Alta-Rezia Tour 4: Pso Vallaccia – Pso Viola – Bernina !

Livigno Mottolino Bikepark - Abfahrt zum Passo dEiraLivigno Mottolino Bikepark - Danke für den Shuttle...

Der heutige Tag begann mit trüben Wetteraussichten. Dunkle Regenwolken schwebten über Livigno. Obwohl 9 EUR für eine Bergfahrt am Mottolino nicht billig sind, nahm ich heute morgen den Lift. Irgendwie hatte ich eine Vorahnung, dass ich die 400 Höhenmeter später am Tag noch in den Beinen brauchen könnte. Dafür kam ich von der Bergstation bis zum Passo d’Eira in den Genuss einer Bikepark – Line. So von links nach rechts surfen könnte schon Spass machen, aber ich vermisse etwas Federweg an meinem Scott.

Case delle VallacciaVallaccia - menschenleere alpine Wüste...

Doch auch für Normalbiker gibt es einen ersten Livigno – Flowtrail hinunter nach Campaccio, gefolgt vom langen Aufstieg durch das Vallaccia-Tal. Bis 2258 m ist alles leidlich fahrbar, doch die letzten 330 Hm haben es in sich. Ich musste das Bike eine gute Stunde schieben. Dafür hatte ich Zeit, die eindrückliche Leere des Tales zu geniessen, da gibt es kein Mensch und kein Baum, nur Steine, etwas Wiesen und Berge.

Regen und Sonne im letzten Aufstieg vor dem...Passo della Vallaccia

Aber jeder Pass und jeder Berg sind einmal zu Ende. Leider begann es kurz unterhalb der Passhöhe zu regnen, das einzige und letzte Mal in dieser Woche. Bis ich meine Regenklamotten vollständig montiert hatte, war der Nieselregen schon wieder vorbei. Auf dem Passo della Vallaccia gab es die ersten Ausblicke zu den Gletschern des Viola Massivs, welche mich nun weiter begleiten würden.

Abfahrt ins Valle MinestraBlick zum Pass Val Viola und Rifugio

Leider war im Abstieg erneut Schieben angesagt. Die verblockten Passagen wären wohl schon fahrbar; ich bin jedoch alleine unterwegs und so gilt eine No-Risk Policy und ich steige lieber einmal zuviel als einmal zu wenig ab. Es folgt ein rasanter Downhill auf Schotter bevor der Weg gleich wieder in den Aufstieg zum Pass da Val Viola mündet. Die Schotterstrasse hat eine angenehme Steigung und so lässt sich stetig bis zum Rifugio Viola angenehm nach oben kurbeln. Danach folgt ein schönes Stück Militärstrasse, welches kürzlich neu instand gestellt wurde. Leider sieht es im oberen Abschnitt anders aus und der grobe Schotter geht mächtig in die Beine, bleibt aber mehrheitlich fahrbar.

Neuer fahrbarer Mountainbike-Übergang Pass ViolaVersus Tragestrecke am Pass da Val Viola

Genau an der Landesgrenze ist fertig mit Karrweg und ein verblockter Schweizer Wanderweg zwingt zum Absteigen. Das Mountainbike muss eine kurze Felsfluh runter getragen werden und ich bin extrem froh um meine Bike-Bergschuhe! Am Ende der Schiebestrecke stelle ich fest, dass die Passage mit einem neuen Bikeweg umfahren werden kann. Also unbedingt kurz vor dem Pass da Val Viola dem Schweizer Bikewegweiser folgen!

Sanfte Trails im Val da Camp......und harter Karrweg auf der alten Strasse runter nach Poschiavo

Danach folgt ein typischer alpiner Bergweg, der je nach Stand der Fahrtechnik zu zeitweisem Absteigen zwingt. Aber hey, was erwartet man von einem Weg, der hinunter zu einer SAC Hütte führt? Ab dem Val Viola See wird der Weg jedoch sehr flüssig und spätestens beim Rifugio Alpe Campo ist man reif für eine Pause. Die 1000 Hm runter nach Poschiavo sind ein wahrer Höllenritt. Zuerst auf Schotter, dann auf flowigem Wanderweg und schliesslich auf der historischen Passstrasse, die jede Plombe aus den Zähnen schüttelt. Trotzdem ist alles fahrbar und man ist froh um die Asphaltabschnitte durch die alten Dörfer im Val Poschiavo bis die romanischen Kirchen von Poschivao selber endlich das Ziel ankündigen.

