100 km Juratour zum Jahresende !

Start in der MorgensonneKühler Start am Morgen

Nach wetterbedingten drei Wochen ohne Mountainbiken gab es heute am wohl einzigen schönen Tag des Weihnachtsurlaubes kein Halten mehr. Ich wollte noch etwas für die Statistik tun und eine 100km Runde um den Bielersee fahren. Der Morgen begann kühl und mit den ersten Sonnenstrahlen vielversprechend. Doch schon in Richtung Solothurn tauchte ich bald in dicken Nebel ein.

Aufstieg nach MagglingenEndlich an der Sonne

Entlang der Aare fuhr ich nach Biel und langsam wurde mir bewusst, dass es wohl keine gute Idee ist den ganzen Tag entlang von Gewässern zu verbringen. Entlang des Bielersees war bei Vingelz ein kleiner Aufstieg in die Reben geplant, doch der Nebel wurde nur noch dichter. So musste Plan B herhalten – hinauf bis der Nebel weg ist. Im Tüscherzwald auf 800m war die Nebelgrenze schliesslich erreicht. Was nun? Irgendwie fiel meine geplante Tour völlig in den Nebel und so entschloss ich mich wieder in Richtung Nordosten zu drehen und möglichst keine Höhe zu verlieren.

Alpenpanorama über dem BielerseeCol de Pierre Pertuis

Als Belohnung gab es wunderbare Panoramen über das Nebelmeer in Richtung Alpen! So fuhr ich bis nach Magglingen und genoss ein Sandwich auf einem perfekten Bänkli mit Weitsicht bevor ich wieder bei Orvin in den Nebel eintauchen musste. Wie weiter? Die erste Jurakette war mir zu anstrengend und zu neblig. Dahinter sollte es besser sein und so fuhr ich via Frinvillier – La Heutte – Sonceboz auf den Col de Pierre Pertuis – alles bei tiefblauem Himmel.

Panorama Magglingen

Pierre PertuisTalseitigPierre Pertuis Bergseitig

Beim Pierre Pertuis bin ich schon oft mit dem Auto vorbeigefahren, aber so richtig angeschaut habe ich mir den natürlichen Tunnel noch nie. Eine Inschrift beweist, dass bereits die Römer den Durchgang genutzt hatten. Verschiedene Schautafeln informieren über die geologischen und historischen Besonderheiten. Nach Tavannes fahre ich hinter der ersten Jurakette dem gleichnamigen Tal und der jungen Birs entlang.

Entlang der BirsBinzberg Blick zurück

Das Vallée de Tavannes habe ich dabei noch nie richtig betrachtet. Während mir Reconvilier und Court noch etwas sagen, habe ich die Ortsnamen von Pontenet, Malleray, Bévilard und Sorvilier noch nie gehört. Das Tal fasziniert mit einem Mix aus Landwirtschaft und vergangener industrieller Produktion auf seine eigene Ort. Bei Court zweige ich ab in Richtung Gänsbrunnen und von einer früheren Motorradtour hatte ich bereits eine böse Ahnung.

Binzberg - nur noch runterWeissensteintunnel

Obwohl ich bisher ziemlich gute Beine hatte (Ein Zwicken im rechten Knie ausgenommen – lag wohl an der Kälte) machte mir der 6 km Aufstieg von 666 m bis zum Binzberg auf 1014 m doch zu schaffen. Aber jeder Aufstieg hat ein Ende und so konnte ich schliesslich locker nach Gänsbrunnen abrollen. Dort nahm ich mit der Bahn den Notausgang ins Mittelland durch den Weissensteintunnel.

Panorama Oberdorf

Abendstimmung ab OberdorfAbendsonne in Oberdorf

Zu meiner Freude tauchte ich nicht gleich wieder in die Nebelsuppe ein, sondern konnte ein perfektes Alpenpanorama mit dem tiefliegenden Nebelmeer und der untergehenden Sonne geniessen. Bei diesem Anblick hatte ich fast keine Lust die letzten Kilometer nach Hause noch in Angriff zu nehmen. Schlussendlich habe ich mein 100 km Ziel erreicht und freue mich auf die Winterpokalpunkte. So Bikepausen tun gut, erinnern sie mich doch daran, wie mir das Mountainbiken an solchen Tagen doch fehlt!

Statistik: 104 km, ca. 1665 Höhenmeter, Fahrzeit 6:08 h

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2012-12-29 100km Juratour (GPS Track unbearbeitet, Nachfahren auf eigene Gefahr!)

10 Kommentare zu “100 km Juratour zum Jahresende !

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    1. Spoony Artikelautor
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      Hoi Gregor, ich habe den Track online gestellt. Ist eigentlich nichts spezielles. Etwa 80% sind offizielle Radwege, teils Schotter. Kurze Stücke sind entlang der Hauptstrasse, aber fast immer mit einer gelben Bikelane.

  3. shilaty
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    Da hast Du eine Monstertour mit einem grossen Gang gefahren (17,2km ca.) bravo!!
    Meine gestrige war ein Drittel Lugano – Tesserete – Corticiasca – La Spesse – Barriere Mt. Bar (bei dieser Traverse zu hälfte zu Fuss total dickes Schneeeis ohne Stollen unmöglich zu fahren riskierte einmal zuviel und blieb glücklicherwese am Bord eines ca. 50m Tobels da mir das Vorderrad schleuderte) Reifen Maxxis Ikon sonst recht guter Grip beim 29′ 35.29km 1077hm 13,1km/h. Heute strahlendes Wetter, um 9 Uhr + 1,6 grad in Lugano vielleicht radle ich auf den Sighignola mt 1320 ist zwar alles auf Teer…ab 1100/1200 m ist noch Schneeeis am Schatten ???

      1. shilaty

        Ja heimtückisch sind diese, ein Bruchteil einer Sekunde und fast im Tobel gelandet. Die Sighignola tour ist gafahren im letzen Abschnitt hatte es einige Stellen mit Glatteis, diese sah man gut beim hinaufradeln und konnte sich diese Stellen merken. Datei von heute 54.54km – 1457hm – 14,3km/h

  4. rotscher
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    Schöner Bericht! Ich finde so spontane Neuentdeckungen toll, als immer nur dieselben altbekannten Routen zu fahren. Das macht das Bikerleben doch spannend.
    Und das mit den 100 km ist nicht schlecht 😯 Da kann ich mir wieder mal ein Beispiel nehmen.

  5. Stefan
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    Na da haste aber Meter gemacht, klasse Leistung. bei einer 100 km runde kommt man natürlich auch viel rum bzw. weiter weg.
    Übrigens bei einem längeren anstieg immer denken, wo es hochgeht, geht es auch irgendwann runter. 😆

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