Der Reckenacher Trailloop !

Das G710 ist definitiv wieder einsatzbereit, trotzdem schadet eine kleine Testrunde nicht. Zu Beginn begleite ich meine Tochter via Sankt Niklaus und das Schloss Waldegg auf ihrer Joggingtour nach Riedholz. Das Wetter ist prächtig und die Temperaturen endlich sommerlich. Irgendwie habe ich Lust auf ein paar Trails!

Startpunkt für die lokalen Geheimtrails der Marke ‚kurz, aber schön‘ ist eine gerodete Wiese ob Attiswil auf 770m mit dem Namen ‚Reckenacher‘. Ein Kiesweg, wunderschön umrahmt von alten Hochstammbäumen, durchschneidet den Acker und der Blick auf die Alpen und das Mittelland lädt zum Verweilen ein. Trotz Sonntag pflanzt eine Gruppe Ausländer, wohl Polen, die Wiese mit Setzlingen an. Ich lege mich erst mal für ein kleines Nickerchen hin.

Es folgt der tolle Trail durch den Bärlauch runter nach Bann und danach via Günsberg auf der Strasse und durch den Rüttenenwald zurück nach Solothurn. Kurz, heftig, schön!

PS: Das Scott G710 ist wieder fahrbereit und ‚im Saft‘. Der Technikbeitrag folgt.

Statistik: 21.8 km, ca. 545 Höhenmeter, Fahrzeit 1:48 h

Rund um den Bettlachstock !

Der April 2017 bietet die volle Ladung Wetterextreme, Morgens Schnee und Eis, Nachmittags Sommertemperaturen. Ich habe Lust auf moderate Höhenmeter und fahre einer meinen liebsten Touren, jene rund um den Bettlachstock. Die Höhenmeter werden auf der Schauenburgstrasse vernichtet. Beim Pt 985 vor dem Tunnel liegt eines dieser juratypischen Traumbänkli. Während der Puls sich normalisiert blicke ich ins Mittelland und freue mich über die gelben Rapsfelder. Wer wohl die Laterne ins Panoramabild gehängt hat?

Das Restaurant Schauenburg lasse ich rechts liegen und biege in Richtung oberes Brüggli ab. Der kurze Singletrail nehme ich immer gerne mit. Die Bilder täuschen übrigens, auf der Schattenseite liegt noch der eine oder andere Restschnee. Dabei erhalte ich Gelegenheit das jährliche Bike-im-Bärlauch-Bild zu knipsen. Dieses Jahr in vertikaler Pose. 😉

Auf ein Plättli im oberen Brüggli verzichte ich heute und nehme den steilen Weg zur Skihütte, dem höchsten Punkt der Tour (1217m), direkt hinter dem Bettlachstock. Eine kurze Schiebepassage durchs erste Wäldli gehört bei dieser schönen Ausfahrt dazu. Oberhalb des Felsenbandes schauen Wanderer auf der Wandfluh auf den Mountainbiker runter. Getrennte Wege – gleiches Panorama!

Beim Hof Bettlachberg halte ich rechts und fahre rauf zur Ratflue oberhalb der Burgruine Grenchen. Der Vorberg vom Grenchenberg ist durchsetzt mit interessanten Singletrails. Darunter dürften einige nicht auf der Karte verzeichneten Geheimtipps sein. Spuren im Gelände weisen eindeutig auf schaufelnde Biker hin. Probieren geht über studieren und so folge ich einem steilen Weg in relativ direkter Falllinie nach Bettlach. Juratrails pur – inklusive vieler spitziger Kalkbrocken, die sich dem Vorderrad in den Weg stellen.

Für die Rückfahrt folge ich dem kürzlichen Rat von Philippe hier im Blog und nehme das kleine Strässchen nördlich der Hauptstrasse, welches von Bettlach zurück nach Solothurn führt. Dabei gibt es die Gelegenheit das zweite Standardfoto des Jahres zu machen: Das Bike-vor-gelbem-Rapsfeld-und-blauem-Himmel-Bild.

Statistik: 38.9 km, ca. 360 Höhenmeter, Fahrzeit 1:58 h

Die grenzwertige Biketour 2017 !

Markus hat dieses Jahr wieder die Offline- und Online Community zur bereits traditionellen grenzwertigen Biketour durchs Emmental mit Startort Langnau eingeladen. In diesem Jahr steht die Tour unter dem Motto ‚grenzwertig schön‘ und so ist das Wetter. Statt Schnee und Regen wie gewohnt sind Frühling und Sonnenschein angesagt, obschon die Tour heuer im April und nicht im Juni stattfindet. Nicht erstaunlich treffen rund ein Dutzend Biker und -innen in Langnau ein. Entlang von Ilfis und Emme fahren wir bis Hasle zur ersten Prüfung, dem sausteilen Anstieg auf die Wasenegg. Meine Frau ist mit dem e-Bike unterwegs und hat nur ein lockeres Lächeln übrig.

