Beiträge mit dem Stichwort - rahmen

Die Rahmenwäsche !

An so einem Regentag muss man fast etwas Zeit in der Werkstatt verbringen. Ich schaute mir mal den demontierten Scott Genius Rahmen an und konnte erleichtert bis auf viele Kratzer keine gröberen Schäden feststellen. Dafür gab es nach über vier Jahren mal ein Schaumbad für den geschundenen Mountainbike-Rahmen. Die Gelegenheit nutzte ich um die letzten überflüssigen Kleber zu entfernen. Erneut zeigte sich Brennsprit als starker Partner um den Restkleber los zu werden. Nun wird das Ganze noch poliert und dann geht es ans Zusammenschrauben. Vielleicht bessere ich noch einige Stellen mit schwarzem Lack aus. Wenn, dann aber nur ohne viel ‘Drüberpinseln’. Mal schaun…

Die Geschichte der 29er Mountainbikes !

Guitar Ted vom der Webseite Twenty Nine Inches postete heute einen interessanten Beitrag über die Geschichte der 29er Mountainbikes. Die ersten 29er entsprangen aus dem gleichen Nordkalifornischen Umfeld wie das Mountainbike selber. Für mich natürlich besonders spannend ist dieser Satz über die Anfänge der 29er im Jahre 1999 bei WTB:

Mark Slate and Steve Potts worked hard on 29″ers and were instrumental in coming up with some of the earliest ideas about what would make a good 29″er.

Ein Steve Potts Rahmen ist eben nicht nur einfach ein Rahmen, er ist auch ein Stück Mountainbike- und 29er-Geschichte.

Gemäss Ted kam der erste Turnaround für die 29er im Jahre 2005, als Gary Fisher RockShox überzeugte die Reba Gabel in einer 29er Version zu bringen. Danach war es nur noch ein kleiner Schritt zum Massenmarkt, ein Wort, das man hier in der USA sicher brauchen darf. In einem kleinen Ausblick prognostiziert Ted den 29er in diesem Jahr den Durchbruch in Europa und teilweise auch im Rennsport. Wichtiger für mich ist die Prognose, dass 29er und 26er Mountainbikes in Zukunft friedlich koexistieren werden. Schliesslich möchte ich auch in 10 Jahren noch Reifen kaufen können!

Projekt Ti29-40: Der Potts Titanium – 29er Rahmen !

Nach neun Monaten Wartezeit konnte ich dieses Wochenende meinen Custom – Titanium – 29er Rahmen persönlich in der Werkstatt von Steve Potts abholen. Es ist einfach schön, so ein kleines Kunstwerk, direkt vom Hersteller entgegen zu nehmen. Da bleiben auch keine noch so detaillierte Frage offen. Weil ich gleich da war, konnte ich noch einige Ersatzdecals und einen Ersatz-Schaltauge mitnehmen. Dazu gab es noch ein kurze Ausbildung im Decals aufkleben. Das scheint fast schwieriger als Titan schweissen zu sein.

Ich bin sicher, dass ich bei irgendwelchen Problemen mit dem Rahmen auch in Zukunft einen guten Ansprechpartner haben werde. Die Wartezeit von neun Monaten ist sicher lange. Ich glaube aber, dass es durchaus noch länger hätte sein können. Meine bevorstehende Rückreise in die Schweiz hat die Produktion wohl etwas beschleunigt. Wie in Foren zu lesen ist, warten andere Kunden auch mindestens neun Monate.

Mir gefällt der Rahmen mit seiner klaren und klassischen Form. Das Design ist zeitlos und elegant, die schwarzen Decals unauffällig. Der erste Blick geht natürlich zu den Schweissnähten und da gibt es nichts zu klagen. Die gut sichtbaren Stellen sind nahe an der Perfektion geschweisst. Aber auch sonst gibt es praktisch keine Ausreisser. Nur wer sehr genau hinschaut sieht einige Unregelmässigkeiten. Der Rahmen ist matt, bestrahlt mit Glasperlen. Gemäss Steve sieht das nicht nur gut aus; es verbessert auch die Oberflächenstruktur des Titans und macht es länger haltbar.

Wichtig und sichtbar ist  die Liebe zum Detail. Kein noch so kleines Teil ist irgendwie scharf oder sieht billig aus. Ein Highlight ist natürlich der einpolierte Namen auf dem Oberrohr (Wer gut schaut, sieht, dass ich ihn auf dem  ersten Foto digital wegpoliert habe). Damit kommt auch keiner auf die Idee so einen Rahmen jemals weiter zu verkaufen. Ich bin wirklich gespannt wie lange mich dieses Teil begleiten wird.

Das eine ist die Schönheit, das andere ist die technische Funktionalität. Auch hier lässt Steve nichts anbrennen und man merkt die Jahrzehnte an Erfahrung. Die Bremsscheiben-Aufnahme am Hinterbau zeugt davon. Es ist die Gleiche wie am Castellano Silk Ti, von John designed, von Steve gebaut. Die lange Strebe leitet die Bremskräfte gleichmässiger in den Hinterbau und gleichzeitig ist sie noch sehr schön. Ob dieses gebogene, verdrehte Wunderding jemals parallel zur Bremsscheibe sein wird, kann ich im Moment noch nicht beurteilen.

Schweisstechnisch ist sicher das Kurbelgehäuse die echte Herausforderung. Ich denke das Resultat kann sich sehen lassen. Ich wage es fast nicht an dieses Sattelrohr eine Schelle für den Umwerfer zu befestigen. Gespannt bin ich wie die Zugverlegung funktionieren wird. Alle Halterungen sind jedenfalls da wo sie sein sollten und die Shimano Zugführung unterhalb des Kurbelgehäuses ist auch schon montiert.

Die letzten beiden Fotos gibt es nochmals vom Ausfallende, diesmal die rechte Seite mit dem auswechselbaren Schaltauge aus Titanium. In den nächsten Wochen baue ich das Teil auf und dann gibt es auch erste Berichte wie sich der Rahmen in der Werkstatt-Praxis schlägt. So ein Mountainbike-Rahmen muss ja einige Toleranzen im Zehntelmillimeterbereich besitzen.

Wie man unten lesen kann, wiegt der Rahmen einige Gramm weniger als die Federgabel. Nicht schlecht. Ich habe aber keine Ahnung ob dies ein guter Wert für einen 29er Titanrahmen ist. Am Schluss zählt sowieso die Haltbarkeit und nicht das Gewicht.

Statistik: 1690g, Gekauft bei Steve Potts

Projekt Ti29-40: Der Rahmen – Preview !

So, nach langem Warten konnte ich den Rahmen  persönlich in Empfang nehmen! Leider habe ich nach dem langen Tag heute Abend keine Zeit mehr mich länger damit zu befassen und darüber zu bloggen. Aber natürlich will ich den Lesern zum Sonntags-Brunch eine kleine Vorschau gönnen. Erste Eindrücke: Titan ist schön, edel und leicht. Man muss sich zurückhalten um nicht den Rahmen zu streicheln….  ;-) Morgen (bzw. am Montag in Europa) gibt es dann detaillierte Informationen und Fotos. Ich kann nur sagen: Das Warten hat sich gelohnt!