasinNorris Geyser Basin - VixenAm zweiten Tag unseres Yellowstone National Park Besuchs fuhren wir in Richtung Norden an den nächsten Übernachtungsort, dem Mammoth Hot Springs Hotel. Obwohl ich vor Monaten gebucht hatte, gab es im ganzen Nationalpark keine Möglichkeit mehr drei Nächte zusammenhängend an einem Ort zu übernachten. Im Nachhinein waren die Einzelübernachtungen, verstreut über den Park, gar nicht so schlecht, weil die Distanzen im Yellowstone doch ziemlich gross sind. Entsprechend wichtig ist es aber auch im Park selber zu übernachten, um stundenlange An- und Wegfahrten zu vermeiden.

Great Fountain Geysir - PrognoseGreat Fountain GeysirDie Highlights auf dem Weg waren das Norris Geyser Basin, die Yellowstone Falls sowie die zahlreichen Tiere im Nordosten des Parks. Nachdem ich auf der Wegfahrt vom Old Faithful die Ausbruchszeit des Great Fountain Geysirs ausgerechnet hatte, entschlossen wir uns noch kurz vorbeizuschauen. Kaum hatten wir die Autotüren geschlossen, brach der Geysir bereits mir lautem Zischen und Fauchen aus. Was für eine schöne Überraschung nach dem Frühstück!

Norris Geyser Porcelain Basin Panorma

Norris Geyser Basin - PorkchopNorris Geyser Basin - Steamboat GeysirDas Norris Geyser Basin ist ein weitläufiges Areal mit vielen Geysiren und Hot Springs. Attraktion ist der höchste Geysir der Welt, der Steamboat Geysir. Leider ist sein Ausbruchsverhalten völlig unberechenbar und der letzte Ausbruch datiert im Jahr 2005. Trotz Inaktivität ist der Geysir sehr laut und aktiv und natürlich denkt jeder Besucher das Gleiche: Vielleicht habe ich den Lotto Sechser und das Ding explodiert vor meinen Augen! Ob das wirklich so angenehm wäre, ist eine andere Frage.

Norris Geyser Basin - Black GrowlerNorris Geyser BasinDas Norris Basin wirkt über weite Strecken wie eine Wüstenlandschaft. Die Natur wurde weggefressen durch giftige Dämpfe und heisse Gase. Die Bäume werden dabei oft richtiggehend durch Ablagerungen konserviert. Das Basin ist auch bekannt durch seine reinen Dampfgeysire. Aus allen Löchern dampft und faucht es, manchmal hört man die Geräusche meilenweit.

Norris Geyser Back Basin Panorma

Yellowstone CanyonYellowstone Lower FallNächste Etappe sind die Yellowstone Falls. Nach den spektakulären Schluchten in anderen Nationalparks dieser Reise, sind meine Erwartungen gedämpft. Die Realität ist jedoch wieder umwerfend. Der Yellowstone River ist kein kleiner Bach, sondern ein richtiger Fluss, in etwa in der Grösse der Aare. Wenn so ein Fluss 70m über eine Kante abfällt ist das ziemlich beeindruckend! Die darauf folgende Schlucht passt nicht so in die liebliche Landschaft des Yellowstone Parks und ist deshalb um so aufregender.

Yellowstone Upper Fall - ZuflussYellowstone Upper Fall - Close UpWer Zeit und gute Beine hat, kann auch an den Fuss der Lower Falls wandern. Auf beiden Seiten des Canyons gibt es Wanderwege in den Talgrund. Wir verzichten darauf und begnügen uns mit der Aussichtsplattform am Scheitel der Upper Falls. Mit lautem Donnern fliesst das Wasser über die Abbruchkante in den Abgrund. Langsam etwas unter Zeitdruck verlassen wir das “Canyon Village” und fahren weiter nach Norden.

