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Die MTB Schrauber – Werkstatt!

Irgendwie ging dieser Beitrag in der Entwurfsliste vergessen. Ich habe mir vor einigen Wochen eine kleine Werkstatt im zugemieteten Bastelraum eingerichtet. Das ganze ist noch ziemlich provisorisch und vieles muss noch gemacht werden. Es fehlt ein kleiner Schrank für die Bikekleider, eine Magnet- oder Aufhängewand für die Werkzeuge, Wandhalter um zwei bis drei Bikes aufzuhängen und ein Teppich bzw. eine Matte. Langsam muss ich mich wieder um den Zusammenbau des Genius kümmern, mit dem Hardtail kann ich schlecht auf eine Freeride Tour nach St. Moritz. ;-)

Aufbau eines Mountainbikes: Erste Erfahrungen !

Seit nunmehr zwei Wochen bin ich in der Freizeit mit dem Aufbau meines Projektes Ti29-40 beschäftigt und ich kann erste Erfahrungen als Möchtegern-Fahrradmechaniker bekannt geben. Heute war ein besonders intensiver Schraubertag, der Regen vor der Tür lässt auch keine anderen Tätigkeiten zu. Eigentlich sollte es für’s Schrauben Winterpokalpunke geben, ich schwitze jedenfalls viel. ;-) Die ersten Lehren sind klar. Wer als Anfänger so etwas machen will braucht Zeit, viel Zeit. Jedes Teil ist auszupacken, anzuschauen, die Mechanik zu verstehen, die Anleitungen durchzulesen, im Internet nach verständlicheren Anleitungen zu suchen, das Werkzeug zu beschaffen und bereitzulegen, und..und..und… Zweitens braucht man Ordnung und noch viel besser eine voll ausgerüstete Werkstatt. Ansonsten geht man ruck-zuck im Chaos unter.

Die Probleme (oder besser gesagt, die Herausforderungen) lassen sich grob in drei Kategorien teilen: Dinge welche man mit Denken und Probieren lösen kann, Dinge welche man nur mit der Beschaffung von weiterem Werkzeug oder Material lösen kann, und das Schlimmste, Dinge welche man aus Unvermögen beschädigt. In der ersten Kategorie gab es das Problem, dass die schönen 2.4 Zoll Racing Ralph Reifen  knapp in den Rahmen passten, dann aber am Umwerfer blockierten. Lösung: Ich montierte mal 2.1 Zoll Hutchinson bevor ich den XTR Umwerfer in den Müll schmeisse und die Down-Swing Variante kaufe. Ein anderes Problem waren die Spacer. Ich hatte vor mir 6 Spacer von 3mm  bis 20mm, aber es war unmöglich sie so anzuorden, dass der Spalt zwischen Kappe und Gabelrohr auf 1-2mm reduziert wurde. Bevor ich das Rohr erneut absäge, warte ich mal ab wie sich der Vorbau so fährt. Auch eher in die zweite Kategorie fiel die Zughüllenproblematik. Die Shimano Zughüllen lassen sich nur mit echt gutem Werkzeug schneiden. Ein Gang zum nächsten Fahrradhändler und der Kauf eines weiteren Park Tools war die Lösung.

Trotz aller Vorsicht gibt es Anfängerfehler. Bis jetzt muss ich von drei ‘Sachbeschädigungen’ berichten. Zuerst kapierte ich das System der Steuersatz-Justierung nicht und habe dabei die eingeschlagene Kralle vermurkst. Da half nur ein Gang zum Händler, welcher mir das Ding wieder gerade einschlug. Ein Tag später montierte ich die Bremsen und liess die rot eloxierten Bremskolben zwei Tage lang am Betonboden schleifen bevor ich auf die Idee kam, dass das wohl böse Kratzer geben könnte. Ärgerlich – der (optische) Schaden hält sich zum Glück in Grenzen. Das letzte Beispiel war eine Titanschraube, welche etwa 2mm länger als die Originalschrauben war und sich so schön in die Bremsaufnahme der Gabel hinein bohrte. Deshalb heisst es für den Rest des Aufbaus ‘Holz aläänge’, damit auch alles ohne grössere Verluste über die Bühne geht.