Leider ist die Anstrengung für das Ti29-40 zu gross. Kurz vor dem Hügel macht das XTR-Schaltwerk die Grätsche. WTF – 2 Bikes und 2 Schaltwerkdefekte in einer Woche? Das Problem ist die Spannfeder des Schaltwerks, die immer wieder aus der Halterung springt. Die Tour ist für mich zu Ende. Mit dem Minitool (!) versuche ich zwei Mal das Schaltwerk zu reparieren, es hält nur bis zum Ätzrüti. Bei einem Bauernhof suche ich mir ein Stück Schnur und binde das Schaltwerk zurück – Do it yourself Kettenspannung und Singlespeed auf dem grössten Gang! 🙁 So geht es mit zunehmend dickeren Oberschenkeln via Bigetal zurück nach Langnau. Der Tag klingt auf der Terrasse von Markus bei Bier und Wurst trotzdem versöhnlich aus. Danke Küsu für die Organisation und nächstes Jahr schaffe ich es hoffentlich einmal ohne Defekte durch die Grenzwertige. 😉 Letztes Jahr gab es ein Pedaldefekt über den ich noch gar nicht berichtet habe.

Statistik: 53.9 km, ca. 670 Höhenmeter, Fahrzeit 3:19 h

Die Testtour nach Selzach !

Da mein Fully ziemlich schwer verletzt im Bikeraum liegt, muss ich auf Plan B ausweichen. Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich das Ti29-40 seit 10 Monaten nicht mehr bewegt habe. Etwas die Reifen gepumpt und raus in die Natur. Auf den ersten Metern weiss ich wieder wo das Problem ist, die Bremsen greifen ins Leere – da müsste man(n) wieder die Maguras entlüften. Ich hasse Bremsen entlüften. 😉 Die Ausfahrt auf dem Ti29-40 macht trotzdem einen Riesenspass, was für ein tolles Bike !

Morgen ist die grenzwertige Biketour im Emmental und da will ich kurz eine Testfahrt machen. Das Wetter ist grandios und der Frühling in vollem Schwung. Die Obstplantagen bei Selzach sind in voller Blüte. Über das Länghölzli und den Bellacher Weier fahre ich zurück nach Hause.

Statistik: 17.3 km, ca. 170 Höhenmeter, Fahrzeit 0:56 h

PS: Dieses Wochenende bin ich wieder in Selzach durchgefahren, die Frostnächte haben den Plantagen den Garaus gemacht – sieht nicht gut aus…

Das Schaltwerkmassaker !

Der Bikegott meint es in diesen Wochen nicht gut mit mir. Da überwinde ich mich trotz massivem Wind und schlechtem Wetter zu einer kurzen Ausfahrt und dann so ein Beitragstitel. Noch ahnungslos fahre ich auf dem Radweg entlang der Hauptstrasse von Solothurn nach Grenchen. Die Gerade entlang des Jurasüdfusses ist endlos und zum Glück bläst der Wind in den Rücken.

In Grenchen ist Umkehrpunkt und auf dem menschenleeren Dorfplatz kontrolliere ich meine weitere Route. Vor der ETA Fabrik geht es aufwärts, ich greife in den Schalthebel und ein fürchterliches Geräusch kommt von der Hinterachse. Beim Blick nach unten traue ich meinen Augen nicht: Das Schaltwerk hat sich in die Speichen gewickelt, ist gebrochen, die Kette in alle Richtungen gebogen und gerissen. Kann ja nicht sein, denke ich mir, so einen Antritt habe ich unmöglich!

Zum Glück ist meine Frau auf Pikett und holt mich wenig später mit dem Auto ab und bringt mich nach Hause. Ich kann den Schaden kaum glauben, bin froh, dass es das Hinterrad nicht ausgespeicht hat. Trotzdem, das sollte wirklich nicht passieren! Ursache? Mein Velomech meinte in Ferndiagnose, dass ein krummes Schaltauge evtl schuld sei. Ich schliesse das aus. Eher schon hat das Schaltwerk selber einen Schaden gehabt.

Beim näherem Hinsehen stellt sich heraus, dass die Befestigungsschraube der DT Swiss Steckachse bzw des Schaltauges am Rahmen glatt abgeschert ist. Leider kann ich  nicht beurteilen, ob das eine Ursache oder eine Folge des Schadens ist. Neue Teile sind bestellt, der Reparaturbeitrag folgt bald. 😉

Statistik: 11.7 km, ca. 40 Höhenmeter, Fahrzeit 0:35 h