Der Buechibärg – Dotzigen Loop!

Fasnachtwochenende in Solothurn. Wer mich kennt, weiss was das heisst, raus aus der Stadt und ab ins protestantische Bern. 😉 Am morgen früh ist die Stadt menschenleer und der Kater ist in den Gassen spür- und leider auch sichtbar. Die Bise bläst straff und so ist heute wieder der Plan B angesagt – durch den Buechibärg windgeschützt nach Westen und mit Rückenwind nach Osten.

Im Leuzigenwald kommt bald der Grenzstein mit dem Berner Bär. Je länger ich im Kanton Solothurn wohne, umso mehr fallen mir einige historische Unterschiede auf. Der Fasnachtsbrauch ist da nur die Speerspitze einer unterschiedlichen Geschichte. Trotzdem irgendwie erstaunlich, dass etwas, was 1519 in Zürich begann noch heute im Alltag sichtbar ist. Vielleicht neige ich zum Übertreiben, aber ich kann mit dieser fasnächtlichen Doppelmoral so gar nichts anfangen. Eine Maske und viel Alkohol und schon fallen Moral und Werte ins Bodenlose (Ja ich weiss, es gibt auch die guten Seiten des Anlasses).

Und wenn wir schon bei religiösen Bräuchen sind, gibt es in Oberbüren Interessantes zu entdecken. Auf einer unscheinbaren Wiese erinnert ein Denkmal an einen mittelalterlichen Wallfahrtsort. Auf der Chilchmatt stand eine Marienkirche in der totgeborene Kinder zwecks Taufe kurzfristig ‚wiederbelebt‘ wurden. Makaber: MIt glühenden Kohlen und Kerzen wurde der Körper erwärmt und so ein Atemzug simuliert. Es folgte Taufe und Seelenheil mit Eintrittsgarantie ins Paradies. Eine Feder bewies den Atem und deshalb heute das Denkmal in Form einer Feder auf der grünen Wiese.

Nach diesem religiösen Horror biege ich möglichst rasch in den Städtliberg ein. Hier gibt es Horror der modernen Art, Walderntemaschinen haben eine Spur der Verwüstung hinterlassen und so kämpfe ich mich durch ein Gemisch von Tannästen, zersplittertem Holz und knöcheltiefem Schlamm. Nach einem kurzen Trail durch den Wald treffe ich ob Dotzigen auf den Hirschegrabe, Laubgrabe und den Holweg. Alle drei massivste Holwegeinschnitte im Aufstieg zum Dotzigeberg. Ein Blick auf das Inventar historischer Verkehrswege bringt noch etwas Zusatzinformationen.

Der spassige Trail durch den Holweg spukt mich beim Schlössli Dotzigen aus. Das Schloss thront und wacht über Dotzigen und wurde (wie das halbe Dorf) 1898 durch den Industriellen Johann Schaller gebaut. Ausserhalb des Dorfes überquere ich die unscheinbare Alte Aare. Wo heute eine neue Fussgängerbrücke steht, haben wir früher als Jugendliche die Gummiboote und selbstgebaute Flosse eingewassert und sind den Fluss runtergefahren.

Heute ist das nicht mehr möglich. Das ganze Auengebiet oder ‚Grien‘ zwischen Dotzigen und Meienried wurde aufwändig saniert. Überall gibt es Tümpel, Kiesbänke und viel Schilf. Der Lauf der alten Aare selber ist von umgefallenen Baumstämmen versperrt – kein Gummiboot Terrrain. Im Moment sieht alles noch sehr nach Menschenhand aus, aber die Natur wird schon bald die Schotterflächen zurückerobern. Wenn man durch diese Landschaft fährt, fällt es schwer sich den ehemaligen Verlauf der Aare im Gelände vorzustellen. Für mich hat die Juragewässerkorrektur immer wieder eine spezielle Faszination – grosse Achtung vor diesem Grossprojekt unserer Vorfahren.

