Der Ironbike Brittnau 2018 !

Same procedure as every year, James! Mein jährlicher Lieblingsevent bleibt der Ironbike Brittnau. Die heurige Ausgabe führt über 39 / 67  oder 91 km durch den Kanton Solothurn. Die Bedingungen sind ideal – es ist rund 21° und obwohl es den ganzen Tag gewittrig um uns herum regnet, bleibt die Strecke trocken. Auch im 2018 ist der Anlass perfekt organisiert und die Route wieder optimal ausgeschildert – da ist der GPS Download Service nur noch das i-Tüpfchen. Weil ich den Helm zu Hause vergessen hatte, muss ich eine Ehrenrunde auf der Autobahn einlegen und starte ’spät‘ um 06:50 Uhr. 😉

Wir starten in Richtung Osten in die erste Steigung rauf zur Marienburg und im welligen Auf- und Ab nach Linden im Mühlethal und runter nach Safenwil über die Autobahn. Der nächste Hügel wird markiert durch die hohe Antenne auf dem Engelberg. Wie immer ist der Trailanteil der Strecke relativ gross und ausnahmslos sind es flowige Singletrails. So auch jener vom Engelberg runter nach Däniken zur Kiesgrube Hard – mit Blick zum KKW Gösgen.

Bei Winznau geht es über die Aare und mir wird erstmals bewusst, dass es hier einerseits den Aarekanal und andererseits einen sehr schönen natürlichen Nebenarm des Flusses gibt.  Die Strecke führt an einem grösseren Fest vorbei, das sich bei der späteren Recherche als Solothurner Kantonalturnfest 2018 entpuppt. Östlich von Lostorf steht endlich der Verpflegungsposten mit den bekannten sehr schmackhaften selbstgebackenen Kalorienkuchen. Letzte Chance sich für die 91 km oder die 67 km Runde zu entscheiden. Der Schweinehund hatte heute bereits beim Start verloren und trotz schwerer Beine bin ich mental definitiv für die grosse Runde bereit.

In grossem Bogen geht es über den Golfplatz um Stüsslingen herum bis zur ersten Jurakette und der Klus Blauenstein. Ab hier sind einige giftige Höhenmeter rauf nach Rohr und Rosmaregg zu überwinden. Sowohl Strecke wie Aussicht sind genial. Entlang der Kantonsgrenze zu Basel-Landschaft queren wir die Flanke des Leutschenberg und der Burgflue. Erst beim Schreiben des Beitrages wird mir bewusst, dass ich diesen Streckenabschnitt im Rahmen meiner Kantonsgrenzentour bereits befahren hatte – wenn auch in entgegengesetzter Richtung.

Der Hauenstein-Basistunnel ist tief unter den Singletrails, die wir im Abstieg nach Bad Lostorf befahren. Wie immer bin ich auf der grossen Strecke als Frühstarter trotz der vielen Teilnehmern relativ einsam unterwegs. Die Strecke wechselt auf groben Schotter und ich vermisse ausnahmsweise mein Fully. Das Tagesfazit bezüglich Bike? Das Ti29-40 Hardtail ist für Langstrecken ohne viel Wurzelgeholper einfach das bessere Mountainbike!

Vorbei am Schloss Wartenfels zurück zum Verpflegungsposten. Ich muss mich hinsitzen und erholen. Auf dem Rückweg über die 67 km Strecke werde ich auch heute wieder richtig beissen müssen. Tatsächlich folgen mit dem Aufstieg zum Stellichopf und zur Rumpelhöchi gleich zwei relativ brutale Rampen. Ich presse das Letzte aus den Beinen und freue mich gleichzeitig darüber, dass ich heute von Krämpfen verschont geblieben bin. Am Trainingsstand kann es sicher nicht liegen, vielleicht an der Bouillon, die ich bewusst getrunken hatte. Runter vom Homberg nach Rickenbach folgt ein Trailfeuerwerk der Extraklasse – mit einem breiten Grinsen und völlig platt überquere ich die Dünnern und muss auf einem Bänkli erst mal das Adrenalin runterfahren und neue Kraft schöpfen.

Der letzte Anstieg rauf zum Bornchrüz ist einfacher als gedacht. Die Beine sind schlaff aber der Kopf weiss, dass es nur noch runter nach Aarburg und danach flach der Wigger entlang zurück nach Brittnau geht. Etwas nach 14:30 Uhr sitze ich bei Pasta und einem kühlen Getränk im Ziel und lasse die Tour geistig Revue passieren.

Ich weiss nicht an was es liegt, aber der Ironbike überrascht mich immer wieder. Ersten natürlich wegen der Strecke und den tollen Landschaften und Singletrails, zweitens wegen den Leistungen zu denen ich an diesem Tag jeweils fähig bin. Keine Ahnung wie ich es schaffe, quasi aus dem Stand, an diesem Anlass über 90 km und weit über 2000 Hm wegzudrücken. Wenn der Ironbike der jährliche Formtest wäre, dann bin ich sehr zufrieden. Im nächsten Jahr sind weitere Höhenmeter vorprogrammiert – der Kanton Basel-Landschaft ist das Ziel.

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Statistik: 90.3 km, ca. 2456 Höhenmeter, Fahrzeit 6:54 h

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