Die Blueme und der Niesenblick !

10 Wochen nicht mehr auf dem Mountainbike! Was soll ich sagen? Irgendwie hatte ich keine Lust und das hängt doch sehr mit der aktuellen beruflichen Belastung zusammen. Dazu kam noch eine zweiwöchige Erkältung. Wahrscheinlich muss ich wieder zu den alten Zeiten mit Trainingsplan und Winterpokal zurückkehren, damit ich mich für einige Runden aufraffen kann. Entsprechend habe ich den genialen Herbst verpasst. Am heutigen Tag wollte ich vor dem Wintereinbruch trotzdem noch Spuren von Indian Summer Feeling mitnehmen.

Wir verbringen ein Wochenende mit Freunden im Hotel Niesenblick in Oberhofen am Thunersee. Nach einem kurzen Blick auf die Karte muss ich das Tourenziel nicht lange suchen. Wir fahren auf die Blueme, einem nicht unbekannten Mountainbike-Berg auf 1392m über Meer. Durch den goldenen Glesichopfwald geht es steil nach oben bis nach RIngoldswil. Wenn der Wald die Sicht freigibt hat man eine wunderbare Aussicht über den Thunersee zu den Berner Alpen und Voralpen. Nach eine Fotostopp fahren wir der Blueme in den Rücken, Sicht auf die Höhenklinik in Heiligenschwendi, bis wir beim Bruuchhubel sprichwörtlich auf die ‚Blueme Sunnsite‘ wechseln, so der Flurnamen auf der Karte.

Die letzten Meter bis zum Aussichtsturm muss ich kämpfen, es fehlen Atem und Kondition und die jungen Biker, die locker Vorbeiziehen, machen meine Gefühlslage auch nicht besser. 😉 Meine Frau ist mit dem e-Bike derweil vorgefahren. Mit etwas Schieben erreiche ich den bevölkerten Brätliplatz auf der Spitze der Blueme. Ohne den Aussichtsturm würde man übrigens mitten im Wald gar nichts sehen und am heutigen bewölkten Tag ist die Aussicht maximal bescheiden.

Ich zeige meiner Frau gerne noch die grosse Hängebrücke in Sigriswil und so fahren wir auf Schotter steil und steiler dem See entgegen, der Niesen immer im zentralen Blickfeld. Im Dorf kehren wir kurz ein und es gibt etwas zu trinken und einen herbstlichen Coup für meine Frau. An der Hängebrücke sparen wir uns die 2×8 CHF für die Überquerung und fahren dafür runter zum See.

Zum Glück, weil sonst hätten wir den Aussichtspunkt Reeftli unterhalb des Dorfes verpasst, definitiv eines der schönsten Bänkli am Thunersee. Der Niesen zieht den Blick magisch an, ist er doch ein richtig vollkommener Berg, man könnte meinen er sei ein Vulkan. Am Seeufer finde ich eine Alternative zur engen Hauptstrasse und profitiere noch von einem tollen Trail zwischen Gunten und Längenschachen.

Noch ein Wort zum Niesenblick: Ein rustikales Hotel mit einer fantastischen Terrasse und einem sehr guten Fondue Chinoise à discretion. Da gibt es dick geschnittenes Fleisch und hausgemachte, würzige Saucen, dazu eine ganze Palette von Beilagen – definitiv nicht 0815. Der gute Eindruck wird mit selbstgebrautem Bier und einer mundigen lokalen Rotwein-Assemblage  des Hauses vervollständigt. Die Zimmer sind wie das Frühstück einfach aber OK. Einzig die fehlende Schallisolierung im Traditionshaus könnte den einen oder anderen Gast stören. Daumen hoch!

So, damit habe ich die Blueme von meiner To Do Liste gestrichen – und noch was, ich habe das Mountainbiken echt vermisst!

Statistik: 22.8 km, ca. 930 Höhenmeter, Fahrzeit 2:17 h

5 Kommentare zu “Die Blueme und der Niesenblick !

  1. Spoony Artikelautor
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    Danke euch allen für die Kommentare. Es freut mich, dass hier weiter mitgelesen wird. Übrigens habe ich aus Zermatt und dem Trentino noch einiges nachzuposten. Für Beiträge im Winter ist gesorgt!

  2. Chregu
    Antworten

    Welcome back! Sehr schön, mal wieder was von Dir zu lesen. Und als Comebacktour hast Du Dir also wirklich eine sehr schöne Runde ausgewählt.
    Liebe Grüsse und einen weiterhin sonnigen Herbst.
    Chregu

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