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US Nordwesten – Tag 11: Oregon Nordküste !

Haystack Oregon Coast 01Living History im Fort ClatsopBevor wir die wilde Küste Oregons geniessen konnten, gab es im Fort Clatsop, dem Überwinterungsort der Lewis and Clark Expedition, nochmals etwas US-Geschichte. Wir hatten Glück und konnten das Leben im Winterquartier 1:1 an einem Living History Projekt erleben. Die Kinder waren speziell fasziniert vom Expeditionsmitglied, welches einen Biber häutete und für’s Mittagessen vorbereitete. Danach ging es auf der 101 ans Meer. Das Wetter war heute richtig schlecht, dafür gab es einige dramatische Bilder und Ausblicke auf den Pazifik.

Cape Meares AusblickCape Meares LeuchtturmWahrzeichen der Küste sind verschiedene alleinstehende Felsen, sogenannte Haystacks, oder Heuhaufen. Die endlosen Strände sind zu dieser Jahreszeit menschenleer, die Touristen-infrastruktur ist aber Beweis dafür, dass es im Sommer hier weniger ruhig ist. Abenteuerlich ist ein kleiner Umweg der Küste entlang auf dem Three Capes Scenic Highway. Ich freute mich trotz vertikalem Regen an den Leuchttürmen und den stürmischen Aussichten.

Cape Meares Octopus BaumHaystack Oregon Coast 02Kap reihte sich an Kap und Strand an Strand. Dazwischen gab es immer wieder flachere Abschnitte und Lagunen mit Fischerhäfen. Die Landschaft erinnerte oft an die Atlantikküste. Im Moment ist Krabbensaison und so gab es heute sowohl am Mittag wie am Abend Seafood. So richtig fangfrisch am Ufer des tosenden Meeres schmeckt das am Besten.

Statistik: 164 Meilen, 4:31h Fahrzeit, Übernachtung in Newport, OR

US Nordwesten – 4. Tag: Mount Hood & Columbia River !

Three Sisters VulkaneMount Hood aus der FerneDas Wetter meint es heute gut mit uns. Ohne die fernen und nahen Blicke auf die Hauptattraktionen der Gegend, die bis zu 4000m hohen Vulkane, macht die Reise durch Oregon und Washington wenig Sinn. Schon von Ferne sehen wir den majestätischen Mount Hood und zu unserer Linken zeigten sich die Three Sisters Vulkane für kurze Zeit in den Wolken. Bald müssen wir für die Strecke über den Barlow Pass wieder die Schneeketten montieren, aber wir haben ja langsam Übung.

Winterwald am Mount HoodMount Hood von NaheDurch eine wunderbare verschneite Landschaft fahren wir bis in unmittelbare Nähe des Mount Hood. An seinen flachen Hängen gibt es mehrere Skistationen und tatsächlich ist der Schnee sehr gut. Wir und die Kinder beschränken uns auf etwas Spielen im Schnee und warten darauf, dass sich die letzten Wolken für ein Foto verziehen.  So von Nahe ist der Berg gar nicht mehr so dominant wie aus der Ferne.

Cascade Locks Bridge über den Columbia RiverMount Hood - RückseiteAuf der Weiterfahrt zeigt sich der Vulkan im Rückspiegel nochmals in seiner vollen Pracht. Schlagartig wechselt die Landschaft als wir zum Columbia River, der Staatsgrenze zwischen Oregon und Washington hinunterfahren. Der riesige Fluss und das Tal wird nicht umsonst mit dem Rhein oder der Loire verglichen. Wir essen Mittag an den Ufern des Flusses in einem menschenleeren Statepark in Cascade Locks. Hier wurde vor über hundert Jahren die Stromschnellen des Flusses mit einer Schleuse überwunden und zugleich eine wichtige Brücke gebaut.

Panorama Columbia River

Multnomah Falls DetailWasser überall...Anstatt auf der I-84 zu bleiben, wechseln wir auf die alte Strasse, den Historic Columbia River Highway, und fahren durch einen grün-feuchten Wald. An dessen Hängen stürzen imposante Wasserfälle in den Columbia River, der Eindruckvollste ist sicher der Multnomah Fall. Im Gegensatz zu vielen Touristenwasserfällen führt dieser so richtig Wasser und entsprechend nass ist die Umgebung. Für uns Kalifornier ist diese Menge an Feuchtigkeit ziemlich ungewohnt.

Multnomah Falls Panorama

Die Strasse windet sich in engen und schmalen Kehren die Talflanke empor und endet an einem fantastischen Aussichtspunkt auf den Columbia River, die Columbia River-Schlucht und runter auf die Industrie von Portland und Vancouver. Eine Fahrt auf dieser alten Strasse lohnt sich unbedingt, dürfte aber zur Hochsaison kein Spass sein.