Erstaunt war ich ebenfalls über die Imkerkästen, aus denen die Bienenvölker, trotz kühlen Temperaturen, bereits kräftig ausfliegen. Nach der alten Holzbrücke bei Büren an der Aare geht es der Aare entlang bis zum Fischerhaus Grenchen, wo ich für einen kleinen Imbiss einkehre. Danach komme ich in der Witi in den offenen Rückenwind, der mich mit 35 km/h zurück nach Solothurn bläst.  

Zum Tourabschluss staune ich über dieses bibergemachte Denkmal. Ich gehe mal davon aus, dass der Baum schon abgesägt wurde während der Biber noch am Nagen war. Jedenfalls glaube ich nicht, dass der Baum in dieser Position noch hätte stehen können. Könnte mir vorstellen, dass das für den Biber ein gröberes Frusterlebnis war. 😉

Statistik: 48.3 km, ca. 453 Höhenmeter, Fahrzeit 2:42 h

Der Grenchen-Loop !

Die Frühlingssonne ist noch schwach, der Himmel dafür umso blauer. Heute ist der erste Mountainbike Ausflug in diesem Jahr zusammen mit meiner Frau. Die Batterien ihres E-Bikes scheinen den Winter gut überstanden zu haben. Es zieht ein kühler und zügiger Wind über das Mittelland und so empfiehlt sich die Standardtour bei diesen Verhältnissen – Gemütlich dem Jurasüdfuss entlang nach Grenchen und dann mit Rückenwind entlang der Aare zurück nach Solothurn.

Die Alpen liegen noch etwas im Kältedunst. Trotzdem rasten wir auf dem wunderschönen Bänkli beim Bächerhubel und geniessen den weiten Blick auf Aare und Alpen. Neu entdecken wir das sympatische Restaurant Neue Zelg oberhalb von Bettlach. Wir suchen einen windgeschützten Platz auf der Terrasse und geniessen die Sonne bei einem feinen Zvieri. Eine richtig schöne und entspannte Sonntagstour !

Statistik: 29.5 km, ca. 319 Höhenmeter, Fahrzeit 1:53 h

Die Mont Sion Tour !

Ich bleibe dieses Wochenende aus beruflichen Gründen in Genf. Am Sonntag ist Zeit für eine Mountainbike Tour bei herrlichem Wetter. Das Ziel ist der Mont Sion, einem Produkt von Rhone- und Arve-Gletscher während der Würmeiszeit. Der Montagne de Sion ist der tiefste der Berge und Hügel welche das Genfer Becken umfassen. Nach dem Mont Salève, der Crêt de la Neige und dem Le Vuache, fehlt dieser ‚Berg‘ auf meiner Liste.

Die Anfahrt aus der Stadt geht über bekannte Wege zur Grenze bei Archamps und über die Autobahn A40. Bei der schönen Kirche von Archamps mache ich eine kurze Fotopause. Leicht steigend führt eine Nebenstrasse nach Beaumont, immer mit einer tollen Aussicht in die Rhoneebene und hinüber zum Jura.

Bei Le Chable wechselt der Untergrund auf einen Wald- und Feldweg, der sichtbar alt ist. Der Grund wird rasch klar, nach einem Waldstück stehe ich vor der Chartreuse de Pomier. Das Kloster überlebte bis 1793, war später ein Hotel und dient heute als Seminarort.

Der Weg wird definitiv zum Feldweg und steigt auf 810m nach ‚Les Hauts de Mikerne‘ bis zum höchsten Punkt ‚Sur Les Fours‘ auf 890m. Irgendwie habe ich sowohl die Höhe der Tour wie auch die Schneesituation etwas unterschätzt. Genf liegt zwar so richtig im Flachland, aber die Berge sind nicht weit und so muss ich das erste Mal in diesem Jahr das Bike durch den tiefen Schnee schieben. Wo es irgendwie geht, versuche ich im Sattel zu bleiben – bestes Fahrtechniktraining zu Saisonbeginn.

