Zermatt: Übernachtung auf der Fluhalp !

Es ist bereits deutlich nach vier Uhr und die Touristenscharen sind mehrheitlich bereits wieder von den Bergen runter. Genau die richtige Zeit um azyklisch zu agieren. Wir fahren mit der Sunnegga Bahn durch den Berg, weiter nach Blauherd und mit der Gondelbahn bis aufs Unterrothorn auf 3102m. So hoch war ich mit dem Mountainbike noch gar nie – obwohl das als Höhenrekord natürlich nicht zählt.

Die Terrasse des Restaurants ist menschenleer und wir bestellen einen Espresso. Das Panorama ist und bleibt beeindruckend. Ich verzichte auf die immergleichen Fotos und zeige den neuen Blickwinkel in Richtung Gornergrat und Findelgletscher. Tief unter uns sehen wir unser heutiges Tagesziel, die Fluhalp.

Der erste Abschnitt entlang der Skipiste ist eine grosse Schotterwüste und wenig aufregend. Ich bin langsam etwas müde und spüre die Downhillmeter in den Armen. Während die Gruppe ein fahrtechnische Herausforderung auf dem Wanderweg sucht, nehme ich die rasche Variante und fahre auf der Skipiste runter zur Hütte.

Wenige Meter vor der Hütte zeigt ein Schotterfeld noch die Zähne. Schliesslich ist es geschafft, bei einem frischen kühlen Bier kann ich den anderen bei der Abfahrt zuschauen. Nun ja, aus Trailsicht lohnt sich die Abfahrt vom Unterrothorn zur Fluhalp (2616m) kaum. Was sich aber definitiv lohnt ist die Aussicht in Richtung Stellisee und Matterhorn.

Was gibt es Schöneres, als die Erlebnisse des Tages in einer Berghütte ausklingen zu lassen. Ich geniesse vor und nach dem Nachtessen die Bergwelt bei einem Glas Wein und einer Zigarre. Zum Sonnenuntergang ziehen zwei Gämsen über den schmalen Grat der Seitenmoräne des Findelgletschers und heben sich als Silhouette vom Hintergrund ab (siehe Bild oben). Dies sind die Momente, in denen man sich eine richtige Kamera mit einem mächtig grossen Teleobjektiv wünscht.

Die Hütte ist von A – Z so, wie man sich eine Hütte vorstellt. Gegen etwas Aufpreis gibt es eine warme Dusche und dazu das Massenlager zwischen schnarchenden Mitgästen. Dani stösst nach Feierabend mit e-MTB Unterstützung zu uns und gemeinsam geniessen wir das feine und schlichte Nachtessen – Nudeln und Geschnätzeltes. Ziemlich platt von all den Eindrücken versinke ich in einen für die Umstände ungewöhnlich guten Schlaf – die 3000 Hm, welche ich heute abwärts vernichtet habe sind sicher daran nicht unschuldig. 😉

Da wir nicht nur zum reinen Vergnügen hier sind, wecken wir uns gegenseitig in aller Frühe zum Sonnenaufgang – Shooting. Der Blick zum kleinen Dachfenster raus in Richtung Findelgletscher verspricht einen blauen Himmel. Wir schälen uns zusammen mit anderen Frühaufstehern aus den Betten und treten vor die Hüttentür – eine leise Enttäuschung macht sich breit. Das Matterhorn ist schlecht gelaunt und wolkenverhangen.

Während die einen ihr Glück für gute Aufnahmen am Stellisee versuchen, wandere ich hinüber zur Moräne und geniesse die Stille des frühen Morgens und die sich verändernden Farben am Himmel. Langsam aber sicher werde ich wach und freue mich auf ein gutes Frühstück. Ein neuer Tag – ein neues Glück – auf dem Mountainbike in Zermatt!

Fazit: Hüttenübernachtungen sind einfach immer toll, egal wo, das Berghaus Fluhalp ist da keine Ausnahme und bietet nebst einem grandiosen Panorama noch eine gute Küche.

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