Neuer Stoff für die Kontaktstellen mit dem Bike !

Heute gibt es anstelle schöner Trailbilder wichtigeres aus dem Leben eines Mountainbikers zu berichten – der Stoff, der sich zwischen dem Fahrer und dem Mountainbike befindet. Beginnen wir mit den Bikeinnenhosen. Diese sind für mich immer ein Glückskauf. Nur die erste 65 km Tour in sommerlicher Hitze mit Mehrtagesrucksack wird zeigen, ob die Hosen aus dem softigen Himmel oder der scheuernden Hölle stammen. Diesmal gibt es eine Endura- und eine Pearl Izumi Innenhose. Bin gespannt, wie sich die unterschiedlichen Polsterarten anfühlen.

Fast so wichtig wie am Hintern und am Sattel ist der Stoff am Lenker. Im Winter fahre ich seit drei Jahren die Roeckl Rabal Handschuhe und bin sehr zufrieden damit. Leider ist der linke Handschuh in der Handfläche durchgescheuert. Quizfragen: Wieso nur der Linke und wie kann das nach 5 Monaten Winterbikeabstinenz geschehen? Egal, ich bestelle das gleiche Modell nunmehr deutlich günstiger als vor Jahren und lagere es für den kommenden Winter ein.

Freute ich mich vor Jahren noch über die Touchscreen-Tauglichkeit, ist das im Jahre 2018 bereits wieder Geschichte. Ich entsperre das Smartphone per Fingerabdruck und da helfen keine Handschuhe. 🙁 Als Goodie kommt noch ein neuer BUFF ins Postpaket – im letzten Sommer habe ich Zermatt gleich zwei Stück auf dem Trail verloren…

Gekauft bei Bikester: PEARL iZUMi Select Liner Shorts Gr L 51 CHF, Endura Single Track Liner Gr L 65 CHF, Buff Tube The Wild Multi 21 CHF, Roeckl Rabal Gr 9.5 27 CHF

Wandschmuck I

Leser dieses Blogs kennen meine Vorliebe für die Walliser Südtäler. Obwohl leistungsfähige Strassen heute die Talschaften durchschneiden, spürt man immer noch auf Schritt und Tritt die alte Bergkultur, die von Mythen und Riten geprägt ist. Sicher eine Folge der harten, langen und sehr abgeschiedenen Winter der Vergangenheit. So hängen im Val de Bagnes an den Häusern beispielsweise kunstvoll geflochtene Symbole aus Getreideähren. Eine längere Suche im Internet hat leider nichts Verwertbares zu deren Bedeutung hervorgebracht. Hat sicher was mit Glück, Fruchtbarkeit und reicher Ernte zu tun. Wer also etwas mehr weiss – nur rein in die Kommentare.

Die Le Mandement – Satigny Tour !

Feierabendtour ins Genfer Hinterland – Ziel ist das ‚Le Mandement‘. Auf der Landkarte umfasst dies die Region der Gemeinen Dardagny, Russin und Satigny, die sich westlich der Stadt befinden. In der Landschaft präsentiert sich das Mandement als grünes Weingebiet auf und entlang des Hügelzuges nördlich der Rhone. Es ist heiss und ich fahre möglichst im schattigen Wald in Richtung Aire-la-Ville.

In der Ebene fallen die frohen Sonnenblumenfelder ins Auge mit der im Hintegrund etwas weniger romantischen Kehrichtverbrennungsanlage von Cheneviers mit den beiden markanten Hochkaminen. Bei der Barrage de Verbois muss ich immer kurz anhalten und staunen – über das mächtige Stauwerk, das die Rhone eindämmt, bevor sie wieder frei und wilder nach Frankreich fliessen kann.

Hinauf nach Russin nehme ich den brutal steilen, direkten Weg vom Bahnhof durch die Rebberge zum Schulhausplatz mit der schönsten Aussicht über Stadt und Kanton Genf. Das kleine Kirchlein des Ortes hat sich ebenfalls eine Toplage hoch über der Rhone ausgesucht. Auf Nebenstrassen geht es weiter durchs Mandement und seine Rebberge bis zum Ort Peissy. Der historische, überdachte Dorfbrunnen rettet mich einmal mehr vor akutem Verdursten. 😉

Die Reben sind prall behängt mit Trauben und mindestens nach dem Volumen dürfte das ein guter Jahrgang werden. Die Gemeinde Satigny ist übrigens die grösste Weinbaugemeinde der Schweiz, kaum zu glauben, im dicht besiedelten Kanton Genf. Im Kontrast zu den vielen teuren renovierten Gebäuden steht der beinahe baufällige Wasserturm von Choully. Der Weinbauweiler ist um das herrschaftliche Château  de Choully drapiert. Die alteingesessenen Genfer Familien haben sich die wunderbare Landschaft schon früh einverleibt.