Blicke aus der Rhätischen Bahn ins Val PoschiavoLetzter Blick auf den Morteratschgletscher

Für 10 CHF lasse ich mich mit der Rhätischen Bahn auf den Berninapass fahren. Ehrlich, diese Bahnstrecke ist mit oder ohne Mountainbike jeden Meter wert. Links wie rechts gibt es atemberaubende Ausblicke hinunter ins Val Poschiavo, zum Lago di Poschiavo und zum Palü Gletscher. Am Hospiz angekommen, muss ich angesichts der späten Stunde nochmals alle Kräfte mobilisieren um die Hochebene rasch zu überqueren, nicht jedoch ohne vorher noch das Panorama fotografiert zu haben.

Panorama am Bernina Hospiz

Es folgt nun ein spassiger Trail über die Ebene bis Bernina Suot. Alles geht problemlos bis sich eine Mutterkuhherde auf dem Weg unter dem Bahntunnel staut. Die vielen jungen Kälber und die kräftig behornten Kühe machen den Entscheid einfach: Ab über den Bahndamm und die Geleise und weiter im Richtung Pontresina. Ein Blick auf den Morteratschgletscher und endlich kann ich auf den bekannten genialen Trail runter nach Pontresina einbiegen.

Hammertrail runter nach PontresinaVierbettzimmer in der Inn Lodge in Celerina

Ziemlich groggy komme ich in der Inn Lodge in Celerina an. 55 CHF für ein 4er Mehrbettzimmer für mich alleine inkl Frühstück. Das passt!

Fazit: Diese Tour hatte etwas einen anderen Charakter als diejenigen der vergangenen Tagen. So gab es heutige einige kurze Tragestrecken und die Trails waren technisch schwieriger und alpiner. Dafür kriegt man eine Super Route von Livigno ins Engadin abseits der Strassen und befahrenen Wege. Viel mehr als am Chaschauna muss man am Vallaccia auch nicht stossen und der Viola ist sowieso ein landschaftlicher Traum. Trotz etwas mehr Anstrengung – empfehlenswert!

Gpx Track Alta-Rezia 4 – Vallaccia – Viola – Bernina (GPS Track unbearbeitet, Nachfahren auf eigene Gefahr!)

Statistik: 66.6 km, ca. 1395 Höhenmeter, Fahrzeit 6:01 h

6 Kommentare zu “Alta-Rezia Tour 4: Pso Vallaccia – Pso Viola – Bernina !

  1. blackCoffee
    Antworten

    Bin die Stecke heute gefahren – war genial. Bloss die Tragestrecke auf den Vallaccia hätte ich nicht gebraucht…Habe Deinen Bericht erst jetzt gelesen – den erwähnten Wegweiser kurz vor dem Violapass habe ich auch verpasst….Dafür war der Karrweg runter nach Poschiavo der Hit!

    1. Spoony Artikelautor
      Antworten

      Schön, dass meine Einschätzung in etwa kompatibel ist. War das gestern auf Facebook eigentlich der neue Trail zum Forcla die Livigno? War der gut? Ich muss wohl wieder mal in diese Gegend, doch vorerst geht es Morgen in die Lenzerheide – Weltcup und so…

      1. blackCoffee

        Ja, der Weg geht von der Fuorcola zum Bernina rüber. Ich war überwältigt vom Panorama – ist wirklich ein Hit. Diesen Trail sollte jeder Mountainbiker einmal im Leben fahren!

  2. Pingback: BikeGrenzTrip 2014, 2. Etappe: Livigno – Poschiavo | Chregu's Bikeblog

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