Crown Point Ausblick auf den Columbia River

McMenamins Edgefield HotelScenic Old Highway Columbia RiverDieser abwechslungsreiche Tag endet in einem Themenhotel, dem McMenamins Edgefield. Ein alter Gutshof wurde zum rustikalen Hotel mit eigenem Weinkeller und Brauerei umgebaut. Wer gerne ein Glas trinkt findet hier mehrere Bars, Livemusik und währschaften Essen. Mir hat der holzige, alte Geruch des Zimmers gefallen, etwas was ich hier in der USA vermisse. Höhepunkt war ein relativ grosser und warmer Salzwasser-Pool. Mangels Indoor-Erlebnisbädern an der Westküste wurde dieses Bad von den Kids und uns heissgeliebt. Empfehlenswert!

Statistik: 194 Meilen, 4:22h Fahrzeit, Übernachtung in Troutdale

US Nordwesten – 3. Tag: Crater Lake NP !

Winterimpressionen Oregon 02Winterimpressionen Oregon 01Heutiges Hauptziel war der Crater Lake Nationalpark. Mit 13m Schnee im Jahresschnitt, war ich auf alles gefasst und ich befürchtete schon, dass die Zufahrtsstrasse geschlossen sei. Auf der Anfahrt zeigte sich der Himmel bereits variantenreich. Auf unserer Seite des Upper Klamath Lake war es schön, auf der anderen Seite regnete es permanent. So gab es wunderbare Winterimpressionen mit und ohne Regenbogen zu bestaunen.

Schneebedeckte Strasse in OregonSchneekettenNachdem wir jedoch die Parkgrenze überfahren hatten, war es fertig lustig. Unsere kalifornischen Intermediate-Reifen waren nicht wirklich wintertauglich und so fand ich es sicherer die Schneeketten aufzuziehen. Was für ein Sch….system!  :evil: Irgendwann habe ich dann die Dinger doch noch fest genug gekriegt, um damit sicher 40mph fahren zu können. Danach war die Fahrt hinauf zum Kraterrand ein schönes Wintermärchen und nach dem braunen Sommer und Herbst in Monterey eine Wohltat für die Augen.

Crater Lake Panorama

Oben angekommen waren wir froh, im geöffneten Visitor Center Zuflucht zu finden und die heisse Schoggi hat unseren Kindern sehr gefallen. In einem kleineren Schneesturm versuchten wir noch einen Blick auf den See zu werfen, vergeblich. Crater Lake in der TheorieIm Nebel liess sich zwar etwas Wasser erahnen, aber natürlich blieb uns das umwerfende Panorama verwehrt. Es hat sich trotzdem gelohnt. Die Kinder hatten richtig viel Spass. Die Weiterfahrt nach Bend war ereignislos und geprägt von Schneeregen. So liessen wir auch die weiteren Sehenswürdigkeiten der Gegend, das Newberry National Volcanic Monument und das High Desert Museum zu Gunsten des Jacuzzi im Hotel rechts liegen.

Statistik: 240 Meilen, 5:25h Fahrzeit, Übernachtung in Bend

Garmin GPS mit Raster Custom Maps / Karten !

Screenshot Garmin Custom MapsTopo Schweiz V2Hier in Monterey regnet es wie aus Kübeln und so bleibt Zeit für einen Beitrag zum Thema GPS. Garmin hat den Sündenfall getan! Nach eine kurzen Betaphase sind nach einem Firmware-Update die neueren Geräte der Oregon, Dakota und Colorado Serie fähig, nicht nur die üblichen Vektorkarten, sondern auch Rasterkarten darzustellen. Wie das aussieht, zeigt ein Screenshot rechts von Garmin. Zur Erinnerung, Vektorkarten sind elektronischen Daten bzw. Karten, die stufenlos zoombar sind, verschiedene Ebenen haben können und über Zusatzinformationen  wie POIs (Point of Interest) verfügen. Rasterkarten bestehen aus Pixel, Bilder und sind nichts anderes als Papierkarten im elektronischen  Bilderformat. Eine detailliertere Erläuterung habe ich mal vor drei Jahren gebloggt.

SiegfriedkarteIch denke Garmin hat diesen Schritt wohl nicht ganz freiwillig gemacht. Schliesslich konkurrenzieren sie damit den eigenen lukrativen Markt mit dem Verkauf von Vektorkarten. Der Druck durch die Konkurrenz der GPS-Smartphones und Pocket PC’s war aber wohl zu gross. Gut so! Nun kann also alles was sich scannen lässt in den neuen Geräten angezeigt werden. Das wäre doch mal etwas, entlang der alten Siegfried- oder Dufourkarten zu biken und zu schauen wie sich die Landschaft verändert hat! Die Karten gibt es übrigens beim ASTRA online.

