Alta-Rezia Tour 2: Stelvio – Forcola – Pedenolo – Val Mora !

Panorama Dreisprachenspitze in Richtung WestenDreisprachenspitze Stilfserjoch auf 2843mTrail auf Schweizer Seite runter zum Umbrail Pass

Die heutige Tour kommt garantiert auf meine persönliche ‚Best of Mountainbiking‘ – Liste – doch alles der Reihe nach. Zuerst liess ich mich um 0930 Uhr mit dem Postauto für 8 CHF über 1000 Höhenmeter hoch auf das Stilfserjoch fahren. Das kann ich nur jedem empfehlen, der diese Tagestour geniessen will. Unterwegs traf ich zwei Schweizer, die frühmorgens den Umbrail raufgefahren sind und am Bocchetta di Forcola schon ziemlich platt waren, bevor der Trailspass überhaupt begann. Am Stelvio schleppte ich das Rad zuerst auf die Dreisprachenspitze (2843m), um die tolle Aussicht in Richtung Österreich und Italien zu geniessen. Das ist übrigens auch der Ausgangspunkt für den Goldseetrail, der nun zu Randzeiten für Bikes wieder geöffnet ist. Wie man auf dem Panoramabild sehen kann, tummeln sich ab 1030 Uhr schon zahlreiche Touristen auf dem Weg – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Trail hoch zum Btta di Forcola mit MurmelisperreBtta di Forcola und alte Fortifikationen auf 2768m

Ich wende mich zurück nach Westen in Richtung Schweiz. Auf der Schweizer Seite der Grenze führt ein toller Serpentinentrail hinunter zum Schweizer Zoll auf dem Umbrailpass. Es folgt ein gut fahrbarer Weg hinauf zum Bocchetta di Forcola (2768m). Einzig die Murmeltiere stellen sich dem Mountainbiker energisch in den Weg. 😉 Auf dem Forcola sind wie überall in dieser Region die Spuren des erbitterten Kampfes zwischen Italien und Österreich im 1. Weltkrieg zu sehen. Doch ohne Krieg könnten wir heute nicht die tollen Trails der ehemaligen Militärstrassen abfahren.

Rundumpanorama Btta di Forcola

Zoombares Panorama bei Photosynth

Querung auf dem oberen Trail vom Btta di Forcola zum Pso die PedenolettoPedenoletto und Beginn der Abfahrtsorgie

An den Ruinen der Geschichte vorbei quert ein Weg durch die Geröllhalde zum Btta di Pedenoletto.   Der Aufstieg in der dünnen Luft und einige Schiebepassagen kosten Körner und so mache ich einen Rast und geniesse das tolle Panorama runter in Richtung Bormio. Vom Forcola führen zwei Pfade hinüber zum Pedenoletto. Ich kann den oberen Pfad trotz einiger Steinblöcke empfehlen, weil man sonst auf dem unteren Pfad einige Höhenmeter verliert und die Aussicht auf der Krete verpasst.

Spitzkehren in grandioser Alpenwelt - Pedenolo oberer TeilAlte Militärstrasse rauf zum Btta di Pedenolo

Was nun folgt ist definitiv ein Holy Trail!  Über eine mehr oder weniger zerfallene Militärstrasse schlängelt sich der Flowtrail in endlosen Kehren ca. 700m den Pedenolo Pass hinab. Im oberen Teil kann man die Aussicht in den Kehren noch geniessen bis die rasante Schussfahrt durch die grünen Wiesen abrupt oberhalb einer Felswand endet. Wo geht es denn hier runter? In ziemlich krassen Serpentinen führt der Trail irgendwie die Wand runter. Ein Erlebnis der besonderen Art und wer keine Höhenangst und etwas Bikebeherrschung hat, kann auch fast alles problemlos runterfahren. Das nächste Bild vermittelt einen Eindruck des Trails runter ins Valle Forcola.

Unglaubliche Spitzkehrenabfahrt ins Valle Forcola hinab - PedenoloValle die Fraéle mit Lago di Cancano

Zum Glück kann man entlang der wunderschön türkis strahlenden Lago di Cancano und Lago di San Giacomo di Fraéle den Adrenalinspiegel wieder etwas abbauen. Wer will darf auch gerne im Rifugio bei der Staumauer etwas Essen. Ich kenne das Valle di Fraéle von früher und die von wilder Natur umgebenen Stauseen sind einfach eine Augenweide und ein Erlebnis für sich.

