Von Nic Dampf und Hans Nobby !

In wenigen Tagen fahre ich an den Gardasee und angesichts der Grobschottertrails werfe ich einen Blick auf die Reifen des Scott Genius 710 und entscheide kurzum aufzurüsten. Vor zwei Jahren hatte ich den Hinterreifen ersetzt und wechsle nun gleich beide Reifen. Die Alten bleiben als Reservelösung in der Garage eingelagert. Neu gibt es den Schwalbe Hans Dampf in der Breite 2.35″.

Für den Reifenkauf braucht man wohl ein Studium in Materialtechnik. Jedes Jahr erfinden die Hersteller wieder neue Compounds mit Fancy Buzzwords – im Falle von Schwalbe muss man sich in Begriffe wie Addix, Soft, Supersoft, Speedgrip, SnakeSkin, TL Ready, Evolution und Performance einlesen. Erschwerend gibt es alles in allen Kombinationen. Wieso so kompliziert? Ich entscheide mich für Addix Speedgrip am Hinterrad und Addix Soft am Vorderrad.

Positiv verläuft die Montage. So sind die Reifen zum Glück nicht mehr laufrichtungsgebunden. Noch erstaunter bin ich, dass ich sowohl die Nobby Nic wie auch die Hans Dampf ohne Hilfsmittel ab- und auf die Felge kriege. Zudem schnappen die Reifen problemlos in das Felgenbett – da hatte ich schon ganz andere Probleme die Reifen bei der Montage in Form zu bringen.

Bei der ersten Tour durch die Stadt Genf haben sich die Hans Dampf voll bewährt – voller Grip auf dem Asphalt und man fühlt sich neben all den protzigen Grossstadt SVU’s richtig ausgerüstet. 😉 Im Ernst, der spontane Eindruck auf den Salève Trails ist positiv. Wieviel davon Einbildung ist, kann ich schlecht beurteilen Ich bin auf dem Mountainbike nicht so der Gripspürer und fahre dafür wohl zu wenig aggressiv. In jedem Fall fühlt es sich schon fast +mässig an.

Immer noch auf der Suche bin ich nach zahlbaren Bremsbelägen, die nicht quitschen und etwas länger als 10000 Hm überleben. Ich versuche es mal mit den Red Cycling Belägen am Hinterrad. Bei dieser Gelegenheit fällt mir auf, dass nur der eine Bremskolben Druck auf die Bremse gibt, Ich muss wohl definitiv die Bremsen revidieren bzw entlüften lassen. Bei Shimano mache ich das nicht selber.

Somit sollte alles für die Bikeferien bereit sein – FREU!

Gekauft bei Bikester: Red Cycling Beläge 6.70 CHF, Kool Stop Beläge 20 CHF, Gekauft bei bike-import.ch: Schwalbe Hans Dampf Addix Soft und Speedgrip, 2.35″, je 50 CHF.

Der Beaumont Loop !

Ein wunderbarer Frühlingstag – die Feierabendrunde will trotz reichlich Arbeit erzwungen werden. Ich fahre wieder zum Zoll von Collonges, über die Autobahn A40 und danach Rechts in Richtung Archamps. Ich will die Trails unterhalb des Salèves in der Gegend von Beaumont – Montfort erkunden. Die erhöhten Dörfer bieten einen tollen Blick über das Genfer Becken und den gegenüberliegenden Jura. Ich finde den Einstieg auf die Route nur mit Mühe – die Waldarbeiter haben ganze Arbeit geleistet und während 500m übersteige ich eine gefällte Tanne nach der anderen. Mer.e!

Wiederum sammeln sich bis zum Traileinstieg eine beträchtliche Zahl von Höhenmetern. Auf einer Wiese bei Les Molliets ruhe ich mich aus und geniesse die Aussicht und den Frühling. Die Natur explodiert in diesen warmen Tagen und bei der Anfahrt sah ich die ersten Rapsfelder am blühen! Hier oben auf 1000m spriesst das saftige Gras und mitten im Wald hat es wunderbare Frühlingsblumen.

Ob Le Beulet beginnt der Trailspass. Der ganze Wald ist durchzogen von Singletrails und ich wähle eine Variante, welche mich mit wenig Gefälle bis zur Strasse nach La Croisette führt. Im Gegensatz zur Schweiz gibt es deutlich mehr Abenteuer beim Trailscounting. Da wechseln sich Flowtrails mit ruppigen Steinpassagen…

…gefolgt von genialen Bärlauchtrails und handtuchbreiten Technikchallenges. Weiter unten in der Bergflanke muss ich mehrmals das Bike kurze Gegenanstiege raufschieben und die letzte Abfahrt nach Vovray ist eher etwas für jemanden mit einer Machete. Dafür sehe ich zwei Rehe, welche den sich durch die Büsche schlagenden Mountainbiker etwas entgeistert anstarren.

Am Schluss fahre ich noch den Trail durch den Taleinschnitt des Ruissau de la Drize. Keine gute Idee – obwohl das Naturerlebnis toll ist, lässt sich der Trail nur in 10-Meter Abschnitten fahren, bis der nächste Baum über dem Weg liegt. Die Bachüberquerung im unteren Teil ist zudem eine kleine Herausforderung. Am Wochenende habe ich übrigens die Supertrailmap Genève / Mont Salève gekauft, welche sehr viele lohnenswerte Singletrails am Nordhang des Berges eingezeichnet hat. Leider sind diese gar nicht so einfach zu finden. Aber ich komme wieder – es gibt noch sehr viel zu entdecken!

