Tour 357 – Origlio Bike !

Ein langes Auffahrtswochenende und schönes Wetter im Süden? Normalerweise würde ich den Teufel tun und mich keinesfalls in den Gotthardstau stellen, aber dieses Jahr bin ich beruflich am Mittwoch im Sottoceneri und so lässt sich das Nützliche mit dem Schönen verbinden. Als Einstieg fahre ich zum Feierabend die ausgeschilderte Tour 357 – Origlio BIke. Hinter Tesserete (521m) geht es am imposanten Schwimmbad vorbei in Richtung Vaglio und rein in einen grossen, typischen Tessiner Wald.

Auf Waldwegen führt die Tour leicht ansteigend bis zur Kirche San Clemente (628m), die einsam mitten auf einer Waldlichtung steht. Der Wald ist durchzogen von Wanderwegen, die touristisch gut genutzt werden. Entlang der Wege weisen Kunstwerke und Schilder auf die zwei Themenwanderwege ‚ARTinBOSCO‚ und ‚Passeggiare in Capriasca‚ hin. Nach einer kurzen und steilen Schlüsselstelle geht es runter nach Comano (504m). Zum Angewöhnen ans Tessin liegen die berühmten reifenfressenden Querrillen auf dem Weg und verlangen nach einer bedachten Linienwahl.

In Comano unbedingt die ausgeschilderte Strecke kurz verlassen und vorne- oder hintenrum in den Park der Chiesa di Santa Maria della Purificazione fahren. Auf einer kleinen Terrasse hat man einen tollen Blick nach Süden in Richtung Agno. Nach einer kleinen Fotosession führt die Strecke zum namensgebenden Lago d’Origlio.  Die Umrundung des Sees ist den Wandern vorbehalten und so bleibt nur ein kleiner Ausblick am westlichen Seeufer.

Die Route steigt den bewaldeten Hügel San Zeno hinauf und lässt dem Mountainbiker die Wahl ob er direkt nach Taverne abfahren will, oder ob er noch den Aussichtspunkt beim Oratorium San Zeno (561m) oberhalb von Lamone mitnehmen will. Ich empfehle sowohl aus Trailgründen wie aus Panoramagründen die letztere Variante. Oben auf dem Berg hat man einen fantastischen Blick auf die Ebene von Agno.

Hier wird einem bewusst wie geografisch verschachtelt das Sottoceneri ist. Eindrücklich, wie der Mensch verschiedene Verkehrsträger in diese Landschaft baute. Besonders fragt man sich, mit welchem Gleitwinkel die Flugzeuge auf Agno anfliegen müssen – sehr flach ist der sicher nicht. Auf dem Rückweg weiche ich erneut von der offiziellen Strecke ab, der Wald verspricht Zusatztrails.

Mein Kartennasentrailriecher hat nicht getäuscht. Nach wenigen Metern Bike schieben erwartet mich ein schmaler, flowiger Singletrail in Richtung offizieller Bikestrecke. Ich folge den Reifenspuren und lande auf einem für meine Fahrkünste etwas zu steilen Trail. Etwas Schieben auf sandigem Untergrund, gefolgt von einem rumpeligen Karrweg bis nach Taverne (341m). Hier folgen einige Hundert unangenehme, dem Verkehr ausgesetzte, Meter auf der Kantonsstrasse, bis man wieder auf eine alte Nebenstrasse einbiegen kann.

Zuerst steigt es gemächlich bis Ponte Capriasca an. Ab hier geht es sehr steil hinauf nach Sala Capriasca, dank der alten asphaltierten (gesperrten) Strasse fahrbar, wenn auch die Oberschenkel nach Hilfe schreien. Einmal oben ist es nicht mehr weit bis zum markanten Friedhof von Tesserete und damit zurück zum Ausgangspunkt meiner Tour.

Fazit: Perfekte Einstiegstour in die spezielle Landschaft rund um Tesserete mit wenig Höhenmetern und optional einigen spassigen Singeltrails.

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Statistik: 19.8 km, ca. 568 Höhenmeter, Fahrzeit 1:50 h

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