Entspanntes Radeln im Valle Fraéle

Kapelle San Giacomo di FraéleBerühmter Schottertrail durchs wilde Val Mora

Aber es kommt noch besser! Gäbe es einen Preis für den schönsten Singletrail im schönsten Alpental, wäre das Val Mora sicher ganz vorne mit dabei. Bisher habe ich den Trail nur in die andere Richtung befahren, aber er macht durchaus auch in Nordrichtung Spass. Hier begegne ich wieder einer deutschen Bikergruppe und irgendwie bin ich froh alleine unterwegs zu sein. So kann ich mich unterhalb der Alp Mora ins Gras setzen und ganz alleine in Ruhe dieses tolle Tal geniessen.

Panorama Val Mora

Oberer Teil des unberührten Val MorasBlick vom Döss dal Termel in Richtung Jufplaun

Anstatt zurück nach Sta Maria zu fahren, drehe ich bei der Alp Mora wieder nach Osten, um zu meinem Etappenziel, der Alp Buffalora zu gelangen. Dazu ist eine 30-40 minütige Schiebepassagen auf die Hochebene des Döss dal Termel bzw. Jufplan nötig. Das letzte Stück runter zur Ofenpassstrasse und zum Berggasthof Buffalora ist dann noch eine schnelle Abfahrt auf Schotter.

Ruhige Nacht am OfenpassBerggasthof Buffalora am Ofenpass

Der Berggasthof bietet schöne Zimmer und sobald die letzten Passtouristen verschwunden sind eine eindrückliche Ruhe unmittelbar am Rand des Nationalparks. Zudem kochte der Wirt ein wirklich gelungenes und preiswertes Abendmenu.

Fazit: Diese Tour ist eines der besten Erlebnisse, das man mit dem Mountainbike haben kann. Die alpine Natur, die Berge, die wilden Täler und die geniale Abfahrten sind eine Klasse für sich. Zudem ist das Ganze mit dem Shuttle auf den Stelvio auch konditionell erträglich.

Gpx Track Alta-Rezia 2 – Pedenolo (GPS Track unbearbeitet, Nachfahren auf eigene Gefahr!)

Statistik: 46.3 km; ca. 1186 Höhenmeter; 4:21h Fahrzeit

7 Kommentare zu “Alta-Rezia Tour 2: Stelvio – Forcola – Pedenolo – Val Mora !

  1. Pingback: Vinschgau: Anfahrt ! | Spoony's Bike Blog

  2. Pingback: Bochetta die Forcola / Pedenolo, 12.09.2013 | Chregu's Bikeblog

  3. Chregu
    Antworten

    Ganz grosses Kino, Spoony.
    Pedenolo stand auch noch auf dem Programm unserer Bikeferien, liessen wir aber dann aus, weil von Livigno aus eine Tagestour ein bisschen schwierig ist.
    Danke aber für die tollen Impressionen.

  4. Ändu
    Antworten

    hallo spoony, fast die gleiche tour haben wir am 8. september gemacht. wir sind aber nur bis auf den umbrail hochgefahren und haben zum abschluss nicht das val mora genommen sondern das val gallo, auch sehr zu empfehlen, alles fahrbar. da entfällt auch die happige schiebestrecke ab alp mora. leider fehlt dann auch das val mora, aber das val gallo ist auch nicht zu verachten.
    merci für den tollen bericht.
    ändu

      1. ändu

        bin auf den bericht gespannt, von der alpe del gallo fährst man runter, aber durchs val gallo fährst man doch rauf richtung passo di fraele?????

  5. Markus
    Antworten

    😛 😯 Werter Spoony, da wird man ja blass vor neid!
    Super Fotos, Bericht und Trails. Weiter so, es ist eine richtige Freude Deine Berichte zu Verschlingen.
    Das Gebiet in dem Du Dich getummelt hast, ist unsere Wunschgegend (meiner Frau und mir) und sobald es mal passt, werden wir die Bikes packen und ab geht’s ins Graubünden…
    Happy Trails
    Markus

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