Die Diagnose: Kreuzbandriss !

So, ich habe mein Skiunfall vor drei Wochen ja schon mal kurz angesprochen. Nach diversen Arztterminen, einer MRT (Magnetresonanztomographie) und der entsprechenden Übersetzung des Berichtes durch den Facharzt, ist nun die Diagnose klar: Vorderer Kreuzbandriss, Innenband(an)riss und auch sonst noch ist so einiges im Kniegelenk gestaucht, gezerrt und beschädigt. Nachdem ich mich vorerst ein paar Tage informieren und mental neu ordnen musste, schaue ich nun wieder nach vorne. Negativ: Ein Kreuzbandriss ist grundsätzlich irreparabel und da wächst nichts mehr zusammen. Nebst einem bei Querbelastung tendenziell instabilen Knie, ist mit oder ohne Operation eine Arthrose die wahrscheinliche Spätfolge. Prophylaktisch ist lebenslanger Muskelaufbau notwendig bzw. sinnvoll. Positiv: Es hätten noch viel mehr Kleinteile im Gelenk kaputt gehen können. Für das alltägliche ’normale‘ Leben braucht man zudem kein zwingend intaktes Kreuzband. Alle Sportarten mit ‚geführten‘ Bewegungen sind weiterhin möglich.

Nun heisst es sechs Wochen lang humpeln, warten bis die Schwellungen und Schmerzen abgeklungen sind und mit Physiotherapie die Beinmuskeln gezielt aufbauen. Dazu trage ich eine stabilisierende Donjoy 4Titude Knieschiene, die mir heute angepasst wurde. Nach sechs Wochen schauen wir weiter, eine Operation ist rein statistisch wahrscheinlich. Ich bin dann mal gespannt wie es weitergeht. Dieser Blog wird deshalb wohl unweigerlich ein wenig zum Rehabilitations-Blog mutieren. 😉

PS: Wenn es Mountainbiker mit einschlägigen Erfahrungen gibt, nur zu mit den Kommentaren…

21 Kommentare zu “Die Diagnose: Kreuzbandriss !

  1. Thomas
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    Shit, was muss ich da lesen? Bin eben, zum Glück unfallfrei, aus meinem Winterurlaub zurück und klapperte gerade die Blogs ab, als ich auf deinen Beitrag stiess 🙁 Wünsch dir auf jeden Fall gute Besserung und hoffe, du wirst auch zukünftig baldmöglichst wieder Freude am Biken haben *daumendrück*

  2. Scale-Stefan
    Antworten

    Daher sag ich mal, bloß keinen Wintersport. 👿

    Spaß beiseite, es geht auch ohne. Ich hatte 1996 einen schweren Motorradunfall und in meinem linken Knie war so ziemlich alles im …… was nur geht.:sad: Da alles schnell gehen musste haben sie erst mal alles im Knie gerichtet und die Kreuzbänder erst mal gelassen. Später wollte der eine Arzt künstliche, der nächste Arzt Bänder aus Sehnen und und und.:x
    Der damalige Sportarzt von Hannover 96 sagte mir, wenn ich klar komme nicht einfach eine O.P wenn es nicht sein muss. Mein Knie hat durch meine Muskulatur die absolut gleiche Stabilität wie mein rechtes Knie und du weißt ja was ich alles am Biken bin. Null Einschränkungen ohne Bänder im Knie. 🙂 :mrgreen: 🙂

    1. Spoony Artikelautor
      Antworten

      Danke Stefan für deine Erfahrungen! Das hilft mir abzuwägen ob OP oder nicht. Medizinisch und statistisch gehen hier die Meinungen ja sehr auseinander und der Entscheid muss am Schluss jeder für sich treffen, da hilft kein Arzt.

      1. Scale-Stefan

        Da hast du Recht, bei der Entscheidung hilft dir niemand. Ich bin froh, dass ich mich gegen eine OP entschieden habe, denn eine die nicht unbedingt notwendig ist, ist eine OP zu viel. Meine zukünftige Frau ist ja OP-Schwester und sie sagt auch, eine OP ist immer ein Eingriff in den Körper. Operieren lassen am Knie kann ich mich auch noch mit 65 wenn die Muskeln nicht mehr so wollen. Aber in wie weit du klar kommst, das weißt wirklich nur du ganz allein.

  3. beat
    Antworten

    AUTSCH!

    Bin selbst glücklicherweise bisher von solchen Verletzungen verschont geblieben und kann deshalb auch keine qualifizierten Tipps geben. Als Bewegungsmensch denke ich auch, dass Du als Radfahrer noch gute Karten hast. Stabilisierende Muskeln aufbauen und regelmässige Bewegung kann kaum schlecht sein. Auf alle Fälle wünsche ich Dir baldige Linderung und Besserung.

  4. Vazifar
    Antworten

    Ausgerechnet so kurz vor Saisonanfang 👿
    Ich wünsche dir auch schnelle Besserung.
    Korrekt ausgeführtes Krafttraining halte ich für eine gute Idee. Das hat mir für den Rücken viel gebracht, und das wird beim Knie nicht anders sein. Wichtig ist, dass man die Übungen auch nach den Besuchen in der Therapie, zuhause weiterführt.