Mit 505m über Meer ist Choully in den Top 3 der höchsten Punkte des Kantons und so blickt man weit in alle Himmelsrichtungen, oben beispielsweise runter zum CERN und zur nahen Landesgrenze. Via Bourdigny fahre ich durch die Reben runter zum Nant d’Avril. Der Bach ist im oberen Teil bis auf einen jüngst renaturierten Abschnitt komplett kanalisiert und eine relativ abweisende stinkende Rinne mit vielen Graffiti an den Kanalmauern.

Je weiter man dem Nant d’Avril folgt, umso mehr wird er zu einem kühlen Tal mit viel grüner Natur. Der Weg entlang des Baches ist breit und bis auf einen kurzen Anstieg gut zu befahren – wegen den vielen Spaziergängern lasse ich dennoch den Finger auf der Bremse. Immer wilder schlängelt sich der Bach runter nach Peney Dessous, wo er in die gestaute Rhone mündet. Der Eindruck auf der Karte hat nicht getäuscht – eine weitere Trail- und Naturentdeckung.

Alles über den Nant d’Avril gibt es in diesem .pdf (f) zu lesen.

Statistik: 36.1 km, ca. 350 Höhenmeter, Fahrzeit 2:13 h

Mountainbiken in Zermatt !

Die letzten Schneefelder sind geschmolzen und im Juli beginnt definitiv die Mountainbike – Saison in Zermatt. Vor einem Jahr wurde ich von Tourismus Zermatt zu einem Bike Meet and Greet eingeladen und die untenstehenden Beiträge sind das Resultat dieser perfekten drei Tage. Zermatt als Mountainbikedestination ist speziell – speziell wie der USP des Tales, das Matterhorn. Es ist keine Bike only Destination und preislich eher ein Once in a lifetime – Trip. Die verschiedenen Anspruchsgruppen werden geschickt unter einen Hut gebracht. Eines ist aber sicher: Mountainbiker werden aktiv be- und umworben und entsprechend gut ist die Infrastruktur für die Biker ausgelegt.

Dies zeigt sich nicht nur in den vielen Bikehotels oder den mountainbikefreundlichen Bergbahnen, Nein – besonders wichtig sind die spezifisch gepflegten Wege und Trail Tolerance im gesamten Gebiet. Parallel werden einige echte Flow Trails in den Hang gebaut, in diesem Jahr wird beispielsweise der neue Sunegga Trail eröffnet. Dem grössten Hindernis, den hohen Kosten für die Bergbahnen, tritt man ab Sommer 2018 mit einem speziellen Biketicket entgegen. Wie erwähnt, nicht billig, aber billig will man in Zermatt auch nicht sein und hat dabei die Argumente auf seiner Seite. Auf der Bikeseite von Zermatt finden sich alle nötigen Informationen zur Planung. Vor Ort empfehlen sich die Panoramakarte und die Broschüre ‚Mountainbike‘ als Informationsmaterial. Infos zu den besten Trails finden sich auf der Supertrail Seite.

Zermatt Bike-Meet 2017:

Disclaimer: Die Berichterstattung über Zermatt im Jahr 2017 basiert auf einer dreitägigen Einladung von Bloggern durch Zermatt Tourismus. Ein Dank geht an das Team, welches uns betreute, speziell an Beat von der Skischule Zermatt, Roman von der Burgergemeinde und Dani von Zermatt Tourismus sowie die beteiligten Betriebe (Hotel Bristol, Hotel Ambiance, CERVO Mountain Boutique Resort, Riffelhaus 1853Bergrestaurant Fluhalp, Europaweghütte, Restaurant Old ZermattRestaurant Z’Mutt, Papperla Pup) und die Zermatt Bergbahnen.

Mit dabei waren Ben und Tina von Outsideisfree, Sven von Halfmoon-Biking und Chregu von Chregu Bike Blog. War toll mit euch!

Obwohl ein solches Rumdum-Sorglos Paket nicht die tatsächlichen Verhältnisse eines Individualgastes beschreibt, versuchte ich möglichst objektiv zu berichten und gebe in den Beiträgen ausschliesslich meine Meinung wieder.

Der Ironbike Brittnau 2018 !