DufourkarteDamit die Karten verwendet werden können, müssen sie zuerst im .jpg Format vorliegen und können danach via Google Earth georeferenziert werden. Wie das genau geht, steht drüben bei Garmin, unter Custom Maps. Konkret werden die Daten danach als Google Earth .kmz Overlay Files auf die GPS Geräte abgespeichert. Bereits gibt es spezielle Software, welche automatisch Kartendaten aus dem Internet runterladen und auf die Geräte hochladen kann. Auch GPS Visualizer bietet das neue Format Garmin .kmz an. Ohne Handarbeit geht es aber in den meisten Fällen nicht, auch nicht, weil aus Lizenzgründen die meisten Online-Kartenwerke nicht uneingeschränkt verfügbar sind.

Schweizer Landeskarte - SwisstopoAusprobieren kann ich das System nicht, weil ich über kein kompatibles GPS-Gerät verfüge. Es scheint, dass es noch einige Limitationen beim Umgang mit solchen Kartendaten gibt (Gerätespeicher, Dateigrösse usw.). Die  anfallenden Datenmengen sind natürlich enorm hoch. Zudem muss der Kartenmassstab in etwa dem kleinen Bildschirm der GPS Geräte entsprechen, zoomen bringt bei Rasterkarten wenig. Trotzdem ist der Bann gebrochen und theoretisch steht endlos viel Kartenmaterial zur Verfügung. Und es ist klar, dass in manchen Fällen eine Rasterkarte, beispielsweise ein Scan oder eine Bildschirmkopie von einer Schweizer 1:25’000 Karte an Detailreichtum und Übersicht immer noch jeder Vektorkarte überlegen ist.

SatellitenbilderSpannend und bereits diskutiert wird der mögliche automatisierte Export von Satellitenbildern, wie es die verschiedene Google Maps Applikationen auf Smartphones vormachen. Mit den Custom Maps haben die neuen Garmin Geräte nun endlich auch ein klares Unterscheidungsmerkmal, zu den alten Geräten, wie beispielsweise meinem GPSMap 60CSx. Den Touchscreen der neuen Geräte kann mir nämlich niemand als Vorteil verkaufen. Ich bin gespannt wie sich die Softwarelage entwickelt und denke, dass dieses Feature Standard in zukünftigen Garmin Geräten sein wird. Ein Update für mein Gerät kann ich mir aber wohl abschminken und ob die MapSource Software jemals Rasterkarten verarbeiten kann, wage ich zu bezweifeln.

Das Oregon 550t – Konvergenz von GPS und Digicam?

Im digitalen Bereich ist Konvergenz schon länger ein Modewort. Die Idee ist ‘one fits it all’, ein Gerät für alles. Für meine Bedürfnisse im Bereich Mountainbike würde das bedeuten, dass das GPS, die Digicam, das Telefon, das Pulsgerät, der Musikplayer und der Radcomputer in einem Gerät wären. Realität ist, dass alle Hersteller ihre Geräte rund um ihre Spezialistenfunktion herum mit Zusatzfunktionen erweitern. Das gibt dann GPS-Kameras, GPS-Fahrradcomputer à la Polar und Fahrradcomputer-GPS à la Edge, Musikplayer-GPS-Kamera-Telefons und nun mit dem Oregon 550t auch ein Kamera-GPS.

Oregon 550Garmin hat das Ding heute vorgestellt, gestestet hat es aber wohl noch keiner und Bilder von der Rückseite mit der Kamera gibt es auch noch nicht. Ich bin etwas skeptisch, obwohl für Mountainbiker das Oregon ja grundsätzlich ein gutes Gerät zu sein scheint. Die 3.2 Megapixel Kamera kann wohl keiner echten Digicam mit optischem Zoom das Wasser reichen und dürfte eher mit einer Mobiltelefon Kamera vergleichbar sein. Das reicht keinesfalls für meine Bedürfnisse auf dem Trail. Im Gegensatz zur Digicam ist ja das GPS immer Wetter und Dreck ausgesetzt und der Schutz- und Klick-mich-los Mechanismus für rasche Fotos muss wohl noch erst erfunden werden.

Trotzdem finde ich Konvergenz gut. Speziell die Verbindung von Kamera und GPS erachte ich als wichtig. Nur so werden die GPS Informationen direkt mit dem Bild gespeichert und man kann sich das Bearbeiten mit einer Geotagging Software ersparen. Was alles für coole Anwendungen mit georeferenzierten Bildern möglich sind, kann man im Internet nachschauen.

Deshalb bin ich gespannt auf erste Mountainbike-Testberichte des Oregon 550 / 550t und noch viel gespannter auf weitere GPS-Kameras oder Kameras-GPS, die ernsthaft beide Funktionen vereinen können.