Bär - der schwarze Punkt !Norris Geyser Basin - Einsamer SeeDer Nordosten des Parks scheint in den Sommermonaten einiges reicher an Tieren zu sein als der Süden. Auf alle Fälle sehen wir die ersten Bären vom Auto aus. Die Szenen, die sich dabei am Strassenrand abspielen sind etwas unwürdig. Autos parkieren auf schmalen Strassen an unmöglichen Orten, der Verkehr bricht zusammen und Massen von Besuchern mit immer längeren Teleobjektiven gieren nach einem Blick auf die Bären.

Bär - AuflösungBär - SuchrätselDiese nehmen das Ganze gelassen und bleiben in einem respektablen Abstand zur Strasse. Meist ist Meister Petz sowieso nur mit dem Fernglas richtig zu sehen. Die Aufnahmen mit meiner Canon Digicam gleichen deshalb einem Suchbildrätsel. Die Faszination ist trotzdem da! Bären in freier Natur zu beobachten hat einen speziellen Reiz, eine Mischung aus Angst und Faszination.

Versteckter HirschBisons mit KalbMeine Tochter führte eine Statistik und innert weniger Stunden sahen wir mehrere Schwarzbären, eine Mutter mit zwei Jungen, einen Grizzly, Bisons, stattliche Hirsche (die sich auch wenig fotogen verhalten), Kojoten, diverse Hörnchen, ordinäres Wild und natürlich allgegenwärtige Bisons. Dies lässt erahnen was man sehen könnte, wenn man früh am Morgen zu Fuss auf die Pirsch gehen würde. Einzig die Wölfe machen sich rar, was nicht anders zu erwarten war.

Versteinerter BaumYellowstone National Park - LandschaftBevor wir in Mammoth Hot Springs ankommen, besichtige ich noch einen versteinerten Baum. Ungaublicherweise STEHT dieser immer noch im Feld und man  muss dreimal hinschauen, um zu glauben, dass er nicht aus Holz sondern aus Stein ist. Der Baum hat aber eindeutig die Form stämmigerer Sorten, die heute im kühlen Klima des Yellowstone nicht mehr wachsen. Manchmal kommt mir der Yellowstone National Park ein wenig unwirklich vor -  wie ist es möglich so viele spannende Dinge in einen einzigen Park zu packen!?

Mammoth Springs Hotel - BadezimmerMammoth Springs Hotel - HirscheHeute Abend schlafen wir im Mammoth Hot Springs Hotel, erneut ein Haus aus vergangener Zeit. Das freistehende Bad im Badezimmer und die Dusche auf der Etage vermitteln nostalgische Gefühle. Vor dem Hotel weidet eine wilde Hirschherde den gepflegten Rasen ab. Die Wächter haben alle Hände voll zu tun, damit die Touristen genügend Distanz zu den Tieren halten. Hirschmütter scheinen ihre Kälber ziemlich aggressiv zu verteidigen und können durchaus neugierige Touristen verletzen. Wir geniessen derweil im Hotel eine historische Diashow, untermalt mit Live Pianomusik, zum Yellowstone Park.

Was für ein gelungener Tag!

Der Bär !

Es gibt ja einige Dinge, die man bei einem Kalifornien Aufenthalt gesehen haben muss. Eines davon ist ein Bär. Auf der gestrigen Rückfahrt vom Lake Tahoe haben wir einen Schwarzbären gesehen. Dies nicht etwa während dem Mountainbiken durch den Wald, sondern entlang der Ausfallstrasse von South Lake Tahoe, ca. 100m von der Strasse entfernt. Rasch habe ich das Auto gewendet, um einen besseren Blick erhaschen zu können. Gemächlich marschierte Meister Petz durch den Wald. Obwohl nicht mit einem Grizzly zu vergleichen, sind die Dinger ziemlich gross und der Bär war nur etwa 500m vom Powerline Trail entfernt, den wir am Sonntag mit den Kindern abgefahren sind. Ich möchte eigentlich nicht mit dem Mountainbike mit Speed um die Kurve fahren und dann vor so einem Bären stehen. Da helfen dann die Broschüren ‘Bear Problems‘ und ‘Verhaltensanweisungen bei Bären‘ sowie der gute Ratschlag DON’T PANIC auch nicht mehr viel.

Das war der richtige Abschluss unseres Memorial Day Weekends am Lake Tahoe!