Beim Dorf Saint-Blaise erreiche ich den südlichen Umkehrpunkt, verlasse den Fuss des Salèvemassivs und drehe in Richtung Westen auf den eigentlichen Mont Sion. Saint-Blaise liegt fantastisch auf einer Terrasse, oder besser einem Naturbalkon, mit sehr weiten Blicken nach Süden ins ‚Genevois‘. Besonders schön liegen die Toten des Dorfes, welche in gebührendem Abstand auf eine Hügelkuppe mit vollem Panoramablick ausquartiert sind. 😉

Nach dem Halt beim Friedhof geht es runter ins Dorf mit dem tourgebenden Namen ‚Mont Sion‘. Der Weiler ist eine Etappe auf der Via Gebennensis, einem Verbindungsstück des Jakobsweges, welches von Genf nach Le Puy führt. Wer die Augen öffnet sieht am Wegesrand das verbindende Symbol der Jakobsmuschel in den verschiedensten  Varianten. Mein GPS Track führt nun wellig auf +- 800 Höhenmeter über die Hügelkette des Montagne de Sion.

Tiefe Schneefelder machen das Vorwärtskommen auf zwei Rädern zu einem schwierigen Unterfangen. Wenn ich nicht mit tiefen Schneefurchen kämpfe, rutsche ich über Eis oder muss schauen, dass sich die Räder im aufgeweichten Morastboden noch irgendwie drehen. Frühlingsbiken wie es im Buch steht – mühsam aber trotzdem schön!

Bei der Abfahrt nach Vigny lege ich nach der Anstrengung eine kurze Pause auf einer Wasserfassung ein. Der Betonsockel spendet etwas Wärme und ein Riegel gibt neue Energie. Ich lege mich eine Weile hin und geniesse die Ruhe. In der Ferne liegt der Montagne de Vuache ebenfalls wie ein schlafender Riese quer in der Landschaft.

Die zweihundert Höhenmeter runter nach Chênex durch den Bois des Raynauds bietet unverhofften Trailspass – das Schneefeld zum Traileinstieg mal ausgeblendet. Mein GPS macht vor Valleiry schlapp und zeichnet den Track nicht mehr auf. Ich finde trotzdem bei Chancy über die Grenze und fahre mit langsam müden Beinen auf der Route de Chancy zurück nach Genf.

Fazit: Mit dieser Tour habe ich die Höhen um das Genfer Becken grob abgefahren. Da gibt es noch viel zu entdecken und vom tieferen französischen Hinterland will ich gar nicht sprechen. Die Gegend ist über weite Strecken ein riesiger Kontrast zur Agglomeration Genève – Annemasse. Sehr schön!

Und… trotz schönstem Wetter wurde ich auf dieser Frühlingstour wieder mal so richtig eingesaut. 😉 

Statistik: 58.4 km, ca. 1058 Höhenmeter, Fahrzeit 5:09 h

Die Genfer Grenztour – Jussy !

Es ist ein wunderschöner Februartag in Genf und es wäre schade heute keine Mountainbike Tour zu machen. Leider fehlt mir bei einem Blick auf die Karte das Ziel und die Motivation. Da sind Grenztouren nie schlecht. Mit der Grenzumrundung des Kantons Genf habe ich bereits begonnen, da kann man gut anknüpfen. So fahre ich ans Ende der ersten Etappe, zum Grand Bois bei Jussy.

Der Grenzpfad wird wohl gerne durch Reiter genutzt, in jedem Fall ist der Trail streckenweise ein gröberer Sumpf. Ich kämpfe mich durch den Wald bis der Grenzpfad bei La Renfile auf die D15 mündet. Über rund fünf Kilometer bildet nun diese Strasse die Grenze, welche weitgehend unsichtbar direkt am rechten Strassenrand verläuft.

