US Südwesten – Mesa Verde Nationalpark !

Heute war ein langer Tag und ein Tag der Gegensätze. Entgegen der ursprünglichen Planung fuhren wir über den Mesa Verde Nationalpark nach Durango. Inklusive einer Besichtigung des Nationalparks, kamen so einige Fahrstunden zusammen. Eindrücklich waren die verschiedenen Klimazonen. Wir starteten im Monument Valley mitten in der Wüste, durchfuhren grüne und fruchtbare Täler, erlebten einen Sandsturm auf dem Mesa Verde Plateau, durchfuhren schneebedeckte Täler und standen schliesslich in Durango im Schneetreiben !

Die Anfahrt führte über die kleinen Ortschaften Mexican Hat und Bluff. Danach bogen wir in Aneth auf die Isamy Trading Post Rd ab, fuhren über die County Road G durch ein grünes Tal bis nach Cortez und weiter auf der 160 mit dem Abstecher Mesa Verde NP zu unserem Etappenziel. Besonders der Abstecher über die County Road G (welche durchgehend asphaltiert ist) zeigte das ländliche Leben in diesem Teil der USA mit bewässerten Feldern und vielen Pferden.

Der Abstecher zum Mesa Verde Nationalpark bedeutet eine lange Anfahrt auf kurvenreicher Strasse hinauf auf das grüne Hochplateau. In den tief eingeschnittenen Schluchten befinden sich die berühmten Felsenhäuser der Anasazi Stämme. Es ist das erste Mal seit wir in der USA sind, dass wir etwas sehen was definitiv alt (ca. 500 – 800 Jahre) ist, auch für europäische Massstäbe. Mit Glück können wir das bekannteste und grösste Bauwerk, den Cliff Palace besichtigen. Erst seit wenigen Tagen ist der Zugang nach dem langen Winter überhaupt möglich. Die Besuchertickets müssen vorgängig beim Besucherzentrum ergattert werden und in der normalen Saison hätte man so spät am Tag kaum mehr ein Ticket für eine Führung gekriegt.

An diesem Tag hielt sich der Besuchersturm in Grenzen. Im Verlaufe des Tages wehte ein immer heftiger Wind aus Süden den Wüstensand in Richtung des Hochplateaus. Am Nachmittag konnten wir kaum mehr etwas sehen und die Luft war braungelb vom Sand. Es ist genau dieser Prozess, welcher das Hochplateau fruchtbar werden liess und lässt. Ansonsten weiss man wenig über die früheren Bewohner des Cliff Palace und der anderen Häuser. Man geht davon aus, dass die Gemäuer in erster Linie dazu dienten den Vorrat im Winter zu lagern.

Die Architektur ist eindrücklich und die Verarbeitung der Steine auf einem hohen Stand. Über steile Treppen geht es in die Häuser hinunter und der Führer erzählt kompetent und nicht zu lang über den aktuellen Stand der Forschung. Obwohl menschenleer, sind für den Besucher die Geister der Ahnen doch noch etwas spürbar. Und wenn nicht, freut man sich über die geniale Lage der Häuser hoch über der tief abfallenden Schlucht.

Wir besuchen auch noch das kleine und interessante  Chapin Mesa Museum. Hier erfährt man mehr über das tägliche Leben der Anasazi. Der buschige Wald auf dem Hochplateau ist vor einigen Jahren leider einem massiven Waldbrand zum Opfer gefallen. Es macht nicht den Eindruck, dass die Bäume in dieser harschen, exponierten Lage rasch wieder wachsen würden. Das Ganze ist ziemlich deprimierend. Gerne hätte ich persönlich noch etwas mehr Zeit gehabt – die Besichtigung der vielen Häuser braucht locker einen Tag. Eine gute Kondition sollte man auch mitnehmen, der Zugang zu den Cliff Häusern ist kein Spaziergang.

Nach diesem neuen Highlight fuhren wir nach Durango. Die Landschaft veränderte sich rasch und schon bald fühlten wir erstmals einen Hauch von Bergen und tatsächlich sind wir hier in den Ausläufern der Rocky Mountains. Im Bahnhofbuffet von Durango hatten wir ein ausgezeichnetes Essen mit gutem Fleisch. Überhaupt muss ich nochmals zurück um die bekannte Durango – Silverton Eisenbahn zu fahren. Fazit: Mehr unterschiedliches Erlebnis in einem Tag geht fast nicht mehr… anstrengend!

Statistik: 209 Meilen, 5:06h Fahrzeit, Übernachtung in Durango

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