Im Goldenen Dreieck !

Gefreut habe ich mich auf diesen Reiseabschnitt. Wir verbrachten einige Tage in Sop Ruak, im Goldenen Dreieck. Die Gegend war früher berühmt für den Opiumanbau und ist heute eine beliebtes Tagesreiseziel. Wer mehr über die Geschichte und die Drogen wissen will, soll unbedingt das sehr gut eingerichtete Hall of Opium – Museum in Sop Ruak besuchen.

Die Anfahrt führte von Chiang Mai via Fang in die entlegene Region. Bei einer der vielen heissen Quellen machen wir einen Kurzhalt und die Kinder kochen noch einige Eier im schwefelhaltigen Wasser. Die kurvenreichen Strasse bietet Einblicke in die ärmliche Welt der nordthailändischen Bergvölker, die irgendwo zwischen Massentourismus und Eisenzeit pendeln. Verschiedenste Volksgruppen leben hier mit unterschiedlichen Religionen, unterschiedlichen Traditionen und Sprachen zusammen. Während die einen vorwiegend Reis anbauen, leben die Anderen zu grossen Teilen von Mais, der an den steilen Hängen wächst. Die Vielfältigkeit der Natur ist für uns eine wahre Reizüberflutung und so sind wir am Abend müde vom Schauen und Staunen.

Von unserem Hotelbalkon aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Dreiländereck Myanmar, Thailand und Laos und den alles beherrschenden Mekong Fluss. Der Ort ist mitten im und definitiv am Ende der Welt. Wenn die Cars mit den Tagestouristen weg sind, ist man alleine mit der Natur und einem der mächtigsten Flüsse der Welt. Bei einem Whisky und einer Zigarre stundenlang auf diesen Fluss schauen, das ist Entspannung pur!

Zur Zeit führt der Mekong Hochwasser wie schon lange nicht mehr. In der thailändischen Presse wird darüber spekuliert ob wohl die neuen chinesischen Dämme flussaufwärts daran schuld seien. Entsprechend mächtig, braun-bedrohlich kam der Strom daher. Die lokalen Bootsbetreiber fischten den ganzen Tag wertvolles Teaktreibholz aus dem Fluss. Wir wagten trotzdem eine Fahrt mit den bekannten Longtail-Boats. Ein wie immer unvergessliches Abenteuer!

Auf Ausflügen fahren wir nach Chiang Saen, der alten Königsstadt, nach Mae Sai, dem berühmten Grenz- und Brückenort zwischen Thailand und Burma und schliesslich auf abenteuerlichen Strassen entlang der Grenze. Die Checkpoints des Militärs erinnern an die weiterhin volatile Sicherheitslage in der Region. Trotzdem ist diese Grenzstrasse einer der schönsten Erlebnisse. Das kleine überwucherte Strässchen führt hoch entlang eines Bergrückens und gibt eindrückliche Blicke auf beide Länder frei. Die Landschaft ist geprägt von mit dem Dschungel überwucherten, schroffen Felsformationen.

Ich war mir nicht reuig trotz des schlechten Wetters einige Tage hier oben verbracht zu haben. Die Gegend hat definitiv etwas magisches. Lange wird das aber wohl nicht mehr anhalten. Bauarbeiten am laotischen Mekong-Ufer und das fertig gestellte Kasino auf burmesischer Seite zeigen den Weg der Zukunft. Selten wie hier wird einem als Tourist bewusst, wie man das was man sucht mittelfristig zerstört, indem man als westlicher Tourist überhaupt dorthin gelangt.

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