Interessant sind einige Häuser, die in der Schweiz stehen, deren Zufahrt aber direkt auf die französische Strasse mündet. Im Dorf Cara, das aus einem Schweizer und einem Französischen Teil besteht, ist die Trennung markanten. Über weite Strecken markiert eine Mauer am Strassenrand die Grenze und die Häuser haben ‚hintenrum‘ eine Zufahrt über Schweizer Boden.

Während auf der Schweizer Seite noch Landwirtschaft und Reben das Bild bestimmen, ist die französische Seite mit Annemasse stark überbaut.  Die D15 wird durch den kleinen Bach Le Foron als Grenzlinie abgelöst. Der weithin natürlich behaltene Bach mäandert bis zur Mündung in die Arve durch die Ebene und zieht so eine lustige Grenzlinie auf die Landeskarte. Das Gebiet zwischen Thônex und Annemasse ist vollständig überbaut, eine richtige ‚Stadtgrenze‘.

In Chêne-Bourg überquert die neue Durchmesserlinie der CEVA, welche die französische Agglomeration mit der Stadt Genf verbinden wird, die Grenze. Die Bahnlinie wurde in den Untergrund verbannt und auf dem ehemaligen Trassee führt nun eine breite Velostrasse bis nach Eaux-Vives ins Stadtzentrum. Das muss ich ein nächstes Mal ausprobieren. Ich fahre weiter der Grenze entlang bis runter zur Arve. Auf den letzten Metern fällt auf: Während der grosse Grenzübergang in Thônex optisch nicht zu verfehlen ist, wurden viele kleine Grenzsträsschen auf der Schweizer Seite ‚geschlossen‘.

Fazit: Grenztouren – immer toll!

Statistik: 37.8 km, ca. 280 Höhenmeter, Fahrzeit 02:07 h

Der Geocache Tourenstart !

Auf der Suche nach einem Motivator starte ich das Jahr mit einer Geocaching-Mountainbike Tour. Schon lange habe ich keine Geocaches mehr gesucht. Zuerst wird die Liste der 10km Radius Geocaches geupdated – ein ewiges Projekt hier in diesem Blog. Die Anzahl der zu suchenden Geocaches ist wieder mal auf 142 Stück angestiegen. Weit komme ich bei dieser Tour mit rund 12 km nicht, aber jeder Kilometer ist besser als gar keiner.

Geocachen begeistert immer wieder von Neuem. Ich entdecke die Caches auf den Hometrails im Rüttenenwald. Obwohl noch Schnee im Wald liegt, sind die Trails relativ gut zu befahren. Einzig eine aufgetaute Stelle wird mir fast zum Verhängnis und ich rutsche mit dem Vorderrad des Ti29-40 weg. Zeit um mal etwas griffigere Reifen zu montieren.

Die Caches selber sind mal origineller, mal weniger originell versteckt und verpackt. Wie so oft im Winter leiden viele Caches unter Feuchtigkeit und so wird das Loggen oft schwierig. Interessant ist die Hintergrundgeschichte zum ‚Inseli‘ im Spiessacker. So lernt man dank Geocachen sein Umfeld näher kennen.

Im Abendlicht fahre ich via Schloss Waldegg zurück nach Hause. Eine kleine aber feine Runde! Hoffentlich ist das ein gutes Omen für 2019 in der Hoffnung, dass ich etwas mehr auf Mountainbike komme als letztes Jahr.

Statistik: 12.4 km, ca. 322 Höhenmeter, Fahrzeit 1:26 h, Geocaches: Martinsflue; Circuit UL 1 Start auf der Grenze; Circuit UL 2 – Aussicht auf Solothurn; Circuit UL 3 – Der Kalkwürfel; Circuit UL 4 – Augen; Circuit UL 5 – Teer im Wald; Circuit UL 6 On the top; Circuit UL 8 Die Insel