
Heute war die Junfernfahrt mit meinem Titanium Bike. Es war im Prinzip eine dreifache Jungfernfahrt: 1. mit einem neuen Bike. 2. erstmals seit zwei Monaten wieder auf dem Fahrrad und 3. erstmals seit fast 2 Jahren wieder auf meiner heimatlichen Feierabendrunde. Da können die Emotionen schon etwas hochgehen und so ist ein Urteil zum Ti29-40 mit Vorsicht zu geniessen. Ich fuhr entlang von Emme und Aare nach Wangen und zurück. Es ist alles fast noch wie vor zwei Jahren, ausser einer weiteren Renaturierung der Aare in der Nähe von Wangen an der Aare. Gut so!

Aufgefallen ist mir wie schön die Schweiz ist. Speziell die vielfältigen Gerüche unserer Landschaft sind sehr verschieden zur USA. Der Mix machts: Aarewasser, frisches Laub, Raps, alter Bärlauch, Bauernhöfe mit Mist, Kläranlagen und vieles mehr – ein Genuss.
Gestört hat mich das fliegende Getier. Diese Plage in Mund, Ohren und Augen gibt es auf den kalifornischen Trails kaum.
Natürlich machte ich zuerst Bilder vom Ti29-40 in unverdrecktem Zustand bevor es durch die erste Pfütze fuhr. Zum Glück waren die Trails ziemlich trocken. Was sind die ersten Eindrücke? Hätte das Bike einen Motor würde ich das Stichwort zum Fazit ‘Laufruhe’ nennen. Tatsächlich fährt sich das 29er sehr flüssig, flowig und bequem. Grund dafür sind sicher die grösseren Räder, der geringere Widerstand bei Hindernissen merkt man deutlich. Noch wichtiger dürfte die Fox Gabel sein, welche butterweich alle Unebenheiten wegputzt.
Das weiche Gabelsetup hat auch Nachteile. Beim Start aus dem Stand spürt man den grösseren Radumfang und geht tendenziell mehr aus dem Sattel. Dies wiederum führt zu einem starken Wippen der Gabel. Nur das Lockout löst das Problem. Die Aufstiege funktionierten erstaunlich problemlos, obwohl man die geringere Übersetzung in den Schenkeln spürt. Die grossen Räder kompensieren viel, speziell bei den wurzeligen Uphill-Trails die ich heute fuhr.
In Sachen Komfort kann ich nach 36km noch nicht viel sagen. Die Sitzposition scheint ziemlich perfekt. Einzig der breite Lenker und das Schalten mit dem Daumen (am Scott habe ich Dual Control Hebel) ist noch etwas ungewohnt für die Hand. Aber das lässt sich mit den Spacern, dem Lenker und der Position der Schalthebel noch korrigieren. Zudem hatte ich Bremsprobleme. Ich weiss nicht ob dies an den bissigen Maguras lag oder daran, dass ich die Bremsen links und rechts vertauscht hatte. Ungewohnt war auch die Übersetzung. Ich hatte immer das Gefühl irgendwie im falschen Gang zu fahren.
Und sonst? Das Bike geht ab wie eine Rakete. Das dürfte natürlich am geringen Gewicht und dem Charakter des Hardtails liegen. Die XTR Schaltgruppe ist einfach ein Traum – die Schaltvorgänge sind präzis und sekundenschnell – ich bin fasziniert und ein wenig stolz, schliesslich habe ich das alles selber zusammengebastelt und eingestellt… Abgefallen ist auf der ersten Fahrt jedenfalls nichts.
Fazit: Das kommt gut! Der Rahmen passt und der Rest ist nur noch Feintuning. Freude herrscht…
Statistik: 36 km, ca. 211 Höhenmeter, Fahrzeit 1:46 h