Same procedure as every year, James! Mein jährlicher Lieblingsevent bleibt der Ironbike Brittnau. Die heurige Ausgabe führt über 39 / 67  oder 91 km durch den Kanton Solothurn. Die Bedingungen sind ideal – es ist rund 21° und obwohl es den ganzen Tag gewittrig um uns herum regnet, bleibt die Strecke trocken. Auch im 2018 ist der Anlass perfekt organisiert und die Route wieder optimal ausgeschildert – da ist der GPS Download Service nur noch das i-Tüpfchen. Weil ich den Helm zu Hause vergessen hatte, muss ich eine Ehrenrunde auf der Autobahn einlegen und starte ’spät‘ um 06:50 Uhr. 😉

Wir starten in Richtung Osten in die erste Steigung rauf zur Marienburg und im welligen Auf- und Ab nach Linden im Mühlethal und runter nach Safenwil über die Autobahn. Der nächste Hügel wird markiert durch die hohe Antenne auf dem Engelberg. Wie immer ist der Trailanteil der Strecke relativ gross und ausnahmslos sind es flowige Singletrails. So auch jener vom Engelberg runter nach Däniken zur Kiesgrube Hard – mit Blick zum KKW Gösgen.

Bei Winznau geht es über die Aare und mir wird erstmals bewusst, dass es hier einerseits den Aarekanal und andererseits einen sehr schönen natürlichen Nebenarm des Flusses gibt.  Die Strecke führt an einem grösseren Fest vorbei, das sich bei der späteren Recherche als Solothurner Kantonalturnfest 2018 entpuppt. Östlich von Lostorf steht endlich der Verpflegungsposten mit den bekannten sehr schmackhaften selbstgebackenen Kalorienkuchen. Letzte Chance sich für die 91 km oder die 67 km Runde zu entscheiden. Der Schweinehund hatte heute bereits beim Start verloren und trotz schwerer Beine bin ich mental definitiv für die grosse Runde bereit.

In grossem Bogen geht es über den Golfplatz um Stüsslingen herum bis zur ersten Jurakette und der Klus Blauenstein. Ab hier sind einige giftige Höhenmeter rauf nach Rohr und Rosmaregg zu überwinden. Sowohl Strecke wie Aussicht sind genial. Entlang der Kantonsgrenze zu Basel-Landschaft queren wir die Flanke des Leutschenberg und der Burgflue. Erst beim Schreiben des Beitrages wird mir bewusst, dass ich diesen Streckenabschnitt im Rahmen meiner Kantonsgrenzentour bereits befahren hatte – wenn auch in entgegengesetzter Richtung.

Der Hauenstein-Basistunnel ist tief unter den Singletrails, die wir im Abstieg nach Bad Lostorf befahren. Wie immer bin ich auf der grossen Strecke als Frühstarter trotz der vielen Teilnehmern relativ einsam unterwegs. Die Strecke wechselt auf groben Schotter und ich vermisse ausnahmsweise mein Fully. Das Tagesfazit bezüglich Bike? Das Ti29-40 Hardtail ist für Langstrecken ohne viel Wurzelgeholper einfach das bessere Mountainbike!

Vorbei am Schloss Wartenfels zurück zum Verpflegungsposten. Ich muss mich hinsitzen und erholen. Auf dem Rückweg über die 67 km Strecke werde ich auch heute wieder richtig beissen müssen. Tatsächlich folgen mit dem Aufstieg zum Stellichopf und zur Rumpelhöchi gleich zwei relativ brutale Rampen. Ich presse das Letzte aus den Beinen und freue mich gleichzeitig darüber, dass ich heute von Krämpfen verschont geblieben bin. Am Trainingsstand kann es sicher nicht liegen, vielleicht an der Bouillon, die ich bewusst getrunken hatte. Runter vom Homberg nach Rickenbach folgt ein Trailfeuerwerk der Extraklasse – mit einem breiten Grinsen und völlig platt überquere ich die Dünnern und muss auf einem Bänkli erst mal das Adrenalin runterfahren und neue Kraft schöpfen.

Der letzte Anstieg rauf zum Bornchrüz ist einfacher als gedacht. Die Beine sind schlaff aber der Kopf weiss, dass es nur noch runter nach Aarburg und danach flach der Wigger entlang zurück nach Brittnau geht. Etwas nach 14:30 Uhr sitze ich bei Pasta und einem kühlen Getränk im Ziel und lasse die Tour geistig Revue passieren.

Ich weiss nicht an was es liegt, aber der Ironbike überrascht mich immer wieder. Ersten natürlich wegen der Strecke und den tollen Landschaften und Singletrails, zweitens wegen den Leistungen zu denen ich an diesem Tag jeweils fähig bin. Keine Ahnung wie ich es schaffe, quasi aus dem Stand, an diesem Anlass über 90 km und weit über 2000 Hm wegzudrücken. Wenn der Ironbike der jährliche Formtest wäre, dann bin ich sehr zufrieden. Im nächsten Jahr sind weitere Höhenmeter vorprogrammiert – der Kanton Basel-Landschaft ist das Ziel.

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Statistik: 90.3 km, ca. 2456 Höhenmeter, Fahrzeit 6:54 h