Statistik: 29 km, ca. 762 Höhenmeter, Fahrzeit 02:35 h

Der Golf de Bossey Loop !

Der Wald am Fusse des Salèves lässt mir keine Ruhe und so geht es heute erneut zu einer Feierabendrunde nach Collonges Sous-Salève. Das Wäldchen ob Le Coin kriegt die zweite Chance und vergibt sie. Vorher quere ich auf einem sacksteilen Weg das Gelände des Campus der französischen Adventisten. Nun ja, etwas speziell, so mit Kindergarten, Schule und allem drum und dran.  Der Trail entlang der mächtigen Kalkfluh des Salève ist über weite Strecken nicht fahrbar, dafür scheint dies ein tolles Boulder- und Klettergebiet zu sein. Wer will, kann im obigen Bild die zwei Kletterer in der Wand suchen.

Also weiter auf Trailsuche. Ich folge dem Weg durch den Grand Bois bis zur Kiesgrube unterhalb des Berges. Eher ein Waldweg und kein Singletrail, aber trotzdem in einem welligen auf- und ab sehr flowig zu fahren. Die matschigen Spuren von Waldarbeitermaschinen trüben im zweiten Teil das Bild und entlang der Grube wechseln sich fahrbare Abschnitte mit Schiebepassagen.

Mehr überzeugt der Trail durch den Wald zurück, entlang, durch und um den Golfplatz Golf de Bossey. Ein Schild warnt vor gefährlichen Golfbällen! 😉 Der Golfplatz an dieser leicht erhöhten Lage mit Blick über Genf und das Genfer Becken ist beeindruckend. Natürlich ist alles sehr fein und der Rasen wohl mit der Schere geschnitten. Irgendwie fühle ich mich mit meinen verdreckten Pneus ein wenig fehl am Platz. Würde ich Golf spielen, hätte ich den perfekten Ort für die Feierabendgolfrunde gefunden.

Statistik: 23 km, ca. 462 Höhenmeter, Fahrzeit 01:53 h

Trailscouting am Fusse des Salève !

Der Himmel hängt grau über der Stadt Genf. Die Motivation liegt zwischen Bikekleidern und Bürostuhl. Gestern hat der innere Schweinehund gesiegt – und heute? Ich erzähle zum Glück einem Mitarbeiter von der Absicht Biken zu gehen, das hilft. Bürotüre zu, Bike raus, das GPS meldet noch etwas mehr als 2 Stunden bis zum Sonnenuntergang. Ich will heute die Trails am Fusse des Salève erkunden.

Rund sechs Kilometer dauert die Anfahrt aus der Stadtmitte via Carouge zum Grenzübergang bei Collonges. Glücklicherweise zum grössten Teil auf einem Fahrradstreifen. Trotzdem ist es kein Spass im Feierabendverkehr durch die Stadt in Richtung Frankreich zu fahren. Zudem steigt die Strasse permanent leicht an. Der Zoll ist wie immer verlassen und so bin ich rasch in Collonges sous-Salève. Die bissig steile Strasse hinauf zum Col de la Croisette fordert sämtliche Motivation. Aber ohne Höhenmeter keine Trails.

Auf halber Höhe biege ich endlich auf den Singletrail ein und bin gespannt. Die ersten Meter sind sehr vielversprechend und flowig. Leider hat es bald einige Absätze und der nasse Boden in Verbindung mit dem glitschigen Jurakalk lässt keinen Fehler zu. So muss ich mehr abwärts schieben als mir lieb ist. Erstes Fazit des Waldabschnittes ob Le Coin – lohnt sich nicht wirklich. Dafür ist der Wald, ein Felssturzgebiet, mit seinen bemoosten Felsblöcken eine Augenweide.

Fast ein wenig frustriert biege ich in Richtung der Terrasses de Genève ab. Und siehe da – eine kleine Sprungschanze deutet eindeutig auf einen Biketrail hin. Sattel abgesenkt, abgebogen und den kurzen aber extrem spassigen Trail (auf der Chickenline) runtergefahren. Sehr schön, der Fuss des Salève scheint doch etwas zu bieten!

Die Kälte kriecht in die Kleider und ich verzichte auf weitere Erkundungstouren. Der Wald scheint jedoch noch weitere Trails zu bieten. Ich weiss nun wo ansetzen und werde sicher eine zweite Trailscouting Tour unternehmen. So oder so hat die kleine Feierabendtour gut getan und dass der Salève nicht zu unterschätzen ist, zeigen die mal eben schnell zusammengefahrenen 500 Höhenmeter.

Statistik: 22.2 km, ca. 524 Höhenmeter, Fahrzeit 01:43 h

Mein Scott Genius MC 40 – Ein Nachruf !

Heute muss ich von meinem ersten richtigen Mountainbike, dem Scott Genius MC 40 Jahrgang 2006 Abschied nehmen. Mein Sohn hatte es seit 2014 im harten Stadteinsatz und heute beichtete er mir den Diebstahl des Mountainbikes. Ehrlich, das tut schon etwas weh und es nervt, weil man so ein Velo, auch wenn es schon 12-jährig ist, nicht einfach nächtelang in der Stadt stehen lässt. 🙁 Schön war die Zeit und ich erinnere mich gerne an die vielen Touren, die wir gemeinsam erlebt haben. Im Bild oben (links) der letzte Bergeinsatz auf dem Rothorn in der Lenzerheide im Jahr 2016.