  5. Martin
    Antworten

    Kann den Kommentar von Roger nur bestätigen.
    Ein kleiner Trost: Als Biker bist du mit einer Knieverletzung besser dran als ein Läufer –

    Bewegung ist das Wichtigste. Also viel auf die Rolle oder möglichst bald wieder auf das Bike – dabei hohe Kadenzen ohne Druck fahren. Ev sogar den Sattel etwas tiefer als normal stellen, damit der Bewegungsradius möglichst gross wird.
    Mit etwas Geduld wird das Knie wie neu 😉

  6. Roger
    Antworten

    Hallo… ich verfolge deinen Blog schon schon eine Weile und bin immer gespannt auf deine neuen Beiträge. Da ich schon zwei Kreuzbandrisse hinter mir habe (und das mit 26!!) schreibe ich auch mal einen Kommentar zu einem deiner Beiträgen…

    Ich versteh nicht ganz wieso das du jetzt noch zuwartest mit der Operation? Bei mir hiess es zwei Tage nach dem Unfall ab in den OP! Einen gezielten Muskelaufbau bringt meiner Ansicht nach eh nichts, da nach der Operation sowieso alles wieder weg ist und ich denke so ganz unsportlich dürftest du nicht sein 😉 …

    Nach der Operation so schnell wie möglich auf den Hometrainer. Je mehr Bewegung umso besser. Dein Knie wird es dir Danken …

    Der Unfall war vor zwei Jahren und ich hatte nie wieder Beschwerden. Besser noch, ich hab seit der Operation meine Fitness und vor allem die Stabilität (Rumpf, etc…) enorm steigern können (Physio sei Dank 😉 … somit hatte das ganze auch was Gutes …

    In diesem Sinne, toi toi und gute Besserung.

    Gruss Roger

  7. Roland
    Antworten

    Hi,
    das hört sich nicht wirklich berauschend an. Erfahrungen mit dem Kreuzband hab ich nicht, aber aus meinen Erfahrungen mit meiner Schulter vom letzten Jahr kann ich nur sagen: Mit viel Geduld (auch wenn man die in solchen Zeiten eher nicht hat) ner ordentlichen Portion Willen und Disziplin und viel Üben wird das bestimmt wieder so, dass du dich auch wieder aufs Bike setzten kannst.
    Wünsch dir von all dem erwähnten ne riesiege Portion und freu mich von deinen Fortschritten hier im Blog zu lesen 🙂

    Gute Besserung Roland

  8. blaubaer
    Antworten

    ohje ohje, dass schmerzt schon beim lesen.
    ein grund wiso ich nicht mehr in den skisport einsteigen möchten nach jahrzentenlangem fahren von klein auf, und jetzt etwa 6 jahren pause, denn die heutigen kräfte, z.b. beim carven, die da auf ein knie wirken, sind einfach teils zuviel für ein normals knie, man hört es immer wieder.

    bänderriss, hatte ich bis jetzt noch keinen, angerissen und überdehnt ja, braucht einfach geduld und kraft.

    gute besserung wünsche

  9. Als Aargauer unterwegs
    Antworten

    Tönt für einen regelmässigen Hobbysportler ziemlich nach langwierigem Heilungsprozess. Selber habe ich keine Erfahrungen mit verletzten Bändern am Knie oder sonstigen gröberen Knieproblemen. Wünsche dir aber gute und hoffentliche auch einigermassen schnelle Besserung, Urs

  10. Flo
    Antworten

    Shit. Zum Glück aber „noch“ keine entsprechenden Erfahrungen über die ich berichten kann.
    Aber es hört sich ja so an, also ob du wenigstens mittelfristig wieder radfahren können wirst. Ich wünsch dir, dass du von dieser Saison noch was hast.
    Zum langfristigen: Ich denke als Radler hat man nicht die schlechtesten Chancen auf eine Beinmukulatur die einiges an Führungsarbeit übernehmen kann.
    Mir hat mal jemand sein Knie „vorgeführt“. Das war so im Eimer, dass er es (angewinkelt) um ein par cm in Längsrichtung des Oberschenkels verschieben konnte.
    Dank massiver Muskulatur konnte er trotzdem radfahren. Und als Freeride-Profi sein Geld verdienen.
    Toi toi toi!

    1. Spoony Artikelautor
      Antworten

      Hi Flo
      Dieser ‚Schubladeneffekt‘ ist typisch für Kreuzbandverletzungen und der erste Test, den jeder Mediziner macht. Bei mir ist das im Moment noch ziemlich minimal.

    1. Spoony Artikelautor
      Antworten

      Hallo Markus,
      So ein Kommentar lohnt sich, ohne den hätte ich deine Webseite nicht entdeckt, wo ich ab sofort mitlese. Wenn ich deine Geschichte lese, habe ich gleich Hemmungen über mein ‚Problemchen‘ zu schreiben. 😉

      1. Markus

        In ein Situation hineinzuleben (über eine längere Zeit) ist sicher einfacher, als in eine Neue geworfen zu werden…
        Dir weiterhin toi toi toi
        Ein weiterer Leitsatz von mir: „s’Läbe fägt“ gleich was passiert, hat mir schon oft weitergeholfen.

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