Die Emme-Mountainbike-Tour 2. Tag !

Panorama Widegg

Emme am HarzisbodenSchieben ist angesagt !Nach 12h Schlaf wie zu Gotthelfs Zeiten, einem währschaften Frühstück und wunderbarem Wetter, steige ich heute Morgen erneut auf das Mountainbike auf der Suche nach der Emmequelle. Gleich nach dem Kemmeribodenbad (976m) führt die Strasse durch eine kühle Schlucht. Ich folge der Emme bis in den Harzisboden (1125m). Von hier bis zur Quelle verliert sich der Bach in einem unzugänglichen Gewirr von Gräben.

Karrweg hinauf zum SchärpfenbergSchiibegütsch am Morgen frühBevor ich kehrum machen kann, sehe ich einen Radrennfahrer quer die Wiese runterkommen. Etwas erstaunt bin ich schon. Mit seinem alten Villiger Rad will er die gleiche Route wie ich fahren (schwarze Strecke auf Singletrail – Map!). Er hat zwei paar Schuhe dabei, die Tragschuhe und die Fahrradschuhe. Respekt! Die `schwarze Strecke` entpuppt sich als steiniger Karrweg, bergauf nur schiebend zu bewältigen.

Kuhtrog oberhalb der Emmequelle Diese Moorwiese ist die Emmequelle !Ab Schärpfenberg (1303m) geht es auf Kies und Schotter hinauf zum Vorderen Nollen (1608m). Um die Emmequelle nicht zu verpassen, fahre ich hinauf zur Widegg. Ab dem Punkt 1706m heisst es schieben, weil die Kühe den Wanderweg nach Winterröscht völlig zerstört haben – Strecke am besten auf dem Strässchen umfahren. Beim Bolberg kann ich schliesslich auf die feuchte Moorwiese hinunterschauen, die die Emmequelle ist. Etwas unbefriedigend keine sprudelnde Quelle zu sehen. Eigentlich könnte man den Kuhtrog in der Nähe als Quelle bezeichnen.

Panorama auf dem AugstmatthorngratEiger, Mönch und JungfrauDer Weg ist das Ziel und weiter geht es zur Lombachalp (1559m) und an der Wasserscheide Emme – Aare hinunter nach Bodmi (1472m). Wer es bis hierher geschafft hat, muss unbedingt auf die Krete der Rothornkette hinauffahren. Gut geht es via Horet (1675m). Nach etwas schieben steht man unterhalb Schönbüel auf der Krete und staunt nur noch. Geradeaus Eiger, Mönch und Jungfrau, 1200m weiter unten der türkisschimmernde Brienzersee, zur Linken das Augstmatthorn. Ohne zu übertreiben ist dies einer der beeindruckensten Plätze an denen ich je war!

Jägerstübli Alp Lombach Bike vor EmmequelleWeiter geht’s wieder runter und rauf zum Jägerstübli auf der Lombachalp für eine kleine Stärkung. Die Gegend ist berühmt für seine intakten Hochmoore und die vielen Wildschutzgebiete in der Gegend, inkl Steinböcke und Steinadler. Auf der ausgeschilderten Mountainbike-Route fahre ich zurück und halte erneut auf der Höhe Färrich, wo die junge Emme die Strasse quert. Nach einem `Siegerfoto´ vor dem plätschernden Bächlein geht’s runter ins Tal.

Querfeldein bei BuechhütteMutterkuh mit KalbIch wähle die Strecke über Wääli (1543m) und brause auf Schotterwegen mit hoher Geschwindigkeit ins Tal. Einzig freilaufende Schweine stoppen kurz den Downhill. Oberhalb der Buechhütte (1223m) gibt’s keinen Weg. Das heisst 600m Direttissima über das feuchte Feld. Hoffentlich sieht mich der Bauer nicht! Spass macht es trotzdem. Körperlich müde, geistig Lust auf mehr, hänge ich noch eine Runde an. Vom Hinterhübei (1092m) steigt das Teersträsschen bis nach Mirrenegg um 300m an. Danach beginnt es auf lockerem Schotter langsam hart zu werden. Obwohl die Steigungen nur kurz sind, fehlt mir die Power. Kurz vor dem höchsten Punkt in Arntbergegg (1595m) versperrt mir noch eine Mutterkuh mit säugendem Kälblein den Weg. Obwohl ich keine Angst vor Kühen habe, nehme ich den sicheren Umweg über ca. vier Weidezäune.

Süesmostcreme im Salwidili Abfahrt nach ChemmerilochJetzt geht es nur noch runter. Gelegen kommt der Zwischenstopp im Salwidili (1353m). Ich esse eine der besten Süessmostcremen meines Lebens. Endlich weiss ich auch wo der Wagliseichnubel ist – Emmentaler Flurnamen in Reinform. Der anschliessende Downhill hinunter zum Kemmeribodenbad entschädigt nochmals für alle Mühen des Tages. Auf dem alten Weg quere ich in steiler Abfahrt Wiesen, Höfe und die Emmeschlucht. Mit einem breiten Grinsen komme ich im Hotel an.

Horetgrat - Sicht auf den BrienzerseeGoogle Map Emme - Mountainbike - Tour 2. TagFazit: Die Wege rund um die Emmequelle sind geprägt durch imposante Berge und Panoramas. Spätestens beim Blick auf den Brienzersee ist man glücklich. Wer die Bike-Routen nicht verlässt, macht Höhenmeter und es bleibt (fast) immer fahrbar. Einkehrmöglichkeiten gibt es zuhauf und das einzige, das wirklich fehlt sind längere Singletrails.

Statistik: 58.1km Distanz, ca. 2081 Höhenmeter, 05:51h Fahrzeit

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4 Kommentare zu “Die Emme-Mountainbike-Tour 2. Tag !

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