Es ist Sonntag, ich hatte einen Arbeitstag am Samstag und muss nun das Wochenende in Genf überbrücken, es ist 6°C, es hat geschneit und alles ist feucht… In die Decke einwickeln und weiterschlafen? Ich überwinde mich und sattle das Genius. Ich will erneut zur Höhenstrasse an der Crêt de la Neige, die sich heute tatsächlich im weissen Kleid präsentiert. Stilecht starte ich vor einer Cave in Satigny, die Rebberge präsentieren sich trotz dem miesem Wetter im hübschen, leicht verblichenen Herbstkleid.
Über die Grenze, nach Crozet (538m) und bei leichtem Nieselregen auf der ‚Route Forestière du Col de Crozet‘ bis hinauf zur Höhenstrasse beim Punkt 863. In einer Kehre überholt mich mit wuchtigem Tritt ein Radfahrer in Strassenkleidung auf einem alten Velo. Sowas nagt jeweils etwas am Ego, besonders an Tagen wie diesen, wo die Motivation schon aus Prinzip schwierig ist. 😉 Aber wer bei diesem Wetter so den Berg rauffährt macht das wohl schon seit Jahren.
Die Höhenstrasse entlang des Naturparkes der ‚Haute Chaine du Jura‘ macht dann Spass wie immer. Auf halber Strecke mache ich eine Pause und freue mich am heissen Tee aus der Thermosflasche und dem Blick hinunter nach Genf. Ich bin knapp unterhalb der Wolkengrenze und so ergibt sich eine interessante Stimmung. Obwohl ich nun die ganze Höhenstrasse in beide Richtungen gefahren bin, kann ich mich nicht für eine ‚bessere Richtung‘ entscheiden. Der rund 10 km lange Abschnitt zwischen Thoiry und Crozet hat wortwörtlich in beiden Richtungen seine Höhen und Tiefen.
Ziemlich durchkühlt kehre ich via die Rebberge nach Satigny zurück, zufrieden die Tour gewagt zu haben.
Statistik: 34.8 km, ca. 638 Höhenmeter, Fahrzeit 2:16 h