Fazit: Es macht sehr viel Spass und die Lernkurve ist extrem hoch! Ich sag da nur, wo gehobelt wird, fallen Späne. Zudem gibt es auch Positives zu berichten. Die Bremsen bremsen, die Leitungen sind gekürzt und verlegt, die Scheiben schleifen nicht, die hintere Schaltung schaltet, das Cockpit ist fertig und die Räder drehen…

Der Park Tool PCS-10 Montageständer !

Es ist bekanntlich mein erklärtes Ziel mit dem Aufbau des Projekt Ti29-40 zum Fahrradschrauber zu mutieren. Nebst einer ordentlichen Werkzeugkiste muss natürlich ein richtiger Montageständer ins Haus. Mountainbikes habe ja die Angewohnheit, dass sie schlecht selber im Raum stehen und immer irgendwohin rollen. Der klappbare Park Tool PCS-10 Montageständer war einfach zusammengebaut und basiert auf einem stabilen Dreibein. Wichtig war mir die Möglichkeit den Ständer einfach wegräumen zu können, weil eine permanente Werkstatt kann ich mir zu Hause aus Platzgründen schlecht einrichten.

Mit wenigen Handgriffen ist das Teil zusammengeklappt und in die Ecke gestellt. Die Klemme ist sorgfältig gearbeitet und sollte den Rahmen nicht zu stark belasten. Trotzdem habe ich Respekt vor dem Einspannen. Wer die Rohrdicke der modernen Rahmen kennt, sieht vor dem geistigen Auge schon ein gestauchtes Rohr. Das Rad lässt sich natürlich auch an der Sattelstütze einspannen. Weiter lässt es sich gut vertikal drehen und die Höhe ist einfach mit dem bekannten Schnellspannersystem eingestellt.  Der erste Eindruck des Montageständers ist sehr gut. Das Teil ist sehr stabil und die Handhabung ist durchdacht. So, dann kann ich den aktuellen Regen nutzen und mit dem Schrauben beginnen, ohne Rückenschmerzen zu befürchten.

Die Fahrrad-Waage !

Ich gebe es ja zu, man (n) muss schon etwas geistesgestört sein, um sich ein Waage zuzulegen mit dem Ziel, die Fahrradteile auf das Gramm genau abzuwägen. Auf der anderen Seite sehe ich mich damit in guter Gesellschaft, gibt es doch in den einschlägigen Foren haufenweise Teile-auf-der-Waage-Bilder zu sehen. Nun, solange ich beim Körpergewicht in Kilogramm oder Zentner messe, sind die Gramms eigentlich zu vernachlässigen. Trotzdem macht das Wägen Spass, schon nur wegen der Statistik. Zudem gilt der alte Spruch immer noch: “Ein Gramm leichter kostet 1 CHF, oder wohl eher 1 EUR!” Man möchte ja sehen wohin das Geld hingeht.

Ich kaufte die Hängedigitalwaage DS-1 von Park Tool. Das Ding lässt sich einfach am Bike-Rack oder sonstwo montieren und zeigt zuverlässig das Gewicht an. Eine Taste ist für die Tara-Funktion, eine zum einfachen Umschalten zwischen Unzen und Kilogramm. Maximalgewicht ist 25kg und die Präzision auf 20g genau.

Für die kleineren Teile (und die Küche) gibt es die Tischwaage DS-2. Das Ding wägt alles bis zu drei Kilo auf das Gramm genau. Auch hier gibt es eine praktische Tara-Taste und eine Gramm/Unze-Taste. Hier in der USA ist die Unze Taste ziemlich wichtig. Sonst gibt es da nicht viel zu sagen, ausser…

…dass nach dem ersten Wägen einiger Teile das Fazit schon jetzt klar ist: Die Herstellerangaben sind mit grosser Vorsicht zu geniessen. Doch dazu später mal mehr.