Der Ironbike Brittnau 2019 !

Auch in diesem Jahr durfte mein Formtest im Frühsommer nicht fehlen, der Ironbike Brittnau!  Da ich am Sonntag eine Einladung hatte, musste ich am Samstag aus dem Bett, wie immer so früh wie möglich. Startgebühr bezahlt, Flasche gefüllt und kurz nach 6 Uhr auf der Strecke. In diesem Jahr geht es in den Norden bis in den Kanton Basel-Land. Das Wetter ist mit knapp unter 20° sehr angenehm und die tief liegenden Sonne signalisiert, dass es heute sicher nicht regnen wird.

Entlang der Wigger geht es zum Autobahnkreuz, vorbei am Haus eines Radioamateurs mit wohl einer der grössten ausfahrbaren Antennen des Landes. Wer das nächste Mal auf der A1 bei der Ausfahrt Rothrist vorbeifährt, möge darauf achten. Bei Aarburg über die Aare nach Höfi und danach gleich ein Früchstückstrail entlang des Borns nach Olten und erneut auf einem schönen Uphilltrail nach Trimbach an den Fuss des Hauensteins.

Auf der alten Hauensteinstrasse geht es im kleinsten Gang direkt auf den Unteren Hauenstein (690m) und ich kämpfe nicht das letzte Mal an diesem Tag. Auf Forststrassen, immer leicht steigend, fahren wir um Läuflingen rum in Richtung Dietisberg. Es folgt die Abfahrt zum Schulhaus Diegten für den verdienten Verpflegungsposten. Wie immer am Ironbike ist man auf der grossen Runde nicht selten alleine unterwegs. Frisch gestärkt und mit bereits 800 Hm in den Beinen geht es weiter in mir relativ unbekannte Juraregionen.

Der eine Hügel löst den anderen ab, vom Ränggen (752m) zum und rund um den Hornenberg, entlang der Flanke des Dielenbergs, runter nach Oberdorf BL (497m). Weiter stotzig rauf zum Hof Wil und über einen knackigen Wiesentrail hinüber nach Liedertswil. Ich liefere mir seit einiger Zeit ein Fernduell mit einem ca 15 Jahren älteren drahtigen Herrn, der wenn es besonders steil ist immer wieder vom Rad geht, sich aber nicht abschütteln lässt. 😉 Beim erneuten Aufstieg auf den Gagsen (895m) muss ich bereits letzte Reserven mobilisieren und auch mal absteigen. Zum Glück brauchen auch andere Fahrer dort oben ein kurze Verschnaufpause und ich einen Notfallriegel.

Es ist nun die Zeit, wo man auf der grossen Runde von den ‚Cracks‘ im Renntempo überholt wird, welche die Runde wohl in einem Drittel meiner Zeit fahren. Eindrücklicher ist aber der einbeinige Biker, der im Schnellzug bergauf an mir vorbeifährt. Da hat man jeweils sehr gemischte Gefühle! Auf der Waldweid (1015m) ist der Höhepunkt erreicht und ich bin froh, dass es beim Hof Hinter-Haubberg geschäftige Damen gibt, welche Getränke verkaufen und ich deshalb ein kühles Cola geniessen kann. Die Kantonsgrenze SO – BL führt mich zum Helfenberg, entlang dessen Flanke wir nach Langenbruck (697m) abfahren.

Es wäre nicht der Ironbike, wenn die Streckenplaner nicht noch ein Dessert in Form der Santelhöchi (797m) eingebaut hätten, weite Tiefblicke über Egerkingen inklusive. Auf Schotter geht es rasant runter nach Härkingen und entlang der Dünnern, wo mein Vorderrad zunehmend schwammig wird. Ja genau, ein Platten hat mir in meinem Zustand noch gefehlt. Der Schlauch ist rasch gewechselt und so stehe ich bald in der Gunzger Allmend beim ersehnten zweiten Verpflegungsposten.

Die Rückfahrt nach Brittnau über hügeliges Gelände ist wie jedes Jahr eine reine Willensleistung. Meine Beine jammern jeweils bei jeder noch so kleinen Steigung und trotzdem spürt man das sich nähernde Ziel. Ich nehme es gemütlich und so habe ich heute einmal mehr auf den letzten Kilometern keine Probleme. Auf dem letzten Abschnitt habe ich noch ein kurzes Gespräch mit dem Streckenchef, den ich wirklich loben möchte – jedes Jahr eine so tolle Strecke zu erkunden ist eine Topleistung, von den Bewilligungen und der Signalisation gar nicht zu sprechen.

Ein Blick auf die Statistik zeigt wieder Unglaubliches – wie jedes Jahr staune ich über meine eigene Leistung! Auf einer ’normalen‘ Tour würde ich mir das nie zutrauen – eines ist klar, der Ironbike ist mindestens statistisch jeweils der Saisonhöhepunkt und ich komme wieder! 😉

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Statistik: 98 km, ca. 2552 Höhenmeter, Fahrzeit 7:27 h

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